Mikroökonomie

Polypol

Das Polypol stellt neben dem Monopol und dem Oligopol eine der drei typischen Marktformen in der Volkswirtschaftslehre dar. Was genau ein Polypol ist, welche Beispiele es dafür gibt, wie die Preisbildung im Polypol zustande kommt und was es mit der vollständigen Konkurrenz auf sich hat, das alles erklären wir dir hier.

Gibt es denn wirklich keine andere Möglichkeit das alles zu verstehen? Aber klar doch! Schau dir einfach unser Video zum Polypol an und im Nu hast du alles verstanden!

Inhaltsübersicht

Polypol Definition 

Als Polypol wird eine Marktform bezeichnet, in der viele Anbieter auf der einen Seite, vielen Nachfragern auf der anderen Marktseite gegenüber- und im Wettbewerb zueinanderstehen. Auf Grund von vollständiger Konkurrenz bestimmt im vollkommenen Markt kein Marktteilnehmer, sondern der Marktmechanismus den Preis.

Polypol Beispiel

Ein ganz typisches Beispiel für ein Polypol ist der Börsenmarkt. Tausende Anbieter treffen hier auf tausende Nachfrager und sind durch moderne Informationssysteme top informiert. Der Markt ist so innerhalb kürzester Zeit unglaublich anpassungsfähig (unendlich schnelle Reaktionsgeschwindigkeit).

Doch auch im alltäglichen Leben lassen sich viele Beispiele für Polypole finden:

Beispielsweise beim Obst- und Gemüseeinkauf auf dem Wochenmarkt haben viele Kunden (Nachfrager) die Möglichkeit zwischen vielen verschiedenen Anbietern zu wählen.

Weitere Beispiele sind:

  • Arbeitsmarkt
  • Gebrauchtwagenmarkt
  • E-Bay (Kleinanzeigen)
  • Wohnungsmarkt
Polypol Beispiel
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Polypol Beispiel

 

Vollkommene Konkurrenz/Vollständige Konkurrenz

Der Marktanteil der einzelnen Marktteilnehmer im Polypol ist sehr gering. Somit herrscht im Polypol, im Gegensatz zum Monopol , ein reger Wettbewerb zwischen vielen Anbietern und vielen Nachfragern ohne, dass ein Anbieter oder Nachfrager in einer Machtposition gegenüber den anderen Marktteilnehmer ist.

Bei einem Polypol in einem vollkommenen Markt spricht man von vollkommener Konkurrenz oder auch von vollständiger Konkurrenz. Hierbei sind Konsumentenrente und Produzentenrente gleich verteilt. Bei einem unvollkommenen Markt dagegen kann es sein, dass unvollständige Konkurrenz oder auch monopolistische Konkurrenz herrscht.

Zur Entstehung eines vollkommenen Polypols müssen einige Bedingungen erfüllt werden:

  • Auf dem Markt muss vollkommene Transparenz herrschen. Das heißt alle Marktteilnehmer, Anbieter wie Nachfrager sind über die Preise und angebotene Mengen informiert. Durch moderne Informationstechnologien ist dieser Zustand in immer mehr Märkten gegeben.
  • Das angebotene Gut oder die Dienstleistung muss homogen sein. Das heißt die Produkte/Dienstleistungen unterscheiden sich nicht von den unterschiedlichen Anbietern.
  • Der Preis für das Gut oder die Dienstleistung ist stets einheitlich. Es gibt keine unterschiedlichen Preise für das gleiche Produkt.
  • Alle Nachfrager haben jederzeit freien Marktzutritt.
  • Auf die Preisänderungen kann und wird unendlich schnell reagiert.
Vollständige Konkurrenz Polypol
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Vollständige Konkurrenz

Doch dieser Idealzustand eines Polypols ist nicht immer gegeben. Falls eine Bedingung nicht erfüllt ist spricht man vom unvollkommenen Polypol. Die Auswirkungen und Mechanismen des Polypol fallen dann in abgeschwächter Form aus.

Polypol – Die bestmögliche Marktform?

Oft wird das Polypol auch als der „Normallfall des deutschen Marktes“ oder als die „bestmögliche Marktform der Marktwirtschaft“ bezeichnet. Diese Aussage gilt es jedoch differenziert zu betrachten. Im Polypol herrscht ein hohes Maß an Wettbewerb. So bringt der Markt sich durch die Marktkräfte ins angestrebte Gleichgewicht. Aus Verbrauchersicht ist das Polypol also für Preis und Warenangebot tatsächlich der „beste Markt“. Doch in vielen Fällen ist es auch ein „harter Markt“ der am besten arbeitet ohne Einschränkungen wie Mindestlohn, Höchstpreis und Subventionen. Das Polypol gilt es somit aus sozialem Blickwinkel auch kritisch zu betrachten.

Auch kann sich in gewissen Bereichen durchaus aus ökonomischen Gründen ein Monopol als sinnvoller erweisen. Man spricht hier vom natürlichen Monopol. Aber auch ein Oligopol kann vorteilhaft gegenüber dem Polypol erscheinen. Schließen sich viele kleine Unternehmen zusammen kann das unter Umständen ganz neue Möglichkeiten für Entwicklung und Forschung und damit verbundene neue Innovationen hervorbringen.

Preisbildung Polypol

Der Marktanteil der einzelnen Marktteilnehmer im Polypol ist sehr gering. So haben Anbieter und Nachfrager keinen großen Einfluss auf den Marktpreis.

Für den Anbieter gilt, dass eine Änderung des Preises durch einen einzelnen Anbieter nicht zur folge hat, dass auch die anderen Anbieter ihre Preise ändern. Im Gegenteil: Bei einer Erhöhung des Preises wandern die Kunden zu anderen Anbietern mit weiterhin geringeren Preisen ab, bei Preissenkung besteht die Gefahr, dass der Anbieter die steigende Nachfrage nicht länger bedienen kann. Die Anbieter können somit unter polypolitischen Marktbedingungen nur als Preisnehmer und Mengenanpasser fungieren.

Doch auch der Nachfrager verfügt nicht über die entsprechende Verhandlungsmacht, um den Marktpreis zu beeinflussen. Er hat lediglich die Möglichkeit sich für den Anbieter zu entscheiden der das betreffende Gut oder die Dienstleistung zum geringsten Preis anbietet. Die Macht den Preis weiter zu verändern besitzt er nicht. Denn versucht der Nachfrager den Preis weiter zu drücken entscheidet sich der Anbieter aufgrund der vielen weiteren Kunden entgegen dem Verkauf. Der Nachfrager hat somit bei vollkommener Konkurrenz lediglich die Möglichkeit als Preisannehmer und Mengenanpasser auf dem Markt zu fungieren.

Weder Anbieter noch Nachfrager haben aufgrund ihrer geringen Produktionsmenge bzw. Abnahme und damit geringem Marktanteil die Möglichkeit den Marktpreis zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Somit sind alle Anbieter gezwungen effizient zu produzieren und für die Nachfrager macht es keinen Sinn ihre Nachfrage zurückzuhalten, um so die Preise zu senken. Sie konsumieren exakt so viele Güter wie sie benötigen. Man spricht hier vom vollkommenen Optimum, in dem die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt maximiert wird.

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