Du hast einen Ausbildungsplatz bekommen und sollst jetzt den Ausbildungsvertrag unterschreiben? In diesem Beitrag und im Video  erfährst du, worauf du dabei achten musst!

Was ist ein Ausbildungsvertrag?

Der Ausbildungsvertrag ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Auszubildenden und Ausbildungsunternehmen. Er wird vor Beginn der Ausbildung abgeschlossen und regelt die Berufsausbildung und Zusammenarbeit. Im Ausbildungsvertrag werden nämlich die sogenannten Rechte und Pflichten  von dir und deinem Arbeitgeber festgehalten. Dazu gehören vor allem das Ziel, die Dauer und die Vergütung der Ausbildung.

Der Vertrag wird sowohl von dir, bzw. deinen gesetzlichen Vertretern und dem Ausbilder unterschrieben. Danach wird er an die zuständige Kammer, beispielsweise die IHK, geschickt und kontrolliert. Ist alles in Ordnung, kannst du deine Ausbildung starten!

Was steht im Ausbildungsvertrag? 

Dein Ausbildungsvertrag hat je nach Berufsfeld immer einen anderen Inhalt. Ein Muster für deinen Ausbildungsvertrag kannst du in der Regel bei der für dich zuständigen Kammer finden. Damit der Vertrag von ebendieser Kammer abgesegnet wird, muss er laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) gewisse Punkte enthalten.

Das sind die Mindestangaben in einem Ausbildungsvertrag:

  • Ziel und Gliederung der Ausbildung mit vollständigem Ausbildungsplan
  • Beginn und Dauer der Ausbildung
  • ✅ Maßnahmen außerhalb der regulären Ausbildungsstätte (dein Betrieb), also Dienstreisen
  • ✅ Dauer der regelmäßigen Arbeitszeit in Tages- oder Wochenstunden
  • ✅ Anzahl der Urlaubstage: Jeder Azubi hat Anspruch auf Urlaub, wie viel wird durch das Arbeitsrecht festgelegt und ist bei Minder- und Volljährigen unterschiedlich.
  • ✅ Höhe der Ausbildungsvergütung
  • ✅ Voraussetzungen, unter denen der Betrieb Ausbildungsverträge kündigen kann, wie Diebstahl
  • ✅ Hinweise auf Tarifverträge und Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die in deinem Betrieb und darum auch für dich gelten.
  • ✅ Länge der Probezeit
Was ist die Probezeit?

Die Probezeit ist ein kurzer Zeitraum — zwischen 1 und 4 Monaten — während dem du und dein Arbeitgeber testen können, ob ihr zueinander passt. Du kannst also herausfinden, ob die Ausbildung dir tatsächlich Spaß macht und ob du dich in dem Unternehmen wohlfühlst. Passt dies nicht, kannst du die Ausbildung ohne Angaben von Gründen abbrechen . Auch dein Ausbilder hat die Möglichkeit, herauszufinden, ob du in die Firma passt. Kann er sich keine Weiterarbeit mit dir vorstellen, kann er den Ausbildungsvertrag kündigen

Ärztliche Untersuchung bei Minderjährigen

Bist du zu Beginn der Ausbildung unter 18, also noch nicht volljährig und möchtest eine duale Ausbildung  starten, musst du vorher zu einer medizinischen Untersuchung. Dort wird geprüft, dass du körperlich und auch geistig für eine Berufsausbildung geeignet bist. Wenn die ärztliche Bescheinigung bei der zuständigen Kammer eingetroffen ist, darfst du deine Ausbildung beginnen.

Nichtige Vereinbarungen – Was darf nicht in einen Ausbildungsvertrag? 

Neben den Sachen, die unbedingt in Ausbildungsverträgen geregelt sein müssen, gibt es auch einige Vereinbarungen, die dein Arbeitgeber nicht vertraglich festlegen darf. Das nennst du nichtige Vereinbarungen. Folgende Punkte dürfen beispielsweise nicht Inhalt in dem Ausbildungsvertrag sein:

  • Du darfst nicht verpflichtet werden, nach Ende der Ausbildungszeit noch im Unternehmen bleiben zu müssen. Du wirst zwar oft übernommen, darfst dazu aber nicht gezwungen werden.
  • Dein Arbeitgeber darf dir nicht verbieten, den erlernten Beruf nach der Ausbildung bei der Konkurrenz auszuüben. Er darf dich auch nicht daran hindern, den Beruf allgemein auszuüben.
  • Der Betrieb darf keine Zahlung als Entschädigung für die Ausbildung verlangen.
  • Wenn du dich entscheidest, den Ausbildungsvertrag (vor Beginn) zu kündigen , darfst du nicht zu einer Vertragsstrafe, also einer Geldstrafe wegen Vertragsbruch, verpflichtet werden.
  • Hast du aus irgendwelchen Gründen einen Anspruch auf Schadensersatz, zum Beispiel wegen eines Arbeitsunfalls, darf die Höhe davon nicht von deinem Ausbildungsbetrieb festgelegt werden.

Wer unterschreibt den Ausbildungsvertrag? 

Der Ausbildungsvertrag wird von dir als zukünftiger Azubi und von deinem Ausbilder stellvertretend für den Betrieb unterschrieben. Wenn du zu Beginn deiner Ausbildung noch nicht volljährig bist, müssen zusätzlich deine Erziehungsberechtigten, in der Regel deine Eltern, den Vertrag unterzeichnen.

Kontrolle der zuständigen Kammer 

Nachdem du und dein Ausbilder den Ausbildungsvertrag unterschrieben haben, wird der Vertrag von deinem zukünftigen Arbeitgeber an die zuständige Kammer geschickt. Das ist eine Organisation eines spezifischen Berufszweigs, die dessen Interessen vertritt. Dort wird überprüft, ob der Vertrag allen gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Danach wird dein Vertrag in einem Verzeichnis registriert und du bekommst deinen abgestempelten Vertrag zurück. Dieser Stempel versichert dir, dass alles in Ordnung ist und dein Betrieb für die Ausbildung geeignet ist.

Welche Kammer für dich zuständig ist, siehst du in dieser Tabelle:

⚒️ Handwerkskammer handwerkliche Berufe, wie Kfz-Mechatroniker  oder Maurer
🏭 Industrie- und Handelskammer (IHK) Handelsberufe, wie Bankkaufmann oder Verkäufer
🐄 Landwirtschaftskammer landwirtschaftliche Berufe, wie Landwirt oder Milchwirtschaftlicher Laborant
⚖️ Rechtsanwalts-, Patentanwalts- und Notarkammer Berufe im Bereich der Rechtspflege, wie Rechtsanwaltsfachangestellter oder Justizfachangestellter
💰 Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaterkammer Berufe im Bereich der Steuerberatung wie Steuerfachangestellter oder Steuerberater
🧑‍⚕️ Ärzte-, Zahnärzte-, Tierärzte-, Apothekerkammer Gesundheitsberufe, wie MFA , PTA oder Apotheker

Ausbildungszeit verkürzen

Du hast deinen Ausbildungsvertrag unterschrieben und suchst jetzt nach Möglichkeiten, die Ausbildungszeit zu verkürzen? In diesem Video  erfährst du, welche Voraussetzungen du erfüllen musst und wie du eine Ausbildungsverkürzung beantragst.

Zum Video: Ausbildung verkürzen
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Ausbildungszeit verkürzen

Du hast deinen Ausbildungsvertrag unterschrieben und suchst jetzt nach Möglichkeiten, die Ausbildungszeit zu verkürzen? In diesem Video  erfährst du, welche Voraussetzungen du erfüllen musst und wie du eine Ausbildungsverkürzung beantragst.

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