Was die Gleitreibung ist und was Gleitreibungskoeffizient bedeutet, erfährst du hier und im Video !
Inhaltsübersicht
Gleitreibung einfach erklärt
Die Gleitreibung entsteht, wenn ein Körper durch eine Kraft auf einen anderen Körper gedrückt wird und er durch eine Zugkraft auf ihm gleitet. Die Gleitreibungskraft wirkt immer entgegen der Bewegungsrichtung des Körpers.
Trotz der Gleitreibung bewegt sich der Körper also nach vorne. Du kennst das zum Beispiel vom Gleiten mit Skiern auf Schnee oder vom Schlittschuhfahren. Auch ein schmelzender Eiswürfel gleitet über eine Oberfläche.
Ziehst du deinen Eiswürfel über den Tisch, wirkt die Zugkraft auf den Eiswürfel. Dadurch entsteht die entgegengesetzte Gleitreibungskraft. Sie erschwert die Bewegung des Eiswürfels. Die Gleitreibungskraft kannst du berechnen mit der Formel:
FGR = µGR • FN
- FGR: Gleitreibungskraft
- FN: Normalkraft
- µGR: Gleitreibungskoeffizient
Liegt ein Körper auf einem anderen und ist dabei in Ruhe, so sprichst du von der Haftreibung . Gleitet ein Körper auf einem anderen, ist also in Bewegung, sprichst du von der Gleitreibung.
Gleitreibungskraft Ursache
Schau dir die Ursache der Gleitreibung nun genauer an. Stell dir einen Klotz vor, der auf einer Unterlage liegt. Das kann zum Beispiel eine Holzkiste auf einem Steinboden sein. Auf den Klotz wirken verschiedene Kräfte:
Gewichtskraft und Normalkraft
In der Mitte des Klotzes ist sein Schwerpunkt. Auf ihn wirken zwei Kräfte:
- Die Gewichtskraft FG
ist die Kraft, die den Klotz auf den Boden drückt.
- Die Normalkraft
F
N
ist die Kraft, mit der der Boden senkrecht zur Oberfläche auf den Klotz wirkt. Sie entsteht dadurch, dass der Boden durch das Gewicht des Klotzes leicht nach unten verformt wird. Nach dem Gesetz von Hooke
verursacht das eine Kraft nach oben — die Normalkraft. Der Betrag der Normalkraft ist dabei gerade so groß wie die Gewichtskraft. Dadurch ist der Körper in Ruhe.
Gleitreibung und Gleitreibungskraft
Zugkraft und Gleitreibungskraft
Wenn der Klotz nun bewegt wird, wirken zusätzliche Kräfte. Sobald es eine Zugkraft gibt, entsteht auch die Gleitreibungskraft.
- Die Zugkraft FZ ist die Kraft, die den Körper in eine Richtung zieht, zum Beispiel nach rechts. Das bist zum Beispiel du, wenn du die Kiste nach rechts ziehen willst.
- Die Gleitreibung FGR entsteht dadurch, dass die Oberflächen der Materialien nicht komplett glatt sind. Weil sie rau sind, verhaken sich die Oberflächen. Die Kraft, die dadurch entgegen der Bewegungsrichtung wirkt, ist die Gleitreibungskraft.
Gleitreibungskraft – Oberflächen
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Nach Beantwortung speichern wir deine Antwort, um Studyflix zu verbessern. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
Gleitreibungskraft Formel
Die Gleitreibungskraft berechnest du mit der Formel
FGR = µGR • FN
Der Buchstabe µGR („mü“ Gleitreibung) ist die Proportionalitätskonstante. Du kannst sie auch Gleitreibungskoeffizient oder Gleitreibbeiwert nennen. Sie hängt von den Materialien der Oberflächen der Körper ab.
Gleitreibungskoeffizient Tabelle
Wie groß der Gleitreibungskoeffizient bei bestimmten Materialien ist, kannst du in der folgenden Tabelle sehen.
| Material | Gleitreibungskoeffizient |
| Holz auf Holz | 0,5 |
| Reifen auf Asphalt trocken | 0,5 |
| Reifen auf Asphalt nass | 0,3 |
| Reifen auf Beton trocken | 0,6 |
| Reifen auf Beton nass | 0,5 |
| Stahl auf Stahl trocken | 0,1 |
| Stahl auf Stahl geschmiert | 0,05 |
| Stahl auf Eis | 0,01 |
| Bremsbelag auf Stahl | 0,6 |
Erwünschte und unerwünschte Gleitreibung
Gleitreibung kann erwünscht oder unerwünscht sein. Erwünscht ist sie zum Beispiel:
- zwischen Bremsscheibe und Bremsklötzen im PKW
- zwischen Bremsgummi und Felge am Fahrrad
Unerwünschte ist Gleitreibung zum Beispiel:
- beim Verschieben eines schweren Schrankes oder
- beim Herunterfahren eines Abhangs mit Skiern.
Die Gleitreibungskraft kann vergrößert und verkleinert werden. Sie wird größer durch:
- die Vergrößerung der Normalkraft FN
- die Aufrauung der Oberflächen
Kleiner wird die Gleitreibung durch:
- die Verkleinerung der Normalkraft FN
- die Glättung der Oberflächen
- die Verwendung von Schmiermittel (Öl, Fett, Wasser)
Schiefe Ebene
Die Gleitreibung taucht auf, wenn ein Körper auf einer Oberfläche rutscht. Ein typisches Beispiel dazu ist die schiefe Ebene. Welche Kräfte auf einen Körper auf einer schiefen Ebene wirken und wie du sie einzeln bestimmen kannst, zeigen wir dir in unserem Video dazu!
Gleitreibung — häufigste Fragen
(ausklappen)
Gleitreibung — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Wozu dient die Gleitreibung?Die Gleitreibung dient dazu, eine Gleitbewegung zwischen zwei Oberflächen zu bremsen, weil die Gleitreibungskraft immer entgegen der Bewegungsrichtung wirkt. Dadurch braucht man beim Ziehen oder Schieben mehr Kraft, und bei Bremsen wird die Bewegung gezielt abgebaut.
-
Was sagt der Gleitreibungskoeffizient aus?Der Gleitreibungskoeffizient sagt aus, wie stark die Gleitreibung zwischen zwei bestimmten Materialien ist. Er ist eine Zahl ohne Einheit und gibt an, wie groß die Gleitreibungskraft im Vergleich zur Normalkraft ist: Je größer der Koeffizient, desto stärker wird das Gleiten gebremst.
-
Wie berechnet man den Gleitreibungskoeffizienten?Den Gleitreibungskoeffizienten berechnet man, indem man die Gleitreibungskraft durch die Normalkraft teilt. Dazu bestimmt man
(Gleitreibungskraft) und
(Normalkraft). Beispiel:
und
, dann
.
-
Was ist der Gleitreibwert?Der „Gleitreibwert“ ist nur ein anderer Name für den Gleitreibungskoeffizienten. Der „Gleitreibwert“ beschreibt damit, wie stark zwei Oberflächen beim Gleiten aneinander reiben und wie groß die bremsende Reibung bei gleicher Normalkraft ausfällt.
Kräfte verstehen
Gleitreibung ist eine Kraft, die bei Bewegung zwischen zwei Oberflächen auftritt und damit zum Themenfeld der Kräfte gehört. Wer sich mit Kräften beschäftigt, zeichnet Kraftpfeile und vergleicht, welche Kräfte nach oben, unten oder zur Seite wirken. So erkennst du, wann sich Kräfte ausgleichen und wann eine Kraft eine Bewegung bremst oder antreibt. Weitere Videos dazu findest du in unserem Ingenieurwissenschaftenbereich.