In diesem Beitrag und im Video erfährst du, was Luftdruck ist, wie du ihn umrechnest und wie er das Wetter beeinflusst.
Inhaltsübersicht
Was ist Luftdruck?
Luftdruck ist das Gewicht der Luft, das auf einem Gegenstand oder einer Person lastet. Die Schwerkraft zieht diese Luft nach unten und erzeugt so den Druck. Du kannst dir das wie eine Luftsäule vorstellen, die von ganz oben in der Atmosphäre bis auf den Boden reicht.
Der Luftdruck hängt von der Höhe ab:
- in großen Höhen: niedriger Luftdruck
- in geringen Höhen: höherer Luftdruck
Den Luftdruck kannst du in drei Einheiten angeben: Hectopascal, Pascal und bar. Die Umrechnung zwischen den Einheiten siehst du hier am Normdruck, also dem Luftdruck am Meeresspiegel:
≈ 1013 hPa = 1 bar = 101 325 Pa
Wie ändert sich der Luftdruck mit der Höhe?
Je höher du steigst, desto weniger Luft befindet sich noch über dir und der Luftdruck nimmt ab. Diese Werte zeigen dir den Luftdruck auf unterschiedlichen Höhen:
- Meeresspiegel (0 m) → ca. 1013 hPa
- Mont Blanc (4800 m) → ca. 550 hPa
- Mount Everest (8849 m) → ca. 330 hPa
- Reiseflughöhe eines Flugzeugs (12.000 m) → 190 hPa
An den Werten kannst du sehen, dass der Druck mit der Höhe nicht gleichmäßig (linear) sinkt. Stattdessen nimmt er je höher du kommst exponentiell ab.
In den ersten Höhenmetern passiert diese Abnahme deutlich schneller. Das liegt daran, dass die Luft in Bodennähe dichter ist. Dort befinden sich besonders viele Luftteilchen, die Druck ausüben. In großer Höhe ist die Luft dünner, deshalb gibt es dort weniger Luftteilchen und der Druck nimmt langsamer weiter ab.
Das Druckgefühl in den Ohren entsteht durch eine kurze Druckdifferenz: Der Luftdruck außen ändert sich schnell, aber im Mittelohr bleibt der Druck zunächst gleich. Das passiert zum Beispiel hier:
- Bergfahrt aufwärts → Außendruck sinkt
- Flugzeug Start/Landung → Außendruck steigt/sinkt
- Fahrstuhl runter → Außendruck steigt
Über die sogenannte Eustachische Röhre, die sich beim Schlucken oder Gähnen kurz öffnet, gleicht sich der Druck wieder aus.
Je schneller der Höhenwechsel, desto stärker ist die Druckdifferenz und damit auch das Druckgefühl.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Womit misst man Luftdruck?
Den Luftdruck kannst du mit verschiedenen Geräten messen. Sie alle heißen Barometer. Es gibt drei grundlegende Messprinzipien:
| Gerät | Funktionsprinzip |
| Flüssigkeitsbarometer (nach Torricelli) | Eine Quecksilbersäule steigt oder fällt je nach Luftdruck. |
| Dosenbarometer (Aneroid) | Eine verformbare Metallmembran reagiert auf Druckänderungen. |
| Elektronischer Sensor | Er misst den Druck digital, z. B. in Wetterstationen oder Smartphones. |
Übrigens: Die Messwerte werden vor allem in der Meteorologie in Hektopascal angegeben, z. B. in Wetterberichten, auf Wetterkarten oder bei der Beschreibung von Hoch- und Tiefdruckgebieten.
Luftdruck im Alltag
Luftdruck begegnet uns nicht nur in der Atmosphäre oder beim Messen mit dem Barometer, sondern auch in Alltagssituationen:
- Er steuert das Wetter.
- Und er hat Einfluss auf die Siedetemperatur.
Wie steuert Luftdruck das Wetter?
Der Luftdruck hat großen Einfluss auf das Wetter, weil er bestimmt, wie sich Luftmassen bewegen und ob ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet entsteht. Als Orientierung dient dabei der Normwert von etwa 1013 hPa:
- über 1013 hPa → Hochdruckgebiet (Absinkende Luft, trocken, oft sonnig)
- unter 1013 hPa → Tiefdruckgebiet (Aufsteigende feuchte Luft, Wolken, Niederschlag)
In einem Hochdruckgebiet ist der Luftdruck höher als in der Umgebung. Die Luft sinkt nach unten, wird dabei wärmer und kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch lösen sich Wolken eher auf und es bleibt oft trocken.
Im Gegensatz dazu ist der Luftdruck im Tiefdruckgebiet niedriger. Die Luft steigt nach oben, kühlt ab und kann weniger Feuchtigkeit halten. Dadurch kondensiert Wasserdampf, es entstehen Wolken und häufig fällt Niederschlag.
Übrigens: Dort, wo zwei solche Gebiete aufeinandertreffen, entstehen sogenannte Fronten, also Zonen, in denen warme und kalte Luft aufeinandertreffen und das Wetter rasch wechselt.
Wie beeinflusst Luftdruck die Siedetemperatur?
Auch die Temperatur, bei der Wasser kocht, hängt vom Luftdruck ab. Je niedriger der Luftdruck, desto leichter können Wassermoleküle in die Luft übergehen. Wasser siedet also bereits bei einer niedrigeren Temperatur:
- Am Meeresspiegel (1013 hPa) kocht Wasser bei 100 °C.
- Auf etwa 3000 m Höhe (700 hPa) kocht Wasser bereits bei etwa 90 °C.
Das Wasser bleibt in großen Höhen kühler und Nudeln oder Eier garen langsamer.
Der umgekehrte Effekt funktioniert genauso: Bei höherem Luftdruck steigt die Siedetemperatur. Genau das macht sich der Dampfkochtopf zunutze. Er erhöht den Druck im Inneren künstlich. Dadurch kocht das Wasser erst bei über 100 °C und Speisen garen deutlich schneller.
Tiefdruckgebiet
Du kennst jetzt, wie Luftdruck funktioniert. Doch wie entstehen eigentlich die Tiefdruckgebiete, die das Wetter so dramatisch verändern? Erfahre in unserem Video zum Tiefdruckgebiet, welche Prozesse dahinterstecken und wie sie Regen und Stürme auslösen.