Mikroökonomie

Wohlfahrt und effiziente Ressourcenallokation

Wenn du dich mit der Mikroökonomie beschäftigst, wirst du früher oder später auf die Begriffe Wohlfahrt und effizienten Ressourcenallokation bzw. Ressourcenverteilung treffen. Aber was bedeutet eigentlich Wohlfahrt oder Ressourcenallokation?

Wohlfahrt und effiziente Ressourcenallokation: Definitionen und Erklärungen

Um dir bei dieser Frage zu helfen, haben wir einen Beitrag mit Definition und einfachen Erklärungen verfasst, sodass dir die beiden Themen in der Zukunft keine Schwierigkeiten mehr bereiten.

Was ist die Wohlfahrt?

Grundsätzlich geht es bei den folgenden Betrachtungen immer um die Maximierung des Nutzens eines bestimmten Systems. Dieser Nutzen wird in der Volkswirtschaft als Wohlfahrt bezeichnet. Für das System der Bundesrepublik Deutschland wird die Wohlfahrt üblicherweise über das BIP definiert. Theoretisch kann es sich aber auch um einen anderen Wert handeln. Wir merken uns: Es geht darum, einen festgelegten Parameter zu optimieren. Doch wie erhalten wir nun die höchstmögliche Wohlfahrt?

Wohlfahrt = BIP?
Wohlfahrt = BIP?

Ressourcenallokation VWL: Erklärung

Dafür bedarf es der sogenannten effizienten Ressourcenallokation oder auch Faktorallokation. Unter Ressourcen versteht man dabei nicht nur Faktoren wie Boden oder natürliche Rohstoffe, sondern natürlich auch Arbeit und Kapital. Es wird üblicherweise davon ausgegangen, dass von diesen Ressourcen nicht unendlich viel vorhanden ist, sie werden daher als knappe Ressourcen bezeichnet. Der Begriff „Allokationsproblem“ beschreibt dabei genau die Frage, wie diese Güter verteilt werden müssen um eine effiziente Allokation zu erzielen. Nach der neoklassischen Wirtschaftstheorie ergibt sich die effiziente Ressourcenallokation am Markt ganz automatisch. Nach dem bekannten Ökonomen Adam Smith, existiert eine „unsichtbare Hand“, die den Markt ordnet.

Unsichtbare Hand
Unsichtbare Hand

Diese Theorie wird häufig auch als Marktmechanismus bezeichnet. Doch was hat der Markt wieder damit zu tun? Die Idee dahinter ist, dass sich der Markt durch die Zusammenhänge von Angebot und Nachfrage selbst regulieren kann. Eine effiziente Allokation und damit Maximierung der Wohlfahrt ist also stets gegeben und bedarf keines staatlichen Eingriffs. Natürlich gibt es keine Theorie ohne Einschränkungen. Für den vorliegenden Fall der optimalen Ressourcenallokation geht die Neoklassik ebenfalls davon aus, dass gewisse Voraussetzungen gegeben sind. Wir sprechen dann von einem vollkommenen Markt. Stell dir dafür vor, du brauchst Lebensmittel und überlegst dir bei welchem Supermarkt du einkaufen sollst. Bei einem vollkommenen Markt gibt es keine Präferenzen, das heißt jeder Laden hat die gleichen Öffnungszeiten sowie die gleiche Distanz zu deiner Wohnung. Du selbst bist in dieser Betrachtung also nicht beeinflussbar, das heißt für dich ist nur der Preis ausschlaggebend. Damit das gegeben sein kann, gehen wir außerdem von einem homogenen Gut aus. Die angebotenen Äpfel beispielsweise haben also alle die gleiche Größe und Farbe. Wichtig ist dabei noch, dass jedem Marktteilnehmer alle Informationen gegeben sind. Wir sprechen dann von Markttransparenz.

Die Rolle von Verfügungsrechte bei der Allokation

Bei der Ressourcenallokation nehmen die Eigentumsrechte oder auch die Verfügungsrechte eine spezielle Rolle ein. Das System kann sich demnach nur selbst ordnen, wenn die Verfügungsrechte exklusiv, übertragbar und erzwingbar sind. Exklusiv bedeutet, dass jeglicher Nutzen und alle Kosten nur dem Besitzer und damit keinen unbeteiligten Personen zukommen sollten. Unter übertragbar verstehen wir, dass Verfügungsrechte an andere Marktteilnehmer übergeben werden können. Und zu guter Letzt muss natürlich gewährleistet sein, dass die Rechte von einer Institution umgesetzt werden, also erzwungen werden können.

Verfügungsrechte
Verfügungsrechte

Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, können wir den optimalen Marktpreis ganz einfach ermitteln. Dafür verwenden wir ein Diagramm mit dem Preis über der Menge.

Die Angebotskurve bildet nun alle Anbieter eines Gutes ab, die Nachfragekurve zeigt die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten. Daraus entsteht im Schnittpunkt die ressourcenoptimale Menge zum optimalen Preis am Markt. Die Wohlfahrt berechnet sich jetzt aus der Summe der Konsumenten- und Produzentenrente.

Angebotsfunktion und Nachfragefunktion
Angebotsfunktion und Nachfragefunktion

Du kannst dir bestimmt schon denken, dass diese Voraussetzungen des vollkommenen Marktes in der Realität so nie gegeben sind. Man spricht in diesen Fällen von Marktversagen. Dies bedeutet, dass sich die effiziente Allokation eben nicht automatisch einstellt und das System gegebenenfalls korrigiert werden muss.

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