Was es mit der Interferenz auf sich hat und wie sie konstruktiv beziehungsweise destruktiv wirkt, erfährst du hier.
Schau auf jeden Fall noch das Video an. Darin sind alle relevanten Inhalte audiovisuell für dich aufbereitet.
Inhaltsübersicht
Was ist eine Interferenz?
Die Interferenz beschreibt die Überlagerung zweier oder mehrerer Wellen die sich gegenseitig durchdringen. Eine Welle hat eine Amplitude, also eine Auslenkung, mit positivem oder negativem Vorzeichen. Überlagern sich zweier solcher Wellen addieren sich ihre Amplituden vorzeichenrichtig, entsprechend dem Superpositionsprinzip . Das heißt sie verstärken sich, schwächen sich oder heben sich gegenseitig komplett auf. Dieser Effekt tritt bei allen Arten von Wellen auf, also bei elektromagnetischen-, Schall- und Materiewellen.
An Orten, wo sich die Wellen gegenseitig verstärken, herrscht die sogenannte konstruktive Interferenz. An Orten, an welchen sich die Wellen hingegen gegenseitig abschwächen, liegt destruktive Interferenz vor.
Du erkennst die Interferenz an der Veränderung der Amplituden der einzelnen Wellen. Wo die Wellenfelder zuvor eine gleichmäßige Intensität zeigten, erkennst du bei Interferenz abwechselnde Maxima und Minima. Das bezeichnet man als Interferenzmuster. Interferenzmuster dienen als Nachweis der Wellennatur für untersuchte Strahlung.
Welche Eigenschaften hat die Interfenz?
Anhand ihrer Eigenschaften, kannst du die Interferenz klassifizieren, verstehen und für diverse Experimente ausnutzen.
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Kohärenz
Eine wichtige Eigenschaft um Interferenz zu beschreiben, ist die Kohärenz . Um ein stabiles Wellenfeld aus der Interferenz von Wellen zu erzeugen, müssen diese zueinander kohärent sein. Das bedeutet, dass die Wellen zueinander eine zeitlich feste Phasenbeziehung haben. Die Phase ist der Grad um den die Wellen zueinander verschoben sind. Daraus kannst du die Kohärenzzeit ermitteln, welche für ein wichtiges Maß für physikalische Lichtquellen ist.
Polarisation
Eine weitere charakterisierende Eigenschaft ist die Polarisation. Mit Polarisation wird die Richtung der Schwingung einer Welle bezeichnet. Ist diese Richtungsänderung schnell und ungeordnet ist die Welle unpolarisiert. Sind Wellen zueinander senkrecht polarisiert, so interferieren sie auch nicht miteinander.
Was ist konstruktive Interferenz?
Konstruktive Interferenz tritt immer dann auf wenn der Gangunterschied der beiden Wellen einem ganzzahligen Vielfachen der Wellenlänge entspricht. Unter dieser Voraussetzung trifft immer ein Wellenberg auf einen Wellenberg und ein Wellental auf ein Wellental. Bei Amplitudengleichheit führt die konstruktive Interferenz also zu einer doppelt so großen Amplitude.
Mathematisch drückst du das wie folgt aus:
Ein Wellenberg trifft auf einen Wellenberg beim Gangunterschied
. Damit erhältst du die Formel

Wobei
ist. Bei
hast du somit ein Maximum 0. Ordnung und bei
ein Maximum 1. Ordnung.
Was ist destruktive Interferenz?
Die destruktive Interferenz tritt immer bei Vielfachen der halben Wellenlänge auf. Unter dieser Voraussetzung treffen immer Wellental auf Wellenberg und umgekehrt. Dadurch ist die Amplitude der resultierenden Welle kleiner als die der ursprünglichen. Bei Amplitudengleichheit löschen sich die Wellen gegenseitig aus.
Mathematisch drückst du das wie folgt aus:
Ein Wellenberg trifft auf einen Wellenberg beim Gangunterschied
. Damit erhältst du die Formel

Wobei
ist. Bei
hast du ein Minimum 1. Ordnung.
So berechnest du die Interferenz
Zum besseren Verständnis siehst du hier eine Vereinfachung der Berechnung. Dazu nimmst du an, dass zwei Wellen (
und
) ausgesandt werden. Beide haben die gleiche Amplitude, Frequenz und Polarisation. In großer Entfernung ist ein Empfänger
.
Aus der Zeichnung entnimmst du, dass der Gangunterschied
unter anderem durch den Winkel
beeinflusst wird. Trigonometrisch
ermittelst du folgenden Zusammenhang

Für den Winkel
bekommst du so

Für sehr kleine
nimmst du die Kleinwinkelnäherung. Damit gilt, dass
. Setzt du das in deine Formel für den Gangunterschied ein bekommst du

Interferenz am Doppelspalt
Beim Doppelspaltversuch wird kohärentes, monochromatisches Licht an einer Blende mit zwei Spalten gebeugt. Dabei entstehen kohärente Kreiswellen, welche sich an vielen Punkten treffen und interferieren. Hierbei kommt es sowohl zur destruktiven, als auch zur konstruktiven Interferenz. Das erzeugt das charakteristische Interferenzmuster.
Schau dir zum Doppelspaltexperiment auf jeden Fall noch unsere beiden Videos zur Berechnung und Durchführung an. Darin wird genau erklärt wie das Experiment abläuft und welche Erkenntnisse daraus gezogen werden.
Interferenz am Gitter
Die Interferenz am Gitter ist das Modell, welches du benutzt um das Beugungsverhalten elektromagnetischer Strahlung an Kristallen zu beschreiben. Dazu verwendest du die Bragg Gleichung.
Zur Bragg Gleichung haben wir bereits ein Video für dich vorbereitet. Schau es dir an. Damit hast du den Themenbereich der Beugung und Interferenz gut abgedeckt.
Interferenz — häufigste Fragen
(ausklappen)
Interferenz — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was ist Kohärenz in der Physik?Kohärenz in der Physik bedeutet, dass zwei Wellen eine zeitlich feste Phasenbeziehung zueinander haben. Nur dann bleibt ein Interferenzmuster stabil, statt sich ständig zu verschieben oder auszumitteln. Aus der Zeitspanne dieser festen Phasenbeziehung ergibt sich die Kohärenzzeit als Maß für Lichtquellen.
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Was ist der Gangunterschied?Der Gangunterschied ist die Wegdifferenz, die zwei Wellen von ihren Quellen bis zu einem bestimmten Punkt zurücklegen. Durch diesen Wegunterschied kommen die Wellen dort mit unterschiedlicher Phase an und ihre Amplituden addieren sich zu einem Maximum oder Minimum. Beim Doppelspalt ergibt sich der Gangunterschied aus Spaltabstand und Beobachtungswinkel.
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Wozu dienen Interferenzen?Interferenzen dienen in der Physik dazu, Überlagerungseffekte von Wellen sichtbar und messbar zu machen. Aus den entstehenden Maxima und Minima im Interferenzmuster erkennt man, wo sich Wellen verstärken oder abschwächen. Solche Muster werden als Nachweis genutzt, dass sich eine Strahlung wie eine Welle verhält.
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Was ist ein Beispiel für ein Interferenzmuster?Ein typisches Beispiel für ein Interferenzmuster ist das Streifenmuster auf dem Schirm beim Doppelspaltversuch. Man sieht abwechselnd helle und dunkle Linien, weil an manchen Orten konstruktive und an anderen destruktive Überlagerung auftritt. Die hellen Streifen sind Intensitätsmaxima, die dunklen Streifen Intensitätsminima.
Wellenoptik verstehen
Interferenz ist ein zentrales Phänomen der Wellenoptik und prägt viele Beobachtungen mit Licht. Wer sich mit Wellenoptik beschäftigt, betrachtet Beugung, Überlagerung und die Entstehung von hellen und dunklen Streifen auf einem Schirm. So erkennst du, wie Wegunterschiede und Phasenlage festlegen, wo Maxima und Minima entstehen. Im Ingenieurwissenschaftenbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.