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Kaum ein Herrscher beeinflusste das mittelalterliche Europa so stark wie Karl der Große. Hier und im Video erfährst du, wer er war, wie er mächtig wurde und welches Erbe er hinterließ!

Inhaltsübersicht

Wer war Karl der Große?

Karl der Große wurde vermutlich im Jahr 747 oder 748 geboren und war einer der mächtigsten Herrscher des Mittelalters. Er regierte das Frankenreich und vergrößerte es durch zahlreiche Eroberungen.

Im Jahr 800 wurde Karl schließlich zum Kaiser gekrönt. Da dies nur der Papst tun konnte, kam ihm zugute, dass Papst Leo III. zuvor seine Hilfe gebraucht hatte: Karl unterstützte ihn und erhielt im Gegenzug die Kaiserwürde.

Während seiner Herrschaft förderte er die Bildung und verbreitete das Christentum. Dadurch prägte er Europa nachhaltig und wird heute auch als „Vater Europas“ bezeichnet. Am 28. Januar 814 starb Karl der Große im Alter von etwa 66 Jahren in Aachen.

Karl der Große Gemälde
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Karl der Große
Karl der Große – Steckbrief
Lebensdaten Geboren 747/748, gestorben am 28. Januar 814 in Aachen
Herkunft Stammte aus dem Herrschergeschlecht der Karolinger
Aufstieg Wurde 768 König der Franken und im Jahr 800 von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt
Herrschaft Vergrößerte das Frankenreich durch zahlreiche Kriege und Eroberungen

Bedeutung 

Förderte Schulen und Bildung, stärkte das Christentum und reformierte die Verwaltung; prägte Europa nachhaltig als „Vater Europas“ 

Die Herkunft von Karl dem Großen

Der genaue Geburtsort von Karl dem Großen ist bis heute nicht eindeutig bekannt. Er stammte aus der Familie der Karolinger, einer der bedeutendsten fränkischen Herrscherfamilien. 

Sein Vater Pippin der Jüngere war zunächst Hausmeier und damit einer der mächtigsten Männer im Frankenreich. Denn als Hausmeier verwaltete er die Besitze des Königs und spielte eine zentrale Rolle in der Politik. Im Jahr 751 ließ Pippin den letzten merowingischen König absetzen und ernannte sich selbst zum König der Franken. Dadurch wuchs Karl der Große von Anfang an in einem politischen und mächtigen Umfeld auf. Über seine sonstige Kindheit ist kaum etwas bekannt. 

Als Pippin im Jahr 768 starb, wurde das Frankenreich nach damaliger Tradition zwischen seinen Söhnen Karl und Karlmann aufgeteilt. Beide wurden zu Königen der Franken.

Das Bild zeigt die Karte Europas. Die markierte Fläche zeigt das Frankenreich im Jahr 768, als Karl der Große nach dem Tod seines Vaters Pippin König wurde. Sie umfasst vor allem Gebiete des heutigen Frankreichs sowie Teile Deutschlands, Belgiens, der Niederlande und der Schweiz.
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Ausdehnung des Frankenreichs zum Zeitpunkt von Pippins Tod

Nach Karlmanns frühem Tod im Jahr 771 übernahm Karl auch dessen Herrschaftsgebiet und wurde zum alleinigen König des Frankenreichs.

Quellen zum Leben Karls des Großen

Fast alles, was wir heute über das Leben Karls des Großen wissen, stammt aus den Aufzeichnungen seines Biografen Einhard. Etwa 15 Jahre nach Karls Tod schrieb er dessen Lebensgeschichte auf. Seine Biografie ist bis heute eine der wichtigsten Quellen über sein Leben.

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Welche Kriege führte Karl der Große? 

Die wichtigsten Ziele Karls des Großen waren, das Frankenreich zu vergrößern und den christlichen Glauben zu verbreiten. Um diese Ziele durchzusetzen, führte er während seiner Herrschaft zahlreiche Kriege und Feldzüge.

Langobardenfeldzug (773–774):

Karl zog gegen die Langobarden in Norditalien in den Krieg, nachdem Papst Hadrian I. ihn um Hilfe gebeten hatte. Innerhalb kurzer Zeit besiegte er die Langobarden, eroberte ihr Reich und wurde „König der Langobarden“.

Sachsenkriege (772–804):

Die Sachsenkriege dauerten insgesamt 32 Jahre und waren Karls längster Konflikt. Die Sachsen widersetzten sich sowohl seiner Herrschaft als auch dem Christentum. Karl eroberte ihre Gebiete, errichtete Burgen und führte neue Gesetze ein. Dabei zwang er die Sachsen teilweise mit Gewalt zum christlichen Glauben. Nach mehreren Aufständen war der Widerstand 804 endgültig gebrochen.

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Unterwerfung der Sachsen

Feldzüge in Spanien (ab 778):

Auch auf der Iberischen Halbinsel versuchte Karl, seinen Einfluss auszubauen. Große Eroberungen gelangen ihm dort nicht. Die Franken konnten jedoch ein Grenzgebiet südlich der Pyrenäen gewinnen, aus dem die Spanische Mark entstand.

Bayern (788):

Karl setzte den bayerischen Herzog Tassilo III. ab und gliederte das zuvor weitgehend selbstständig regierte Herzogtum Bayern vollständig in das Frankenreich ein.

Das Bild zeigt die Karte Europas. Die markierte Fläche zeigt das Frankenreich im Jahr 814, als Karl der Große an der Macht war. Sie umfasst vor allem Gebiete des heutigen Frankreichs sowie Teile Deutschlands, Belgiens, der Niederlande und der Schweiz. Zu den eroberten gebieten, die in einer anderen Farbe markiert sind gehören Sachsen, Bayern, die Langobarden und die Spanische Mark
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Ausdehnung des Frankenreichs während Karls Herrschaft

Durch diese Feldzüge erreichte das Frankenreich seine größte Ausdehnung und Karl wurde zu einem der mächtigsten Herrscher seiner Zeit.

Die Kaiserkrönung von Karl dem Großen 

Nachdem Karl der Große sein Reich durch zahlreiche Eroberungen stark vergrößert hatte, sah er sich zunehmend in der Rolle eines Kaisers.

Eine wichtige Rolle spielte dabei Papst Leo III. Dieser geriet in Rom in einen schweren Konflikt mit seinen Gegnern und suchte Schutz und Unterstützung bei Karl. Karl half dem Papst, seine Stellung in Rom wieder zu sichern.

Das Bild zeigt die Kaiserkrönung Karls des Großen. Karl kniet in der Mitte und wird von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt, während mehrere Geistliche und weitere Personen die Zeremonie beobachten.
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Kaiserkrönung Karl der Große

Im Gegenzug krönte Leo III. Karl am 25. Dezember 800 in der Peterskirche in Rom zum Kaiser. Damit wurde Karls besondere Machtstellung bestätigt und zugleich die Verbindung zwischen dem fränkischen Herrscher und der christlichen Kirche gestärkt. Karl knüpfte mit dem Kaisertitel außerdem an die Tradition der römischen Kaiser an.

💡Eine besondere Rolle in Karls Leben spielte die Stadt Aachen. Dort ließ er ab etwa 790 die berühmte Pfalzkapelle errichten. Auch nach seiner Kaiserkrönung kehrte Karl nach Aachen zurück und verbrachte dort viel Zeit.

Gesetze und Reformen von Karl dem Großen 

Karl der Große musste ein riesiges Reich mit vielen unterschiedlichen Völkern regieren. Deshalb führte er verschiedene Gesetze und Reformen ein, um seine Herrschaft zu sichern und das Reich zu organisieren.

Grafschaftsverfassung

Karl teilte sein Reich in verschiedene Gebiete ein, die von Grafen verwaltet wurden. Sie hielten entschieden über Streitfälle und sorgten für die Einhaltung seiner Befehle. Für ihre Dienste konnten sie vom König Land und die Nutzung von Besitz erhalten.

Um die Treue zu sichern, ließ Karl sie einen Treueeid schwören. Zusätzlich schickte Karl sogenannte Königsboten (Missi dominici) durch das Reich. Sie kontrollierten die Grafen, überprüften die Umsetzung seiner Gesetze und berichteten Karl über Probleme. 

Kirche und Religion

Er vereinheitlichte kirchliche Regeln und stärkte die Verbindung zwischen Kirche und Herrschaft. Der christliche Glaube sollte das große Reich zusätzlich zusammenhalten. Bischöfe und Äbte übernahmen neben religiösen auch politische und verwaltende Aufgaben. Gleichzeitig unterstützte Karl den Bau von Kirchen und Klöstern und sorgte für einheitlichere kirchliche Regeln.

Bildungsreform

Karl der Große ließ Schulen an Klöstern und Bischofssitzen ausbauen, in denen vor allem Geistliche Lesen, Schreiben und Latein lernten. Mit der karolingischen Minuskel verbreitete sich eine einheitliche und gut lesbare Schrift. Diese Entwicklung wird heute als karolingische Renaissance bezeichnet.

Münzreform

Karl vereinheitlichte außerdem das Münzsystem. Als einheitliches Zahlungsmittel galt nun die Silbermünze (Silberdenar). So konnte er den Handel vereinfachen. Außerdem erließ er ein Gesetz, nach dem nur der Herrscher, also er selbst, das Münzprägerecht hatte.

Wie starb Karl der Große? 

Karl der Große starb am 28. Januar 814 im Alter von etwa 66 Jahren in Aachen, vermutlich nach einer Erkrankung. Er wurde noch am selben Tag im Aachener Dom beigesetzt. Sein Sohn Ludwig der Fromme übernahm anschließend die Herrschaft über das Frankenreich.

Karls Einfluss blieb jedoch noch lange nach seinem Tod bestehen, denn sein großes Frankenreich wurde unter seinen Nachfolgern aufgeteilt. Besonders wichtig war dabei der Vertrag von Verdun im Jahr 843, durch den das Reich unter seinen Enkeln in drei Teile geteilt wurde. Aus dem Westreich entwickelte sich im Laufe der Zeit Frankreich, während aus dem Ostreich wichtige Grundlagen für das spätere Deutschland entstanden.

Seine Reformen in Verwaltung, Kirche und Bildung wirkten ebenfalls weiter. Besonders die Förderung von Schulen und das Abschreiben antiker Texte trugen dazu bei, Wissen zu bewahren. 

Karl der Große — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was ist die Grafschaftsverfassung Karls des Großen?
    Die Grafschaftsverfassung Karls des Großen war ein Verwaltungssystem, mit dem er sein Reich in Gebiete einteilte und dort Grafen als Stellvertreter einsetzte. Diese Grafen hatten vor Ort die Befehlsgewalt und waren Karl direkt unterstellt. Boten überbrachten Anweisungen und kontrollierten die Grafen.
  • Welche Sprache hat Karl der Große gesprochen?
    Karl der Große sprach wahrscheinlich vor allem Fränkisch (eine germanische Sprache) als Alltagssprache am Hof. Für Kirche, Bildung und viele Urkunden nutzte er außerdem Latein, weil Latein damals die wichtigste Sprache für Gelehrte und die Kirche war. In Teilen seines Reiches begegneten ihm auch romanische Dialekte.
  • Wie kam Karl der Große zu Tode?
    Karl der Große starb am 28. Januar 814 in Aachen. Eine genaue, eindeutig belegte Todesursache ist aus den Quellen nicht sicher bekannt. Wahrscheinlich starb er im hohen Alter an einer Krankheit, nicht durch Gewalt oder in einer Schlacht.
  • War Karl der Große grausam?
    Karl der Große kann als grausam wirken, weil er sein Reich durch Kriege erweiterte und Gegner hart unterdrückte. Im Sachsenkrieg ließ er heidnische Bräuche verbieten, nahm Geiseln und setzte die Christianisierung auch mit Zwang durch. Gleichzeitig war solche Härte im Frühmittelalter bei Herrschern nicht ungewöhnlich.

Mittelalter verstehen

Karl der Große gehört zur Geschichte des Mittelalters und ist eine der bekanntesten Herrscherfiguren Europas. Wer sich mit dem Mittelalter beschäftigt, ordnet Könige, Kirche, Reich und Alltag in ihre Zeit ein. So wird klar, wie Macht, Glaube und Leben der Menschen in Europa zusammenhingen. Im Geschichtsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.

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