Mithilfe des BAföG kannst du dir deine Traumausbildung oder dein Traumstudium finanzieren! In diesem Beitrag  und Video erfährst du, welche Voraussetzungen du für das BAföG erfüllen musst und wie du diese finanzielle Förderung beantragst.

BAföG einfach erklärt

Das Berufsausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, ist eine finanzielle Unterstützung für Schüler, Azubis und Studierende aus einkommensschwachen Familien. Dabei bestimmen das Einkommen der Eltern und das eigene Vermögen die Höhe des Bafög-Anspruchs.

Was ist BAföG?

„BAföG“ ist die Abkürzung für Bundesausbildungsförderungsgesetz und fördert diejenigen Schüler, Azubis und Studenten, die ihre Ausbildung oder ihr Studium nicht mit Hilfe ihrer Eltern finanzieren können.

Wer kann BAföG erhalten?

Bafög können deutsche Schüler, Azubis und Studenten erhalten, deren Eltern nicht die finanziellen Mittel haben, um sie bei ihrer Ausbildung oder ihrem Studium zu unterstützen. Um diese finanzielle Förderung zu erhalten, solltest du…

  • das Ziel haben, einen Abschluss zu machen, 
  • zu Beginn deines Bachelorstudiums nicht älter als 29 Jahre alt sein bzw.
  • zu Beginn deines Masterstudiums nicht älter als 34 Jahre alt sein und
  • nach dem 4. Semester eine Mindestanzahl an Leistungspunkten erbracht haben, die du dem Amt für Ausbildungsförderung (Bafög-Amt) vorlegst.

Beachte: Auch als ausländischer Student kannst du BAföG erhalten, wenn du ein Daueraufenthaltsrecht oder eine Niederlassungserlaubnis vorweisen kannst. 

Welche Voraussetzungen müssen noch erfüllt werden? 

Neben deinem Alter, deiner deutschen Staatsangehörigkeit und deinen Leistungen spielen beim BAföG-Anspruch drei weitere Faktoren eine entscheidende Rolle:

  • Bildungseinrichtung: Um Bafög zu erhalten, solltest du als Schüler eine anerkannte Schule und als Azubi eine Berufsfachschule, Fachschule, Berufsaufbauschule oder ein Berufskolleg besuchen. Als Student musst du an einer Universität, Fachhochschule, Hochschule oder Akademie eingeschrieben sein, um BAföG-Leistungen zu empfangen. 

  • Erstausbildung: Um BAföG zu beantragen, darfst du noch keinen Hochschulabschluss besitzen. Es wird in der Regel nur ein Vollzeitstudium finanziell unterstützt. Wenn du also bereits einen Bachelorabschluss hast, kannst du nicht für einen zweiten Bachelor BAföG empfangen. BAföG erhältst du für ein Zweitstudium nur dann, wenn es direkt auf deinem Erststudium aufbaut.

  • Finanzieller Bedarf: Ob du BAföG bekommst, hängt von deiner finanziellen Lage ab. Da viele Studenten und Schüler Unterhalt von ihren Eltern bekommen, wird das Einkommen deiner Eltern und deines Lebenspartners auf deinen Bafög-Bedarf angerechnet. Auch dein eigenes Einkommen und Vermögen wird bei der Berechnung berücksichtig, da du dieses Geld theoretisch für die Finanzierung deiner Ausbildung einsetzen könntest.   

Wie viel BAföG erhalte ich?

Die Höhe deiner BAföG-Förderung wird vom Studentenwerk individuell berechnet, da hier verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Deine persönliche BAföG-Förderung ist deswegen vom Einkommen deiner Eltern und deinen persönlichen Faktoren abhängig. Außerdem kannst du Zuschläge bekommen. Was das genau bedeutet, erklären wir dir jetzt!

BAföG – Einkommen der Eltern

Deine Eltern sind gesetzlich dazu verpflichtet, dir eine Erstausbildung zu ermöglichen. Das heißt, sie müssen dir während deiner Ausbildung oder deinem Studium Unterhalt zahlen. Aus diesem Grund wird es bei der Berechnung deines BAföG-Anspruchs mit einbezogen, da sie zumindest teilweise für deinen Lebensbedarf aufkommen.

💡 Tipp: Bei der Berechnung deiner BAföG-Leistung werden bestimmte Freibeträge für das Einkommen deiner Eltern berücksichtigt. Das bedeutet, nur wenn das Einkommen deiner Eltern diesen Freibetrag überschreitet, bekommst du Abzüge bei deinen Leistungen.

In der folgenden Tabelle siehst du die Freibeträge auf einen Blick:  

Familienverhältnis  Freibetrag ab August 2021
verheiratete Eltern 2.000 €
alleinerziehender Elternteil 1.330 €
Ehepartner 1.330 €
Stiefelternteil 665 €

BAföG – Persönliche, finanzielle Faktoren

Zur Berechnung deiner BAföG-Förderung sind neben dem Einkommen der Eltern außerdem die folgenden Punkte wichtig:

  • dein eigenes Einkommen: Das Einkommen, das du aus einer Nebenbeschäftigung dazuverdienst, wird ebenfalls angerechnet. Denn dieses kannst du dafür nutzen, um deine Ausbildung oder dein Studium zu finanzieren. Allerdings gibt es eine Einkommensgrenze. Das heißt du kannst bei deinem Nebenjob bis zu 450 € im Monat dazuverdienen, ohne dass es sich auf deine BAföG-Förderung auswirkt. 

  • dein eigenes Vermögen: Auch dein Vermögen wird beim BAföG einberechnet. 8.200 € Vermögen bleiben bei der BAföG-Berechnung unberücksichtigt. Den Rest kannst du dem BAföG-Amt zufolge für die Finanzierung deiner Ausbildung oder deines Studiums einsetzen.

  • deine Krankenversicherung: Wenn du nicht mehr familienversichert sein kannst, weil du älter als 25 Jahre bist, dann kannst du dir einen Zuschuss von bis zu 109 € durch dein BAföG-Amt gewähren lassen.

  • deinen Wohnort: Schüler und Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen bekommen einen größeren Betrag, da sie selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen müssen. 

In der folgenden Tabelle kannst du deinen monatlichen Höchstsatz nachlesen:  

BAföG-Höchstsatz
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BAföG-Höchstsatz
Wohnsituation  Schüler Azubi  Student
Bei Eltern wohnend 356 € bis 563 €* 247 €* 592 €*
Nicht bei Eltern wohnend 585 bis 752 € (je nach Schulart)*  694 €* 861 €*

* Alle Beträge ohne Zuschläge für Kranken- und Pflegeversicherung (insgesamt 109 €, bist du über 30 Jahre alt, ist der Betrag höher)

BAföG – mögliche Zuschläge

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz berücksichtigt Ausnahmen und gewährt in den folgenden Fällen Zuschläge

  • Kinderbetreuungszuschlag: Hast du bereits im Studium eigene Kinder, kannst du einen Kinderbetreuungszuschlag erhalten, den du nicht zurückzahlen musst. Dieser liegt für jedes Kind unter 14 Jahren bei 150 € im Monat, wenn dein Kind bei dir wohnt. 

  • Behinderung/Krankheit: In der Regel endet deine BAföG-Finanzierung mit dem Ende deiner Regelstudienzeit. Benötigst du aufgrund deiner Behinderung oder chronischen Krankheit mehr Zeit, wirst du über die Förderungshöchstdauer mit deinem üblichen BAföG-Betrag weitergefördert

  • Auslands-BAföG: Wenn du Auslands-BAföG beantragst, kommen zum Höchstsatz Zuschläge für Studiengebühren im Ausland (250 € innerhalb der EU und 500 € außerhalb der EU), Fahrkosten (bis zu 4.600 €) und die Auslands-Krankenversicherung hinzu. Für bestimmte Länder außerhalb der EU wird je nach Land ein zusätzlicher monatlicher Auslandszuschlag überwiesen (z.B. Japan 301 €, Norwegen 150 €). Die Studiengebühren müssen nicht zurückgezahlt werden, wobei der Rest wie Inlands-BAföG zur Hälfte zurückgezahlt werden muss. 

Arten von BAföG

Wenn du dich mit deinem Bafög beschäftigst, solltest du dir im Klaren sein, dass es verschiedene Förderungsarten gibt. Je nach Art des BAföGs gibt es verschiedene Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen: 

Schüler-BAföG

Als Schüler hast du Anspruch auf das Schüler-BaföG, wenn du… 

  • bei Schulanfang unter 30 Jahre alt bist,
  • eine eigene Wohnung besitzt
  • und deinen Abschluss an einer förderfähigen Ausbildungsstätte (allgemeinbildende Schule, Berufsfachschule, Fach- oder Fachoberschule) anstrebst.

Studenten-BAföG

Bist du Student, dann ist bei deiner BAföG-Förderung…

  • dein Alter,
  • deine Staatsangehörigkeit,
  • das Einkommen und Vermögen deiner Eltern
  • und deine eigenen Einkünfte aus Nebenjobs sowie dein Vermögen relevant. 

Meister-BAföG

 Meister-BAföG, auch Aufstiegs-Bafög genannt, kannst du beantragen, wenn du…

  • eine Meister-Ausbildung oder eine Ausbildung absolvierst.

Hinweis: Diese Förderungsart hat jedoch ein anderes Gesetz als Schüler und Studenten-BAföG als Grundlage. Klicke hier , wenn du mehr zum Meister-BAföG erfahren willst.

Elterunabhängiges Bafög

Beim elternunabhängigen Bafög wird das Einkommen und das Vermögen deiner Eltern nicht in die Berechnung deiner BAföG-Förderung einbezogen. Um elternunabhängiges Bafög zu erhalten solltest du…

  • zwischen deinem 18. Lebensjahr und deinem Studium gearbeitet haben oder
  • eine mindestens 3-jährige Ausbildung gemacht und im Anschluss mindestens 3 Jahre gearbeitet haben oder
  • dein Bachelorstudium abgeschlossen, anschließend 3 Jahre gearbeitet haben und nun deinen Master beginnen, wobei du unter 35 Jahren alt bist. 

Wie lange erhalte ich BAföG? 

BAföG wird dir gezahlt, solange du dich in der Regelstudienzeit befindest. Im Bachelor beträgt die Regelstudienzeit normalerweise 6 Semester und im Master 4 Semester. Hast du deinen BAföG-Erstantrag gestellt, wird dir dein individueller Bafög-Förderbetrag in einem Bewilligungszeitraum von 12 Monaten gewährt. Um danach weiterhin gefördert zu werden, musst du einen BAföG-Folgeantrag stellen. Wenn sich das Einkommen deiner Eltern oder deine eigenen Einkünfte ändern, musst du das dem zuständigen Amt sofort mitteilen. 

Beachte: Wenn du merkst, dass dein Studium doch nicht deinen Vorstellungen entspricht, dann solltest du vor dem 4. Semester wechseln. Denn dann kannst du weiterhin bis zum Ende deines Studiums BAföG erhalten. Wechselst du zu einem späteren Zeitpunkt, muss ein schwerwiegender Grund für deinen Fachwechsel vorliegen, da du ansonsten nicht weiter gefördert wirst.

Wie beantrage ich BAföG?

Um BAföG erhalten zu können, musst du einen Antrag stellen. Du kannst die Formblätter ausdrucken oder auch online ausfüllen. Die Formulare findest du auf bafög.de.

Im Antrag beantwortest du Fragen zu:

  • deiner aktuellen Lebenssituation,
  • dem Einkommen und Vermögen deiner Eltern sowie
  • zu deinen eigenen Einkünften und deinem Besitz

Hast du den Antrag vervollständigt, schickst du ihn per Post oder online an das Studentenwerk deiner Uni. Wenn du pünktlich zu deinem Studienbeginn finanziell gefördert werden möchtest, solltest du den Antrag spätestens sechs Wochen vor Semesterbeginn einreichen. 

Bewilligt wird dir BAföG zunächst für ein Jahr. Du bekommst also jeden Monat eine bestimmte Summe auf dein Konto überwiesen. Danach musst du einen Folgeantrag stellen.

Durch deinen ersten Antrag besitzt das BAföG-Amt bereits viele Informationen über dich, dennoch musst du die ersten drei Formblätter (Formblatt 1, 2, und 3) ausfüllen. Wenn du die Dokumente vervollständigt hast, schickst du sie erneut per Post oder online an an dein zuständiges BAföG-Amt. Auch beim Folgeantrag musst du mit einer Bearbeitungszeit rechnen. Es ist empfehlenswert, die Dokumente spätestens zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraums abzuschicken, damit deine BAföG-Leistung nicht unterbrochen wird. 

Wie viel BAföG muss ich zurückzahlen?

BAföG ist zur einen Hälfte ein Zuschuss, zur anderen Hälfte ein Darlehen. Das heißt die Hälfte der Förderung musst du dem Staat zurückzahlen.

Hast du dein Studium beendet, musst du dir keine Sorgen machen, dass du den Betrag sofort begleichen musst. Das BAföG-Amt wird sich fünf Jahre nach deinem Studienabschluss bei dir melden und dir verschiedene Möglichkeiten zur Rückzahlung anbieten: Es steht dir frei, ob du die Summe im Ganzen oder in vierteljährlichen Raten von 390 € zurückzuzahlen möchtest. 

Dabei musst du maximal 10.000 € deiner BAföG-Schulden zurückzahlen. Wenn du im Anschluss an deinen Bachelor einen Master angeschlossen hast, bezieht sich dieser Betrag auf deine gesamte Studienzeit. Für die Rückzahlung werden dir 20 Jahre Zeit gewährt.

Wie du siehst ist BAföG eine super Möglichkeit, dir dein Studium zu finanzieren und du hast jede Menge Zeit, den Betrag zu begleichen!

BAföG-Antrag abgelehnt – was nun?  

Wenn das mit dem BAföG nicht geklappt hat, ist das kein Grund, traurig zu werden. Es gibt andere Möglichkeiten, deine Ausbildung oder dein Studium zu finanzieren. Du könntest: 

  • dich bei Institutionen und Stiftungen um ein Stipendium bewerben,
  • einen Studienkredit aufnehmen, 
  • einen Nebenjob annehmen,
  • oder bei deiner zuständigen Wohngeldbehörde Wohngeld beantragen. 

Spartipps fürs Studium 

Als Azubi und Student ist das Geld nicht nur am Ende des Monats oft knapp. Mit unseren Tipps kannst du Geld sparen und am Ende des Monats sogar etwas für die nächste Urlaubsreise zurücklegen. Hier gelangst du zu unserem Beitrag!

Zum Video: Spartipps fürs Studium
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