Mikroökonomie

Monopol

Wird der gesamte Markt für ein ökonomisches Gut nur von einem einzigen Anbieter bedient, spricht man von einem Monopol. Monopson, beschränktes Monopol und bilaterales Monopol sind nur einige Marktformen, die wir hier betrachten. Ebenso wie die Auswirkungen einer Monopolstellung.

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Inhaltsübersicht

Monopol Definition 

Das Monopol ist neben dem Polypol und Oligopol eine wichtige Marktform innerhalb der Volkswirtschaftslehre. Von einem Monopol spricht man, wenn der gesamte Markt für ein ökonomisches Gut nur von einem einzigen Anbieter (Monopolist) bedient wird. Dieser kann dann den Monopolpreis für das Gut bestimmen.

„Monopol“ ist ein Begriff, der sich aus dem altgriechischen monos „allein“ und pōlein „verkaufen“ zusammensetzt. Es lässt sich mit „alleiniger Anspruch“ oder „Alleinverkauf“ übersetzten und beschreibt eine Marktsituation, in der ein Unternehmen alleiniger Verkäufer eines Guts oder einer Dienstleistung ist. Der Monopolist steht nach dem Marktformenschema dabei entweder einem, vielen oder wenigen Nachfragern gegenüber.

Da in einem Monopol kein Wettbewerb existiert entfällt die übliche Preisbildung durch Angebot und Nachfrage und es entsteht eine Marktbeherrschung durch den Monopolisten.

Monopol Beispiel

Angenommen es gäbe in ganz Deutschland nur eine einzige Supermarktkette die Lebensmittel verkauft. Diese könnte frei über die Absatzmenge und die Preise ihrer Produkte bestimmen. Die Kunden stehen in Abhängigkeit von ihrem Angebot und bei einem Ausnutzen der Monopolstellung können Wohlfahrtsverluste entstehen.

So gab es in Deutschland früher beispielsweise das sogenannte Briefmonopol: Bis 2007 hatte die Deutsche Bahn ein Exklusivrecht auf den Transport von Brief -und Transportsendungen.

Ein gutes Beispiel Monopol hat die Telekom. Denn die haben im Bereich der Telekommunikation eine Monopolstellung, ebenso wie die Deutsche Bahn, die im Personenfernverkehr noch immer mehr oder weniger alleiniger Anbieter (Quasi-Monopolist) ist.

Monopolisierung 

Die Entstehung von Monopolen wird begünstigt durch eine Kostenstruktur mit hohen Fixkosten, Netzwerkeffekten oder Markteintrittsbarrieren, die etwa durch Patente zustande kommen.

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Monopolisierung

Verdichtet sich dann der Markt auf einen alleinigen Anbieter spricht man von einer Monopolisierung.

Monopolist

Bei der Marktform der vollständigen Konkurrenz (Polypol) hat jeder der einzelnen kleinen Anbieter keinen Einfluss auf den Marktpreis. Da eben die Anzahl der Anbieter so hoch ist und der Wettbewerb den Preis reguliert. Im Gegensatz dazu ist der Monopolist konkurrenzlos und hat somit die Macht die Absatzmenge oder den Preis zu bestimmen.

Der Marktpreis entsteht über die Nachfrage, wenn der Monopolist eine gewisse Anzahl an Gütern auf dem Markt anbietet. Fungiert der Monopolist als Preisfixierer (d.h. er legt den Preis für seine angebotene Ware fest), können die Nachfrager nur darüber entscheiden in welchen Mengen sie das Gut abnehmen (Mengenanpasser). Ist der Preis niedrig wird die Nachfrage entsprechend hoch sein, ist der Preis hoch fällt die Nachfrage geringer aus. Der Monopolist, der seinen Gewinn maximieren möchte, wird die Menge an Gütern anbieten mit der er den maximalen Gewinn erzielt. Das Gewinnmaximum berechnet sich über den Cournotschen Punkt . Dieser ist erreicht, sobald der Erlös einer zusätzlichen Einheit an Gütern mit den zusätzlichen Kosten, die die Produktion dieser Einheit verursacht, identisch ist. Sind die Grenzkosten größer als die Grenzerlöse wird der Monopolist seine Produktion nicht weiter erhöhen.

Auswirkungen von Monopolstellung 

Nur relativ selten gibt es die Marktform eines Monopols. Hat ein Unternehmen jedoch eine Monopolstellung, handelt es sich dabei in den meisten Fällen um staatliche Unternehmen.

Entstanden sind diese „Staatsmonopole“, um auch in weniger besiedelten Regionen Deutschlands das entsprechende Angebot sicherzustellen und für eine soziale Gerechtigkeit zu sorgen.

Doch die fehlende Konkurrenz bringt auch einige Probleme mit sich: Die Ineffizienz und geringe technische Entwicklung durch fehlenden Wettbewerb haben zur Folge, dass den staatlichen Monopolen durch Privatisierung entgegengewirkt wird, um Monopolstellungen aufzuheben. Außerdem kann der Monopolist Preisdiskriminierung betreiben, und so die maximale Produzentenrente einfahren.

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Monopol Auswirkungen

Der Wettbewerb reguliert den Preis und die Qualität der angebotenen Güter. Damit in Deutschland keine Monopole entstehen achtet das Bundeskartellamt als unabhängige Wettbewerbsbehörde darauf, dass zwischen Unternehmen Wettbewerb herrscht und nicht etwa illegale Preisabsprachen getroffen werden.

Eine gesetzlich eingerichtete Missbrauchsaufsicht stellt sicher, dass Unternehmen, die eine marktbeherrschende Stellung einnehmen, ihrer Macht nicht missbrauchen, indem sie den Wettbewerb behindern, Preise überhöhen oder Lieferanten ausnutzen.

Monopolarten

Es wird in verschiedene Arten von Monopolen unterschieden:

  • Staatsmonopol

Bei einem Staatsmonopol handelt es sich meist um ein Angebotsmonopol. Es bedeutet, dass nur der Staat das Recht hat ein Gut zu produzieren und zu verkaufen oder eine Dienstleistung anzubieten.

Beispiele für Staatsmonopole in Deutschland waren etwa das Briefmonopol und das Fernverkehrsmonopol.

  • Rechtliches Monopol

Bei einem Patent auf eine Erfindung handelt es sich um ein rechtliches Monopol. Es bedeutet, dass außer dem Patentinhaber niemand das patentierte Gut produzieren und anbieten darf. Dabei handelt es sich jedoch um ein zeitlich befristetes Monopol: Das Patentrecht schützt ein Produkt oder Verfahren nur über einen festgelegten Zeitraum.

  • Monopol auf Zeit

Im Schienenpersonennahverkehr gibt es „Monopole auf Zeit“ durch die Vergabe der Verkehrsleistungen seitens der Länder im Ausschreibungsverfahren. Hier kommen zunehmend auch private Konkurrenten der Deutschen Bahn zum Zuge.

  • Gewaltmonopol des Staates

Das staatliche Gewaltmonopol beschreibt, dass Bundeswehr und Polizei, um ihrer Schutzaufgabe gerecht zu werden unter gegebenen Umständen physische Gewalt ausüben dürfen.

Von einer Marktform der unvollkommenen Konkurrenz oder monopolistischen Konkurrenz spricht man, wenn mehrere wenige Unternehmen den Markt beherrschen.

  • Duopol

Es handelt sich um ein Duopol , wenn zwei Unternehmen den Markt beherrschen. Ein Duopol ist somit eine Spezialform des Oligopols. Beispiele sind etwa Airbus und Boeing, die einzigen beiden Anbieter für größere Passagierflugzeuge. Ein Quasi-Duopol in Europa für Kreditkartensysteme sind Mastercard und VISA

  • Oligopol

Bei drei oder mehr marktbestimmenden Anbietern handelt es sich um ein Oligopol. Das Bundeskartellamt stellt sicher, dass die Marktmacht nicht ausgenutzt wird.

Monopol / Angebotsmonopol 

Bei einem Angebotsmonopol stehen auf der Angebotsseite ein Anbieter (Monopolist) vielen Nachfragern gegenüber.

Angebotsmonopol Beispiel

  • Bis 2007 hatte die Deutsche Post ein Exklusivlizenz auf den Transport von Briefen. Es handelte sich um das sogenannte Briefmonopol.
  • Die Deutsche Telekom hat aktuell ein Quasi-Monopol. Sprich sie nimmt vor Allem in ländlichen Regionen immer noch eine marktbeherrschende Stellung ein. Da sie allerdings nicht mehr der einzige Anbieter im Telekommunikationsmarkt ist, spricht man nicht mehr von einem Angebotsmonopol im eigentlichen Sinne, sondern von einem Quasi-Monopolisten.
  • Von 1918 bis 2017 gab es das sogenannte Branntweinmonopol. Um die unkontrollierte Produktion von Branntwein einzuschränken kaufte der Staat den Betrieben den Alkohol zu einem deutlich höheren Preis auf als den, den die Betriebe auf dem freien Markt dafür bekommen würden. Bei Erhebung des Monopols herrschte jedoch auch die Hoffnung für das bankrotte Land neue Steuereinnahmen zu erschließen.
  • Staatliches Lotteriemonopol: Nur behördlich genehmigte Lottogesellschaften dürfen in Deutschland Lottospiele durchführen. Ebenso verhält es sich mit dem Wettmonopol im Bereich der Sportwetten

Beschränktes Monopol / Beschränktes Angebotsmonopol 

Beim beschränkten Angebotsmonopol gibt es, wie beim Monopol, nur einen Anbieter. Dieser steht nun allerdings nicht vielen Nachfrager gegenüber, sondern nur wenigen Nachfragern. Ein mögliches Beispiel wäre ein patentiertes medizinisches Spezialgerät das von nur einem Unternehmen (Anbieter) verkauft und von wenigen Kliniken gekauft (Nachfrager) wird.

Monopson / Nachfragemonopol 

Neben dem Angebotsmonopol gibt es auch die Marktform des Nachfragemonopols, auch Monospon genannt. Viele Anbieter stehen einem Nachfrager gegenüber.

Ein Nachfragemonopol oder Monopson kommt nur sehr selten vor und geht oft vom Staat aus. So fragt beispielsweise nur der Staat Rüstungsgüter, Autobahnen oder ähnliches nach.

Schreibt beispielsweise der Staat als Nachfrager den Bau eines Kindergartens öffentlich aus und es bewerben sich viele Bauunternehmen (Anbieter) auf die Ausschreibung handelt es sich um ein Monopson.

Beschränktes Monopson / Beschränktes Nachfragemonopol 

Von einem beschränkten Monopson oder einem beschränkten Nachfragemonopol spricht man, wenn nur wenige Anbieter einem Nachfrager gegenüberstehen.

So gibt es etwa nur wenige Hersteller (Anbieter) für Polizeiautos und nur den Staat als Nachfrager.

Bilaterales Monopol / Zweiseitiges Monopol

Gibt es auf der Angebotsseite wie auch auf der Nachfragerseite nur einen Marktteilnehmer liegt ein bilaterales Monopol oder auch zweiseitiges Monopol vor. Das bilaterale Monopol gilt zu unterscheiden vom Duopol, bei dem zwei Anbieter vorliegen.

Spezialisiert sich ein Hersteller (Anbieter) von Fahrrad-Zubehör auf ein Ersatzteil, das nur von einem Fahrrad-Hersteller (Nachfrager) nachgefragt wird liegt die Marktform des bilateralen Monopols vor.

Schwierig gestalltes sich meist die Preisbildung in einem bilateralen Monopol: Beide Seiten sind aufeinander angewiesen, daher müssen sie sich einigen, jedoch hat der Anbieter einen Maximalpreis, den er zahlen möchte und der Nachfrager einen Mindestpreis, zu dem er zum Verkauf bereit ist.

Natürliches Monopol 

Normalerweise senkt der Wettbewerb den Preis. Ist es jedoch ökonomisch sinnvoller ein Angebot durch einen Anbieter (Monopolist) statt durch mehrere miteinander konkurrierende Anbieter zu bedienen liegt ein sogenanntes natürliches Monopol vor. In dieser Situation ergeben sich durch hohe Fixkosten und niedrige Grenzkosten extrem steigende Skalenerträge .

Ein typisches Beispiel für ein natürliches Monopol stellt das Schienennetz dar: Ein weiteres, paralleles Schienennetz aufzubauen wäre mit hohen Fixkosten verbunden und daher unwirtschaftlich. Die Grenzkosten, sprich die Kosten eines integrierten Systems, allerdings sind vergleichsweise gering.

Die Gesamtkosten um ein Produkt -oder eine Dienstleistung bereitzustellen sind beim natürlichen Monopol zwar geringer, wenn nur ein Anbieter den Markt versorgt, jedoch bringt auch ein „natürliches Monopol“ die gleichen Nachteile und Wohlfahrtsverluste wie jedes andere Monopol hervor

Natürliches Monopol Beispiel

Beispiele für natürliche Monopole sind:

  • Stromleitungsnetz
  • Gasleitungsnetz
  • Wasserleitungsnetz
  • Telekommunikationsleitungsnetz
  • Verkehrswege (Schienennetz)

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