Makroökonomie

Lohnsetzung

Du bist am Monatsende schon wieder pleite und traust dich aber nicht, deinen Chef auf eine Lohnerhöhung anzusprechen? In diesem Artikel erklären wir dir das wichtigste zur Lohnsetzungsgleichung!

Das Aufstellen der Lohnsetzungsgleichung anschaulich erklärt

Bevor wir uns mit den konkreten Lohnverhandlungen auseinandersetzen, wollen wir erst Mal einige Grundbegriffe klären. Beginnen wir mit dem sogenannten aggregierten Nominallohn W. Wir bezeichnen diesen als aggregiert, da er verschiedene Faktoren berücksichtigt und diese damit „anhäuft“.

Betrachten wir dafür direkt die Formel mit:

W=P^eF\left(u,z\right)

F steht hier einfach für eine Funktion. Diese kann, je nach Ausgangssituation, unterschiedlich aussehen. Wir nutzen diese Schreibweise, da für uns im Moment erst einmal wichtig ist, wie die verschiedenen Faktoren den Lohn beeinflussen und nicht, in welcher Form sich diese genau befinden. Pe  ist das erwartete Preisniveau, u die Erwerbslosenquote und z eine Sammelvariable für alle Faktoren, die die Lohnsetzung beeinflussen können.

Preisniveau, Erwerbslosenquote,
Aggregierter Nominallohn

Du fragst dich jetzt, warum wir uns mit dem erwarteten und nicht dem aktuellen Preisniveau beschäftigen? Das liegt daran, dass die Nominallöhne im Normalfall für längere Zeiträume im Voraus beschlossen werden. Dies kann über Verhandlungen mit Gewerkschaften oder auch direkt zwischen Arbeitgeber und -Nehmer ablaufen. Das tatsächliche Preisniveau für den betrachteten Zeitraum ist zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht bekannt.

Der Reallohn

Was die Variablen z und u genau aussagen, überlegen wir uns später, jetzt kommen wir erst Mal zu einem weiteren wichtigen Begriff: Dem Reallohn. Dieser setzt sich ganz einfach zusammen aus dem Verhältnis des Nominallohns W und dem aktuellen Preisniveau P:

Reallohn Formel

Doch warum bezeichnet man das jetzt als den realen, also den echten Lohn? Für den Arbeitnehmer ist der Fall klar. Stell dir dafür vor, du bekommst 2000 Euro Gehalt. Mit diesem Geld kannst du jetzt eine bestimmte Anzahl an Gütern konsumieren.

Ein Beispiel zum Reallohn

Wenn du beispielsweise ins Restaurant gehst, macht es natürlich einen großen Unterschied, ob das Essen 10 oder 20 Euro kostet. Im ersten Fall könntest du im Monat 200 Mal Essen gehen, im zweiten Fall nur 100 Mal. Du siehst, das Preisniveau ist ganz entscheidend für den Nutzen, den du aus dem Nominallohn ziehst.

Beilsipiel für das Preisniveau

Beim Unternehmen ist es ähnlich. Dieses bietet ja die Produkte zum Preis P an. Steigt dieser Preis an, während der Nominallohn W konstant bleibt, kann es entsprechend mehr Geld verdienen und der Reallohn sinkt. Der Reallohn bildet also viel eher die Realität ab, da dieser durch die Koppelung an das Preisniveau den realen Nutzen des Geldes abbildet.

Rechnen mit variablen Löhnen

Kommen wir mit diesem Wissen zu unserer Gleichung zurück. Hier können wir jetzt davon ausgehen, dass sich die Löhne bei ausreichenden Informationsflüssen immer an das erwartete Preisniveau anpassen. Falls du als Arbeitnehmer beispielsweise ein erhöhtes Preisniveau erwartest, könntest du von deinem Chef eine Lohnerhöhung fordern. Die Reallöhne würden damit dauerhaft konstant bleiben. Wir halten fest: Steigt Pe, wird unser Nominallohn ebenfalls größer.

Die Erwerblosenquote

Betrachten wir jetzt den nächsten Faktor: Die Erwerbslosenquote u. Stell dir dafür ein Land vor, in dem jede Person einen Arbeitsplatz hat; wir sprechen damit von einer Erwerbslosenquote gleich Null. De facto gibt es damit keinen Ersatz für dich als Arbeitnehmer. Dein Lohn wird dementsprechend hoch angesetzt, da du für das Unternehmen extrem wertvoll bist.

Erwerbslosenquote

Bei einer hohen Erwerbslosenquote hingehen gibt es potentiell viel Konkurrenz um deinen Arbeitsplatz und dein Arbeitgeber hat eine verbesserte Verhandlungsposition. Dein Lohn wird dementsprechend geringer sein. Also gilt: Je kleiner u, desto größer W.

Beispiel für die Sammelvariable z

Für die Sammelvariable z gilt, dass ein Anstieg immer auch zu einem Anstieg des Nominallohns führt. Dies wurde per Definition festgelegt und ist auch in den meisten Lehrbüchern zum Thema gebräuchlich. Als Beispiel kannst du dir einen staatlichen Eingriff in Form der Erhöhung des Mindestlohns vorstellen. Mit steigendem Mindestlohn steigen natürlich auch die anderen Nominallöhne, da diese in direkter Relation zueinanderstehen. Bekommt die Servicekraft beispielsweise nun 15 statt 10 Euro, wird das Gehalt der Restaurantleiterin wahrscheinlich auch erhöht. Damit wissen wir: Je größer z, desto größer auch W.

Zusammenfassung zu den Zusammenhängen

Damit haben wir die Lohnsetzungsgleichung und ihre Einflussfaktoren kennengelernt. Du merkst, dass dieser Betrachtung wieder gewisse Annahmen als gegeben vorausgesetzt werden. In der Realität sieht das natürlich oft anders aus, da sich der Mensch nicht strikt rational verhält.

Nun wünschen wir dir viel Erfolg bei deiner Gehaltsverhandlung!

 

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