Mikroökonomie

Marktformen

Marktformen (engl. market forms) beschreiben die Struktur von Angebot und Nachfrage. Nach dem Marktformenschema ergeben sich 9 verschiedene Marktformen. Die drei wichtigsten Marktformen sind Monopol, Oligopol und Polypol.

Nee, das ist dir jetzt wirklich zu viel Text? Kein Problem! Wir erklären dir in unserem Video schnell und einfach alles was du über die verschiedenen Marktformen wissen musst.

Inhaltsübersicht

Marktformen Übersicht 

Die Preisbildung von Produkten wird neben den Kosten auch durch den Markt bzw. durch den Wettbewerb bestimmt. Nach der Anzahl der Anbieter werden drei verschiedene Marktformen definiert:

Wenn du genauer wissen willst, was diese Marktformne behandeln schau dir die einzelnen Artikel an. Falls du den Unterschied zwischen den einzelnen besser verstehen willst bist du hier genau richtig.

  • Von einem Monopol spricht man, wenn der gesamte Markt für ein ökonomisches Gut nur von einem einzigen Anbieter, von dem Monopolist bedient wird. Dieser kann dann den Monopolpreis für das Gut bestimmen.
  • Beherrschen dagegen einige wenige Marktteilnehmer auf Angebots- oder Nachfragerseite den Markt handelt es sich um ein Oligopol. Unterschieden wird hier noch einmal in Angebotsoligopol und Nachfrageoligopol.
  • Die dritte der typischen Marktformen ist das Polypol. Hier stehen viele Anbieter auf der einen Seite vielen Nachfragern auf der anderen Marktseite gegenüber.

Marktformenschema 

Nach dem Marktformenschema von Heinrich von Stackelberg werden die Marktformen durch die Anzahl von Anbieter und Nachfrager eingeteilt. So können ein, wenige oder viele Anbieter einem, wenigen oder vielen Nachfragern gegenüberstehen. Es ergeben sich also in dem Schema in Summe neun verschiedene Marktformen:

Marktformenschema Übersicht Bilaterales Monopol Beschränktes Monopol Beschränktes Monopson Bilaterales Oligopson Monopson Oligopson
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Marktformenschema Übersicht

Monopol Oligopol Polypol 

In einem Monopol herrscht kein Wettbewerb, da der Monopolist als alleiniger Anbieter eines Gutes oder einer Dienstleistung auftritt. Im Polypol dagegen herrscht aufgrund der hohen Anzahl an Anbietern und Nachfragern ein sehr starker Wettbewerb. Dazwischen steht das Oligopol: Der Wettbewerb fällt hier schwächer aus als beim Polypol und der Staat kontrolliert in Form des Bundeskartellamts beim Zusammenschluss von Unternehmen, ob durch diesen Firmenzusammenschluss ein Monopol entstehen kann.

Oligopol Monopol Polypol Preisbildung

Im Polypol entsteht der Preis durch Angebot und Nachfrage. Die einzelnen Marktteilnehmer, Anbieter ebenso wie Nachfrager haben keine erhöhten Machtpositionen und daher auch nicht die Möglichkeit den Preis zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Ein bisschen anders sieht es im Oligopol aus: Bei einer Preisänderung muss der Oligopolist auch die Reaktionen seiner Konkurrenz berücksichtigen. Meist ziehen diese bei Preisänderungen direkt nach. Illegale Preisabsprachen, wie sie etwa regelmäßig den Tankstellen vorgeworfen werden, sind gesetzlich verboten.

Oligopol Marktformen Oligopol Monopol Polypol Preisbildung
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Oligopol

Im Monopol wird der Preis nicht über Angebot und Nachfrage reguliert. Der Monopolist in seiner Machtposition kann den Preis alleinig bestimmen. So kommt es auch zu tendenziell eher hohen Preisen im Monopol. Einzig die Kaufbereitschaft der Kunden muss der Monopolist berücksichtigen. Bei sehr hohen Preisen sinkt die Nachfrage drastisch ab und der Anbieter kann weniger Produkte verkaufen.

Polypol Oligopol Monopol Zusammenfassung

Polypol:

  • viele Anbieter, viele Nachfrager
  • starker Wettbewerb
  • keine erhöhte Machtposition für einzelne Marktteilnehmer
  •  Angebot und Nachfrage regeln den Preis

Oligopol:

  • wenige Anbieter bzw. wenige Nachfrager
  • Reaktion der Konkurrenz muss bei Preisänderungen beachtet werden
  • Gefahr illegaler Preisabsprachen (Kartellbildung)
  • Zusammenschluss von Firmen wird stark kontrolliert

Monopol:

  • ein Anbieter bzw. ein Nachfrager
  • kein Wettbewerb
  • Monopolist beherrscht den Markt und bestimmt den Preis

Marktformen Beispiele

Grob unterteilt ergeben sich also die Marktformen Monopol, Oligopol und Polypol. Sie definieren sich wie bereits betrachtet über die Anzahl an Anbietern und Nachfragern. Detaillierter betrachtet ergeben sich jedoch gemäß des Marktformenschemas insgesamt neun Marktformen.

Zweiseitiges Monopol / Bilaterales Monopol:

  • Genau einem Anbieter steht ein Nachfrager gegenüber.
    • Beispiel: Ein Hersteller (Anbieter) von Fahrrad-Zubehör spezialisiert sich auf ein Ersatzteil, das nur von einem Fahrrad-Hersteller (Nachfrager) nachgefragt wird.

Beschränktes Monopson / Beschränktes Nachfragemonopol:

  • Wenigen Anbietern stehen wenige Nachfrager gegenüber.
    • Beispiel: Es gibt wenige Hersteller (Anbieter) für Polizeiautos und nur den Staat als Nachfrager.

Monopson / Nachfragemonopol:

  • Vielen Anbietern steht ein Nachfrager gegenüber. Ein Nachfragemonopol oder Monopson geht oft vom Staat aus. So fragt beispielsweise nur der Staat Rüstungsgüter, Autobahnen oder ähnliches nach.
    • Beispiel: Der Staat (Nachfrager) schreibt den Bau eines Kindergartens öffentlich aus. Es bewerben sich viele Bauunternehmen (Anbieter).

Beschränktes Monopol / Beschränktes Angebotsmonopol:

  • Einem Anbieter stehen wenige Nachfrager gegenüber.
    • Beispiel: Ein patentiertes medizinisches Spezialgerät wird von einem Unternehmen (Anbieter) verkauft und von wenigen Kliniken gekauft (Nachfrager).

Bilaterales Oligopol / Zweiseitiges Oligopol:

  • Wenigen Anbietern stehen wenige Nachfrager gegenüber.
    • Beispiel: Wenige Anbieter von großen Kreuzfahrtschiffen treffen auf wenige Reedereien (Nachfrager), die die Schiffe abnehmen.

Oligopson / Nachfrageoligopol:

  • Viele Anbieter stehen wenigen Nachfragern gegenüber.
    • Beispiel: Viele Landwirte (Anbieter) produzieren Getreide und verkaufen dieses an wenige Mühlen (Nachfrager), die das Getreide weiterverarbeiten.

Monopol / Angebotsmonopol:

  •  Ein Anbieter steht vielen Nachfragern gegenüber.
    • Beispiel: Bis 2007 hatte die Deutsche Post eine Exklusivlizenz auf den Transport von Briefen. Es handelte sich um das sogenannte Briefmonopol.

Oligopol / Angebotsoligopol:

  • Wenigen Anbietern stehen viele Nachfrager gegenüber.
    • Beispiel: Wenige Unternehmen produzieren Kraftfahrzeuge für viele Automobilbesitzer (Nachfrager). Die Deutsche Bahn und ihre Konkurrenten sind wenige Anbieter, die viele Passagiere (Nachfrager) transportieren.

(Bilaterales) Polypol:

  • Viele Anbieter stehen vielen Nachfragern gegenüber.
    • Beispiel: Auf dem Wohnungsmarkt bieten viele Vermieter (Anbieter) potenziellen Mietern (Nachfrager) ihre Wohnung an. Viele Supermarktketten (Anbieter) bieten Konsumenten (Nachfragern) ihre Ware zum Verkauf an.

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