Was ist eigentlich Skonto und wie unterscheidet er sich vom Rabatt? Wir erklären dir hier und im Video die Grundlagen und zeigen dir, wie du ihn richtig berechnest!
Inhaltsübersicht
Was ist Skonto?
Skonto ist ein prozentualer Zahlungsnachlass auf den Rechnungsbetrag. Typische Skontosätze liegen zwischen 1 und 3 Prozent. Du erhältst ihn als Käufer, wenn du eine Rechnung besonders schnell bezahlst – nämlich innerhalb einer vereinbarten Frist, der sogenannten Skontofrist. Die liegt meistens zwischen 7 und 14 Tagen.
Skontosatz und Skontofrist sind häufig Bestandteile der Zahlungsbedingungen. Diese legt der Verkäufer fest und weist sie auf der Rechnung aus.
Sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer hat Skonto Vorteile:
- Käufer: Der Käufer zahlt weniger als den ursprünglichen Rechnungsbetrag. Und da die Rechnung schneller bezahlt wird, weiß er, welche Kosten bereits erledigt sind.
- Verkäufer: Er bekommt sein Geld schneller, was ihn schneller wieder liquide macht. Außerdem ist durch die zügige Zahlund das Risiko, dass der Kunde später gar nicht oder zu spät zahlt, geringer.
Wie wird Skonto auf einer Rehnung ausgewiesen?
Auf jeder Rechnung, die du erhälst siehst du die Zahlungs- und Skontobedingungen — sofern der Verkäufer sie festgelegt hat. Du findest sie meistens im unteren Bereich deiner Rechnung. Zu diesen Bedingungen zählen:
- Skontosatz — Prozentsatz, den du vom Rechnungsbetrag abziehen darfst; manchmal wird direkt der ausgerechneten Skontoabzug angegeben
- Abzugsbasis — der Rechnungsbetrag, auf den der Skontosatz angewendet wird — in den meisten Fällen ist das der Nettobetrag
- Skontofrist — verkürzte Zeitfenster, in dem du mit Skontoabzug zahlen kannst
- Zahlungsziel (Nettofrist) — der späteste Termin, bis zu dem du die volle Rechnungssumme bezahlt werden muss, aber ohne Abzug vom Skonto
Skonto- und Zahlungsfrist beginnen in der Regel mit dem Rechnungseingang bei dir als Käufer, sofern nichts anderes vereinbart ist.
Das bedeutet: Zahlst du innerhalb von 14 Tagen werden dir 2 % des Rechnungsbetrags erstattet. Danach zahlst du den vollen Betrag und ab Tag 31 ist die Zahlung überfällig.
Übrigens: Es gibt verschiedene Formen, wie Skonto auf Rechnungen ausgewiesen wird. Das kann auch stark verkürzt erfolgen, wie in diesem Besipiel: „3 % 14 Tage, 45 Tage netto“.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
So berechnest du das Skonto
Die Schreibweise des Skontos kennst du bereits. Jetzt geht es darum den zu bezahlenden Betrag nach Abzug des Skontos zu berechnen. Dafür benötigst du diese Formel:
Rechnungsbetrag · Skontosatz/100 = Skontobetrag
Um dann den Zahlbetrag zu bestimmen, ziehst du den Skontobetrag vom ursprünglichen Rechnungsbetrag ab.
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➡️ Beispiel: Du erhältst eine Rechnung über 2.000 €. Die Zahlungsbedingung lautet „2 %, 30 Tage netto“. Du zahlst innerhalb von 10 Tagen und darfst also 2 % abziehen. Die Rechnung dafür sieht dann so aus: 2.000€ · 2/100 = 40 € Diesen Betrag ziehst du dann von den 2.000 € ab und erhälst 1.960 €. Das ist der Betrag, den du am Ende an den Verkäufer zahlen musst. |
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- oder Nettoabzug?
Ob du den Skonto vom Brutto- oder vom Nettobetrag abziehst, hängt davon ab, ob du zum vorsteuerabzugberechtigt bist:
| Bruttoabzug | Nettoabzug | |
| Typische Situation | Privatkauf (B2C → Business to Consumer), kein Vorsteuerabzug |
Unternehmenskauf (B2B → Business to Business), mit Vorsteuerabzug |
| Abzugsbasis | Bruttorechnungsbetrag | Nettowarenwert |
| Vorsteuerkorrektur nötig? | Nein | Ja |
Wie funktioniert der Bruttoabzug?
Im B2C-Bereich kauft eine Privatperson beim Unternehmen ein. Also wenn du z. B. bei deinem Lieblings Online-Shop etwas kaufst, ist das B2C. Als Privatperson bist du nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt – deshalb gilt hier der Bruttoabzug. Das ist der einfachere Fall. Du benötigst nur die Schritte, die du schon kennst:
- Skontobetrag berechnen (Bruttobetrag · Skontosatz)
- Zahlbetrag berechnen (Bruttobetrag − Skontobetrag)
Eine Vorsteuerkorrektur ist nicht nötig, denn sie zieht keine Vorsteuer aus der Rechnung. Der Skonto wirkt sich nur auf den tatsächlich gezahlten Betrag aus.
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➡️ Beispiel: Eine Privatperson erhält eine Rechnung über 595 € (brutto, inkl. 19 % USt). Die Zahlungsbedingung lautet „2/10, 30 Tage netto“. Sie zahlt innerhalb von 7 Tagen: 595 € · 2/100 = 11,90 € Nach Abzug zahlt die Privatperson nur noch 583,10 €. |
Übrigens: Der Bruttoabzug ist deutlich seltener als der Nettoabzug, weil Skonto meist nur im Geschäftsverkehr vorkommt und seltener bei Privatpersonen.
Wie funktioniert der Nettoabzug?
Im B2B-Bereich kauft ein Unternehmen bei einem anderen Unternehmen ein. Da Unternehmen i.d.R. vorsteuerabzugsberechtigt sind, können sie die beim Einkauf gezahlte Vorsteuer später vom Finanzamt zurückfordern oder verrechnen.
Deshalb wird Skonto hier meist vom Nettobetrag abgezogen. Denn durch den Preisnachlass sinkt nicht nur der Warenwert, sondern auch die darauf berechnete Vorsteuer. Dabei gehst du so vor:
- Skonto vom Nettopreis abziehen
- Vorsteuer auf den reduzierten Nettobetrag neu berechnen.
- Reduzierten Nettobetrag und neue Vorsteuer addieren. Das Ergebnis ist der Zahlbetrag.
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➡️ Beispiel: Ein Unternehmen erhält eine Rechnung über 1.190 € brutto (1000 € netto). Die Zahlungsbedingung lautet „2/10, 30 Tage netto“. Das Unternehmen zahlt innerhalb von 10 Tagen.
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Skonto buchen
Um das Skonto zu buchen, musst du gleich mehrere Positionen in der Buchhaltung anpassen, da die Zahlen nicht mehr mit den ursprünglichen auf der Rechnung übereinstimmen. Die folgenden Konten spielen dabei eine Rolle:
- Verbindlichkeiten / Forderungen – werden in der ursprünglichen Höhe gebucht und beim Zahlungsausgleich aufgelöst
- Aufwendungen / Erlöse – werden um den Skontobetrag (netto) gemindert
- Vorsteuer / Umsatzsteuer – wird auf Basis des neuen Nettobetrags korrigiert
- Bank – zeigt den tatsächlich geflossenen Betrag
Skonto buchen — Einkauf (Lieferantenskonto)
Kaufst du als Unternehmen bei einem Lieferanten, buchst du zunächst die Eingangsrechnung in voller Höhe – also mit dem ursprünglichen Nettobetrag und der vollen Vorsteuer. Sobald du unter Skontoabzug zahlst, passt du beides an.
Hier siehst du den kompletten Buchungsablauf am Beispiel am Beispiel von Brutto 1.190 €, 2 % Skonto, 19 % USt:
Schritt 1 – Eingangsrechnung buchen:
| Soll | Betrag | Haben | Betrag |
| Wareneingang (Aufwand) | 1.000,00 € | Verbindlichkeiten aus L. und L. | 1.190,00 € |
| Vorsteuer | 190,00 € |
Schritt 2 – Zahlung mit Skontoabzug buchen:
| Soll | Betrag | Haben | Betrag |
| Verbindlichkeiten aus L. und L. | 1.190,00 € | Bank | 1.166,20 € |
| Wareneingang (Aufwand) | 20,00 € | ||
| Vorsteuer | 3,80 € |
Skonto buchen — Verkauf (Kundenskonto)
Gewährst du als Unternehmen einem Kunden Skonto, läuft die Buchung quasi umgekehrt ab. Du buchst zunächst die Ausgangsrechnung in voller Höhe. Zahlt der Käufer dann unter Skontoabzug, korrigierst du Erlös und Umsatzsteuer entsprechend.
Schritt 1 – Ausgangsrechnung buchen:
| Soll | Betrag | Haben | Betrag |
| Forderungen aus L. und L. | 1.190,00 € | Umsatzerlöse (Erlös) | 1.000,00 € |
| Umsatzsteuer | 190,00 € |
Schritt 2 – Zahlungseingang mit Skontoabzug buchen:
| Soll | Betrag | Haben | Betrag |
| Bank | 1.166,20 € | Forderungen aus L. und L. | 1.190,00 € |
| Umsatzerlöse (Erlös) | 20,00 € | ||
| Umsatzsteuer | 3,80 € |
Wie unterscheidet sich Skonto von Rabatt und Bonus?
Im Rechnungswesen begegnet dir nicht nur Skonto, sondern auch Rabatt und Bonus. Sie alle funktionieren aber unterschiedlich:
Den Rabatt gewährt der Verkäufer direkt beim Verkauf. Er mindert also den ursprünglichen Preis, bevor die Rechnung überhaupt ausgestellt wird. Typisch sind z. B. Mengenrabatte oder Aktionspreise.
Den Bonus erhält ein Käufer nachträglich. Zum Beispiel, wenn er in einem Jahr einen bestimmten Umsatz bei einem Lieferanten erreicht hat. Einen Bonus kommt also erst nach einer längeren Geschäftsbeziehung in Frage.
| Nachlass | Zweck | Zeitpunkt |
| Skonto | Nachlass für schnelle Zahlung | Nach Rechnungserhalt, innerhalb der Skontofrist |
| Rabatt | Preisminderung beim Kauf | Direkt beim Kauf, vor oder bei Rechnungsstellung |
| Bonus | Nachträgliche Gutschrift bei Zielerreichung | Nach einem definierten Zeitraum, z. B. Quartal oder Jahr |
Skonto — häufigste Fragen
(ausklappen)
Skonto — häufigste Fragen
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Was ist der Skontoabzug?Der Skontoabzug ist der Betrag, den du von einer Rechnung abziehen darfst, wenn du innerhalb der Skontofrist bezahlst. Du überweist dann nicht den vollen Rechnungsbetrag, sondern den Rechnungsbetrag minus Skonto. Der Skontoabzug ist also die Differenz zwischen Rechnungssumme und Zahlungsbetrag.
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Ist Skonto heute noch üblich?Skonto ist heute noch üblich, vor allem im Geschäft zwischen Unternehmen, weil Verkäufer damit schnelle Zahlungseingänge fördern. Im Alltag von Privatkunden spielt Skonto dagegen eher selten eine Rolle. Ob Skonto angeboten wird, hängt vom Unternehmen, der Branche und den Zahlungsbedingungen auf der Rechnung ab.
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Wie verbucht man Skonto?Skonto verbuchst du in zwei Schritten: Zuerst buchst du die Rechnung mit dem vollen Bruttobetrag, danach die Zahlung mit Skonto. Beim zweiten Buchungssatz teilst du die Differenz in Skonto und die Korrektur der Vorsteuer oder Umsatzsteuer auf. Beispiel Einkauf: Verbindlichkeiten 1.190 € an Bank 1.166,20 € an Lieferantenskonti 20 € an Vorsteuer 3,80 €.
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Auf welches Konto bucht man ein Skonto?Ein Skonto buchst du auf Lieferantenskonti, wenn du als Käufer Skonto ziehst, und auf Kundenskonti, wenn du als Verkäufer Skonto gewährst. Zusätzlich buchst du die Steuerkorrektur mit: Beim Einkauf korrigierst du die Vorsteuer, beim Verkauf korrigierst du die Umsatzsteuer.
Kalkulationsschema
Du hast jetzt verstanden, wie Skonto berechnet und gebucht wird. Aber wie fließen diese Kosten in deine Kalkulation ein? Im Beitrag zum Kalkulationsschema erfährst du, wie du Skonto und andere Zu- und Abschläge systematisch berücksichtigst.