Was ist das Client-Server-Modell und wie funktioniert die Kommunikation zwischen Client und Server? Das erklären wir dir hier!
Inhaltsübersicht
So funktioniert das Client-Server-Modell
Das Client-Server-Modell kannst du dir wie eine Bestellung im Online-Shop vorstellen: Du benötigst ein neues Oberteil. Der Online-Shop nimmt deine Anfrage entgegen und benachrichtigt die Lagerarbeiter. Im Lager wird dein Oberteil rausgesucht und verpackt, damit es zu dir versendet werden kann.
Den Ablauf kannst du auf Computernetzwerke übertragen: Das Client-Server-Modell beschreibt also, wie Programme miteinander kommunizieren:
1. Der Client stellt eine Anfrage (Request) und baut dafür die Verbindung zum Server auf. Typische Clients sind dein Browser (z. B. Chrome oder Firefox) oder dein Mail-Programm.
2. Diese Request reist über die Netzwerkverbindung zum Server, der die Ressourcen bereitstellt.
3. Der Server verarbeitet die Request.
4. Der Server schickt die Antwort (Response) zurück. Dabei kann er viele Clients gleichzeitig bedienen.
In dem Beispiel bist du also der Client, der Online-Shop ist die Netzwerkverbindung und das Lager ist der Server.
Arten von Clients
Im Client-Server-Modell unterscheidest du zwischen zwei Arten von Clients:
-
Thin Client — auf das Nötigste reduziert (kann selbst keine Berechnungen ausführen und dient nur als Schnittstelle zur Kommunikation mit dem Server)
➡️ Beispiel:
Ein Fahrkartenautomat zeigt dir lediglich die Benutzeroberfläche an und nimmt Zahlungen entgegen. Die Abfrage von Fahrplänen, die Preisberechnung und die Ticketbuchung finden auf den Servern des Verkehrsunternehmens statt.
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Thick Client — leistungsfähig (führt Verarbeitungen selbst aus)
➡️ Beispiel:
Ein Geldautomat übernimmt einen Großteil der Arbeit selbst. Er steuert die Geldausgabe, verschlüsselt die PIN und überwacht die Sicherheits-Sensoren. Den zentrale Server der Bank muss er nur kontaktieren, um den Kontostand abzufragen und die finale Transaktion autorisieren zu lassen.
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Arten von Servern
Bei Servern kannst du zwischen sehr vielen verschiedenen Arten unterscheiden. Das liegt daran, dass sie nur spezielle Dienste anbieten.
Hier siehst du einige der wichtigsten Serverarten:
- Webserver — stellen Webseiten bereit
- E-Mail-Server — empfangen, speichern und senden E-Mails
- Druckserver — steuern Drucker und Druckaufträge
- Dateiserver — speichern und verwalten Dateien
- Datenbankserver — verwalten und speichern Daten
- Anwendungsserver — verarbeiten Daten im Hintergrund von Softwareanwendungen
- Streaming-Server — übertragen Audio- und Videodaten live oder auf Abruf
-
VPN-Server — verschlüsseln Internetverbindungen für sicheren Fernzugriff
Typische Client-Server-Dienste und Protokolle
Damit Client und Server miteinander sprechen können, brauchen sie gemeinsame Regeln. Diese Regeln heißen Protokolle. Ein Protokoll legt fest, wie eine Anfrage aussieht und wie die Antwort darauf aufgebaut ist.
Jeder Dienst hat ein anderes Protokoll. Die folgende Tabelle zeigt dir die wichtigsten auf einen Blick:
| Dienst | Protokoll | Aufgabe |
| E-Mails senden | SMTP | Die Mail-App schickt eine E-Mail an den Mailserver, der sie weiterleitet. |
| E-Mails empfangen | IMAP oder POP3 | Die Mail-App lädt eingehende E-Mails vom Mailserver. |
| Webseiten aufrufen | HTTP / HTTPS | Der Browser fragt eine Seite an, der Webserver liefert sie zurück. |
| Domains in IP-Adressen umwandeln | DNS | Du tippst eine Adresse wie „google.de“ ein — DNS übersetzt sie in eine Zahlenadresse, die das Netz versteht. |
Unterschiede zum P2P-Netzwerk
Bei Peer-to-Peer (P2P) gibt es keine festen Rollen. Jeder Teilnehmer (Peer) kann gleichzeitig anfragen und bereitstellen. Es gibt also auch keine zentrale Instanz, die die Daten verwaltet.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Merkmal | Client-Server-Modell | Peer-to-Peer |
| Rollen | Client fragt an, Server antwortet | keine festen Rollen |
| Verwaltung der Daten | zentral (Server) | verteilt (Peers) |
| Typische Einsätze | Websites, E-Mail, Datenbanken | dezentrales Teilen in kleinen Netzen |
IMAP oder POP3
Du kennst nun das Client-Server-Modell und weißt, wie Requests und Responses funktionieren. Doch beim E-Mail-Empfang gibt es zwei unterschiedliche Protokolle: IMAP und POP3. Welches ist besser für dich? Erfahre in unserem Beitrag, wodurch sie sich unterscheiden und wann du was nutzt!