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Ansoff-Matrix

Du hast schon von der Ansoff-Matrix gehört, weißt aber nicht genau, was damit gemeint ist? Im folgenden Beitrag erklären wir dir, wann du welche Strategie auswählst an einem einfachen Beispiel.

Ansoff-Matrix Definition und Ansoff-Matrix Beispiel

Die Ansoff-Matrix ist ein wichtiges Tool, um die Wachstumsstrategien für die einzelnen Produkte und Märkte festzulegen. Sie wurde von Harry Igor Ansoff, einem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler, entwickelt. Neben der Ansoff-Matrix ist sie auch unter den Namen Produkt-Markt-Matrix oder Z-Matrix bekannt. Um nun Ansoff’s Matrix erstellen zu können und die vier Quadranten besser zu verstehen, betrachten wir im Folgenden ein deutsches Weißwurst-Unternehmen.

Produkt-Markt-Matrix Beispiel

Stell dir vor, du sollst als Unternehmensberater einem deutschen Weißwurst-Unternehmen dabei helfen seinen Umsatz zu steigern. Wir erklären Dir, wie du mit Hilfe der Ansoff-Matrix verschiedene Strategien dafür entwickeln kannst.

Ansoff-Matrix bzw. Produkt-Markt-Matrix
Ansoff-Matrix bzw. Produkt-Markt-Matrix

Die Produkt-Markt-Matrix nach Ansoff, ist in die zwei Kategorien Märkte und Produkte aufgeteilt. Diese sind wiederum jeweils in alt und neu unterteilt. Daraus ergeben sich dann folgende vier Wachstumsstrategien: die Markdurchdringung, die Marktentwicklung, die Produktentwicklung und die Diversifikation. So weit, so gut. Aber wie kann man diese Strategien jetzt für das Weißwurst-Unternehmen einsetzen?

Marktdurchdringung Beispiel und Marktdurchdringungsstrategie

Schauen wir uns dazu jede Strategie genauer an. Beginnen wir mit der Marktdurchdringung. Hier geht es darum, den Umsatz des alten, bestehenden Produkts – in unserem Fall der Weißwurst – auf dem bestehenden Markt, also dem deutschen Weißwurst-Markt, zu erhöhen. Aber wie kann das Unternehmen das jetzt schaffen? Es könnte z.B. mehr Werbung für seine Würste machen oder sie zu einem günstigeren Preis anbieten als die Konkurrenz.

Marktdurchdringung Ansoff-Matrix
Marktdurchdringung

Eine weitere Möglichkeit wäre die Rezeptur zu verbessern. Alle Maßnahmen werden im Optimalfall dazu führen, dass das Unternehmen neue Kunden gewinnt, seinen Marktanteil erhöht und so letztendlich mehr Umsatz macht. Diese Strategie hat den Vorteil, dass die Risiken für das Weißwurst-Unternehmen überschaubar sind. Gleichzeitig besteht der Nachteil, dass das Wachstumspotenzial oft stark begrenzt ist.

Marktentwicklungsstrategie und Marktentwicklung Definition

Weiter geht’s mit der Marktentwicklung. Bei dieser Strategie wird das bestehende Produkt in einen neuen Markt eingeführt. Damit ist gemeint, dass national andere Regionen oder neue internationale Märkte erschlossen werden.

Produkt-Markt-Matrix: Marktentwicklung
Produkt-Markt-Matrix: Marktentwicklung

Damit soll die Zielgruppe erweitert werden. Du könntest deinem Unternehmen also raten, seine Weißwürste zum Beispiel nach Italien zu exportieren. So kann es mit einem bestehenden Produkt einen ganz neuen Markt erobern und seinen Umsatz erhöhen.

Produktentwicklung – Produkt-Markt-Matrix Ansoff

Als nächstes schauen wir uns die Produktentwicklung an. Mit dieser Strategie führt das Unternehmen ein neues Produkt auf einem bestehenden Markt ein. Dabei wird meist kein komplett neues Produkt eingeführt, sondern eines, dass die Bedürfnisse der schon bestehenden Kunden besser abdecken soll.

Produktentwicklung Produkt-Markt-Matrix Ansoff
Produktentwicklung

Das Unternehmen könnte z.B. zusätzlich zu den normalen Würsten noch fettarme Weißwürste herstellen. So kann es mit einem neuen Produkt seine bestehende Infrastruktur nutzen.

Ansoff-Matrix deutsch: Horizontale Diversifikation

So, jetzt fehlt nur noch die Diversifikation. Bei dieser Strategie führt das Unternehmen ein neues Produkt auf einem neuen Markt ein. Du kannst dir bestimmt vorstellen, dass diese Strategie die größte Herausforderung darstellt. Bei der Diversifikation gibt es drei Möglichkeiten. Die erste ist die horizontale Diversifikation.

Ansoff-Matrix: Horizontale Diversifikation
Ansoff-Matrix: Horizontale Diversifikation

Dabei stellt das Unternehmen ein neues Produkt her, das sehr ähnlich zu den bisherigen Produkten ist und so den Kernkompetenzen des Unternehmens entspricht. Das Unternehmen könnte also vegetarische Weißwürste einführen. Somit stellt das Unternehmen ein neues Produkt her und spricht gleichzeitig eine völlig neue Kundengruppe, nämlich Vegetarier, an.

Vertikale Diversifikation

Als Zweites gibt es die vertikale Diversifikation. Dabei weitet das Unternehmen die Wertschöpfungskette auf vorgelagerte oder nachgelagerte Prozesse aus.

Vertikale Diversifikation Ansoff-Matrix Beispiel
Vertikale Diversifikation

Zum Beispiel könnte es das Schweinefleisch, das es zur Weißwurstproduktion benötigt, aus eigener Zucht gewinnen und nicht wie bisher fremdbeziehen. Das wäre dann eine Ausweitung der Wertschöpfungskette auf vorgelagerte Prozesse.

Ansoff Strategie Laterale Diversifikation

Eine weitere Option, die das Unternehmen hat, ist die laterale Diversifikation. Hier stellt es neben Weißwürsten zum Beispiel Badeenten her. Ja, du hast richtig gehört.

Ansoff Strategie: Laterale Diversifikation
Ansoff Strategie: Laterale Diversifikation

Bei der lateralen Diversifikation hat das neue Produkt keinen Bezug zum alten und es wird ein völlig neuer Markt erschlossen. Denn sollte der Markt für Weißwürste nicht mehr wachsen, kommt eine solche laterale Diversifikation in Frage.

Ansoff-Matrix Vorteile und Nachteile

So, damit hätten wir jetzt alle vier möglichen Strategien abgehakt. Aber welche Vorteile hat nun die Anwendung der Ansoff-Matrix? Ein großer Pluspunkt ist die übersichtliche Darstellung der vier möglichen Strategien in der Matrix. So können die verschiedenen Optionen zur Erweiterung der Leistungen eines Unternehmens einfach eingeordnet werden. Deshalb ist die Produkt-Markt-Matrix nach Ansoff ein vielseitig einsetzbares Tool in der Unternehmensberatung, um Handlungsempfehlungen zu entwickeln und eine Ausdehnung auf dem Markt zu planen.

Aber überall wo es Vorteile gibt, gibt es natürlich auch Nachteile: Da die Ansoff-Matrix nur zwei Dimensionen hat, kann man in der Realität nicht allgemeingültig Wachstumsstrategien daraus ermitteln. Weiterhin werden bei der Entwicklung der Strategien die Marktteilnehmer nicht ausreichend berücksichtigt. Wenn du also die Ansoff-Matrix anwendest, solltest du kritisch an die Sache herangehen und keine allgemeingültigen Schlüsse ziehen.

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