Du möchtest wissen, was es mit dem ontologischen Gottesbeweis auf sich hat? Dann bist du hier in unserem Beitrag und im Video genau richtig!
Inhaltsübersicht
Ontologischer Gottesbeweis — einfach erklärt
Der ontologische Gottesbeweis ist ein Ansatz, der versucht, nur mit Logik und Denken zu beweisen, dass Gott existiert. Es braucht dazu also keine Beobachtungen in der Natur oder spannende Erzählungen.
Der Denker Anselm von Canterbury spielt dabei eine wichtige Rolle. Er meinte, dass Gott in der Realität existieren muss, weil wir ihn uns vorstellen können.
Manche Philosophen wie Immanuel Kant kritisierten diesen Ansatz. Andere hingegen, so zum Beispiel René Descartes, haben ihn sogar noch weiter gedacht.
Gut zu wissen: Das Wort „ontologisch“ kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Teilen „on“ (sein, das was ist) und „logos“ (Lehre) zusammen. Die Ontologie ist also die Lehre vom Sein oder der Existenz.
Ontologischer Gottesbeweis nach Anselm von Canterbury
Anselm lebte im 11. Jahrhundert und war nicht nur ein Philosoph, sondern auch Erzbischof und Mönch. Deshalb war es ihm wichtig, seinen Glauben an Gott auf ein festes, logisches Fundament zu stellen.
In seinem Werk „Proslogion“ hat er seine tiefgehenden Gedanken über die Existenz Gottes niedergeschrieben. Die Grundidee war, dass die Vorstellung eines allmächtigen, allwissenden Gottes bereits ein Beweis für dessen Existenz ist. Denn ein Gott, der nur in unserer Vorstellung existiert, kann nicht allmächtig sein.
Wenn also gesagt wird, dass Gott nur im Verstand existiert, entsteht ein Widerspruch. Und die einzige Möglichkeit, diesen Widerspruch aufzulösen, ist anzunehmen, dass Gott auch in der Realität existiert.
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Ontologischer Gottesbeweis nach René Descartes
Der Philosoph Descartes entwickelte im 17. Jahrhundert Anselms Grundidee weiter. Für ihn war die Existenz Gottes eng mit der Vorstellung von Gott verknüpft. Er sagte, wir Menschen können uns ein perfektes, unendliches Wesen wie Gott vorstellen. Und wenn wir uns das vorstellen können, muss das Wesen auch in der Realität existiert. Für Descartes war die Existenz Gottes also nicht nur eine Frage der Logik, sondern auch der Vernunft.
Ontologischer Gottesbeweis nach Immanuel Kant
Kant, ein deutscher Denker des 18. Jahrhunderts, war da kritischer. Er hinterfragte die Grundlage des ontologischen Gottesbeweises und kam zu dem Schluss, dass er nicht stichhaltig ist.
So argumentierte Kant, dass Existenz keine Eigenschaft wie beispielsweise Allmacht oder Allwissenheit ist. Das heißt, nur weil du dir ein Wesen mit bestimmten Eigenschaften vorstellst, heißt das noch lange nicht, dass dieses Wesen auch existieren muss. Für Kant konnte die Existenz Gottes nicht rein logisch bewiesen werden. Stattdessen brauchte es empirische Beweise, also Beobachtungen aus der realen Welt.
Kritik am ontologischen Gottesbeweis
Obwohl der Beweis für viele Personen faszinierend ist, gibt es also auch einige Argumente, die ihn infrage stellen:
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Sprachspiele
Einige Kritiker argumentieren, dass der ontologische Gottesbeweis nur ein „Sprachspiel“ ist. Es geht mehr um die Bedeutung von Wörtern als um die Realität. Nur weil wir Wörter wie „allmächtig“ oder „allwissend“ verwenden, heißt das nicht, dass es ein wirkliches Wesen gibt, das diese Eigenschaften hat.
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Andere mögliche Wesen
Wenn der ontologische Gottesbeweis gültig wäre, dann könnte man ihn theoretisch auch für andere größtmögliche Wesen verwenden. Warum also sollte nur Gott, den Anselm sich vorstellt, existieren und nicht andere größtmögliche Wesen, wie zum Beispiel ein Einhorn?
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Religiöse Vielfalt
Da der ontologische Gottesbeweis nur von der Vorstellung eines größtmöglichen Wesens ausgeht, könnte man argumentieren, dass dieser Beweis für viele verschiedene Götter gelten könnte, nicht nur den Gott, den Anselm oder andere Monotheisten im Sinn haben.
Immanuel Kant
Du kannst die Kritik von Immanuel Kant gut nachvollziehen und möchtest wissen, was er sonst noch für Gedanken hatte? Dann schau dir unser Video zu ihm an!
Ontologischer Gottesbeweis — häufigste Fragen
(ausklappen)
Ontologischer Gottesbeweis — häufigste Fragen
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Welche Ansichten vertrat Anselm von Canterbury über Gott?Anselm von Canterbury verstand Gott als das größtmögliche, allmächtige und allwissende Wesen, das man sich denken kann. Anselm meinte, dass dieses Wesen nicht nur im Verstand existieren kann, weil ein Gott, der nur gedacht ist, weniger „groß“ wäre als ein Gott, der auch real existiert.
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Worin besteht der Unterschied zwischen dem ontologischen Gottesbeweis von Anselm von Canterbury und dem von René Descartes?Der ontologische Gottesbeweis bei Anselm von Canterbury arbeitet mit der Idee, dass ein größtmögliches Wesen nicht nur gedacht, sondern auch real existieren muss, sonst entsteht ein Widerspruch. René Descartes knüpft stärker an die Vernunft an und verbindet die Vorstellung eines perfekten, unendlichen Wesens direkt mit dessen Existenz.
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Warum hält Immanuel Kant den ontologischen Gottesbeweis nicht für überzeugend?Immanuel Kant hält den ontologischen Gottesbeweis nicht für überzeugend, weil Existenz für ihn keine Eigenschaft wie Allmacht oder Allwissenheit ist. Deshalb folgt aus der bloßen Vorstellung eines Wesens mit bestimmten Eigenschaften nicht, dass dieses Wesen auch wirklich existiert. Kant fordert dafür Beobachtungen aus der realen Welt.
Gottesbeweise verstehen
Der ontologische Gottesbeweis gehört zu den bekanntesten Gottesbeweisen und ist Teil von Fragen über Glaube, Vernunft und Religion. Wer sich mit Gottesbeweisen beschäftigt, vergleicht verschiedene Arten von Argumenten für die Existenz Gottes. Dabei wird klar, wie logisch aufgebaute Gedanken und Kritik an diesen Gedanken zusammenhängen. Weitere Videos dazu findest du in unserem Allgemeinwissensbereich.