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Was ist der Imperativ und wie bildest du ihn richtig? Wir zeigen dir hier und im Video die wichtigsten Regeln!

Inhaltsübersicht

Was ist der Imperativ?

Der Imperativ ist eine besondere Verbform — die Befehlsform. Mit dem Imperativ sagst du jemandem also, was er tun soll.

Weil du in der Befehlsform immer eine Person direkt ansprichst, gibt es ihn nur in vier Formen: 

📖 Singularform mit Du Lies das Buch! (lesen)
🤝 Pluralform mit Ihr → Helft ihm dabei! (helfen)
🏡 Pluralform mit Wir → Gehen wir nach Hause! (gehen)
🚗 Höflichkeitsform mit Sie → Fahren Sie weiter! (fahren)

Wichtig: Das Verb steht im Imperativsatz immer am Satzanfang!

Die drei Verbmodi

Im Deutschen können Verben in drei verschiedenen Aussageweisen (Modi) stehen. Der Imperativ ist ein Modi davon:

  1. Indikativ (Wirklichkeitsform) → Du gehst nach Hause, wenn es regnet.
  2. Konjunktiv (Möglichkeitsform) → Du gingest nach Hause, wenn es regnen würde.
  3. Imperativ (Befehlsform) → Geh nach Hause, wenn es regnet!

So verwendest du den Imperativ!

Den Imperativ benutzt du in vier typischen Situationen:

  1. Anweisung — Du gibst jemandem einen Befehl oder ein Verbot.
    ➡️ Öffne nicht die Tür!
  2. Bitte — Du bittest jemanden um etwas.
    ➡️ Gib mir bitte das Lineal.
  3. Ratschlag — Du empfiehlst jemandem etwas.
    ➡️ Zieh besser eine Jacke an.
  4. Warnung — Du machst jemanden auf eine Gefahr aufmerksam.
    ➡️ Pass auf die Straße auf!

Tipp: Wie du bei den Beispielen oben sehen kannst, steht am Ende eines Imperativsatzes manchmal ein Punkt und manchmal ein Ausrufezeichen.

  • Das Ausrufezeichen (!) nimmst du zum Beispiel bei der Warnung. Denn es sieht besonders dringend aus.
  • Der Punkt (.) steht beispielsweise bei der Bitte. Er klingt viel netter und ruhiger.
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Wie bildest du den Imperativ?

Je nachdem welche Form (Du, Ihr, Wir, Sie) des Imperativs du bilden möchtest, musst du andere Regeln beachten.

So bildest du den Imperativ mit Du

Für die du-Form des Imperativs benutzt du einfach den Verbstamm . Den bekommst du, wenn du von der Grundform des Verbs die Endung -en wegnimmst. 

🎲 spielenspiel!
🏃 laufenlauf!
✍️ schreibenschreib!

Zusätzlich kannst du noch ein -e an den Verbstamm anhängen (spiele!). Das ist aber meistens nicht nötig. Nur wenn der Verbstamm auf bestimmte Buchstaben endet, musst du das -e anhängen. Denn so kannst du den Imperativ besser aussprechen:

Stammendung Beispiel du-Imperativ
-t arbeiten → arbeit- Arbeite!
-d reden → red- Rede!
-ig entschuldigen → entschuldig- Entschuldige!
Konsonant + -m atmen → atm- Atme!
Konsonant + -n zeichnen → zeichn- Zeichne!
-el lächeln → lächel- Lächle!
-er wandern → wander- Wandere!
❗Achtung Vokalwechsel

Manchmal verändert sich der Vokal beim du-Imperativ. Aus dem Vokal e im Verbstamm wird dann plötzlich ein i oder ie. Das passiert bei Verben, die den Vokalwechsel auch bei der du-Form in der Gegenwart (Präsens) haben.

👁️sehen → Sieh! (Präsens: du siehst)
🗣️sprechen → Sprich! (Präsens: du sprichst)

Wichtig: An die Verben mit Vokalwechsel kannst du kein -e im Imperativ anhängen!

So bildest du den Imperativ mit Ihr

Für den ihr-Imperativ brauchst du auch den Verbstamm. An ihn hängst du ein -t dran.

🏃 laufen → lauf- → lauft!
👋 winken → wink- → winkt!
🍂 fallen → fall- → fallt!

Es gibt eine Ausnahme. Endet der Verbstamm auf -t oder -d, hängst du stattdessen ein -et an. So kannst du den Imperativ besser aussprechen.

🔍 finden → find– → findet!
warten → wart– → wartet!

Tipp: Der ihr-Imperativ sieht genauso aus wie die Gegenwartsform für ihr. In der Gegenwart sagst du zum Beispiel: Ihr findet das Geschenk im Schrank.

So bildest du den Imperativ mit Wir und Sie

Für die Wir-Form nutzt du einfach die Grundform des Verbs.

🛀baden → baden wir!
🎨 zeichnen → zeichnen wir!
🏃laufen → laufen wir!

Die Sie-Form funktioniert genauso.

🛑halten → halten Sie!
🤲fangen → fangen Sie!
🖌️malen → malen Sie!

Wichtig: Im Gegensatz zu du und ihr musst du hier wir oder Sie immer mitschreiben und mitsprechen!

Besondere Verben im Imperativ

Bei reflexiven Verben, trennbare Verben und den Verben sein, haben und werden musst du zusätzlich ein paar Besonderheiten beachten.

Reflexive Verben

Bei reflexiven Verben bezieht sich die Handlung immer auf die Person selbst. Deswegen brauchst du auch immer das passende Reflexivpronomen. Es steht direkt nach der Imperativform, also an zweiter Stelle im Satz.

Das Reflexivpronomen passt sich dabei an die Person an:

Person Reflexivpronomen Beispiel
du dich Wasch dich!
ihr euch Beeilt euch!
wir uns Beraten wir uns.
Sie sich Setzen Sie sich.

Trennbare Verben

Manche Verben bestehen aus zwei Teilen: dem eigentlichen Verb und einer Vorsilbe, die sich abtrennen lässt.

➡️ aufmachen → auf + machen
➡️ anrufen → an + rufen

Im Imperativ setzt du die abtrennbare Vorsilbe dann ans Satzende.

➡️ Mach die Tür auf!
➡️ Ruft eure Eltern an!

Sonderverben sein und werden

Für die drei unregelmäßigen Verben sein, haben und werden kannst du den Imperativ nicht nach dem üblichen Muster bilden. Du musst sie einfach auswendig lernen. 

Infinitiv du ihr wir Sie
sein Sei! Seid! Seien wir! Seien Sie!
haben Hab! Habt! Haben wir! Haben Sie!
werden Werde! Werdet! Werden wir! Werden Sie!

Imperativ — Zusammenfassung

Hier haben wir dir nochmal das wichtigste zum Imperativ auf einen Blick zusammengefasst.

Ein Bild beschreibt die Bildung des Imperativs. Es ist in drei Abschnitte unterteilt. Erster Abschnitt: Allgemeine Bildung des Imperativs für die vier Formen du, ihr, wir und Sie. Eine Tabelle zeigt die allgemeine Formel und ein Beispiel mit dem Verb 'gehen'. Für 'du' gilt: Verbstamm plus optionales e, Beispiel: Geh oder Gehe! Für 'ihr' gilt: Verbstamm plus t, Beispiel: Geht! Für 'wir' gilt: Infinitiv plus wir, Beispiel: Gehen wir! Für 'Sie' gilt: Infinitiv plus Sie, Beispiel: Gehen Sie! Zweiter Abschnitt: Besonderheiten. Erster Punkt: du-Imperativ mit Vokalwechsel von e zu i oder ie, wenn die zweite Person Singular im Präsens diesen Vokalwechsel ebenfalls hat, Beispiel: sehen wird zu du siehst. Also heißt es im Imperativ sieh! Zweiter Punkt: Der du-Imperativ erhält die Endung -e, wenn der Verbstamm auf -t, -d, -ig, -el, -er, Konsonant plus m oder Konsonant plus n endet, Beispiel: arbeiten wird zu arbeite! Dritter Punkt: Der ihr-Imperativ erhält die Endung -et, wenn der Verbstamm auf -t oder -d endet, Beispiel: arbeiten wird zu arbeitet! Vierter Punkt: Bei trennbaren Verben kommt die Vorsilbe an das Ende des Satzes, Beispiel: aufräumen wird zu Räum dein Zimmer auf! Dritter Abschnitt: Unregelmäßige Sonderverben zum Auswendiglernen. Eine separate Tabelle zeigt die Formen für 'sein' und 'werden'. Für das Verb 'sein' lauten die Formen: Sei! (für du), Seid! (für ihr), Seien wir! (für wir) und Seien Sie! (für Sie). Für das Verb 'werden' lauten die Formen: Werde! (für du), Werdet! (für ihr), Werden wir! (für wir) und Werden Sie! (für Sie).
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Bildung des Imperativs

Konjunktiv I und II

Du kennst jetzt die Imperativformen für du, ihr und Sie. Doch manchmal möchtest du etwas höflicher ausdrücken oder hypothetisch formulieren. Wie du dafür den den Konjunktiv I und II nutzt, zeigen wir dir in unserem Video!

Zum Video: Konjunktiv I und II
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