Bekommst du in deiner Ausbildung Gehalt? Ja, während deiner Berufsausbildung erhältst du eine sogenannte Ausbildungsvergütung. Aber was ist eine Ausbildungsvergütung und welche Einflussfaktoren bestimmen die Höhe deines Ausbildungsgehalts? Das erfährst du hier%und in unserem Video.

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Ausbildungsvergütung einfach erklärt

Deine Ausbildungsvergütung ist die Geldsumme, die dir während der Berufsausbildung von deinem Ausbildungsbetrieb monatlich ausgezahlt wird. Spätestens am letzten Arbeitstag des Monats wird dir dein Gehalt auf dein Konto überwiesen. In deinem Ausbildungsvertrag ist genau festgelegt, wie hoch die Geldsumme ist. Hier steht auch drin, wie sich dein Lohn im Laufe der Lehre immer weiter erhöht.

In einigen Fällen zahlt dir dein Arbeitgeber während der Ausbildung bis zu 75 % deiner Ausbildungsvergütung in Sachleistungen wie die Miete deiner Unterkunft oder deine Verpflegung. Demnach müssen dir immer mindestens 25 % ausgezahlt werden. Im §17 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) ist das sogar festgelegt.

Wie viel Gehalt verdienst du in der Ausbildung?

Die genaue Höhe deiner Ausbildungsvergütung ist abhängig von deinem Ausbildungsberuf. Je nachdem, in welcher Branche du deine Ausbildung beginnst, ist dein Gehalt unterschiedlich hoch.

Faktoren wie die Größe deines Ausbildungsbetriebes oder dessen Standort wirken sich ebenfalls auf die Höhe deines Verdienstes aus. In größeren Unternehmen verdienst du meist ein besseres Gehalt, während du in kleineren Firmen schneller mehr Verantwortung übernehmen darfst. Meist erhältst du in der Nähe einer Stadt mehr Lohn, als auf dem Land. Oft sind die Gehälter im Westen Deutschlands höher als im Osten.

In einigen Unternehmen wirst du nach einem Tarifvertrag bezahlt. Das heißt, die Höhe deines Gehalts ist gesetzlich festgelegt. Lernst du eine Ausbildung im öffentlichen Dienst z. B. in der Verwaltung, ist deine Ausbildungsvergütung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) festgelegt. Als Beispiel kannst du dir hierfür im Internet die TVAöD Ausbildungsvergütung 2021 anschauen.

Von was hängt die Höhe meiner Ausbildungsvergütung ab?
  • Ausbildungsberuf
  • Branche
  • Unternehmensgröße
  • Standort: Bundesland→ Stadt oder Land
  • Tarifvertrag
  • öffentlicher Dienst

Ausbildungsvergütung Vergleich – Branchen und Berufe

Du hast deinen Abschluss in der Tasche und möchtest eine Ausbildung anfangen, bei der du auch gut verdienst? Dann schau dir hierzu unseren Beitrag zu den bestbezahlten Berufen%Verlinken, wenn online an.

Möchtest du dir einen ersten Eindruck von den Gehältern in verschiedenen Branchen und Berufen verschaffen? Wir verschaffen dir einen Überblick mit beispielhaften Ausbildungsvergütungen aus fünf Branchen.

Ausbildungsvergütung – Handwerk & Industrie

Für die Branche Handwerk & Industrie kann der Gehalt in der Ausbildung folgendermaßen aussehen:

Beruf Ausbildungsvergütung
(brutto pro Monat)
  1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr
Elektroniker/in 1.000 € 1.050 € 1.150 € 1.200 €
Fluggerätemechaniker/in 1.050 € 1.100 € 1.200 € 1.260 €
Zimmerer/in 890 € 1.230 € 1.500 € X

Beachte: Steht ein X in einer Spalte, bedeutet es, dass es ein viertes Ausbildungsjahr bei diesem Beruf nicht gibt.

Ausbildungsvergütung – IT & Informatik

In der Branche der IT und Informatik kannst du mit der folgenden Vergütung rechnen:

Beruf Ausbildungsvergütung
(brutto pro Monat)
  1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr
Fachinformatiker/in 1.040 € 1.100 € 1.200 € X
Technische/r Systemplaner/in 1.050 € 1.100 € 1.200 € 1.270 €
Technische/r Produktdesigner/in 1.010 € 1.070 € 1.150 € 1.200 €

Beachte: Steht ein X in einer Spalte, bedeutet es, dass es ein viertes Ausbildungsjahr bei diesem Beruf nicht gibt.

Ausbildungsvergütung – Kaufmännische Berufe

Auch für den kaufmännischen Bereich haben wir drei beispielhafte Ausbildungsvergütungen für dich rausgesucht:

Beruf Ausbildungsvergütung
(brutto pro Monat)
  1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
Bankkaufmann/frau 1.110 € 1.160 € 1.220 €
Einzelhandelskaufmann/frau 850 € 910 € 1.050 €
Verwaltungsfachangestellte/r 1.040 € 1.090 € 1.140 €

Ausbildungsvergütung – Naturwissenschaft & Technik

Für die naturwissenschaftlich-technische Branche kann der Gehalt in der Ausbildung folgendermaßen aussehen:

Beruf Ausbildungsvergütung
(brutto pro Monat)
  1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr
Augenoptiker/in 600 € 670 € 800 € X
Brauer/in und Mälzer/in 980 € 1.140 € 1.330 € X
Zahntechniker/in 600 € 670 € 760 € 790 €

Beachte: Steht ein X in einer Spalte, bedeutet es, dass es ein viertes Ausbildungsjahr bei diesem Beruf nicht gibt.

Ausbildungsvergütung – Soziale Berufe

Zuletzt siehst du hier einige Beispiele für Gehälter im sozialen Ausbildungsbereich:

Beruf Ausbildungsvergütung
(brutto pro Monat)
  1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
Altenpfleger/in 1.170 € 1.230 € 1.330 €
Erzieher/in 1.140 € 1.200 € 1.300 €
Logopäde/in 1.000 € 1.100 € 1.200 €

Ausbildungsvergütung – Brutto Netto

Wie viel Geld letztendlich auf deinem Konto landet, hängt auch davon ab, welchen Betrag du brutto oder netto bekommst. Damit du dir die beiden Begriffe merken kannst, sind sie hier kurz erklärt:

Was ist „brutto“ und „netto“?

Brutto bezeichnet den Lohn, den du für deine Arbeit erhältst, bevor Steuern und Sozialversicherungsbeiträge (z. B. für deine Krankenversicherung) abgezogen wurden. Netto ist die Summe, die später auf deinem Konto landet, nachdem alle Abgaben bezahlt wurden.

Merke: brutto = brutal viel, netto = nicht so viel

Ausbildungsvergütung – Brutto

In deinem Ausbildungsvertrag wird immer das Bruttoeinkommen festgehalten. Also wie viel Geld du vor Abzug der Steuern und Beiträgen für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung erhältst. Der Betrag ist also immer höher als der, der letztendlich auf deinem Konto landet.

Die Höhe deiner Brutto-Ausbildungsvergütung ergibt sich aus den gesamten einzelnen Einkünften. Dazu zählen deine festgelegte Vergütung sowie zusätzliche Leistungen deines Ausbildungsbetriebes wie zum Beispiel Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Ausbildungsvergütung – Netto

Deine Netto-Ausbildungsvergütung ist der Betrag, der dir im Laufe jeden Monats auf dein Konto überwiesen wird. Netto ist also der Brutto-Betrag minus die Steuern und Versicherungsbeiträge.

Doch nicht jeder Azubi ist steuerpflichtig. Erst wenn du den Freibetrag von 9.984 € (Grundfreibetrag im Jahr 2021) pro Jahr übersteigst, musst du Steuern zahlen. Durch deine jährliche Gehaltserhöhung während der Ausbildung, kann es auch erst zu einem späteren Zeitpunkt dazu kommen, dass du steuerpflichtig wirst. Ab dann musst du Lohn-, Kirchen- und Solidaritätsbeiträge zahlen.

Hier bekommst du einen Überblick über die verschiedenen Steuerarten:

Beiträge Beschreibung
Lohnsteuer

In Deutschland gilt hier, wer mehr verdient, muss auch mehr zahlen. Je höher also dein Einkommen ist, desto höher ist der Prozentsatz an Steuern. Der liegt zwischen 14 und 15 % deines gesamten Jahreseinkommens.

Die genaue Höhe wird durch deine Lohnsteuerklasse bestimmt. Dein Ausbildungsbetrieb zahlt das direkt ans Finanzamt, sodass es abgezogen wird, bevor du dein Gehalt erhältst.

Kirchensteuer

Gehörst du der evangelischen oder katholischen Kirche an, zahlst du in Deutschland Kirchensteuer. Die Höhe ist je nach Religion und Bundesland unterschiedlich und beträgt in der Regel 8 bis 9 % der Lohnsteuer. Mit diesem Geld finanziert die Kirche ihr Personal, den Bau von Kirchen und kirchliche Pflegedienste.

Solidaritätszuschlag

Diesen Beitrag wirst du während deiner Ausbildung nicht bezahlen müssen. Wieso? Der Solidaritätszuschlag (auch als Soli bekannt) fällt ab 2021 nur noch bei einem Jahreseinkommen von 61.717 Euro an und beträgt 5,5 % der Lohnsteuer. Daher wurde dieser Beitrag von der Bundesregierung für fast 90 % aller Arbeitnehmer abgeschafft, da sie weniger verdienen.

Die Sozialabgaben für die verschiedenen Versicherungen werden während deiner Ausbildung aus zwei Beiträgen zusammengesetzt. Sowohl dein Arbeitgeber als auch du als Arbeitnehmer bezahlen jeden Monat die Beträge an die zuständige Stelle. Damit teilt ihr euch den Betrag, der prozentual von deinem Gehalt gerechnet wird.

Versicherung Beschreibung Prozentsatz
Rentenversicherung

Auch wenn du deinen Beruf gerade erst beginnst, verpflichtet dich der Staat dazu, in eine gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Damit erhältst du im Alter einen Anspruch auf deine Rente.

Dein Arbeitgeber und du zahlen jeweils 9,3 % deines Gehalts an die Rentenversicherung.

Krankenversicherung

Damit du in einem Krankheitsfall nicht alle Kosten für die Behandlung selbst tragen musst, zahlst du monatlich in eine Krankenkasse ein. Diese übernimmt dann die Kosten, die bei deinen Arztbesuchen anfallen.

Gesetzlich Versicherte zahlen 2022 einheitlich 14,6 %. Daher übernehmen du und dein Arbeitgeber jeweils 7,3 %.

Pflegeversicherung

Da die Krankenkasse ihre Grenzen hat, zahlst du zusätzlich in eine Pflegeversicherung ein. Damit du abgesichert bist, falls du pflegebedürftig wirst.

Seit 2019 zahlt jeder einheitlich 3,05 % wodurch du und dein Arbeitgeber jeweils 1,525 % zahlen.

Arbeitslosenversicherung

Damit du auch im Fall der Arbeitslosigkeit abgesichert bist, zahlst du in eine Arbeitslosenversicherung ein. Beamte und Soldaten sind davon befreit, genauso wie Mini-Jobber, die nicht mehr als 450 € im Monat verdienen.

Dein Arbeitgeber und du zahlen jeweils 1,2 % ein.

Steigt mein Ausbildungsgehalt?

Als Auszubildender erhältst du ein niedrigeres Gehalt als ausgelernte Fachkräfte, da du während deiner Lehrzeit noch keine vollwertige Arbeitskraft bist, sondern den Beruf erst erlernst. Mit steigender Berufserfahrung während deiner Ausbildungsjahre, erhältst du dementsprechend auch mehr Geld. Im Berufsbildungsgesetz ist sogar festgehalten, dass deine Ausbildungsvergütung mindestens jährlich gesteigert werden muss.

Mindestvergütung für Auszubildende

Die Bundesregierung hat einen Mindestlohn für Auszubildende eingeführt, der für jeden neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag ab 01.01.2020 gilt. Damit soll jeder Azubi angemessen vergütet werden. Im Verlauf deiner Ausbildung muss sich dein Gehalt ausgehend vom ersten Lehrjahr um einen bestimmten Prozentsatz erhöhen. 

Die Mindestvergütung in der Ausbildung beträgt:

Ausbildungsjahr Mindestvergütung
1. Jahr mind. 515 €
2. Jahr Steigerung von 18 %
3. Jahr Steigerung von 35 %
4. Jahr Steigerung von 40 %

💡 Beachte: Hast du einen Tarifvertrag abgeschlossen, gilt die tarifvertraglich festgelegte Höhe der Ausbildungsvergütung.

Was ist ein Tarifvertrag in der Ausbildung?

Bei einem Tarifvertrag ist die Höhe deines Gehalts gesetzlich festgelegt. Das haben die Gewerkschaft und der Arbeitgeber in sogenannten Tarifverhandlungen ausgehandelt. Auch einige Ausbildungsbetriebe haben Tarifverträge mit der Gewerkschaft vereinbart, die für dich als Azubi gelten.

💡 Tipp: Ob du bei deiner Ausbildung einen Tarifvertrag bekommst, kannst du deinen Ausbilder direkt im Vorstellungsgespräch fragen. Du kannst dich aber auch beim Betriebsrat, bei der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) oder bei Gewerkschaftsvertretern des Betriebs erkundigen.

Ausbildungsvergütung – duale oder schulische Ausbildung?

Bei den meisten dualen Ausbildungen verdienst du auch eine Ausbildungsvergütung. Für viele schulische Ausbildungen erhältst du allerdings kein Gehalt, sondern musst eine Schulgebühr bezahlen. Mehr zu den schulischen Ausbildungen erfährst du in diesem Video.%Thumbnail

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