Lernmethoden einfach erklärt

Mithilfe von bestimmten Lernmethoden kannst du dir den Lernprozess erleichtern und den Stoff effektiv und langfristig abspeichern. Wenn du also etwas lernen solltest, aber nichts im Kopf hängen bleibt, musst du etwas nachhelfen! Denn dein Gehirn merkt sich vor allem die Dinge, die es für wichtig erachtet. 

Zuerst solltest du dir dein Lernziel festlegen, einen Lernplan erstellen und dir dann beim aktiven Lernen diverse Lernmethoden zunutze machen. Die angewendeten Methoden können dabei visuell oder auditiv sein.

💡 Beachte: Nicht für jeden funktioniert jede Methode gleich gut. Durch Ausprobieren findest du heraus, was die beste Lernmethode für dich ist!

Definition Lernmethoden

Lernmethoden sind Werkzeuge, mit denen man Wissen effizienter abspeichern kann. Das Ziel jeder Lernmethode ist es, das Lernen zu vereinfachen, zu verbessern und zu intensivieren.

Lernmethoden Übersicht

Welche Lernmethoden gibt es? Im Folgenden zeigen wir dir eine Übersicht der effektivsten Lernmethoden:

Lernmethode  Vorgehensweise
Zusammenfassungen Gesamten Lernstoff in eigenen Worten auf das Wichtigste reduzieren
Visualisierung  Durch Bilder, Zeichnungen und Strukturen kannst du dir Zusammenhänge leichter merken
Mindmap Verschiedene Ebenen anschaulich darzustellen, erleichtert das Lernen ebenfalls
Karteikarten Wissen in kleinen Mengen auf eine Karteikarte schreiben
Lesen Den Text nach genauen Vorgaben lesen: Überblick, Fragen stellen, beantworten, reflektieren
Eselsbrücken Gespielt Verbindungen herstellen, die das Wissen verankern
Verknüpfungen  Orte oder Objekte mit Informationen verknüpfen
Diskussion/Vorsprechen Inhalte alleine oder in einer Gruppe vortragen 
Prüfungssimulation/Altklausuren Prüfungssituation schon vorher nachstellen und unter Zeitdruck üben
Digitales Lernen Online-Angebote wahrnehmen, z. B. Lernvideos

Die richtige Lernmethode finden

Mit einer guten Vorbereitung lässt es sich umso leichter lernen! Um herauszufinden, welche Lernmethode die richtige ist, solltest du dir also schon vor Beginn der Lernphase ein paar Fragen stellen:

1. Welches Ziel möchte ich durch das Lernen erreichen? 

Bevor du mit deiner Prüfungsvorbereitung  beginnst, solltest du dir ein Ziel setzen. Willst du die Klausur einfach nur bestehen? Oder möchtest du dir das Wissen langfristig aneignen?

2. Was ist besonders wichtig?

Setze dir Schwerpunkte. Auf manche Themen kommt es besonders an, während du andere eher vernachlässigen kannst. Damit kannst du den relevanten Stoff schon ganz gut eingrenzen und nur das lernen, was wirklich wichtig ist. 

3. Wie teile ich meine Zeit am besten ein?

Ein gutes Zeitmanagement ist sehr wichtig. Am besten erstellst du dir dazu einen Lernplan, denn so gerätst du nicht in Stress. Außerdem solltest du dich fragen, ob du täglich ein paar Stunden Zeit investierst oder zum Beispiel nur einmal die Woche. 

Wenn du dir diese Fragen beantwortet hast, kannst du mit der Planung deiner Lernphase beginnen und nach der richtigen Lernmethode suchen!

4. Welcher Lerntyp bin ich?

Grundsätzlich kannst du zwischen 4 verschiedenen Lerntypen unterscheiden. Deinen eigenen Lerntyp zu kennen hilft dir herauszufinden, wie du dich am besten auf deine Prüfungen vorbereiten kannst:

Auditiver Lerntyp Auditive Lerntypen lernen vor allem durch Zuhören. Du könntest also auf Hörbücher zum Thema zurückgreifen oder dir sogar selbst eine Sprachnotiz auf dem Handy aufnehmen, die du dann immer mal wieder abspielst. 
Visueller Lerntyp Wenn du ein visueller Lerntyp bist, kannst du dir Bilder, Tabellen und Grafiken besonders gut merken. Am besten verbildlichst du dir also deinen Lernstoff, zum Beispiel auf Karteikarten.
Kommunikativer Lerntyp Als kommunikativer Lerntyp verinnerlichst du Wissen am besten, wenn du darüber sprichst. Für den Austausch mit anderen eignet sich eine Lerngruppe super für dich!
Experimenteller/Motorischer Lerntyp Am besten lernst du die Dinge, bei denen du aktiv dabei bist. Versuche also, den Lernstoff mit einer Handlung oder einem Experiment zu verbinden.

Natürlich kannst du auch eine Mischung aus mehreren Lerntypen sein. Bist du eher ein auditiver Lerntyp, ist es wahrscheinlich, dass du Inhalte auch durch Sprechen gut verinnerlichen kannst, und somit gleichzeitig ein kommunikativer Lerntyp bist.

Lernmethode – Zusammenfassungen schreiben

Es kann sehr hilfreich sein, die wichtigsten Informationen aus dem Unterricht oder der Vorlesung zusammenzutragen. Mit dieser Lernmethode verinnerlichst du schon beim Schreiben die Themen und kannst sie später einfacher aus deinem Gedächtnis abrufen.

Aber Vorsicht: Damit solltest du schon vor deiner Prüfungsphase beginnen, sodass du noch ausreichend Zeit hast, dir das Geschriebene auch einzuprägen!

Tipp: Cornell-Technik

Mit der sogenannten Cornell-Technik kannst du deine handschriftlichen Notizen strukturieren. Dazu teilst du dein Blatt Papier in drei Abschnitte ein. Der größte Teil in der Mitte ist für die Notizen. In der linken Spalte kannst du Fragen festhalten und im unteren Drittel machst du dir eine Zusammenfassung in deinen eigenen Worten. So kannst du in der Lernphase immer wieder darauf zurückgreifen!

Lernmethode – Visualisierung

Um dir komplexe Inhalte besser zu merken, kannst du dir den Stoff statt als Text, auch als Grafik vor Augen führen. Das hat den Vorteil, dass du statt viel Text die gleichen Inhalte in einem kompakten Bild vereinigen kannst. Das klappt besonders gut bei chronologischen Abfolgen, Hierarchien oder Teil-Ganzes-Relationen. 

Lernmethode – Mindmap

Mindmaps sind eine effektive Lernmethode, wenn es darum geht, dem Thema eine klare Struktur zu geben. Am besten gehst du beim Erstellen einer Mindmap folgendermaßen vor:

  1. Brainstorming: Überlege dir alle Begriffe, die wichtig sind, um das Thema zu verstehen, und schreibe sie dir auf. 

  2. Oberkategorien: Dann überlegst du dir, welche dieser Begriffe zusammenpassen, und gibst ihnen einen passenden Oberbegriff. Wichtig hierbei ist: vom Allgemeinen zum Speziellen!

  3. Grafik: In einer Grafik stellst du die verschiedenen Gruppen mit ihrem jeweiligen Oberbegriff dar. 
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Beispiel einer Mindmap

Lernmethode – Karteikarten

Ähnlich zur Zusammenfassung beinhalten auch Karteikarten nur die wichtigsten Informationen. Dadurch, dass du alles nur auf kleinen Karten unterbringst, fällt es dir außerdem viel leichter, alles zu ordnen. Du kannst deine Karten außerdem nach Themen sortieren und dann Tag für Tag abarbeiten, bis du dir den Lernstoff sicher eingeprägt hast. So gerätst du auch nicht unter Zeitdruck. 

Du kannst dir außerdem beispielsweise auf der einen Seite der Karteikarte eine Fragestellung notieren und dann auf der anderen Seite die Antwort festhalten. Wenn du deine Karten dann durchgehst, versuche bewusst die Frage erst im Kopf zu beantworten, ohne direkt die Lösung anzusehen. So bist du gezwungen, über die Aufgabe nachzudenken, und verhinderst starres Auswendiglernen. 

Tipp: Der Leitner-Algorithmus

Alles, was du hierfür brauchst, sind Karteikarten und ein Karteikasten mit mehreren Fächern. Jedes Fach hat eine Bedeutung: Karten, die im ersten Fach liegen, wiederholst du zum Beispiel täglich. Wenn du an einem Punkt bist, an dem du den Stoff auf der Lernkarte gut kannst, wandert sie in das zweite Fach. Die Karten im zweiten Fach wiederholst du nur jeden zweiten oder dritten Tag. Karten im dritten Fach schaust du dir nur alle 5 Tage an und so weiter. 

Lernmethode – Lesen

Lesen bietet dir viele wichtige Informationen. Natürlich reicht es aber nicht, den Text immer wieder durchzulesen, ohne dabei irgendwas im Kopf festzuhalten. 

Um dem zu entgehen, eignen sich diverse Lernmethoden zum Lesen:

  • SQ3R-Methode : Survey, Question, Read, Recite and Review – diese Technik kann dir vor allem beim Verstehen und Lernen von Texten helfen. Dazu schaust du dir zuerst das Inhaltsverzeichnis und die Überschriften an und überlegst dir, worum es in dem Text gehen könnte. Im Anschluss schreibst du Fragen auf, die sich dir dazu stellen. Wenn du dann den eigentlichen Text durchliest, markierst du dir wichtige Textstellen und fasst die einzelnen Textabschnitte noch mal in eigenen Worten zusammen.

  • Gelesenes unterstreichen: Das Markieren von Textstellen gehört zu den häufig angewandten Lernmethoden, um das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden zu können. Damit du aber nicht wahllos unterstreichst, solltest du maximal drei Sätze pro Seite markieren. So kann das Wissen besser im Kopf abgerufen werden. 

Lernmethode – Eselsbrücken

753 – Rom schlüpft aus dem Ei. Diese Eselsbrücke kommt dir bestimmt bekannt vor. Wenn du gut darin bist, dir Dinge visuell oder auditiv zu merken, kannst du auch Eselsbrücken als Lernmethode einmal ausprobieren. Du hast dafür zwei verschiedene Möglichkeiten:

  visuelle Assoziation Reime
Erklärung Wenn du eine visuelle Assoziation bildest, kannst du dadurch ein „Bild in deinem Kopf“ erzeugen. So bleibt dir die Information garantiert im Gedächtnis.  Eselsbrücken mit Reimen funktionieren auch sehr gut. Natürlich ist es gar nicht so leicht, sich selbst welche auszudenken, die zum Lernstoff passen. Aber genau das trägt dazu bei, dass du dir schwierige Dinge leichter merken kannst!
Beispiel

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Elefanten: den Afrikanischen und den Indischen. Unterscheiden kann man sie an ihren Ohren. Hierfür kannst du dir diese Eselsbrücke merken: Der Afrikanische Elefant hat große Ohren, weil Afrika ein großer Kontinent ist. Dagegen hat der Indische Elefant kleine Ohren, da Indien viel kleiner ist als Afrika.

  • He, she, it – das „s“ muss mit!
  • Wer nämlich mit „h“ schreibt, ist dämlich.

Lernmethode – Verknüpfungen herstellen

Ähnlich zu den Eselsbrücken kannst du aber auch auf andere Weise Verknüpfungen herstellen. Eine der bekannten Lernmethoden ist dabei die Loci-Methode .

Bei der Loci-Methode verbindest du Informationen mit Orten, die dir bekannt sind. Das ist besonders dann hilfreich, wenn du dir Reihenfolgen merken willst. So kannst du zum Beispiel Stationen auf deinem Weg zur Uni gedanklich mit einer Sache verbinden. Wenn du mehr über diese Methode erfahren willst, schau bei unserem Beitrag dazu vorbei!

Zum Video: Loci-Methode
Zum Video: Loci-Methode

Lernmethode – Diskussion/Vorsprechen

Es kann auch hilfreich sein, den Stoff nicht nur visuell vor sich zu sehen, sondern auch auditiv immer wieder zu wiederholen. Dafür bietet es sich an, entweder allein oder in der Gruppe vorzusprechen und anschließend über den Inhalt zu diskutieren.

Hast du beispielsweise eine Lerngruppe, kannst du dir gemeinsam mit deinen Lernpartnern die einzelnen Themenabschnitte vorlesen und im Anschluss darüber diskutieren. Vielleicht verstehst du dabei eine Sache gut und kannst sie den anderen erklären oder andersherum. So ist es auch viel leichter, sich an gewisse Diskussionen zu erinnern, und du kannst den Stoff in der Prüfung mühelos aus deinem Gedächtnis abrufen. 

Lernst du lieber alleine, kannst du dir zum Beispiel deine Zusammenfassung laut vorlesen und danach in eigenen Worten wiederholen und deine Gedankengänge dazu aussprechen. Auch so lässt sich das Gelernte leichter in deinem Gehirn speichern. Dadurch, dass du dich auf das konzentrieren musst, was du sagst, bist du auch viel eher bei der Sache und kannst dir den Stoff leichter merken.

Lernmethode – Prüfungssimulation/Altklausuren

Damit du dich in der Prüfung sicher fühlst und keine Angst haben musst, vor lauter Aufregung die richtigen Antworten zu vergessen, kannst du bereits im Vorfeld die Prüfung unter realen Bedingungen üben. Oft gibt es in der Schule und an der Uni die Möglichkeit, auf Altklausuren zurückzugreifen.

Ziehe dich für die Prüfungssimulation an einen ruhigen Ort zurück und räume den Tisch bis auf die Probeklausur leer. Am besten stellst du dir auch einen Wecker mit genau der Zeit, die auch in der Prüfung vorgegeben ist, und versuchst dann, die Fragen mit deinem aktuellen Wissensstand und ohne Hilfe zu beantworten. Das gibt dir Sicherheit und du lernst, mit der Prüfungssituation umzugehen. Außerdem bekommst du einen Überblick, was du noch einmal vertiefen solltest.

Lernmethode – Digitales Lernen

Das Internet bietet natürlich auch zahlreiche Lehrmaterialien. Dazu gehören beispielsweise Online-Übungen, virtuelle Karteikarten oder digitale Lern-Videos. So kannst du dir denn Stoff wann und so oft du willst ansehen und in deinem eigenen Tempo lernen. 

Tipps für den Lernerfolg

Auch die besten Lernmethoden bringen dich nur begrenzt zum Erfolg, wenn du gewisse Dinge vernachlässigst. Deswegen solltest du Folgendes unbedingt beachten:

  • Lernplan erstellen: Wenn du dir im Vorhinein einen eigenen Lernplan erstellst, kannst du sicherstellen, dass du nicht in Stress gerätst und den Überblick über alle Themen behältst. Dafür teilst du dir deinen Stoff am besten in kleine Teile ein und schreibst dir auf, was genau du an welchem Tag erledigen möchtest.
  • Ausreichend Pausen machen: Niemand kann durchgängig konzentriert lernen. Daher solltest du im Schnitt nach 90 Minuten eine Pause einlegen. Am besten schnappst du während dieser Unterbrechung etwas frische Luft und bewegst dich. Nach 15–30 Minuten wirst du beim Weiterlernen merken, dass du viel aufnahmefähiger bist. 

  • Erfolge belohnen: Damit du motiviert bleibst, solltest du auch deine Fortschritte belohnen. Wenn du also zum Beispiel dein Tages- oder Wochenziel erreicht hast, solltest du etwas tun, was dich entspannen lässt und dir Freude bereitet. Das könnte zum Beispiel ein Treffen mit Freunden sein oder ein Kinobesuch.

Wenn du mehr über die optimale Prüfungsvorbereitung erfahren möchtest, schau doch bei unserem Beitrag dazu vorbei!

Zum Video: Prüfungsvorbereitung
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