Makroökonomie

Die Herleitung der IS-Kurve

Die IS-Kurve wird auch häufig als IS-Funktion oder IS-Gleichung bezeichnet. Sie stellt das Gleichgewicht auf dem Gütermarkt dar. Im Folgenden erklären wir dir die Herleitung der IS-Kurve, sowie ihre einzelnen Bestandteile genauer.

IS-Kurve– Die Gleichgewichtsbedingung auf dem Gütermarkt und IS-Kurve Erklärung

Der erste wichtige Bestandteil des IS-LM-Modells ist die IS-Kurve. Die Buchstaben IS stehen für Investments Saving. Bevor wir uns nun mit der Herleitung beschäftigen, ist es wichtig, dass du dich bereits mit den Grundlagen des Gütermarktes auskennst, denn mit dessen Hilfe leiten wir uns jetzt die Gleichung der IS-Kurve her. Schauen wir uns also als kleine Wiederholung noch einmal die Gleichgewichtsbedingung auf dem Gütermarkt an. Diese lautet:

Y=c_0+c_1(Y-T)+I+G

Bisher sind wir beim Gütermarkt davon ausgegangen, dass die Funktion des Konsums c linear ist. In diesem Beitrag verwenden wir allerdings die allgemeinere Form c=C(Y-T). Außerdem haben wir bisher angenommen, dass die Investitionen exogen vorgegeben sind, also nicht beeinflusst werden. Diese Vereinfachung heben wir nun auf. Ab jetzt hängt die Investitionsnachfrage vom Absatzniveau, also der Produktion Y, und vom Zinssatz i ab.

IS-Kurve: Grundlagen des Gütermarktes
IS-Kurve: Grundlagen des Gütermarktes

Wenn z.B. ein Autohersteller mehr Autos produzieren möchte, muss er zusätzliche Maschinen kaufen oder eine neue Produktionsanlage bauen. Die Investitionen steigen folglich mit zunehmender Produktion. Um seine Investitionen zu finanzieren, muss der Autohersteller einen Kredit aufnehmen. Da die Zinsen aber momentan sehr hoch sind, entscheidet er sich doch gegen eine Investition. Die Ausgaben für Investitionen sinken also mit steigendem Zinssatz i. Wenn wir diese Änderungen in unsere Gleichgewichtsbedingung eintragen, erhalten wir unsere sogenannte erweiterte Gleichung:

Y=C(Y-T)+I(Y,i)+G

 

Die Herleitung der IS-Kurve: IS-Kurve berechnen

Schauen wir uns also als nächstes die Herleitung an. Dazu tragen wir einfach die erweiterte Gleichung der IS-Kurve, die ja nichts anderes als die Gleichgewichtsbedingung auf dem Gütermarkt ist, in ein Koordinatensystem ein.

Herleitung der IS-Kurve
Herleitung der IS-Kurve

Wir erhalten fast die gleiche Grafik wie im Gütermarkt – nur, dass diesmal unsere Nachfrage eher durch eine Kurve als durch eine Gerade beschrieben wird, da wir ja einige Annahmen aufgelöst haben. Um daraus jetzt die IS-Kurve abzuleiten, müssen wir uns überlegen, was mit der Nachfragefunktion passiert, wenn wir den Zinssatz ändern. Wenn wir den Zinssatz von i auf einen höheren Wert i' erhöhen, führt dies zu einem Rückgang der Investitionen und somit auch zu einem Rückgang der Nachfrage. Das heißt die Nachfragekurve verschiebt sich nach unten. Das neue gleichgewichtige Einkommen Y` ist geringer als das Einkommen Y vor der Zinserhöhung. Genau dieser negative Zusammenhang zwischen Zinssatz und Einkommen wird durch die fallende IS-Kurve beschrieben.

Veränderung der Variablen der Gleichung der IS-Kurve

Als nächstes schauen wir uns noch an, was passiert, wenn wir einzelne Variablen der erweiterten Gleichung der IS-Kurve verändern. Die einzigen exogenen Variablen, die jetzt noch in unserer Gleichung stecken, sind die Steuern T und die Staatsausgaben G. Was passiert also, wenn wir zum Beispiel die Steuern T erhöhen? Bei gegebenem Zinssatz i nimmt dadurch das verfügbare Einkommen Y^d ab, dadurch sinkt der Konsum und somit auch die Nachfrage. Dies führt zu einem Rückgang des gleichgewichtigen Einkommens von Y auf Y` . Die IS-Kurve verschiebt sich also nach links, für jeden Zinssatz i ist das gleichgewichtige Einkommen jetzt also niedriger als vor der Steuererhöhung.

Steuererhöhung IS-Kurve
Steuererhöhung IS-Kurve

Allgemeiner kann man sagen, dass alle Faktoren, die bei gegebenem Zinssatz i zu einem Rückgang des gleichgewichtigen Einkommens führen, die IS-Kurve nach links verschieben. Beispielsweise käme es bei einer Reduzierung der Staatsausgaben zu genau dem gleichen Effekt wie bei einer Erhöhung der Steuern.

Veränderung IS-Kurve
Veränderung des Einkommens IS-Kurve

Umgekehrt gilt, dass alle Faktoren, die bei gegebenem Zinssatz i zu einer Erhöhung des gleichgewichtigen Einkommens führen, die IS-Kurve nach rechts verschieben. Bei einer Reduzierung der Steuern oder einer Erhöhung der Staatsausgaben würde sich die IS-Kurve nach rechts verschieben.

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