Wie viele Stunden sind Teilzeit?

Wie viele Stunden sind eigentlich Teilzeit? Hier und im Video erfährst du, welche Teilzeitmodelle es gibt und was das für dich bedeutet.

Inhaltsübersicht

Wie viele Stunden sind Teilzeit?

Teilzeitarbeit bedeutet, dass du weniger Stunden arbeitest als jemand in einer vergleichbaren Vollzeitstelle. Wenn also in deinem Betrieb eine Vollzeitstelle üblicherweise 40 Stunden pro Woche umfasst, giltst du bereits als teilzeitbeschäftigt, sobald deine Wochenarbeitszeit darunterliegt — also ab 39 Stunden oder weniger.

Demnach meint Teilzeit nicht automatisch „halbtags“. Typische Teilzeitmodelle liegen für gewöhnlich zwischen 15 und 30 Stunden pro Woche.

Gut zu wissen: Auch die sogenannte „vollzeitnahe Teilzeit“ mit 35 Stunden gehört zu den typischen Teilzeitmodellen.

Was ist Teilzeit?

Laut § 2 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) ist jede Stelle eine Teilzeitstelle, bei der die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit unter der eines vergleichbaren Vollzeitjobs liegt.

  • Die genaue Stundenzahl ist nicht gesetzlich festgelegt.
  • Entscheidend ist der Vergleich mit einer üblichen Vollzeitstelle im selben Betrieb und mit vergleichbarer Tätigkeit.
  • Auch Minijobs (bis 603 Euro monatlich) zählen automatisch als Teilzeit.

Vorteile und Nachteile der Teilzeitarbeit: Eignet sich Teilzeit für dich?

Viele entscheiden sich für Teilzeit, um Beruf und andere Lebensbereiche besser zu vereinen — sei es für ein berufsbegleitendes Studium, eigene Projekte oder zur Entlastung im Alltag. Häufig spielen auch familiäre Gründe eine Rolle, etwa die Betreuung von Kindern oder die Pflege von kranken Angehörigen. Verschiedene Teilzeitmodelle, wie beispielsweise die Elternteilzeit, bieten hier gezielte Unterstützung.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Mit weniger Stunden sinkt dein Gehalt, das musst du finanziell einplanen. Auch der Rentenanspruch fällt bei Teilzeit oft geringer aus. Und je nach Unternehmen kann es sein, dass du bei Teilzeit weniger in Projekte eingebunden wirst oder der Anschluss im Team schwieriger wird.

Ob sich Teilzeit für dich eignet ist also eine individuelle Frage, die von verschiedenen Aspekten abhängt. Hier siehst du alle Vor- und Nachteile auf einem Blick:

Vorteile Nachteile
Mehr Zeit für Studium, Weiterbildung, eigene Projekte oder Freizeit Geringeres Einkommen
Bessere Work-Life-Balance und mentale Entlastung  Reduzierte Rentenansprüche
Flexible Gestaltung des Arbeitsalltags Weniger Kontakt zu dem Team
Einstieg in neue berufliche Wege ohne vollständige Auszeit Höherer organisatorischer Aufwand, wenn du Job und Studium kombinierst

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Weniger Einbindung in Projekte oder Aufstiegsmöglichkeiten
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Rechtliche Ansprüche und Voraussetzungen

Teilzeitarbeit ist nicht nur eine freiwillige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber. Unter bestimmten Bedingungen hast du einen gesetzlichen Anspruch, deine Arbeitszeit zu reduzieren. Wichtig ist dabei, dass klare Regeln gelten — sowohl für deinen Antrag als auch für mögliche Ablehnungen durch den Arbeitgeber.

Laut § 8 TzBfG kannst du deine Arbeitszeit verringern, wenn:

  • du seit mindestens 6 Monaten im Unternehmen beschäftigt bist,
  • dein Arbeitgeber mehr als 15 Mitarbeitende hat,
  • du die Teilzeit mindestens 3 Monate vorher schriftlich beantragst — mit Startdatum und gewünschter Stundenzahl.

Der Arbeitgeber darf den Antrag nur ablehnen, wenn dringende betriebliche Gründe dagegen sprechen — zum Beispiel, wenn der Betriebsablauf erheblich gestört würde. In solchen Fällen muss die Ablehnung spätestens einen Monat vor Beginn schriftlich bei dir eingehen. Bleibt sie aus, gilt der Antrag automatisch als genehmigt.

Wichtig: Zwischen zwei Anträgen auf Teilzeit müssen mindestens zwei Jahre liegen.

Auch wenn du später wieder aufstocken möchtest, hast du gute Karten: Bei der Besetzung neuer Vollzeitstellen müssen Teilzeitkräfte laut Gesetz bevorzugt berücksichtigt werden. Und jede neue Stellenausschreibung muss grundsätzlich auch für Teilzeit möglich sein, wenn sich die Tätigkeit dafür eignet.

Modelle der Teilzeitarbeit

Teilzeitarbeit ist nicht gleich Teilzeitarbeit — es gibt verschiedene Modelle, die dir unterschiedliche Freiheiten bieten. Welche Variante am besten zu dir passt, hängt von deiner Lebenssituation und deinen Zielen ab. Möchtest du deine Stunden nur vorübergehend reduzieren oder suchst du eine dauerhafte Lösung? Brauchst du maximale Flexibilität oder lieber feste Zeiten?

In den nächsten Abschnitten stellen wir dir die wichtigsten Modelle vor:

Tägliche Arbeitszeit reduzieren
Bei diesem Modell arbeitest du an allen Werktagen, aber weniger Stunden pro Tag — zum Beispiel nur vier oder sechs statt acht. Das ist besonders sinnvoll, wenn du deine Routinen beibehalten willst, aber mehr Freiraum brauchst.

Arbeitstage reduzieren
Hier verteilst du deine Stunden auf weniger Tage — zum Beispiel 3 oder 4 statt 5. Ideal für Menschen, die lieber ganze Tage zur Verfügung haben statt täglich früher Feierabend.

Saisonteilzeit
Saisonteilzeit eignet sich für Branchen mit wechselnder Auslastung, etwa im Tourismus oder Einzelhandel. Du arbeitest in der Hochsaison mehr und hast in ruhigeren Monaten frei oder deutlich weniger Stunden. Das Modell erfordert Absprache, bietet aber maximale Flexibilität übers Jahr.

Jobsharing
Beim Jobsharing teilen sich zwei Personen eine Vollzeitstelle. Beide arbeiten in Teilzeit, stimmen sich eng ab und übernehmen gemeinsam die Verantwortung für Aufgaben und Kommunikation. Das Modell bietet viel Freizeit und volle Arbeitsplatzabdeckung für den Betrieb.

2/3 arbeiten, 1/3 frei
Hier arbeitest du zunächst in Vollzeit, bekommst aber nur zwei Drittel deines Gehalts. Nach dieser Phase wirst du für mehrere Monate freigestellt — bei vollem Gehalt. Diese Variante wird oft genutzt, um eine längere Auszeit oder ein Sabbatical möglich zu machen, ohne dass du kündigen oder sparen musst.

Flexible Stundenregelungen
Flexible Stundenregelungen ermöglichen dir, deine Arbeitszeit an deinen Alltag anzupassen — besonders dann, wenn du nicht jede Woche gleich viel arbeiten kannst oder willst. Dabei wird im Arbeitsvertrag meist eine feste Mindestanzahl an Stunden pro Woche vereinbart. Je nach Bedarf kann diese dann flexibel aufgestockt werden — etwa bei Projekten mit mehr Aufwand oder in ruhigeren Phasen reduziert werden.

Altersteilzeit
Altersteilzeit richtet sich an Beschäftigte, die dem Rentenalter näherkommen und ihre Arbeitszeit reduzieren möchten. Dabei wird die Arbeitszeit in der Regel um 50 % reduziert. Rentenansprüche, Krankengeld oder Leistungen der Arbeitslosenversicherung bleiben dabei erhalten.

Tipp: Mit einem Altersteilzeitrechner lässt sich schnell prüfen, wie sich das Modell auf Gehalt und Rente auswirkt.

Neben diesen klassischen Teilzeitmodellen gibt es auch besondere Formen der Teilzeitarbeit, die gesetzlich genauer geregelt sind. Darunter zählen die Brückenarbeitszeit und die Elternteilzeit.

Brückenteilzeit

Mit der Brückenteilzeit kannst du deine Arbeitszeit für eine begrenzte Zeit reduzieren und danach automatisch wieder in Vollzeit zurückkehren. Das Modell eignet sich besonders, wenn du zum Beispiel ein berufsbegleitendes Studium planst oder für ein Projekt vorübergehend mehr Freiraum brauchst.

Auch hier gelten die oben genannten Vorraussetzungen. Zusätzlich müssen noch diese 2 Bedingungen erfüllt sein:

  • Dein Arbeitgeber beschäftigt mehr als 45 Personen
  • Die gewünschte Teilzeit dauert mindestens 1 Jahr und höchstens 5 Jahre

Elternteilzeit

Elternteilzeit ist eine gesetzlich geregelte Form der Teilzeitarbeit für Mütter und Väter. Sie ermöglicht dir, deine Arbeitszeit zu reduzieren und gleichzeitig weiter berufstätig zu bleiben. Den Antrag musst du deinem Arbeitgeber mindestens drei Monate vor Beginn schriftlich stellen und dabei den gewünschten Zeitraum angeben.

Ein gesetzlicher Anspruch besteht bis zum siebten Lebensjahr des Kindes, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Dein Arbeitgeber beschäftigt mehr als 20 Mitarbeitende
  • Dein Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens drei Jahren
  • Du lebst mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt oder hast die Obsorge

Wichtig: Der andere Elternteil darf nicht gleichzeitig für dasselbe Kind Elternteilzeit nehmen. Möglich ist aber eine geteilte Elternteilzeit, bei der Mutter und Vater nacheinander ihre Arbeitszeit reduzieren und sich so die Betreuung aufteilen.

Gehalt bei Teilzeit

In Teilzeit bekommst du grundsätzlich das Gehalt, das deiner Arbeitszeit anteilig entspricht. Arbeitest du zum Beispiel 20 statt 40 Stunden pro Woche, erhältst du in der Regel 50 % des Vollzeitgehalts. Wie hoch dein Lohn ausfällt, hängt vom Beruf, der Branche und deinem Qualifikationsniveau ab.

Um deinen Stundenlohn zu berechnen kannst du einfach dein Bruttomonatsgehalt durch deine monatlichen Arbeitsstunden teilen. Die Formel lautet:

Stundenlohn = Monatsgehalt ÷ (Wochenstunden × 13 ÷ 3)

Macht Teilzeitarbeit glücklicher?

Teilzeitarbeit kann die Lebensqualität steigern, muss es aber nicht automatisch. Ob sie dich glücklicher macht, hängt stark von deiner persönlichen Situation ab. Entscheidend sind nicht nur die Stunden, sondern auch deine finanziellen Bedürfnisse, beruflichen Ziele und Prioritäten im Alltag.

Es gibt kein ideales Stundenausmaß, das für alle passt. Manche gewinnen durch weniger Arbeit mehr Energie und Zufriedenheit, andere empfinden finanzielle Einbußen als belastend. Wichtig ist, dass dein Teilzeitmodell zu deinem Leben passt und nicht umgekehrt.

Steuerliche Auswirkungen

Teilzeitarbeit wird steuerlich ähnlich behandelt wie eine Vollzeitstelle. Je weniger du verdienst, desto niedriger fällt in der Regel auch deine Steuerlast aus. Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Einkommensteuer und Steuerklasse: Wie viel du zahlst, hängt von deiner Steuerklasse und deinem Bruttoeinkommen ab. Bei geringem Einkommen liegst du oft unter dem Grundfreibetrag (2026: 12.348 € jährlich). Dann zahlst du gar keine Einkommensteuer.
  • Sozialabgaben: Du zahlst anteilig Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung — genauso wie Vollzeitkräfte. Die Höhe richtet sich nach deinem Lohn.
  • Mehrere Jobs: Wenn du neben deinem Teilzeitjob noch anderweitig arbeitest, kann das steuerlich relevant sein. Die Einnahmen werden zusammengerechnet, dein Steuersatz kann dadurch steigen. Das nennt sich Progressionsvorbehalt.
  • Freibeträge und Vergünstigungen: Auch in Teilzeit kannst du steuerliche Vorteile nutzen, wie etwa den Arbeitnehmerpauschbetrag, Werbungskosten oder Kinderfreibeträge.

➡️ Beispiel

Verdienst du 1.500 € brutto im Monat (18.000 € jährlich) und liegst damit unter der Grenze, ab der Lohnsteuer anfällt, zahlst du keine Einkommensteuer — wohl aber Sozialabgaben. Kombinierst du den Teilzeitjob mit einem Nebenjob, steigt dein Gesamteinkommen — und möglicherweise auch deine Steuerlast.

Urlaubsanspruch bei Teilzeit

Ob Vollzeit oder Teilzeit — dein gesetzlicher Urlaubsanspruch richtet sich danach, an wie vielen Tagen pro Woche du arbeitest, nicht danach, wie viele Stunden du täglich leistest.

➡️ Beispiel

Arbeitest du an 5 Tagen pro Woche, bekommst du mindestens 20 Urlaubstage — egal, ob du 4 oder 8 Stunden am Tag arbeitest.
Bist du nur an 3 Tagen die Woche im Job, stehen dir mindestens 12 Urlaubstage zu.
Reduzierst du nur deine Stunden, nicht aber die Wochentage (z. B. statt 8 nur 6 Stunden pro Tag), ändert sich dein Urlaubsanspruch nicht

Auch Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld kannst du weiterhin anteilig zur Arbeitszeit bekommen. Teilzeit bedeutet also nicht automatisch weniger freie Tage, sondern nur eine Anpassung an deine neue Verteilung der Arbeitstage.

Honorarbasis

Teilzeitarbeit ist nur eine Möglichkeit, flexibler zu arbeiten. Wie das Modell auf Honorarbasis funktioniert und welche Chancen es dir bietet, zeigen wir dir in unserem Beitrag dazu!

Zum Video: Honorarbasis
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Honorarbasis

Teilzeitarbeit ist nur eine Möglichkeit, flexibler zu arbeiten. Wie das Modell auf Honorarbasis funktioniert und welche Chancen es dir bietet, zeigen wir dir in unserem Beitrag dazu!

Zum Video: Honorarbasis
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