Wer war Martin Luther?

Martin Luther (1483–1546) war ein Mönch und Theologe und ist als Begründer der Reformation bekannt.

Durch die Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasshandels kam es im 16. Jahrhundert in Deutschland zur Spaltung der Kirche in die römisch-katholische und die lutherisch-evangelische Kirche.

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Martin Luther Steckbrief

Da seine Thesen der katholischen Kirche missfielen, wurde er der Ketzerei beschuldigt und musste sich für 10 Monate auf der Wartburg in Thüringen verstecken.

Hier übersetzte er das Neue Testament vom Lateinischen ins Deutsche und machte die Bibel durch die „leichte Sprache“ für die breite Bevölkerung zugänglich. Somit hatte er auch einen erheblichen Einfluss auf die deutsche Sprache!

Was versteht man unter der Reformation?

Das Wort „Reformation“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Erneuerung“. Heute versteht man darunter die Entstehung der evangelischen Kirche vor etwa 500 Jahren. Auslöser war die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen, in denen er sich über den Ablasshandel und die große Macht des Papstes beschwerte. Damit spaltete er die „allmächtige, heilige katholische Kirche“.

Martin Luther Steckbrief

In diesem Martin Luther Steckbrief findest du alle wichtigen Informationen zu Luther im Überblick:

Name Martin Luther
Geburt 10. Oktober 1483 in Eisleben
Tod 18. Februar 1546 in Eisleben
Beruf Augustinermönch, Theologieprofessor
bekannt für: Reformation der Kirche, 95 Thesen, Lutherbibel

Martin Luther Lebenslauf

Im Folgenden findest du die wichtigsten Ereignisse aus Luthers Leben kurz und knapp zusammengefasst: 

  • 1483: Geburt in Eisleben
  • 1505: Legende vom Unwetter: Luther gelobte, Mönch zu werden
  • 1510: Reise nach Rom und wachsender Groll gegen die katholische Kirche und den Ablasshandel
  • 1517: Verbreitung der 95 Thesen
  • 1518–1521: Prozess gegen Luther
  • 1521: Verbannung aus der Kirche und anschließende Flucht auf die Wartburg
  • 1521–1522: Bibelübersetzung auf der Wartburg und Verbreitung durch den Buchdruck
  • 1546: Tod in Eisleben

Frühes Leben — der Weg zum Mönch

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Bei seinen Eltern, Hans und Margarete Luder, wuchs er in bescheidenem Wohlstand auf. Er genoss eine gute Schulausbildung und besuchte später die Universität in Erfurt. Dort schloss er eine akademische Grundausbildung ab. Daraufhin begann er auf den Wunsch seines Vaters ein Jurastudium. Schon bald beendete Luther das Studium aber wieder, als er ein einschneidendes Ereignis erlebte:

Als Martin Luther im Juli 1505 seine Eltern besuchte, geriet er auf dem Rückweg in ein Gewitter. In der Angst, vom Blitz getroffen zu werden, schickte er ein Stoßgebet an die Heilige Anna. Er schwor: Sollte er den Sturm überleben, würde er ein Mönch werden. Diesem Versprechen blieb er auch treu.

Nur zwei Wochen später trat er dem Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt bei. Als Bruder Martin führte er fortan ein strenges Mönchsleben. Zwei Jahre nach seinem Beitritt wurde er zum Priester gewählt. Nach seiner Grundausbildung nahm Luther dann ein Theologiestudium auf und erwarb schließlich 1512 seinen Doktortitel in Wittenberg. Hier war er bis zu seinem Tod als Theologieprofessor tätig. 

Martin Luther Reformation 

Als Martin Luther um das Jahr 1510 nach Rom reiste, begann er, einige Praktiken der Kirche zu hinterfragen. Dort wurde er nämlich Zeuge eines exzessiv betriebenen Ablasshandels durch die katholische Kirche. 

Ablasshandel Definition

Der Ablass ist in der katholischen Kirche eine Tat, um nach einer begangenen Sünde Gottes Segen zu erlangen. Das kann ein Kirchenbesuch, eine Wallfahrt oder eine Beichte sein. In der Zeit um 1500 wurde diese Praxis allerdings missbraucht: Gläubige konnten sich einen Ablass mit Geld „erkaufen“. Ihnen wurde erzählt, dass sie damit die Zeit im Fegefeuer verkürzen konnten, wo sie (nach katholischem Glauben) nach ihrem Tod für ihre Sünden büßen mussten. 

Laut Luther entsprach der Ablasshandel nicht dem eigentlichen Wesen des Christentums. Er war der Meinung, dass eine Neuordnung der Kirche notwendig wäre, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Doch was war Luthers Auffassung nach „das Wesentliche“?

Das Turmerlebnis 

Diese neue Erkenntnis kam ihm in der Studierstube des Wittenberger Klosterturms. Man nennt diesen Zeitpunkt auch „reformatorische Entdeckung“ oder das „Turmerlebnis“.

In dieser Zeit fand Martin Luther zu einem ganz neuen Verständnis von Gottes Gerechtigkeit: Er erkannte, dass Gott kein strafender, mitleidsloser Gott war — wie es die Kirche damals lehrte. Der Mensch könne sich die Erlösung von Gott nicht verdienen oder erkaufen. Nur Gott selbst könne mit seinem „Dazutun“ den Mensch erlösen.

Martin Luther erschloss, dass Gott barmherzig sei und den Menschen mit seinen Sünden nicht vernichten wolle. Dieses Gottesbild sollte zu einer der Grundlagen von Luthers reformatorischem Gedanken werden.

Luther war nun also der festen Überzeugung, dass die Gläubigen sich die Erlösung nicht durch einen Ablass erkaufen konnten. Außerdem war er der Meinung, dass es keinen kirchlichen Vermittler zwischen den Gläubigen und Gott brauchte. All diese Anliegen fasste er in seinen berühmten 95 Thesen zusammen.

Martin Luthers 95 Thesen

Ein bestimmtes Ereignis veranlasste Luther dann schlussendlich, seine berühmten 95 Thesen zu verfassen:

Mit dem sogenannten Petersablass sollte die Fertigstellung des Petersdoms in Rom finanziert werden. Zudem sollten so die Geldschulden der Kleriker (Päpste, Äbte, Bischöfe, Mönche) getilgt werden.

Der Ablass wurde also nicht aus religiösen Gründen erlassen, sondern war einzig und allein dazu da, um Geld einzunehmen. Der Dominikanermönch Johannes Tetzel lies die Ablassbriefe sogar drucken, um sie auf der Straße zu verteilen und bei den Leuten zu bewerben!

Daraufhin veröffentlichte Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen wider den Missbrauch des Ablasses“. Dieser Tag symbolisiert bis heute den Beginn der Reformation

💡 Schon gewusst? Martin Luther soll am selben Tag einen Ausdruck seiner 95 Thesen an das Tor der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen haben. Das nennst du auch Thesenanschlag. Ob diese Geschichte wahr ist, ist allerdings nicht ausreichend belegt.

Da er damit anfangs nicht auf die erhoffte Aufmerksamkeit und Diskussion stieß, versandte er seine Schrift auch an seine Freunde. Durch den Buchdruck verbreiteten sich seine Artikel daraufhin wie ein Lauffeuer im ganzen Reich. 

Verfolgung durch die katholische Kirche 

Nach der Veröffentlichung seiner 95 Thesen leitete die katholische Kirche eine Untersuchung auf Ketzerei gegen Martin Luther ein. Er widerrief seine Schriften allerdings nicht, woraufhin er von Papst Leo X. aus der Kirche ausgeschlossen wurde.

Eine letzte Gelegenheit zur Wiedergutmachung bekam er jedoch noch: Er sollte seine Thesen vor dem Reichstag in Worms zurückrufen und sich verteidigen. Dann wäre er dem Kirchenausschluss und weiteren Strafen vermutlich entkommen. Doch auch in Worms vertrat Luther seine Thesen.

Das führte dazu, dass Kaiser Karl V. im Wormser Edikt die Reichsacht über Luther aussprach. Das bedeutete, dass Martin Luther nun vogelfrei war. Jeder, der ihn traf, konnte ihn umbringen, ohne eine Strafe dafür zu bekommen. 

💡Schon gewusst? Ketzerei betreibt eine Person, die öffentlich eine Meinung vertritt, welche nicht den religiösen Ansichten der Kirche entspricht. Aus Sicht der Kirche ist so eine Person also ein Ketzer.

Bibelübersetzung auf der Wartburg

Als der sächsische Kurfürst, Friedrich der Weise, von Luthers Schicksal erfuhr, ließ er ihn zu seiner Sicherheit auf die Wartburg bei Eisenach entführen. Dort hielt sich Luther zehn Monate unter dem Namen „Junker Jörg“ versteckt. 

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Lutherstube auf der Wartburg

Während seiner Zeit auf der Wartburg übertrug Luther das Neue Testament ins Deutsche — eines seiner berühmtesten Projekte. Zwar war er nicht der Erste, der die Bibel ins Deutsche übersetzte, er versuchte jedoch, sie in „einfaches Deutsch“ zu übersetzen. So wollte er es auch dem einfachen Volk ermöglichen, die Schrift Gottes verstehen zu können. 

Dank des Buchdrucks konnte die Lutherbibel viele Jahre später vervielfältigt werden. So sprachen sich immer mehr Menschen gegen die römisch-katholische Kirche und deren Glaubenssätze aus. In den folgenden Jahren kam es dadurch zu einer Spaltung der Kirche in die römisch-katholische und die lutherisch-evangelische Kirche. Die Lutherbibel wurde zur grundlegenden Schrift der lutherisch-evangelischen Kirche.  

Martin Luther Tod

Bis zu seinem Tod lehrte Luther an der Universität Wittenberg weiter und setzte seine Tätigkeit als Reformator fort. Nachdem seine letzten Lebensjahre von Krankheiten geprägt waren, starb er schließlich am 18. Februar 1546 in seiner Geburtsstadt Eisleben.

Buchdruck

Durch den Buchdruck ließen sich Luthers 95 Thesen und seine Übersetzung der Bibel überhaupt erst unter die Leute bringen, sodass sich immer mehr Menschen Luthers Ansichten anschlossen. Alles über die bahnbrechende Erfindung des 15. Jahrhunderts erfährst du im nächsten Beitrag .

Zum Video: Buchdruck
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