Wofür steht die Abkürzung KVP und was steckt dahinter? Alles über die Definition und Bedeutung vom KVP und wieso jedes Qualitätsmanagement den Begriff kennen sollte, erfährst du hier im Beitrag%und im Video.

KVP einfach erklärt

KVP steht für „Kontinuierlicher Verbesserungsprozess“. Mit dieser Methode soll die Qualität von Produkten, Prozessen oder Abläufen in Unternehmen immer weiter verbessert werden.

Damit die Methode in einem Unternehmen genutzt werden kann, muss die Unternehmensführung diese zuerst wollen und einfordern. Auch alle Mitarbeiter müssen bei der Umsetzung des KVP mitwirken. Sie arbeiten selbstständig in Teams und entwickeln ihren eigenen Verantwortungsbereich sowie ihr Umfeld immer weiter. Selbst kleine Verbesserungen sind dabei schon ein wichtiger Fortschritt.

Wichtig zu wissen: Der KVP hat kein Ende. Er beginnt wie ein Kreislauf immer wieder von vorne. Er folgt dabei dem Grundprinzip PlanDoCheckAct(PDCA).%<img class="cboxPhoto" src="https://www.sycat.com/files/oneo/sycat/content/Wissen/PDCA-Zyklus.jpg" width="1449" height="623" />@Animation könnt ihr dieses Bild erstellen? Beschriftung: Der PDCA Zyklus ist die Grundlage des KVP. Gerne plan rot schreiben, do blau, check grün und act orange. Alttext: kontinuierlicher verbesserungsprozess, kaizen kontinuierlicher verbesserungsprozess, kvp definition, kvp kaizen, kvp prozess, kvp bedeutung, kontinuierliche verbesserungsprozesse, was ist kvp, kontinuierliche verbesserung, was bedeutet kvp, kontinuierlicher verbesserungsprozess definition, kvp methoden, kvp maßnahmen, kvp qualitätsmanagement, pdca, pdca zyklus Link: https://www.sycat.com/wissen/der-kontinuierliche-verbesserungsprozess.html

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Der PDCA Zyklus ist die Grundlage des KVP

Klasse, jetzt kennst du die Definition des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses!

Woher kommt der KVP? — KVP und die Philosophie Kaizen

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess KVP entstand in Japan in der Automobilbranche. Vor allem in der dort genutzten Serienfertigung kommt es darauf an, dass alles schnell, effektiv und ohne Fehler hergestellt wird. Um als Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich zu sein, ist zudem eine hohe Kundenzufriedenheit wichtig. Die Kunden sind wiederum zufrieden, wenn die Produkte und Dienstleistungen eine hohe Qualität haben. Also müssen diese immer weiter verbessert werden. Die Frage lautet somit: Wie können wir den Arbeitsprozess so weiterentwickeln, dass die Arbeit effektiver und gleichzeitig auch noch die Qualität verbessert wird?

In den 1950er Jahren stellte sich Toyota genau diese Frage. Der Betrieb entwickelte daraufhin die Lebens- und Arbeitsphilosophie Kaizen  — wörtlich für einen „Wandel zum Besseren“. Mit Kaizen plante Toyota also, die betrieblichen Abläufe kontinuierlich zu verbessern.

Die neue Philosophie legte ihren Fokus auf die immer fortlaufende Verbesserung gewohnter Abläufe in kleinen Schritten, anstatt große Gesamtveränderungen anzustreben.

Damit diese neue Qualitätsverbesserung funktionierte, mussten alle Mitarbeiter des Unternehmens einbezogen werden. Diese Miteinbeziehung aller war für die damalige Zeit komplett neu. Die Mitarbeiter bekamen plötzlich eine große Bedeutung, weil sie die Arbeitsschritte am besten kannten und somit auch die besten Verbesserungsvorschläge entwickeln konnten. So wurden sie ein wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg.

Durch die neue Kaizen-Philosophie gelang Toyota eine erhebliche Verbesserung der Qualitätsstandards und Produktionsraten. Das ging so weit, dass ihre Autos international konkurrenzfähig und sehr begehrt wurden.

Unterschied KVP und Kaizen

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) spielt eine entscheidende Rolle in westlichen Unternehmen. Er ist aus der japanischen Managementphilosophie Kaizen entstanden. Der KVP ist dabei die Umsetzung von Kaizen. Ziel ist es, die Qualität von Produkten, Services und Prozessen fortlaufend zu verbessern.

Ab den 1980er Jahren versuchten deswegen auch europäische und amerikanische Firmen der Automobilindustrie, den kontinuierlichen Verbesserungsprozess nachzumachen.

Der KVP Prozess wird bis heute vor allem in der Automobilindustrie genutzt. Aber auch andere Arbeitsfelder, wie Dienstleister oder Verwaltungen, setzen den KVP ein. 

Super! Aber neben der Definition des KVP musst du natürlich auch wissen, wie du dieses Prinzip konkret umsetzen kannst. Schau dir dafür die KVP Methoden und Maßnahmen genauer an.%wegen KWs

Voraussetzungen und Ziele des KVP

Damit der kontinuierliche Verbesserungsprozess Erfolg hat, muss er zur Unternehmenskultur gehören. Das heißt, die Unternehmensführung muss den KVP benutzen wollen und die Rahmenbedingungen zur Umsetzung des KVP schaffen:

  • Bereitstellung von Arbeitszeit
  • Möglichkeiten zur Weiterbildung
  • Durchführung in Arbeitsabläufen und Prozessen
  • Umsetzung der entwickelten Ideen

Sind diese Rahmenbedingungen gegeben, kann der KVP im Unternehmen eingesetzt werden. Mitarbeiter bilden Arbeitsgruppen (KVP Teams), die sich freiwillig in regelmäßigen Abständen treffen und sich über mögliche Verbesserungen unterhalten. Diese Gruppen nennst du auch Qualitätszirkel.

Mit dem KVP Prozess werden nun Schwachstellen im Unternehmen in kleinen Schritten konsequent verbessert. Im Fokus des KVP steht dabei nicht ein besonders hoher Gewinn, sondern die Kundenzufriedenheit. Alles, was in den Arbeitsschritten nicht wichtig für die Zufriedenheit der Kunden ist, zählt als Verschwendung und kann weggelassen werden. Aber auch die Effizienz der Arbeit und die Mitarbeiterzufriedenheit sollen durch den KVP verbessert werden.

KVP Maßnahmen und Methoden — PDCA Zyklus

Die Verbesserungen basieren auf dem sogenannten „PDCA Zyklus“. Das ist ein Kreislauf, der aus vier Schritten besteht. Dabei geht es um das Beobachten von Prozessen, das Analysieren von Schwächen und die Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen. Die Abkürzung PDCA steht für Plan, Do, Check, Act:

  • Plan (Planen)
    • Verbesserungsmöglichkeiten erkennen
    • den Ist-Zustand analysieren und mit dem Soll-Zustand vergleichen
    • ein Verbesserungskonzept entwickeln
  • Do (Umsetzen)
    • die beschlossenen Maßnahmen umsetzen
  • Check (Überprüfen)
    • Ergebnisse überprüfen und bewerten
  • Act (Handeln)
    • vorgenommene Verbesserungen ständig überprüfen und kontrollieren
    • wenn das Ziel erfüllt ist: Verbesserung als Standard einführen
    • wenn das Ziel nicht erfüllt ist: neu planen

KVP in der Praxis: Audits

In der Praxis halten die KVP-Teams von Unternehmen jährliche Audits. Bei einem Audit werden die Arbeitsprozesse systematisch überprüft und bewertet. Es wird geschaut, ob alle geplanten Standards und Anforderungen auch tatsächlich erfüllt werden. Dabei stellen sich die Teams folgende Fragen:

  1. Was soll verbessert werden?
    – Ein Prozess, Bereich oder ein Ablauf?
  2. Wie ist es jetzt und wie soll es sein?
    – Ermitteln von Kennzahlen, Vergleich von Ist- und Soll-Zustand
  3. Woher kommt der Unterschied zwischen Ist- und Soll- Zustand?
    – Welche Probleme sorgen für die Differenz?
  4. Welche Folgen haben die Probleme?
    – Folgen wie Kosten, Zeitverlust, Ineffizienz, usw.
  5. Was verursacht die Probleme?
    – Ursachen finden
  6. Welche Lösungsvorschläge gibt es?
    – KVP-Team macht Vorschläge, brainstormt und berät sich
  7. Welche der Lösungsideen ist die beste?
    – Alle Vorschläge werden bewertet und gemeinsam der beste gefunden
  8. Welche Maßnahmen werden für die Lösung benötigt?
    – Wie hoch ist der Aufwand? Wie hoch ist der Nutzen? Lohnt sich das?
  9. Ergebnisse den Entscheidern vorstellen
    – z.B. den Führungskräften oder dem Qualitätsmanagement
  10. Konkrete Maßnahmen beschließen
    – Wer macht was, wann, mit wem? Was kostet die Maßnahme (Geld, Zeit)?
  11. Maßnahmen umsetzen
  12. Erfolg der Maßnahmen überprüfen

Diese 12 Schritte findest du auch im PDCA-Zyklus wieder. Die Schritte 1 bis 10 zählst du zur Phase Plan, Schritt 11 zur Phase Do und Schritt 12 zur Phase Check. Weil es bei der Phase Act darum geht, die vorgenommenen Verbesserungen immer wieder zu überprüfen, entspricht sie im nächsten Durchgang dem Schritt 1. 

KVP und PDCA Zyklus als Qualitätsstandard

Der KVP gilt sogar als Qualitätsstandard. Das heißt, er ist in einer DIN Norm festgelegt. Die kontinuierliche Verbesserung gilt dabei laut der DIN EN ISO 9000 als einer der „sieben Grundsätze des Qualitätsmanagements“. Die DIN EN ISO 9001:2015 ist in ihrem Grundaufbau sogar an den PDCA-Zyklus angelehnt.

Möchte ein Unternehmen eine Zertifizierung nach EN ISO 9001 erhalten, so muss es unter anderem die Maßnahmen, Anwendung und Überwachung der kontinuierlichen Verbesserung erklären und dokumentieren.

Wie kann ein Unternehmen KVP fördern? — Innovationsfördernde Anreize

Damit ein Unternehmen die Qualität seiner Produkte und Dienstleistungen verbessern kann, benötigt es leistungsbereite und leistungsfähige Mitarbeiter. Möchten Unternehmensführer ihre Mitarbeiter zu höheren Leistungen motivieren, lohnt es sich, Anreize für die Entwicklung von Vorschlägen und Ideen zu schaffen. Die Wirkung der Anreize hängt dabei natürlich stark von den Bedürfnissen und den Aufgaben der Mitarbeiter ab. Anreize könnten zum Beispiel ein Bonus oder öffentliches Lob sein.

Art des Anreizes Beispiel
Anreize aus dem Arbeitsinhalt
  • dem Mitarbeiter herausfordernde Tätigkeiten zuweisen
  • Gelegenheit geben, eigene Ideen beizutragen und umzusetzen
  • Aufstiegsmöglichkeiten
  • Ansehen im Unternehmen
Anreize aus der Arbeitsumgebung
  • gute Zusammenarbeit mit Kollegen
  • erfolgreiche Kooperation mit Vorgesetzten
  • Anerkennung durch den Vorgesetzten
  • Weiterentwicklung durch Austausch mit Experten
  • Sicherheit des Arbeitsplatzes
Materielle Anreize
  • höherer Lohn
  • leistungsabhängiger Anteil im Gehalt
  • extra Prämien für innovationsbezogene Leistungen
  • Möglichkeiten, sich am Unternehmenserfolg zu beteiligen

Was kann ein Mitarbeiter zum KVP beitragen?

Im KVP Prozess ist die Kreativität der Mitarbeiter sehr wichtig. Für kontinuierliche Verbesserungsprozesse werden dabei unterschiedliche Arten von kreativen Mitarbeitern benötigt:

  • Geniale Kreative
    Diesen Mitarbeitertyp kannst du mit Entdeckern, Erfindern, Künstlern oder Forschern vergleichen. Sie sind schon ohne Förderung außerordentlich kreativ. Ihr Anteil an den gesamten Mitarbeitern ist aber sehr gering. Wird genialen Kreativen ein großer Entfaltungsfreiraum gegeben, können von ihnen viele Ideen und Vorschläge erwartet werden.
  • Professionelle Kreative
    Professionelle Kreative sind vor allem in der Weiterentwicklung und Verbesserung von Produkten oder Verfahren richtig aufgehoben. Sie kümmern sich gerne um die Umsetzung bereits vorhandener Ideen. Diesen Mitarbeitertyp findest du häufig unter Ingenieuren, Layoutern, Designern oder Grafikern. Um professionelle Kreative zu fördern, bieten sich Weiterbildungen für die Anwendung von Kreativitätsmethoden an.
  • Anonyme Kreative
    Anonyme Kreative sind Mitarbeiter aus allen Bereichen. Sie sind nicht in einem spezifischen kreativen Umfeld tätig und haben deswegen viel ungenutztes Kreativitätspotenzial. Deshalb ist es die Aufgabe des Unternehmens, dieses Potenzial zu aktivieren und zu fördern. Dafür müssen ein betriebliches Umfeld und eine Verbesserungskultur geschaffen werden, in der Kreativität als lobenswerte Fähigkeit betont und Fehler als menschlich anerkannt werden.

Kaizen

Klasse! Jetzt weißt du, was KVP bedeutet und kennst seine Definition. Du hast auch gelernt, dass Kaizen und KVP eng zusammenhängen. Wenn du mehr über das Prinzip Kaizen erfahren möchtest, dann schau doch in unserem Video dazu vorbei! %Thumbnailverweis

Kaizen

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