Mittelalter Burg einfach erklärt

Im Mittelalter wurden ungefähr 20 000 Burgen errichtet. Von den meisten sind heute aber nur noch verfallene Burgruinen übrig. Die mächtigen Burgen dienten im Mittelalter als Herrschaftssymbol des Rittertums und als Mittelpunkt des ritterlichen Lebens. Damit erfüllten sie eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Burgen im Mittelalter waren also nicht nur eine Darstellung von Macht, sondern auch Wirtschaftszentren und boten Schutz.

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Mittelalterliche Burg

Auf der Burg im Mittelalter lebte der Burgherr, der ein Ritter, Fürst oder Adliger war. Außerdem lebten seine Familie, seine Verwandtschaft und seine Bediensteten auf der Burg. Ihr Alltag auf der Burg drehte sich um die Versorgung der Bewohner und um die Verwaltung der Ländereien des Burgherrn.

Funktion einer Burg

Die Ritter und Könige bauten Burgen, um sich selbst, aber auch ihre Untertanen vor feindlichen Angriffen zu schützen. Der Hauptzweck einer Burg war also der Schutz vor Feinden. Gleichzeitig waren die majestätischen Burgen ein Machtbeweis der Burgherren. 

Die mittelalterliche Burg war als Familiensitz auch der Mittelpunkt des ritterlichen Lebens, denn dort bewahrte der Burgherr seinen Besitz auf und empfing Gäste.

Von der Burg aus kümmerte sich der Burgherr auch um seine Untertanen und sorgte dafür, dass seine Ländereien von ihnen bestellt und abgeerntet wurden. Im Gegenzug garantierte er die Sicherheit der Bauern und forderte Abgaben ein, zum Beispiel in Form von Getreide. Das nennst du auch das Konzept des Lehnswesens

Mittelalter Burg: Das Wirtschaftszentrum

Außerdem erfüllten die Burgen im Mittelalter einen wirtschaftlichen Zweck. Du kannst sie deshalb auch als das Wirtschaftszentrum der damaligen Zeit beschreiben. Ein Burgherr besaß nämlich die Ländereien um die Burg herum und verwaltete diese, trieb Steuern ein und sammelte Zölle für die Instandhaltung von Straßen und Brücken. Damit wurde die Burg zum Verwaltungssitz.

Dort wurden sogar Gerichtsverhandlungen abgehalten und Handel betrieben. Daher siedelten sich um die mittelalterliche Burg herum oft Handwerker und Händler an. Im Laufe der Zeit wurden aus manchen Burgen richtige Städte.

In einem Satz kannst du also zusammenfassen, dass die Burg das Zentrum der Wirtschaft, der Sicherheit und des Lebens war.

Wie sind Burgen entstanden?

Die ersten Burgen entstanden im Nordwestfrankreich des 9. und 10. Jahrhunderts. Sie wurden damals aus Holz und Erdreich zum Schutz vor den Wikingern errichtet, die zu dieser Zeit in Europa einfielen. Erst später entstanden Burgen aus Steinen und Ziegeln. In der Blütezeit des Burgenbaus im 11. Jahrhundert entstanden dann prächtige Burgen. Von da an waren Burgen nicht nur schützende Gebäude, sondern auch das Herrschaftssymbol des Rittertums.

Wie sind Burgen aufgebaut?

Höhenburgen, Wasserburgen und viele mehr — mittelalterliche Burgen konnten sehr unterschiedlich aussehen. Manche Burgen standen auf Bergen und Felsen, andere wiederum waren von Burggräben oder sogar Seen umgeben.

Obwohl sich ihr Aussehen und auch ihre Lage sehr unterscheiden, gab es bestimmte Bestandteile einer Burg, die meist gleich waren. Schau dir den Aufbau einer Burg im Mittelalter auf dem Bild an: 

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Aufbau einer Burg im Mittelalter
  • Burggraben: Er schützte die Burg vor Angriffen.
  • Zugbrücke: Diese Brücke über dem Burggraben diente zum Schutz der Burg.
  • Burgtor: Das Burgtor war oft durch ein Fallgitter gesichert.
  • Ringmauer: Die mächtige Ringmauer war die dickste und höchste Burgmauer. Sie diente zum Schutz und als Verteidigungsanlage.
  • Palas: Hier wohnten der Burgherr und seine Familie. Dort befanden sich die Wohnräume der Herrscher und die Kemenaten.
  • Kemenate: Die Kemenaten sind kleine, aber warme Räume. Dort wohnte die Burgherrin mit ihren Burgfrauen.
  • Burghof: Am Rande des Burghofs finden sich verteilt an der Ringmauer verschiedene Wirtschaftsgebäude wie der Stall, die Schmiede und die Küche.
  • Bergfried: Er ist der größte und sicherste Turm der Burg. Er wird auch Hauptturm genannt.
  • Brunnen: An ihm hing die Wasserversorgung der Burg.
  • Kapelle: Hier wurden kleine Gottesdienste und Andachten abgehalten.
  • Vorburg: In der Vorburg befanden sich Wirtschaftsgebäude wie Schmieden und Lagerräume sowie Schlafplätze für Bedienstete.

Die mittelalterliche Burg war damit ein mächtiges Gebäude und erstreckte sich über mehrere Stockwerke. Während der Burgherr und seine Familie die oberen Geschosse des Palas bewohnten, wohnten im Erdgeschoss meist die Bediensteten und Wächter. Die Ringmauer umgab den Palas und den Burghof und sorgte für die Sicherheit der Bewohner. An ihr reihten sich kleinere Gebäude wie Ställe. Hinein und hinaus kam man durch das Burgtor und über die Zugbrücke.

Große Burgen hatten teilweise noch eine Vorburg. Hier gab es Platz für weitere Lagerräume und Schlafstätten.

Räume einer Burg im Mittelalter

Die oberen Räume einer Burg befanden sich im Palas. Dazu gehörte der Thronsaal und die Essens- und Schlafräume der Bewohner. Daneben befanden sich die Kapelle und Lagerräume für Lebensmittel und Werkzeuge. Im Burggarten wurden Obst und Kräuter angebaut. In den Kellerräumen befanden sich Schatzkammern, aber auch die berüchtigten Folterkammern und Verliese.

Leben auf der Burg

Du hast bestimmt schon einmal einen Film mit Rittern und Burgen gesehen. Das Leben auf der Burg im Mittelalter unterschied sich aber von dem, was dort gezeigt wird. Neben den wenigen riesigen und prunkvollen Burgen gab es hauptsächlich kleine Ritterburgen, in denen recht bescheiden und sogar beengt gelebt wurde.

Vor allem im Winter war es in den engen Burgen oft dunkel und kalt, da die Fenster sehr klein waren und man nur durch Feuer Licht und Wärme erzeugen konnte. Selbst das war nicht in jedem Raum möglich. Richtige Öfen fanden sich meist nur in der Küche und in den Wohnräumen des Burgherrn und der Burgherrin. Die Räume einer Burg im Mittelalter waren also nicht alle gemütlich und bequem.

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Innenraum einer Burg

Das Leben auf der Burg war aber nicht nur dunkel und kalt, sondern auch ungesund. Damals gab es nämlich noch keine gute Hygiene und auch kein fließendes Wasser. Krankheiten konnten sich so und auch durch das gemeinsame Leben mit den Tieren sehr schnell verbreiten.

Wer lebte auf einer Burg im Mittelalter?

Auf einer Burg im Mittelalter lebte der Burgherr gemeinsam mit seiner Familie und seinem Gefolge. Das konnten, je nach Größe der Burg, sogar mehrere Hundert Menschen sein! Dazu gehörten die Verwandten des Burgherrn, Soldaten, Köche, Knechte und Mägde, aber auch Handwerker und Schmiede. Auch ein Burgverwalter lebte auf der Burg. Dieser kümmerte sich um sie, da der Burgherr oft verreiste.

Alltag auf einer mittelalterlichen Burg

Die Bewohner der Burg hatten alle einen sehr unterschiedlichen Alltag, da sie auch unterschiedliche Aufgaben hatten. Der Burgherr musste als Herrscher dafür sorgen, dass es den Menschen, die von ihm abhängig waren, gut ging. Die Bediensteten des Burgherrn kümmerten sich um die Instandhaltung der Burg, das Ausmisten der Ställe und das Anlegen von Vorräten für den Winter. Sie bestellten auch seine Felder. 

Außerdem gab es noch den sogenannten Burgvogt. Er kümmerte sich als „Verwalter“ darum, dass dort alles ordentlich vonstattenging und jeder seine Arbeit machte. Er übernahm also die Verwaltung der Burg. Das war wichtig, da der Burgherr oft auf Reisen ging oder andere seiner Burgen besuchte. Die mittelalterliche Burg stand dann nicht leer, sondern wurde vom Verwalter und den Bediensteten bewohnt.

Die meiste Arbeit drehte sich um die Versorgung der Menschen auf der Burg. Deshalb war die Landwirtschaft sehr wichtig und der Tagesablauf war in den Sommermonaten durch sie bestimmt. Teilweise musste sogar der Burgherr dort mithelfen. Nur sonntags hatten die Bewohner der Burg immer frei, da sie dort in die Kirche gingen.

Im Gegensatz zu den anderen Jahreszeiten gab es im Winter nicht viel zu tun. Felder konnten nicht bestellt werden und auch Gäste kamen selten. Deshalb waren die dunklen Wintermonate sehr trist und langweilig.

Schon gewusst?

Eine Gemeinsamkeit des Lebens aller Burgbewohner war, dass sich ihr Leben nach der Sonne richtete. Ein Arbeitstag begann mit dem Aufgehen der Sonne und endete mit ihrem Untergang. Das lag daran, dass es schwierig war, die Räume der Burg zu beleuchten. Um es trotzdem warm und etwas heller zu haben, zogen sich die Burgherren in die kleineren Räume zurück. Dazu gehörte auch die Kemenate der Burgherrin.

Feste auf der Burg

Gäste waren oft eine willkommene Abwechslung vom sonst anstrengenden Alltag. Hin und wieder gab es auch Abwechslung durch vorbeiziehende Spielleute wie Feuerspucker und Dompteure oder fahrenden Schauspielgruppen. Auch spektakuläre Ritterturniere boten eine spannende Unterhaltung.

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Ritterturnier

Zusätzlich wurden auf der Burg im Mittelalter auch manchmal rauschende Feste mit anderen Adligen gefeiert. Die Feste fanden nur wenige Male im Jahr statt und gingen oft mehrere Tage. Dort gab es dann richtige Festmähler mit frisch gejagtem Wildschwein, Hirsch, Fasan und Hasen. Den Gästen wurden also sehr teure Speisen aufgetischt.

Ernährung

Normalerweise ernährten sich die Burgbewohner aber nicht abwechslungsreich. Es gab meist nur Gerichte aus Getreide, wie Brei und Brot. Auch Milch, Eier und Gemüse wurden oft gegessen. Fleisch kam nur selten auf den Tisch, da Tiere als Arbeitsvieh sehr wertvoll waren. Anstelle von Wasser, das oft verschmutzt war, tranken die Bewohner der Burg oft alkoholische Getränke wie Bier. In den Sommermonaten gab es auch oft Säfte.

Das Mittelalter

Jetzt kennst du dich bestens mit den Burgen im Mittelalter aus! Schau dir am besten unser Video an, um mehr über das Mittelalter zu erfahren.

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