Makroökonomie

Makroökonomie II
Phillipskurve

Die Phillipskurve ist ein Modell aus der Makroökonomie, das den Zusammenhang zwischen der Inflation, also der Änderung des Preisniveaus, und der Arbeitslosigkeit darstellt. Im folgenden Beitrag erklären wir dir die Gleichung und die graphische Darstellung der Philips Kurve genauer.

Phillipskurve Erklärung und Gleichung – Betrachtung der AS-Kurve und der Funktion F

In diesem Beitrag wollen wir uns mit einem Thema beschäftigen, das vor allen Dingen mit der aggregierten Angebotskurve zusammenhängt: Der Phillipskurve. Benannt ist diese nach dem britischen Ökonomen Alban Phillips, der zum ersten Mal einen Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit herzustellen versuchte. Doch eins nach dem anderen. Zunächst erinnern wir uns nochmal an die Gleichung der AS-Kurve:

P=\left(1+\mu\right)P^eF\left(u,z\right)

Bisher haben wir die Funktion F nicht ausgeschrieben. Um uns der Philippskurve anzunähern, wollen wir das jedoch ändern. Die spezifische Form, die wir für die weiteren Überlegungen wählen, sieht folgendermaßen aus:

Phillipskurve: Gleichung AS-Kurve
Phillipskurve: Gleichung AS-Kurve

Du erinnerst dich sicher an die Zusammenhänge der AS-Kurve. Je höher die Erwerbslosenquote u, desto niedriger ist der Lohn. Und je größer unser Wert für z ist, desto höher ist der Lohn. Genau das wird also durch diese Formel abgebildet. Setzen wir die ermittelte Darstellung in die AS-Gleichung ein, erhalten wir:

P=\left(1+\mu\right)P^e\left(1-\alpha u+z\right)

Phillipskurve Erklärung – Ableitung Inflationsrate

Und genau daraus können wir jetzt einen Zusammenhang für die Inflationsrate \pi ableiten, die wir für die Phillipskurve benötigen. Wir ersparen dir an dieser Stelle aber die komplizierte Umformung und kommen direkt zu der Gleichung, die unsere Inflation abbildet:

\pi=\pi^e+\left(\mu+z\right)-\alpha\ u

\pi^e ist dabei die erwartete Inflationsrate und \mu unser bekannter Preisaufschlag. Und damit hast du auch schon fast die Grundform der Philips Kurve kennengelernt. Du solltest dabei – wie beim AS-AD-Modell – verstehen, wie sich Veränderungen der Parameter auf die Gleichung auswirken. Was passiert beispielsweise bei einem Anstieg der erwarteten Inflation \pi^e? Dafür betrachten wir nochmal die AS-Gleichung und erinnern uns was passiert, wenn sich die Preiserwartung P^e erhöht. In der Formel erkennst du sofort, dass dadurch zwangsweise auch das tatsächliche Preisniveau anwächst.

Phillipskurve Inflation
Phillipskurve Inflation

Und damit haben wir den gewünschten Zusammenhang schon hergestellt. Die Inflation ist nämlich definiert als ein Anstieg des Preisniveaus. Für die Arbeitslosenquote, den Preisaufschlag und die Sammelvariable gelten die analogen Zusammenhänge wie beim Preisniveau, die sich aus der Formel auch schon ablesen lassen:

Phillipskurve: Erhöhung der erwarteten Inflation
Phillipskurve: Erhöhung der erwarteten Inflation

Typischerweise wird die Gleichung der Inflation jetzt noch mit Zeitindizes versehen und schon haben wir unser Ziel erreicht. Entscheidend ist dabei, dass die Variablen \mu und z keinen Index bekommen, da diese als gegeben angenommen werden. Für unsere Gleichung ergibt sich damit:

\pi_t=\pi_t^e+\left(\mu+z\right)-\alpha\ u_t

Nun können wir die Phillipskurve auch noch graphisch darstellen.

Phillipskurve
Phillipskurve

Anwendung der Philips Kurve zur Berechnung der natürlichen Arbeitslosenquote

Wir können uns dieses Wissen jetzt zunutze machen, um beispielsweise die natürliche Arbeitslosenquote zu berechnen. Du erinnerst dich, dass diese Quote genau dann gegeben ist, wenn das erwartete Preisniveau dem tatsächlichen Preisniveau entspricht. Analog dazu nehmen wir jetzt an, dass es sich bei der erwarteten und der tatsächlichen Inflation genauso verhält. Ist die Phillipskurve beispielsweise gegeben mit:

\pi_t=\pi_t^e+0,1-2u_n

können wir die beiden Ausdrücke \pi für die Inflation direkt streichen, da diese genau den gleichen Wert annehmen. Das U_t haben wir hier schon direkt mit dem U_n der natürlichen Arbeitslosenquote ersetzt. Damit erhalten wir dann:

u_n=\frac{0,1}{2}=5

Die natürliche Arbeitslosenquote ist also 5 Prozent.

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