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Ein Papst sorgte dafür, dass ein König bis nach Italien lief, um ihn um Vergebung zu bitten. Doch wie kam es dazu? Alles, was du zum sogenannten Investiturstreit wissen musst, erfährst du in diesem Beitrag!

Was war der Investiturstreit?

Im Investiturstreit (1073-1122) standen sich im Mittelalter zwei Seiten gegenüber, nämlich der weltliche König Heinrich IV. und der geistliche Papst Gregor VII. In der Auseinandersetzung ging es darum, wer von beiden die Macht hatte, Bischöfe und andere Kirchenmänner zu bestimmen. Diese Amtseinsetzung nennt man auch Investitur.

Durch ein Mitspracherecht bei der Investitur konnten die Könige sicherstellen, dass Leute aus ihren eigenen Reihen das wichtige Bischofsamt übernahmen. Jedoch war die Kirche mit der Einflussnahme der weltlichen Macht nicht zufrieden. Beide Seiten versuchten verbittert, sich im Investiturstreit durchzusetzen. 

Letztlich führte nur ein Vertrag zwischen Staat und Kirche zu einer Einigung im Investiturstreit: das Wormser Konkordat.%Alles Wichtige zum Investiturstreit haben wir dir in unserem Video zusammegefasst.

Weltlicher und kirchlicher Machtkampf

Geistliche und weltliche Herrscher behaupteten beide, dass die Investitur zu den ihren eigenen Aufgaben gehörte. Die Geistlichen erhofften sich dadurch die „Freiheit der Kirche“, also Unabhängigkeit von den weltlichen Herrschern. Dagegen wollte der deutsche König Heinrich IV. die eigene Machtposition auch in der Kirche sichern.

Doch die weltlichen Herrscher hatten einen entscheidenden Nachteil: Das Papstwahldekret von 1059 verbot es weltlichen Herrschern, sich in die Wahl von Kirchenleuten einzumischen.

Trotz des offiziellen Beschlusses widersetzte sich Heinrich IV., indem er im Jahr 1076 in einer Synode (Versammlung von Bischöfen) den Papst durch die Bischöfe absetzen ließ. Papst Gregor VII. reagierte darauf wutentbrannt und verhängte gegen den König einen Kirchenbann.

Kirchenbann

Ein Kirchenbann ist eine Verurteilung der Kirche. Der Verbannte ist nicht mehr Teil der Religionsgemeinschaft. Er konnte nicht mehr die Sakramente der Kirche empfangen (das Abendmahl) und wurde von anderen Gläubigen verstoßen. Da Menschen im Mittelalter sehr gläubig waren, bedeutete der Kirchenbann eine harte Strafe

Der König sah nun seine Macht gefährdet! Denn der Bann war gefundenes Fressen für die politischen Gegner, die dem König daraufhin ein Ultimatum setzten: Entweder würde er den Bann brechen oder nach einem Jahr abgesetzt werden. Der Investiturstreit war entbrannt.

Gang nach Canossa

Der König musste auf dieses Ultimatum der Opposition mit einer Entschuldigung an den Papst reagieren. Und strenge Maßnahmen erforderten harte Konsequenzen: Heinrich IV. lief im Jahr 1077 bis nach Canossa in Italien, um den Papst um Vergebung zu bitten. Obwohl dieser Schritt beschämend für den König war, war es die einzige Möglichkeit für den König, den Bann zu brechen. In Canossa harrte er drei Tage aus, bis der Pabst ihm verzieh.%Liebe Animation, an dieser Stelle bitte folgendes Bild einblenden: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Canossa-gate.jpg, Bildunterschrift: Heinrich IV lief im Investiturstreit bis nach Canossa, um den Papst um Vergebung zu bitten Alttext: investiturstreit einfach erklärt, der investiturstreit , investiturstreit zusammenfassung, canossa, gang nach canossa

Doch der Gang nach Canossa zeigte nicht lange Wirkung, denn der Papst setzte ein beinahe vollständiges Investiturverbot durch: Der deutsche König durfte keine Kirchenleute mehr in ihr Amt einsetzen.

Gegenpapst und Gegenkaiser

Heinrich IV. konterte schnell: Er ließ 1080 sogar den Gegenpapst Clemens III. wählen! Der Gegenpapst vertrat natürlich die Interessen von Heinrich und ernannte den König nur vier Jahre später zum Kaiser. Und das, obwohl es zur gleichen Zeit einen rechtmäßig gewählten Papst gab.

Doch auch Heinrichs Gegner ließen illegitime Gegenkaiser wählen und so blieb die Situation äußerst angespannt. Der Investiturstreit blieb auch nach dem Tod von Papst Gregor im Jahr 1085 bestehen. 

Wormser Konkordat

Nach fast 50 Jahren löste ein Vertrag den Investiturstreit: das Wormser Konkordat von 1122.

Das Konkordat war ein Kompromiss für beide Seiten: Die Kirche hat sich das Recht gesichert, weiterhin die eigentliche Einkleidung vorzunehmen: So durfte der Papst weiterhin dem Bischof Stab und Ring überreichen. Die Könige übergaben ihm Zepter und Schwert, die weltlichen Insignien. So hatten die Könige auch ein Mitspracherecht bei der Wahl des Bischofs, die Durchführung der Wahl war jedoch Sache der Kirche.

Ständegesellschaft

Super, du weißt jetzt alles Wichtige zum Investiturstreit! Die Könige und Kaiser gehörten damals zum obersten Stand in der mittelalterlichen Gesellschaft. Wenn du nun noch mehr zur Ständegesellschaft im Mittelalter erfahren willst, dann schau dir unseren dazu Beitrag  an!%Thumbnailverweis

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