Makroökonomie

AS AD Modell: Geld- und Fiskalpolitik

Inhaltsübersicht

Dieser Artikel untersucht die Auswirkungen von Geld- und Fiskalpolitik im AS AD Modell und erklärt die Verschiebungen, welche sich durch die Änderungen bestimmter Parameter ergeben.

Du hast immer noch nicht verstanden, was es mit der Geld- und Fiskalpolitik auf sich hat, und expansiv und restriktiv sind für dich nur Fremdwörter? Dann bist sehr dir unser Video an und lernen alles über die Auswirkungen im AS AD Modell!

Das Zusammenführen der AS Kurve und der AD Kurve in einem Modell

Nachdem du im letzten Video gelernt hast, wie sich das AS AD Modell aus unseren Betrachtungen zu den verschiedenen Märkten ergibt, wollen wir jetzt einige Effekte analysieren, die unser Gleichgewicht beeinflussen können. In den gängigsten Lehrbüchern wird unterschieden in Einflüsse auf die AD Kurve und solche auf die AS Kurve.

Fiskalpolitik
Das ASAD Modell

Nun wollen wir uns beispielhaft mit den politischen Rahmenbedingungen beschäftigen und wie sich diese auf die Nachfragekurve AD auswirken. Der Angebotsseite AS wenden wir uns dann im nächsten Beitrag zu.

Die Geldpolitik des Staates

Der erste Fall, den wir betrachten wollen, ist die Geldpolitik. Du erinnerst dich, dass wir im Video zur Herleitung der AD Kurve bereits von einer restriktiven Geldpolitik ausgegangen sind. Jetzt betrachten wir das Gegenteil einer Ausweitung der umlaufenden Geldmenge: Eine expansive Politik; Die Variable M wird demnach größer. Suchen wir diese doch einmal in den Gleichungen der beiden Kurven.

Die AS Kurve ergab sich zu:

P=(1+\mu) P^e F(1-\frac{Y}{L},z)

Und die AD Kurve zu:

Y=Y(\frac{M}{P},G,T)

Das M findet sich nur in der AD-Kurve. Doch welche Folgen hat die Ausweitung der Geldmenge nun auf den Verlauf der Kurve? Betrachten wir dafür direkt unser Koordinatensystem. Hier befindet sich das Gleichgewicht im Punkt A, die Produktion ist gleich Yn, das Preisniveau gleich P. Du erinnerst dich, dass die Produktion positiv von der realen Geldmenge M/P abhängt. Durch die Erhöhung der nominalen Geldmenge steigt also die reale Geldmenge und damit auch die Produktion. Die AD Kurve verschiebt sich als Resultat nach rechts. Wir können diese als AD‘ einzeichnen:

ASAD-Modell
AS AD Modell: Expansive Geldpolitik

In der kurzen Frist wären wir an dieser Stelle schon fertig, denn hier kann die Produktion von ihrem natürlichen Niveau abweichen. Doch wie sieht das bei der mittleren Frist aus? Wir erinnern uns dafür an das Video zum AS AD Modell und wenden die exakt gleichen Prozesse der Preiserwartung und Lohnsetzung an.

P^e\uparrow\ \rightarrow W\uparrow

W\uparrow\ \rightarrow P\uparrow

P\uparrow\ \rightarrow Y\downarrow

Die Angebotskurve bewegt sich damit nach und nach entlang der AD Kurve nach oben, bis schließlich das natürliche Produktionsniveau erreicht wird. Wir befinden uns hier im Punkt A‘‘. Hier muss die reale Geldmenge per Definition wieder genau so groß sein, wie im Ausgangspunkt A. Um das Verhältnis wiederherzustellen, muss der Anstieg des Preisniveaus also genau der Erhöhung der nominalen Geldmenge entsprechen. Das war doch gar nicht so kompliziert, oder?

Die restriktive Fiskalpolitik

Kommen wir jetzt zur restriktiven Fiskalpolitik. Hier fährt der Staat einen Sparkurs und senkt seine Ausgaben G auf G‘. Die Produktion hängt bekanntermaßen ebenfalls positiv von den Staatsausgaben ab, wir können also von einer Verschiebung der AD Kurve nach links ausgehen. Die Produktion verschiebt sich natürlich auch nach links und sinkt damit auf den Wert Y‘, das Preisniveau analog auf P‘. Das kurzfristige Gleichgewicht befindet sich damit im Punkt A‘.

Jetzt überlegen wir wieder, wie sich diese Betrachtung über die Zeit verändert. Grundsätzlich gehen wir erneut von der bekannten Annahme aus, dass sich die AS Kurve so weit verschiebt, bis das natürliche Produktionsniveau eingestellt ist. Im Gegensatz zur expansiven Geldpolitik befindet sich das neue Produktionsniveau Y Strich hier unterhalb des gewünschten Wertes. Die AS Kurve wandert dieses Mal nach unten entlang der AD Kurve, bis der gewünschte Punkt erreicht ist. Wir bezeichnen diesen als A‘‘.

Staatsausgaben, ASAD-Modell
AS AD Modell: Restriktive Fiskalpolitik

Du kannst mit der gleichen Methodik natürlich auch andere Parameter wie den Zinssatz i betrachten. Dafür schaust du einfach, wie sich die Veränderung auf das IS LM Modell auswirkt, sprich welche Verschiebungen hier resultieren. Für G‘ kleiner G beispielsweise verschiebt sich die IS Kurve nach unten, da auch hier ein positiver Zusammenhang besteht. Damit ergibt sich ein neuer Schnittpunkt und der Zinssatz i sinkt entsprechend. Die Verschiebung der LM Kurve kannst du dann auch über die Veränderung der jeweiligen Parameter erklären, und schon sind wir am Punkt A‘‘mit dem Zins i‘‘  angelangt.

Die Auswirkungen von Veränderung verschiedener Parameter auf das Gleichgewicht

Grundsätzlich ist es wichtig für dich zu verstehen, wie das Gleichgewicht auf Änderungen verschiedener Parameter reagiert. Du gehst immer nach dem gleichen Schema vor: Zuerst suchst du die Variable in den Formeln. Dann überlegst du dir, wie sich eine Veränderung auf die entsprechende Kurve auswirkt. Damit hast du das neue Gleichgewicht in der kurzen Frist bestimmt. Danach folgt noch die Anpassung durch die AS Kurve über die Zusammenhänge der Preiserwartung und der Lohnsetzung und schon hast du dein neues Gleichgewicht in der mittleren Frist ermittelt!

So, jetzt kannst du dein Fremdwörterbuch getrost beiseite legen und dich dem nächsten Beitrag zur Angebotsseite mit Angebotsschocks widmen. Bis gleich!

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