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Die Jahreszeiten entstehen durch die geneigte Erdachse. Wie das genau funktioniert, zeigen wir dir hier und im Video.

Inhaltsübersicht

Warum gibt es Jahreszeiten?

Viele denken, im Sommer sei die Erde einfach näher an der Sonne. Das stimmt aber nicht ganz. Der wahre Grund für die Jahreszeiten ist die Neigung der Erdachse.

Die Erdachse ist eine gedachte Linie, die vom Nord- zum Südpol verläuft. Sie steht aber nicht gerade, sondern ist immer um etwa 23,5 Grad schräg geneigt. Diese Schräglage zeigt immer in dieselbe Richtung, während die Erde um die Sonne kreist.

Ein Bild zeigt die Schieflage der Erde. Eine Erdhalbkugel ist im Sommer immer zur Sonne hingeneigt und im Winter weg.
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Schieflage der Erde

Durch diese Neigung ist eine Erdhalbkugel stärker der Sonne zugewandt  — und dort ist dann Sommer. Gleichzeitig ist auf der anderen Erdhalbkugel Winter, weil sie der Sonne abgewandt ist.

Die Neigung der Erdachse beeinflusst auch wie lange es draußen hell und dunkel ist. Ist die Nordhalbkugel der Sonne zugewandt, verbringt sie auf ihrem täglichen Drehweg um sich selbst mehr Zeit im Licht als im Schatten. Dadurch sind die Tage länger

Wie entstehen Jahreszeiten?

Die Erde braucht ein Jahr, um die Sonne zu umrunden. Während dieser Zeit trifft das Sonnenlicht unterschiedlich stark auf die Erde und sorgt so für die Jahreszeiten. Für die Nordhalbkugel sehen die Jahreszeiten so aus:

❄️ Winter: Die Nordhalbkugel ist von der Sonne abgewandt und die Sonnenstrahlen treffen nur in einem sehr flachen Winkel auf die Erde. Dadurch bleiben die Temperaturen niedrig und die Tage kurz.

🌼 Frühling: Die Erde wandert weiter und die Nordhalbkugel neigt sich immer mehr der Sonne zu. Die Einstrahlungswinkel werden steiler, wodurch es wärmer wird. Draußen erwacht die Natur und die Tage werden länger.

☀️ Sommer: Die Nordhalbkugel ist der Sonne zugewandt. Die Sonnenstrahlen treffen fast senkrecht auf die Erdoberfläche und erwärmen sie stark. Dadurch sind die Temperaturen höher und die Tage lang.

🍂 Herbst: Die Nordhalbkugel neigt sich langsam wieder von der Sonne weg. Der Einstrahlungswinkel wird flacher — die Temperaturen sinken wieder und die Tage werden kürzer.

Ein Bild zeigt die verschiedenen Einstrahlungswinkel, wenn auf der Nordhalbkugel Sommer ist. Dort treffen die Sonnenstrahlen steil auf die Erdoberfläche. Gleichzeitig erreichen sie die Südhalbkugel nur in einem flachen Winkel.
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Einstrahlungswinkel, wenn auf der Nordhalbkugel Winter ist
Übrigens: Auf der Südhalbkugel herrscht immer die gegenteilige Jahreszeit. Wenn auf der Nordhalbkugel gerade Winter ist, ist dort Sommer.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Wann beginnen die Jahreszeiten?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten, den Start der Jahreszeiten festzulegen: die meteorologische und die astronomische Einteilung.

Die meteorologische Einteilung macht es sich einfach: Nach ihr beginnt eine Jahreszeit immer am ersten Tag eines bestimmten Monats. So können Wetterforscher (Meteorologen) zum Beispiel Wetterdaten und -aufzeichnungen besser vergleichen.

  • Frühling: März, April, Mai
  • Sommer: Juni, Juli, August
  • Herbst: September, Oktober, November
  • Winter: Dezember, Januar, Februar

Die astronomische Einteilung richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach dem Stand der Erde zur Sonne. Dadurch entstehen jedes Jahr besondere Himmelsereignisse, die den Beginn einer Jahreszeit kennzeichnen:

  • Tagundnachtgleiche (Frühling & Herbst): Das sind die Tage, an denen Tag und Nacht auf der ganzen Welt gleich lang sind — also jeweils 12 Stunden.
  • Sonnenwende (Sommer & Winter): Das sind die längsten (Sommeranfang) und kürzesten (Winteranfang) Tage im Jahr.
Jahreszeit Astronomischer Start Besonderheit
Frühling 20./21. März Tagundnachtgleiche
Tag und Nacht gleich lang
Sommer 21. Juni Sommersonnenwende
Längster Tag — Kürzeste Nacht
Herbst 22./23. September Tagundnachtgleiche
Tag und Nacht gleich lang
Winter 21./22. Dezember Wintersonnenwende
Kürzester Tag — Längste Nacht

Schon gewusst? Die Erde braucht nicht exakt 365 Tage, um die Sonne einmal zu umkreisen. Deswegen können sich die genauen Daten für den Beginn einer Jahreszeit um etwa einen Tag verschieben.

Woran erkennst du die Jahreszeit?

Neben den Kalenderdaten kannst du die Jahreszeit auch direkt in der Natur beobachten. Jede Jahreszeit hat typische Merkmale, die du leicht erkennen kannst.

🌼 Frühling: Die ersten Knospen und Blüten erscheinen an den Bäumen. Die Tage werden spürbar länger.

☀️ Sommer: Die Tage sind sehr lang und das Sonnenlicht ist kräftig. Die Blätter an den Bäumen sind sattgrün.

🍂 Herbst: Die Blätter verfärben sich und fallen von den Bäumen. Die Tage werden wieder deutlich kürzer.

❄️ Winter: Die Bäume sind kahl und die Tage sehr kurz. Oft gibt es Frost oder sogar Schnee.

Hinweis: Nadelbäume wie Fichten oder Tannen sind eine Ausnahme. Sie behalten ihre Nadeln das ganze Jahr über und sind deshalb auch im Winter grün.

Phänologische Jahreszeiten

Neben den vier Jahreszeiten gibt es auch die sogenannten phänologischen Jahreszeiten. Sie entstehen durch bestimmte Naturereignisse, wie z. B. dass spezielle Blumen anfangen zu blühen oder manche Früchte reifen.

In Mitteleuropa kannst du 10 phänologische Jahreszeiten anhand ihrer „Zeigerpflanzen“ unterscheiden. 

Ein Bild zeigt typische Zeigerpflanzen der zehn phänologischen Jahreszeiten. Im Vorfrühling blühen Schneeglöckchen, im Erstfrühling die Kirschbäume und im Vollfrühling der Flieder. Im Frühsommer wird das Heu geerntet, während im Hochsommer die Johannisbeeren reif werden. Im Spätsommer ist auch die Vogelbeere reif. Reifer schwarzer Holunder ist eine Zeigerpflanze für den Frühherbst. Im Vollherbst reifen Eicheln und im Späterbst kannst du rote Bete ernten. Im Winter herrscht Vegetationsruhe - der Blattfall ist weitgehend abgeschlossen.
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Phänologische Jahreszeiten

Die 10 phänologischen Jahreszeiten zeichnen sich aus durch:

  • Schneeglöckchen → Vorfrühling
  • Kirschbäume → Erstfrühling
  • Flieder → Vollfrühling
  • Heu →  Frühsommer
  • Johannisbeeren → Hochsommer 
  • Vogelbeeren → Spätsommer 
  • Holunder → Frühherbst
  • Eicheln → Vollherbst
  • rote Beete → Spätherbst 
  • keine Blätter → Winter 

Mini-Experiment: Die Jahreszeiten mit einem Apfel erklären

Mit einem kleinen Experiment kannst die Ursache der Jahreszeiten selbst nachstellen. Dafür brauchst du nur drei Dinge:

  • einen Apfel 🍎
  • einen Stift ✏️
  • eine Taschenlampe 🔦

Schritt 1: Stecke den Stift durch den Apfel. Das stellt die Erde und ihre Erdachse dar. Lass dir dabei am Besten von jemandem helfen.

Schritt 2: Stelle die Taschenlampe so auf einen Tisch, dass sie Richtung Decke leuchtet. Das ist deine Sonne. Dimme das restliche Licht im Zimmer, damit du den Effekt besser siehst.

Schritt 3: Bewege den Apfel in einigem Abstand um die Taschenlampe herum — so wie die Erde die Sonne umkreist. Achte dabei darauf, dass der Stift immer in dieselbe Richtung geneigt ist.

Am oberen Teil des Apfels kannst du leicht zwei Jahreszeiten erkennen:

☀️ Sommer: Der obere Teil des Apfels ist der Lampe zugewandt. Das Licht trifft ihn steil und beleuchtet ihn lange.

❄️ Winter: Der obere Teil ist von der Lampe abgewandt. Das Licht trifft ihn nur flach und für kurze Zeit.

Schau dir auch die untere Hälfte des Apfels an. Wenn oben Sommer ist, ist unten gleichzeitig Winter — und umgekehrt.

Polarnacht

Doch was passiert in den Polarregionen, wenn die Sonne monatelang gar nicht aufgeht? Erfahre in unserem Video zur Polarnacht, wie extreme Jahreszeiten dort das Leben prägen.

Zum Video: Polarnacht
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