Kündigung in der Probezeit

Nicht immer findet man auf Anhieb die passende Arbeit- oder Ausbildungsstelle. Während der Probezeit gelten dabei andere Fristen und Regeln für die Kündigung. Welche das sind, erfährst du hier und im Video .

Kündigung in der Probezeit einfach erklärt 

In der Probezeit können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer besser kennenlernen. Dabei kann es natürlich immer passieren, dass es nicht passt. In so einem Fall kann während dieser Zeit von beiden Seiten und mit einer Frist von zwei Wochen problemlos gekündigt werden. Das Arbeitsverhältnis kann außerdem zu jedem Tag beendet werden, der noch innerhalb der Probezeit liegt.

Die Probezeitkündigung muss grundsätzlich nicht begründet werden. Allerdings muss sie sich an den üblichen Gesetzen orientieren und darf nicht sittenwidrig sein oder willkürlich erfolgen. Aufgrund von zum Beispiel Sexualität oder Herkunft darf eine Probezeitkündigung nicht erfolgen.

Wichtig: Bis zum tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses musst du die Arbeitsleistung weiterhin erbringen. Auch dein Arbeitgeber muss dir in dieser Zeit noch deinen Lohn zahlen.

Kündigungsfrist Probezeit

Im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist festgelegt, dass die Kündigungsfrist innerhalb der Probezeit zwei Wochen beträgt. Nach der Probezeit besteht dann meistens eine Kündigungsfrist von vier Wochen, außer der Arbeitsvertrag gibt eine andere Frist vor. Maximal darf die Probezeit 6 Monate betragen.

Wichtig: Wie der Name schon verrät, hat die Probezeit den Vorteil, dass das Arbeitsverhältnis zunächst nur „auf Probe“ vereinbart ist. Im Gegensatz zu einer regulären Kündigung außerhalb der Probezeit müssen bei einer Kündigung in dieser Zeit keine Gründe genannt werden.

Fristlose Kündigung in der Probezeit

Eine fristlose Kündigung beendet das Arbeitsverhältnis sofort. Anders als bei einer normalen ordentlichen Kündigung wird die übliche vorgeschriebene Kündigungsfrist bei einer fristlosen Kündigung nicht eingehalten. Wann es möglich ist, fristlos zu kündigen, erfährst du jetzt!

Probezeitkündigung als Auszubildender

Befindest du dich noch in der Ausbildung, ist die Kündigung innerhalb der Probezeit fristlos möglich. Das Ausbildungsverhältnis ist dann mit sofortiger Wirkung von beiden Seiten beendet.

Das bedeutet: Sollte dein Betrieb dir heute eine Kündigung in der Probezeit ausstellen, musst du morgen schon nicht mehr in den Ausbildungsbetrieb kommen. Die fristlose Kündigung in der Probezeit kann von dir und deinem Ausbildungsbetrieb gleichermaßen vorgenommen werden.

Außerhalb der Probezeit kann dir dein Arbeitgeber nur kündigen, wenn du gegen eine Regel oder ein Gesetz verstoßen hast. Du dagegen kannst auch nach der Probezeit ohne Angabe von Gründen kündigen, musst aber eine vorab vereinbarte Frist (meistens 4 Wochen) einhalten, die im Ausbildungsvertrag festgehalten ist.

Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du deine Ausbildung kündigen  kannst, schau bei unserem Beitrag dazu vorbei!

Probezeitkündigung als Festangestellter

Bist du kein Azubi, sondern ein Festangestellter, ist die fristlose Kündigung auch in der Probezeit nur mit wichtigem Grund möglich. Hier unterscheidest du zwischen der verhaltensbedingten, der personenbedingten und der betriebsbedingten Kündigung:

  • Verhaltensbedingte Kündigung: Diese Art der Kündigung kann vonseiten des Ausbilders durch häufiges unentschuldigtes Fehlen im Betrieb oder in der Berufsschule sowie bei Missachtung von Anweisungen und Verboten durchgeführt werden. Aber auch wenn du dein Berichtsheft nicht ordnungsgemäß führst oder nachweislich etwas gestohlen hast, ist eine verhaltensbedingte Kündigung möglich. Andersherum kann auch dein Ausbildungsbetrieb seine Pflichten verletzen, zum Beispiel wenn er gegen das Arbeitszeitgesetz verstößt oder du ausbildungsfremde Tätigkeiten übernehmen musst, die nicht im Ausbildungsvertrag festgehalten sind.

  • Personenbedingte Kündigung: Personenbedingte Kündigungsgründe können ganz individuell sein — zum Beispiel, wenn du Probleme mit deiner Gesundheit hast, aufgrund derer du deiner Azubi-Tätigkeit nicht mehr richtig nachgehen kannst.

  • Betriebsbedingte Kündigung: Wenn dein Ausbildungsbetrieb oder deine Ausbildungsabteilung stillgelegt wird, liegt ein betriebsbedingter Kündigungsgrund vor. Dein Ausbildungsbetrieb ist dann dazu verpflichtet, eine andere Ausbildungsstätte für dich zu finden.

Abweichungen der Kündigungsfrist

Bei Tarifverträgen kann auch eine kürzere Kündigungsfrist erhandelt werden. Hast du zum Beispiel nur einen kurzzeitigen Aushilfsvertrag, der maximal drei Monate dauert, wird auch entsprechend die Kündigungsfrist an den sowieso schon kurzen Zeitraum angeglichen.

Eine andere Ausnahme ist es, wenn es gar keine Probezeit gibt. Dann gelten die ganz normalen Kündigungsfristen.

Probezeitverlängerung – geht das?

Was passiert, wenn du dich als Arbeitnehmer in der Probezeit nicht unbedingt bewährst, der Arbeitgeber dir aber noch eine zweite Chance geben möchte, statt sofort die Kündigung auszusprechen? Rechtlich ist eine Verlängerung der Probezeit grundsätzlich nicht zulässig, in Ausnahmefällen ist es allerdings möglich.

Probezeit vs. Wartezeit

Du hast bestimmt schon einmal vom Kündigungsschutz gehört. Der Kündigungsschutz umfasst mehrere Regelungen, welche eine ungerechte oder grundlose Kündigung von Arbeitnehmern verhindern soll. Allerdings greift der Kündigungsschutz erst nach dem ersten halben Jahr eines Arbeitsverhältnisses. Diesen Zeitraum nennst du auch Wartezeit.

Der Kündigungsschutz gilt also nicht für die Probezeitkündigung. Das bedeutet allerdings nicht, dass Arbeitnehmer in der Probezeit und in den ersten Monaten völlig ungeschützt sind — eine Entlassung darf nicht willkürlich erfolgen, oder aufgrund persönlicher Eigenschaften, wie zum Beispiel der Sexualität oder Religionszugehörigkeit. 

Unterschied Probezeit – Wartezeit

Die Wartezeit umfasst die ersten sechs Monate eines Arbeitsverhältnisses. Die Probezeit hingegen muss extra im Arbeitsvertrag festgelegt werden. Ist die vereinbarte Probezeit kürzer als ein halbes Jahr, befindet sich der Arbeitnehmer auch nach deren Ende noch in der Wartezeit.

Sonderregelungen für die Kündigung in der Probezeit

Für bestimmte Personengruppen gibt es Sonderregelungen bei der Probezeitkündigung. Diese verhindern oder verkomplizieren, dass dir während deiner Probezeit von deinem Arbeitgeber gekündigt wird.

  • Schwangere: Im Falle einer Schwangerschaft gilt der Kündigungsschutz auch schon in der Probezeit. Das heißt, dass Frauen nicht gekündigt werden darf, wenn sie während der Probezeit schwanger sind oder schwanger werden. Auch bis zum Ende ihrer Schutzfrist nach der Entbindung oder im Falle einer Fehlgeburt ist eine Kündigung unzulässig. Grundsätzlich gilt, dass Schwangere nicht entlassen werden dürfen — unabhängig, ob sie sich noch in der Probezeit befinden oder nicht. 

  • Schwerbehinderte: Auch Schwerbehinderte sind im Rahmen des Arbeitsrechts besonders geschützt. Anders als bei Schwangerschaften greift das aber erst nach der Wartezeit, also ein halbes Jahr nach Arbeitsaufnahme. Eine Probezeitkündigung ist also erlaubt, insofern sie den üblichen Vorgaben entspricht.

  • Auszubildende: Das Berufsbildungsgesetz gibt vor, dass die zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildendem vereinbarte Probezeit zwischen einem und vier Monaten betragen kann. Ein Azubi hat im Gegensatz zu einem Festangestellten immer eine Probezeit! In der Ausbildung ist eine Kündigung in der Probezeit auch fristlos möglich.

Ausbildung kündigen

Du bist mit deiner Ausbildung unzufrieden oder möchtest lieber in einen anderen Beruf wechseln? In unserem nächsten Beitrag erfährst du alles zur Kündigung der Ausbildung, auch nach der Probezeit!

Zum Video: Ausbildung kündigen
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Du bist mit deiner Ausbildung unzufrieden oder möchtest lieber in einen anderen Beruf wechseln? In unserem nächsten Beitrag erfährst du alles zur Kündigung der Ausbildung, auch nach der Probezeit!

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