Wirtschaftspolitik

Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Du möchtest wissen, wie man mit Hilfe von Wechselkursen bestimmen kann, ob ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht vorliegt? Dann bist du in diesem Beitrag genau richtig! Hier erklären wir dir, was das außenwirtschaftliche Gleichgewicht genau ist und wie es mit dem Wechselkurs zusammenhängt.

Außenwirtschaftliches Gleichgewicht Definition – ein Modalziel des Magischen Vierecks

Das außenwirtschaftliche Gleichgewicht ist eines der 4 Modalziele des Magischen Vierecks. Einfach ausgedrückt liegt ein solches Gleichgewicht dann vor, wenn die aus dem Ausland empfangenen Zahlungsströme den ins Ausland fließenden Zahlungen entsprechen. Wie auch die anderen Ziele des Magischen Vierecks, ist im Stabilitätsgesetz (§1 StWG) die gesetzliche Verpflichtung für Bund und Länder zur Erreichung eines außenwirtschaftlichen Gleichgewichts festgelegt.

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Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Außenwirtschaftliches Gleichgewicht einfach erklärt

Es gibt drei Aspekte, warum das außenwirtschaftliche Gleichgewicht wichtig ist.

Zum einen liegt ein zentraler Anreiz, Außenhandel zu betreiben in der Nutzung komparativer Vorteile. Diese entstehen, wenn zwei Länder unterschiedliche Opportunitätskosten für die Produktion von Gütern haben. Wenn beispielsweise Deutschland besser Autos produzieren kann und die USA besser T-Shirts produzieren kann, macht es für beide Länder Sinn, Autos gegen T-Shirts zu tauschen, also internationalen Handel zu betreiben.

Ein weiterer Grund ist die Nutzung von Größen- und Lerneffekten durch globalen Handel. Größenvorteile entstehen ganz einfach dadurch, dass durch internationalen Handel die potentiellen Märkte für die Unternehmen wachsen. Dadurch können die Firmen ihre Produktion ausweiten und so die Stückkosten ihrer Produkte reduzieren. Lerneffekte entstehen durch die Ansammlung von Wissen, die durch Außenhandel entsteht. Wenn ein Land mit einem anderen Land Handel treibt, findet automatisch auch ein Wissensaustausch in den verschiedenen Branchen statt, der zu sinkenden Produktionskosten führen kann.

Außenwirtschaftliches Gleichgewicht
Ziele außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Außerdem kann Außenhandel zum Abbau von Marktmacht einzelner Unternehmen innerhalb eines Landes führen und den Wettbewerb intensivieren. Durch Außenhandel müssen Unternehmen nicht mehr nur mit anderen Firmen innerhalb des eigenen Landes konkurrieren, sondern auch mit Firmen aus anderen Ländern.

Außenwirtschaftliches Gleichgewicht bestimmen – nominaler und realer Wechselkurs

Um das außenwirtschaftliche Gleichgewicht zu bestimmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir betrachten in diesem Beitrag die Operationalisierung über Wechselkurse.

Hier unterscheidet man zwischen nominalen und realen Wechselkursen. Nominale Wechselkurse geben einfach das Werteverhältnis zweier Währungen an. Diese werden ebenfalls unterteilt in Preis- und Mengennotierung. Die Preisnotierung gibt an, wie viele Einheiten inländische Währung man für eine Einheit ausländische Währung erhält. Also zum Beispiel wie viel Euro ein Dollar sind. Bei der Mengennotierung ist das genau umgekehrt.

 

Wichtig ist hier: Steigt der Wechselkurs in der Mengennotierung bedeutet das eine Aufwertung der inländischen Währung, denn du erhältst für einen Euro mehr US-Dollar als zuvor. Als Ziel für ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht könnte man also einen stabilen oder leicht steigenden Wechselkurs in Mengennotierung festsetzen.

Realen Wechselkurs berechnen

Der nominale Wechselkurs birgt jedoch einige Schwachstellen, deshalb wird in der Praxis eher der reale Wechselkurs angewandt. Diesen berechnet man so:

k=\frac{e*p^{EU}}{p^{USA}}

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Berechnung des realen Wechselkurses

Mathematisch gesehen ist der reale Wechselkurs also nichts anderes als der um das Preisniveau der beiden Länder bereinigte nominale Wechselkurs.

Realen Wechselkurs anhand eines Beispiels berechnen

Gehen wir davon aus, dass der nominale Wechselkurs in Mengennotierung 1,6 Dollar pro Euro ist. Man erhält also für einen Euro 1,6 Dollar. Außerdem wissen wir, dass ein Hamburger in Deutschland 5€ kostet, während ein Hamburger in den USA 7 Dollar kostet. Dann ergibt sich ein realer Wechselkurs von 1,14.

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Realer Wechselkurs

Man würde also für einen Hamburger in Deutschland 1,14 Hamburger in den USA bekommen. Somit wäre in diesem Beispiel der Hamburger in den USA relativ kostengünstiger als in Deutschland. In der Realität wird der reale Wechselkurs nicht nur für ein einzelnes Gut, sondern für einen ganzen Warenkorb berechnet.

Allerdings hat auch der reale Wechselkurs einige Schwachstellen. Zum Beispiel können auch unterschiedliche Rechtssysteme oder Steuertarife sowie Unterschiede in der Entwicklung der Finanzmärkte Grund für Änderungen der realen Wechselkurse sein. Diese Ursachen werden aber bei der Berechnung nicht berücksichtigt, was zu Fehlinterpretationen führen kann.

Super! Jetzt hast du gelernt, was man unter dem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht versteht und wie es mit dem Wechselkurs zusammenhängt. Außerdem weißt du jetzt, was der nominale und der reale Wechselkurs ist und wie man den realen Wechselkurs berechnet.

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