Produktion & Logistik

Lagerumschlagshäufigkeit/ Umschlagshäufigkeit

Die Umschlagshäufigkeit ist eine Kennzahl, die ganz Allgemein angibt, wie oft Güter ihre Umgebung wechseln. In der Produktion & Logistik wird dir die Lagerumschlagshäufigkeit sehr häufig begegnen. Wie man diese anhand der Lagerumschlagshäufigkeit Formel berechnen kann und was diese konkret bedeutet, zeigen wir dir jetzt.

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Inhaltsübersicht

(Lager)Umschlagshäufigkeit einfach erklärt

Die Umschlagshäufigkeit bzw. Lagerumschlagshäufigkeit (LU)  gibt an, wie oft sich die Lagerbestände innerhalb einer betrachteten Periode (z.B. ein Jahr) umschlagen. Der Begriff „Umschlag“ bezeichnet dabei ganz einfach den Vorgang des „Be- und Entladens“. Wird also Ware aus dem Lager umgeschlagen, so verlässt der komplette Warenbestand bzw. einzelne Warengruppen das Lager (durch Verbrauch oder Verkauf) und neue Bestände kommen hinzu.

Lagerumschlagshäufigkeit Formel

Für die Formel benötigst du Kenntnisse über die Lagerabgänge und den durchschnittlichen Lagerbestand . Sind dir diese Zahlen bekannt bzw. hast du diese ermittelt, so kannst du anhand einer der drei Formeln deine Umschlagshäufigkeit berechnen:

Lagerumschlagsh\ddot aufigkeit\ =\ \frac{Lagerabg\ddot ange\ [pro\ Periode]}{durchschnittlicher\ Lagerbestand}

Wie du siehst, bezeichnet die Umschlagshäufigkeit im Allgemeinen das Verhältnis von Materialverbrauch und Lagerbestand. Die Formel vereinfacht sich ein wenig, wenn deine betrachtete Periode einem Jahr entspricht. Die Berechnung sieht dann folgendermaßen aus: Lagerumschlagsh\ddot aufigkeit\ =\ \frac{360\ Tage}{durchschnittliche\ Lagerdauer}

Du kannst die Umschlagshäufigkeit auch mit Hilfe deines Wareneinsatzes berechnen:

Lagerumschlagsh\ddot aufigkeit\ =\ \frac{ Wareneinsatz}{durchschnittlicher\ Lagerbestand\ zu\ Einstandspreisen}

Als dritte Alternative steht dir die Berechnung über den Jahresumsatz zur Verfügung:

Lagerumschlagsh\ddot aufigkeit\ =\ \frac{Jahresumsatz}{durchschnittlicher\ Lagerbestand}

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Lagerumschlagshäufigkeit Formel

Umschlagshäufigkeit berechnen

Die Berechnung der Umschlagshäufigkeit kann sowohl für ein ganzes Lager als auch für einzelne Materialgruppen betrachtet werden. So lässt sich die Lagerkennzahl spezifischer interpretieren. In der Regel sollten Lagerbestände mit einer LU < 0,5 aus dem Lager entfernt werden. Ein Wert < 0,5 bedeutet, dass diese Warengruppe einmal im Jahr nur zur Hälfte umgeschlagen wird. Die andere Hälfte liegt also jährlich vollkommen unberührt auf Lager und bindet eine Menge Kapital, das dem Unternehmen somit nicht zur Verfügung steht. Warengruppen, die essenziell für die Produktion sind, wie beispielsweise wichtige Ersatzabdichtungen für die Maschinen, sollten trotz einer Lagerumschlagshäufigkeit von < 0,5 nicht aus dem Lager entfernt werden. Reduziert sich deine Umschlagshäufigkeit Kennzahl, so bedeutet das, dass sich deine Ware länger auf Lager befindet und damit auch mehr Kapital bindet. Das ist natürlich schlecht, denn das Lager sollte sich möglichst oft komplett leeren und wieder auffüllen. Gegensätzlich dazu wäre eine Erhöhung der Umschlagshäufigkeit positiv, denn die Ware hätte eine kürzere Lagerdauer und würde eine geringere Kapitalbindung aufweisen.

Lagerumschlagshäufigkeit Beispiel

Schauen wir uns nun ein konkretes Beispiel zur Berechnung der (Lager)Umschlagshäufigkeit an. Nehmen wir an, dass du Hersteller von Waschmaschinen bist. Auf Lager hast du dazu Waschtrommeln, Pumpen, Schalter und viele andere Teile liegen. Dich interessiert für den kommenden Abrechnungszeitraum allerdings nur die Umschläge deiner Waschtrommeln und deiner Pumpen, da du bereits seit dem letzten Geschäftsjahr das Gefühl hast, hier würde zu viel Kapital gebunden sein. Innerhalb der betrachteten Periode hast du 20.000 Waschtrommeln aus dem Lager für die Produktion der Waschmaschinen entnommen. Aus dem letzten Jahr weißt du, dass im Durchschnitt 4.000 Trommeln auf Lager sind. Deine LU beträgt demnach:

LU\ der\ Waschtrommeln\ =\ \frac{20.000}{4.000}\ = 5.

Die Umschlaghäufigkeit beträgt 5, d.h. deine Warengruppe „Waschtrommeln“ schlägt sich im Jahr 5 Mal um. Gar nicht mal so schlecht. Nehmen wir an, für deine Warengruppe „Pumpen“ kennst du die durchschnittliche Lagerdauer von 60 Tagen. Auch anhand dieser Information kannst du nun ganz einfach die Umschlagshäufigkeit dieser Lagerbestände ermitteln:

LU\ der\ Pumpen\ =\ \frac{360\ Tage}{60\ Tage}\ = 6.

Deine Pumpen auf Lager werden also 6 Mal im Jahr umgeschlagen, bzw. innerhalb von zwei Monaten werden alle Pumpen aus dem Lager entnommen und mit neuen Liefermengen ersetzt. Deine beiden Umschlagshäufigkeiten sind für deine Ziele bereits sehr gut, können aber in jedem Fall noch optimiert werden. Wie wäre es beispielsweise mit einem neuen Lieferanten für die Waschtrommeln? Wenn dieser dir die Ware mit einer kürzeren Lieferzeit zusendet, so könntest du eine geringere Menge an Waren auf Lager halten, die sich auch öfter umschlägt.

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Lagerumschlagshäufigkeit Beispiel

Kennzahl Lagerumschlagshäufigkeit

Wie du bereits weißt, handelt es sich bei der Umschlagshäufigkeit um eine logistische und betriebswirtschaftliche Kennzahl in der Lagerplanung. Diese Lagerkennzahl ist vor allem für Unternehmen mit einer vorratsintensiven Produktion von Bedeutung. Unternehmen zielen darauf ab, eine möglichst hohe Umschlagshäufigkeit zu erreichen, da sonst die Kapitalbindungskosten hoch sind. Dies ist der Fall, wenn viele Produkte auf Lager sind, die eine geringe Umschlagshäufigkeit aufweisen und damit viel Kapital des Unternehmens an sich binden. Auch im Hinblick auf die Produktivität ist die Umschlagshäufigkeit interessant, denn je größer die Umschlagshäufigkeit, umso höher ist die Produktivität des Unternehmens.

Du kannst allerdings nicht immer pauschal von der Umschlagshäufigkeit auf die Produktivität schließen. Große Flugzeughersteller haben beispielsweise viele wichtige Ersatzteile auf Lager, die nicht mehrmals im Jahr das Lager verlassen und neu bestellt werden. Trotzdem haben auch solche Unternehmen eine hohe Produktivität, weshalb ihre LU nicht genauso interpretiert werden darf wie bei anderen Unternehmen.

Auch die Lagerung von Produkten aus spekulativen Gründen, wie Preiserhöhungen, oder die Lagerung von Lebensmitteln wie Wein fallen nicht unter die normale Interpretation der Umschlagshäufigkeit. Diese Produkte lagern Unternehmen nämlich ganz bewusst über eine lange Zeit.

Die Umschlagshäufigkeit kann dir alternativ auch als Lagerumschlag, Lagerumschlagsgeschwindigkeit oder Warenumschlag begegnen. Das Gegenteil zur Umschlagshäufigkeit ist die Lagerreichweite , die dir angibt, wie lange dein Warenbestand im Lager bei „normalem“ Verbrauch reicht.

Lagerumschlagshäufigkeit erhöhen

Wie du gerade gelesen hast, ist es für ein Unternehmen interessant, wie es die Lagerumschlagshäufigkeit erhöhen kann, um die Kapitalbindung zu reduzieren. Aus diesem Grund ist die Erhöhung der Umschlagshäufigkeit das allgemeine Ziel der Lagerkennzahl. Wie genau kann ein Unternehmen so eine Erhöhung erreichen? Ein Unternehmen kann beispielsweise seinen Mindestbestand bzw. Sicherheitsbestand auf Lager reduzieren. Auch ein neuer Lieferant oder eine Just-in-Time Belieferung mit kürzeren Lieferzeiten wäre eine Möglichkeit, denn durch die kürzere Wiederbeschaffungszeit kann das Unternehmen sich erlauben, weniger Waren auf Lager zu haben.  Eine höhere Umschlagshäufigkeit wird auch durch ein attraktives Sortiment erreicht, das von einer größeren Anzahl an Kunden gekauft wird.

(Lager)Umschlagshäufigkeit Zusammenfassung

  • Die (Lager)Umschlagshäufigkeit ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl die angibt, wie oft der Lagerbestand insgesamt oder einzelne Materialgruppen komplett verbraucht und durch neue Ware ersetzt wird.
  • Die Umschlagshäufigkeit Formel lautet: Lagerumschlagsh\ddot aufigkeit\ =\ \frac{Lagerabg\ddot ange\ [pro\ Periode]}{durchschnittlicher\ Lagerbestand}.
  • Unternehmen streben eine hohe LU an, da somit die Kapitalbindung geringer ist.

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