Mikroökonomie

Mikroökonomie vertiefend II
Externe Effekte

Was sind eigentlich die externen Effekte? Wenn du dich mit der Mikroökonomie beschäftigst, wirst du früher oder später auf die externen Effekte treffen. Im Folgenden erklären wir dir alles, was du dazu wissen musst.

Externe Effekte Beispiele und Erklärungen

In vielen theoretischen Modellen wird oft von einem vollkommenen Markt ausgegangen. Allerdings trifft diese Annahme häufig nicht zu. Dann liegt ein Marktversagen vor. In der Volkswirtschaft stellen externe Effekte, die auch als Externalitäten bezeichnet werden, eine Form des Marktversagens dar. Externe Effekte bezeichnen Kosten oder Nutzen, die sich nicht auf den Verursacher sondern auf unbeteiligte Personen auswirken. Dafür erinnern wir uns an die Verfügungsrechte. Im optimalen Modell gehen wir davon aus, dass der Konsum eines Gutes stets exklusiv ist, das heißt alle Kosten und Nutzen kommen nur dem Besitzer zugute. Doch was passiert, wenn diese Voraussetzung nicht gegeben ist?

Negative externe Effekte

Betrachten wir dafür das bekannte Diagramm der Angebots- und Nachfragekurve für ein Produkt wie Stahl mit A(x) = x und N(x) = 7 - x. Unter optimalen Bedingungen erhalten wir das Marktgleichgewicht zu: Gleichgewichtspreis gleich 3,5 Euro, Gleichgewichtsmenge gleich 35 Stück. Die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt ergibt sich damit zu:

gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt
gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt

Bei der Stahlproduktion gehen wir nun von einer Belastung der Umwelt durch Emissionen von verschiedenen Schadstoffen aus. Dadurch ist die Bedingung der Exklusivität nicht mehr gegeben, denn die Schadstoffe sorgen für Kosten bei unbeteiligten Dritten. Diese Kosten sind nicht immer unmittelbar als Geld zu verstehen, es kann sich auch um deine Gesundheit oder einfach die Zerstörung der Natur handeln. Diese können dann über verschiedene Methoden monetarisiert werden, der Schaden wird also in Geldeinheiten ausgedrückt.

negative externe Effekte
negative externe Effekte

Du erinnerst dich, dass die Angebotskurve ganz viele verschiedene Anbieter darstellt. Jeder Anbieter muss jetzt die zusätzlichen Kosten des verursachten Schadens seinem alten Preis hinzufügen.

Zusatzkosten für Unternehmen
Zusatzkosten für Unternehmen

Für unser Beispiel nehmen wir an, dass die zusätzlichen Kosten der Schadstoffe einen Euro betragen. Dadurch entsteht eine parallel verschobene Kurve, die sogenannten sozialen Kosten. Auf dieser Kurve ist der Preis der Umweltbelastung im Angebot enthalten, er ist also eingepreist oder internalisiert. Damit erhalten wir das neue Marktgleichgewicht im Punkt B.

Verschiebung der Angebotsfunktion
Verschiebung der Angebotsfunktion

Du erkennst bestimmt schon, dass sich der Preis erhöht und die umgesetzte Menge verringert. Durch die Einpreisung der externen Kosten stellt sich also das neue Gleichgewicht so ein, dass weniger Umweltverschmutzung entsteht, da weniger Kunden bereit sind, den höheren Preis zu zahlen. Doch was bedeutet das für unsere Bilanz der Wohlfahrt? Für den Bereich rechts des neuen Gleichgewichts gilt, dass die Kunden hier zu einem niedrigeren Preis konsumieren, als das Produkt kosten sollte. Die wahren Kosten werden demnach nicht bezahlt und wir sprechen wieder von einem Wohlfahrtsverlust. Dieser lässt sich über den Flächeninhalt des Dreiecks berechnen zu:

Berechnung des neuen Gleichgewichts
Berechnung des neuen Gleichgewichts

Möglichkeiten zur politischen Umsetzung der Einpreisung sind beispielsweise die Besteuerung von externen Effekten oder die Regulierung über ein Lizenzsystem.

Positive externe Effekte

Bisher haben wir uns nur mit externen Effekten beschäftigt, die ein negative Auswirkung haben. Doch es gibt auch positive externe Effekte. Diese werden auch häufig als externer oder sozialer Nutzen bezeichnet. Denk dafür an den Gärtner nebenan, der sich einen Bienenstock zugelegt hat. Die Bienen bestäuben dann auch deine Blumen und die aller angrenzenden Nachbarn. Der Gärtner hat also den alleinigen Aufwand, während andere Akteure von seinen Gut profitieren. Die Angebotskurve müsste demnach nach unten verschoben werden, was wiederum durch staatliche Anreize wie Subventionen ermöglicht werden kann.

positive externe Effekte
positive externe Effekte

Zusammenfassung

Zusammengefasst solltest du dir also merken, dass es negative und positive externe Effekte gibt. Negative externe Effekte beeinflussen unbeteiligte dritte Personen. Allerdings nicht nur monetär, sondern zum Beispiel auch gesundheitlich. Positive externe Effekte können hingegen für unbeteiligte Personen vorteilhaft sein, obwohl diese Personen keinen Aufwand betreiben. Hier haben wir das Beispiel mit dem Bienenstock genannt.

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