Noten lesen
Noten lesen ist der erste Schritt, wenn du ein Instrument lernen oder ein Musikstück verstehen willst. Wie du Noten sauber liest, erfährst du hier und im Video.
Inhaltsübersicht
Die Grundlagen zum Notenlesen: Notenlinien & Stammtöne
Noten lesen heißt, dass du erkennst, wie hoch oder tief ein Ton ist. Auf den Notenlinien liest du seine Position ab. Notenlinien sind fünf waagerechte Linien, auf denen die Noten geschrieben werden.
Stell dir diese Linien wie eine Leiter vor:
- Je weiter oben eine Note steht, desto höher klingt der Ton.
- Je weiter unten sie steht, desto tiefer ist der Ton.
- Eine Note kann auf einer Linie oder zwischen zwei Linien liegen. Manchmal reichen die 5 Notenlinien nicht aus. Dann musst du sogenannte Hilfslinien dazu malen. Das sind kurze zusätzliche Linien über oder unter den 5 Notenlinien.
Die Noten, die du aus den Notenlinien abliest, sind immer die gleichen Stammtöne. Die sieben Stammtöne heißen C, D, E, F, G, A und H. Diese Töne liegen der Reihe nach auf den Linien und in den Zwischenräumen. Nach dem H beginnt die Reihenfolge wieder von vorne bei C.
Tipp: Die Stammtöne merkst du dir am besten mit den ersten 7 Buchstaben aus dem Alphabet — also A, B, C, D, E, F, G. Ändere das B zum H und schieb A und H ans Ende. So erhältst du die Stammtöne C, D, E, F, G, A, H.
Der Violinschlüssel — auch G-Schlüssel
Den Violinschlüssel nennst du auch G-Schlüssel. Er heißt so, weil sich seine geschwungene Linie um die G-Linie legt. Das ist die zweite Notenlinie von unten. Dort steht also immer ein G.
Im Violinschlüssel startest du mit dem C. Es liegt auf der ersten Hilfslinie unter den fünf Notenlinien. Von dort gehst du Ton für Ton nach oben. Die Noten folgen dabei der Reihenfolge der Stammtöne: C — D — E — F — G — A — H. Nach dem H beginnt die Reihe wieder bei C.
Wichtig: Je weiter nach oben du in den Notenlinien gehst, desto höher ist dein Ton. Beispielsweise ist das hohe c zwischen der dritten und vierten Linie höher als das mittlere c auf der ersten Hilfslinie unter dem Notensystem.
Jetzt bist du dran!
Du siehst im Violinschlüssel folgende Noten:
- Eine Note auf der zweiten Linie von unten
- Eine Note im ersten Zwischenraum von unten
- Eine Note auf der obersten Linie
-
Fragen:
Wie heißen diese drei Noten?
→ G, F, F - Welche davon ist am höchsten?
→ Die höchste Note ist das F auf der obersten Linie.
Der Bassschlüssel — auch F-Schlüssel
Der Bassschlüssel heißt auch F-Schlüssel. Seine zwei Punkte liegen über und unter der F-Linie. Diese Linie ist die vierte Notenlinie von unten. Dort steht also immer ein F.
Das mittlere C liegt im Bassschlüssel auf der ersten Hilfslinie über dem Notensystem. Je weiter nach oben du in den Notenlinien gehst, desto höher ist dein Ton. Beispielsweise ist das mittlere c auf der ersten Hilfslinie über dem Notensystem höher, als das tiefe c zwischen der zweiten und dritten Linie.
Gut zu wissen: Tiefe Instrumente wie Cello oder die linke Hand am Klavier lesen meist im Bassschlüssel.
Jetzt bist du dran!
Im Bassschlüssel stehen diese Noten:
- Eine Note auf der vierten Linie von unten
- Eine Note im zweiten Zwischenraum von unten
- Eine Note auf der untersten Linie
-
Fragen:
Wie heißen die drei Noten?
→ F, C, G - Welche Note liegt am tiefsten?
→ Die tiefste Note ist das G auf der untersten Linie.
Notennamen in verschiedenen Oktavbereichen
Die Notennamen C, D, E, F, G, A und H wiederholen sich immer wieder. Doch ein tiefes C klingt ganz anders als ein hohes C. Damit du genau weißt, welches C gemeint ist, werden die Töne in Oktaven eingeteilt.
Eine Oktave beginnt bei einem Ton und endet beim nächsten gleichnamigen Ton. Wenn du zum Beispiel von C bis zum nächsten C gehst, hast du eine Oktave durchlaufen. Danach beginnt die Reihenfolge wieder von vorne.
Damit du die Oktaven unterscheiden kannst, werden die Notennamen unterschiedlich geschrieben. So erkennst du sofort, wie hoch oder tief die Note ist. Schauen wir uns die Oktaven an:
-
Große Oktave
Hier schreibst du die Noten mit Großbuchstaben, zum Beispiel: C. Diese Töne liegen eher im tiefen Bereich. -
Kleine Oktave
Hier benutzt du kleine Buchstaben, zum Beispiel: c. Diese Töne liegen etwas höher. -
Eingestrichene Oktave
Hier schreibst du einen kleinen Buchstaben und setzt eine 1 dahinter, zum Beispiel: c¹. Diese Töne liegen noch höher. -
Zweigestrichene Oktave
Hier steht hinter dem kleinen Buchstaben eine 2, zum Beispiel: c². Diese Töne klingen sehr hoch.
Gut zu wissen: Je höher die Zahl hinter dem Ton, desto höher klingt er.
Jetzt bist du dran!
Beantworte die folgenden Fragen:
- Wie heißt der Ton A in der kleinen Oktave?
→ a - Wie schreibst du ein hohes C in der zweigestrichenen Oktave?
→ c² - In welcher Oktave liegt das mittlere C?
→ Das mittlere C liegt in der eingestrichenen Oktave (c¹). - Ordne diese Töne vom tiefsten zum höchsten: C — c — c¹ — c²
→ C — c — c¹ — c²
Vorzeichen beim Notenlesen
Manchmal hast du ein Vorzeichen vor der Note stehen. Es erhöht oder senkt einen Ton, sodass du ihn höher oder tiefer spielst, als die Notenlinien eigentlich vorgeben. Ein Vorzeichen gilt also für den ganzen Takt. Das bedeutet: Jede weitere Note mit demselben Namen wird in diesem Takt ebenfalls verändert. Im nächsten Takt gilt das Vorzeichen nicht mehr.
Es gibt drei wichtige Vorzeichen:
- ♯ Kreuz
- ♭ b
- ♮ Auflösungszeichen
Ein Kreuz erhöht einen Ton um einen halben Ton. An den Notennamen hängst du meist ein „is“ an. Ein c wird zu cis und ein g zu gis.
Wichtig: Wenn vor dem e ein Kreuz steht, sprichst du es mit zwei Silben, also e-is, aus. Das Gleiche gilt, wenn vor dem a ein Kreuz ist. Das sprichst du a-is aus.
Ein b erniedrigt einen Ton um einen halben Ton. Meist hängst du ein „es“ an. So wird ein d zu des und ein g zu ges.
Wichtig: Bei einem e und a wird nur ein -s an den Ton angehängt. Ein e wird zu es und ein a zu as. Das h wird zu b.
Ein Auflösungszeichen (♮) hebt ein Kreuz oder b wieder auf. Es kann deshalb nur vor einer Note stehen, die vorher durch ein ♯ oder ♭ verändert wurde. Der Ton wird dadurch wieder zum normalen Stammton.
➡️ Beispiel
– Steht vor einem F ein ♯, spielst du Fis. Taucht später im gleichen Takt noch einmal ein F auf, spielst du wieder Fis, auch wenn dort kein neues ♯ steht.
– Steht vor einem D ein ♭, spielst du Des. Alle weiteren D im selben Takt sind ebenfalls Des.
– Steht am Anfang des Taktes ein Fis und später im selben Takt ein♮ vor einem F, spielst du dort wieder ein F.
Jetzt bist du dran!
Lies die Situationen genau durch und beantworte die Fragen
- Vor einem G steht ein ♯. Im gleichen Takt erscheint später noch einmal ein G ohne Vorzeichen. Wie spielst du das zweite G?
→ Das zweite G wird ebenfalls als Gis gespielt. (Das Kreuz gilt für den ganzen Takt.) - Vor einem H steht ein ♭. Wie heißt dieser Ton?
→ H mit ♭ heißt B. - In einem Takt steht zuerst ein F mit ♯. Später im selben Takt steht ein ♮ vor einem F. Wie spielst du dieses F?
→ Das F mit ♮ wird wieder als F gespielt. (Das Auflösungszeichen hebt das ♯ auf.) - Wie heißt der Ton, wenn vor einem D ein ♭ steht?
→ D mit ♭ heißt Des.
Taktarten
Jetzt kannst du einzelne Noten sicher erkennen und Vorzeichen richtig lesen. Damit du ein Musikstück vollständig verstehst, solltest du als Nächstes lernen, was die Taktart bedeutet und wie sie den Rhythmus bestimmt. Schau dir unser Video dazu an.