Nachhilfe geben als Schüler

In diesem Beitrag erfährst du, wie du als Schüler Nachhilfe geben kannst — von den rechtlichen Grundlagen bis zu deinen ersten Schülern.

Inhaltsübersicht

Darfst du als Schüler Nachhilfe geben?

Ja — als Schüler darfst du in Deutschland Nachhilfe geben. Nachhilfe geben ist sogar einer der häufigsten Schülerjobs überhaupt! Du brauchst dafür weder eine Ausbildung noch ein Zertifikat. 

Wichtig ist, dass du nur Fächer anbietest, in denen du dich wirklich sicher fühlst. Für den Einstieg arbeitest du am besten mit jüngeren Schülern. Denn ihr Unterrichtsstoff ist noch ziemlich überschaubar. So kannst du dich erstmal darauf konzentrieren, Dinge verständlich zu erklären.

Neben deinem Fachwissen sind vor allem Geduld, Zuverlässigkeit und eine gute Vorbereitung für die Nachhilfe wichtig.

Ab welchem Alter darfst du Nachhilfe geben?

Ein festes Mindestalter gibt es in Deutschland nicht. Da du laut Gesetz aber erst ab 13 Jahren arbeiten darfst, kannst du auch erst ab 13 mit Nachhilfe starten — vorausgesetzt, deine Eltern sind einverstanden. Die meisten Schüler fangen mit 14 oder 15 Jahren an, weil sie sich dann im Schulalltag schon richtig sicher fühlen.

Was deine Eltern und die Familie absprechen sollten

Wenn du noch minderjährig bist, sollten deine Eltern bei den Absprachen mit im Boot sein. Das gibt allen Beteiligten Sicherheit! Am besten setzen sich deine Eltern kurz mit den Eltern deines Nachhilfekindes zusammen, um die wichtigsten Punkte festzuhalten:

  • Ort: Wo findet die Nachhilfe statt? (z. B. bei der Familie des Nachhilfeschülers oder bei dir zu Hause)
  • Häufigkeit: Wie oft trefft ihr euch pro Woche?
  • Entgelt: Was verlangst du pro Stunde?
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Nach Beantwortung speichern wir deine Antwort, um Studyflix zu verbessern. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

Welche gesetzlichen Vorgaben musst du beachten?

Nachhilfe gilt rechtlich als leichte Tätigkeit. Das bedeutet: Sie muss außerhalb der Schulzeit stattfinden und darf weder deine Schulleistungen noch deine Erholung beeinträchtigen. Schule, Entspannung und Freizeit haben also immer Vorrang.

Wie viel Zeit du investieren solltest, hängt von deinem Alter ab:

Alter Maximale Dauer pro Tag Erlaubter Zeitkorridor
13–14 Jahre Bis zu 2 Stunden Nach der Schule, nicht zu spät abends
15–17 Jahre Bis zu 8 Stunden, an höchstens 5 Tagen pro Woche Typischerweise zwischen 6 und 20 Uhr

Tipp: Plane am besten feste Zeiten am Nachmittag ein. So kannst du deine Woche leichter organisieren und musst nicht abends arbeiten.

Wie viel Geld kannst du für eine Nachhilfestunde nehmen?

Welchen Stundenlohn du verlangen kannst, hängt vor allem ab von:

  • deiner Erfahrung,
  • dem Fach,
  • der Klassenstufe deines Nachhilfeschülers und
  • dem Aufwand, den du für die Vorbereitung betreibst ab.

Die Tabelle gibt dir eine erste Orientierung: 

Niveau Typische Einstiegsspanne pro Stunde
Grundschule / Unterstufe (Klasse 1–6) 10–15 €
Mittelstufe (Klasse 7–10) 15–20 €
Prüfungsvorbereitung 20 € oder mehr

Wichtig: Diese Zahlen sind nur Richtwerte. Wenn du noch wenig Erfahrung hast, fängst du am besten im unteren oder mittleren Bereich an. Später lässt sich der Preis anpassen, wenn du sicherer wirst oder mehr Aufwand in die Vorbereitung steckst.

Wie wählst du die passenden Fächer aus?

Bevor du loslegst, solltest du überlegen, welche Fächer und Klassenstufen du übernehmen möchtest. Konzentriere dich am Anfang auf ein oder zwei Fächer, in denen du dich besonders sicher fühlst.

Überlege dir außerdem, welche Altersgruppe zu dir passt. 

Für den Anfang eignen sich oft die Klassen 5 bis 7, hier ist das Wissen aus der Grundschule noch frisch und du musst dich nicht mit kompliziertem Oberstufen-Stoff herumschlagen. Auch die Klassen 1 bis 4 können eine gute Wahl sein, wenn du Freude daran hast, Grundlagen geduldig zu erklären. Denn hier gibt es manche komplizierte Fächer wie Informatik, Fremdsprachen oder Ernährung und Gesundheit meist noch gar nicht.

Gut zu wissen: Besonders häufig wird Nachhilfe in Mathematik, Deutsch und Englisch gesucht.

Was ist besser für dich — Online- oder Präsenz-Nachhilfe?

Sobald du weißt, was du anbietest, stellst du dir die nächste Frage: Gibst du die Nachhilfe online oder vor Ort? Für den Anfang kannst du beide Varianten unkompliziert und mit wenig Aufwand umsetzen: Präsenznachhilfe zum Beispiel zu Hause, Online-Nachhilfe über Zoom oder Microsoft Teams.

Beide Formate haben Vor- und Nachteile. Die richtige Wahl hängt davon ab, was sich für dich persönlich am besten eignet. 

Hier siehst du die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Kriterium Online Vor Ort (Präsenz)
Organisation Kein Fahrtweg, flexibler Ort Direkter Kontakt, kein Technikaufwand
Technik Stabile Internetverbindung, Kamera, Mikrofon und Screen-Sharing nötig Kein Gerät erforderlich
Lernort Ruhiger Platz mit gutem Internet Ruhiger Raum bei dir oder beim Nachhilfeschüler
Reichweite Schüler aus jedem Ort erreichbar Nur Schüler in der Nähe
Materialien Digital teilen per Bildschirm Ausdrucke, Heft und Stift direkt verfügbar
Erwartungen von Eltern Eltern schätzen oft persönlichen Kontakt Eltern sehen dich direkt, schafft Vertrauen

Möchtest du später mehr Schüler erreichen, kannst du zusätzlich Vermittlungsplattformen wie Preply, Superprof oder GoStudent ausprobieren. 

Aber Achtung: Viele dieser Online-Plattformen für Nachhilfevermittlung verlangen ein Mindestalter von 16 Jahren!

Wie findest du deine ersten Nachhilfeschüler?

Den ersten Nachhilfeschüler zu finden ist einfacher, als du vielleicht denkst. Der schnellste Weg führt über dein persönliches Umfeld. Frag in deinem Familien- und Freundeskreis nach, ob jemand jüngere Geschwister hat, die Unterstützung brauchen. Auch Bekannte deiner Eltern sind oft ein guter Ausgangspunkt.

Zusätzlich kannst du deine Lehrkräfte ansprechen. Sie wissen oft, welche Schüler in bestimmten Fächern Unterstützung suchen und empfehlen dich weiter. Ein Aushang am Schwarzen Brett der Schule oder in Supermärkten in deiner Nähe ergänzt das gut. Dort erreichst du Eltern und Schüler, die aktiv nach Hilfe suchen.

➡️Beispiel für einen Aushang
Nachhilfe in Mathematik und Physik
Ich unterstütze Schüler der Klassen 7 bis 10 beim Verstehen des Unterrichtsstoffs und bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Eine Nachhilfestunde dauert 60 Minuten. Bei Interesse freue ich mich über eine Nachricht unter: [Telefonnummer oder E-Mail].

Statt auf dem schwarzen Brett kannst du den Text natürlich auch in deiner WhatsApp-/Instagram-Story teilen, um auf dich als Nachhilfe-Lehrer aufmerksam zu machen.

So könnte deine erste Nachhilfestunde ablaufen

Damit du gut vorbereitet in deine erste Stunde gehst, hilft dir eine klare Struktur. Sie gibt dir Sicherheit und deinem Nachhilfeschüler Orientierung. Bereite außerdem für dich selbst eine kleine Materialliste vor: ein Heft, ein Stift und zwei Arbeitsblätter reichen für den Einstieg völlig aus.

Die erste Nachhilfestunde gliederst du am besten in fünf Schritte:

1. Kurzes Kennenlernen und Zielklärung: Tauscht euch zu Beginn kurz aus und lernt euch ein wenig kennen. Nimm dir anschließend 5 Minuten Zeit, um zu fragen, in welchem Thema die größten Schwierigkeiten stecken. So weißt du, worauf du dich konzentrieren solltest.

2. Mini-Check zu Vorkenntnissen: Gib deinem Nachhilfeschüler eine oder zwei kurze Aufgaben aus dem Themenbereich. So erkennst du schnell, wo er steht und wo du ansetzen musst.

3. Erklären an einem Beispiel: Wähle ein gut verständliches Beispiel und erkläre den Stoff Schritt für Schritt. Frag zwischendurch, ob alles klar ist.

4. Gemeinsames Üben mit aufsteigender Schwierigkeit: Fange mit einer leichten Aufgabe an und steigere die Schwierigkeit langsam. So baut dein Nachhilfeschüler Vertrauen auf, bevor er an anspruchsvollere Aufgaben herangeht.

5. Hausaufgabe und nächster Termin: Gib am Ende eine kleine Aufgabe mit, die das Geübte festigt. Vereinbart dabei gleich den nächsten Termin.

Nach der Stunde reicht ein kurzes Feedback an die Eltern. Ein oder zwei Sätze genügen: Was hat heute gut funktioniert und welchen Schwerpunkt setzt ihr beim nächsten Termin? Das zeigt Verlässlichkeit und hält die Eltern auf dem Laufenden.

Musst du Steuern zahlen?

Gelegentliche Nachhilfe läuft typischerweise als kleiner Nebenverdienst. Steuerliche Fragen spielen dabei meist keine Rolle. Nimmst du jedoch regelmäßig mehrere Schüler an, steigen deine Einnahmen und die Situation ändert sich. Dann können steuerliche Pflichten entstehen, die du nicht allein einschätzen kannst. In diesem Fall ziehst du am besten deine Eltern hinzu. Sie können beurteilen, ob weiterer Handlungsbedarf besteht. 

Weitere Schülerjobs

Nachhilfe geben als Schüler ist ein typischer Schülerjob und gehört zum Alltag vieler Jugendlicher. Wer sich mit Schülerjobs beschäftigt, schaut auf Aufgaben, Zeiten, Bezahlung und klare Absprachen. So wird auch deutlich, wie du Schule, Freizeit und einen kleinen Nebenverdienst gut zusammenhältst. Weitere Videos dazu findest du in unserem Allgemeinwissensbereich.

Weitere Schülerjobs

Nachhilfe geben als Schüler ist ein typischer Schülerjob und gehört zum Alltag vieler Jugendlicher. Wer sich mit Schülerjobs beschäftigt, schaut auf Aufgaben, Zeiten, Bezahlung und klare Absprachen. So wird auch deutlich, wie du Schule, Freizeit und einen kleinen Nebenverdienst gut zusammenhältst. Weitere Videos dazu findest du in unserem Allgemeinwissensbereich.

Lernen lohnt sich! Entdecke hier deine Chancen.