Wirtschaftspolitik

Konjunktur

Was ist Konjunktur? In diesem Artikel geben wir dir eine Definition zum Begriff und zeigen dir, wie die Veränderungen in der Wirtschaftslage eines Landes dargestellt und verursacht werden.

Texte lesen ist einfach nichts für dich? Keine Sorge, unser Video  löst dieses Problem für dich und wird dir die Konjunktur einfach erklären!

Inhaltsübersicht

Konjunktur Definition

Der Begriff „Konjunktur“ stammt aus dem Bereich der Volkswirtschaft. Die Konjunktur zeigt den Verlauf der Wirtschaftslage eines Landes an und beschreibt die auftretenden Schwankungen in der wirtschaftlichen Entwicklung bzw. im Wirtschaftswachstum.

Die Wirtschaft verläuft nämlich nicht nur strikt konstant in eine Richtung, sondern sie verändert sich regelmäßig. Diese Veränderungen zeigt man meist mithilfe einer wellenförmig-verlaufenden Kurve an. Dabei spiegeln die Auf- und Abschwünge des Musters die Höhen und Tiefen einer Wirtschaft wider. Sie treten stets abwechselnd auf. Die Kurve wird als Konjunkturzyklus  bezeichnet und kann in vier Konjunkturphasen  untergliedert werden: Aufschwung (Expansion), Hochkonjunktur (Boom), Abschwung (Rezession) und Tiefphase (Depression). Der Konjunkturzyklus verläuft dabei um den Wachstumstrend

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Konjunktur

Diese Schwankungen gehen mit der Veränderung von ökonomischen Größen wie beispielsweise den Güterpreisen, der Beschäftigung oder der Produktion einher. Die konjunkturelle Situation eines Landes lässt sich unter anderem an der Messgröße des Bruttoinlandsprodukts (BIP)  feststellen. Durch die Analyse der Veränderungen des BIPs können wichtige Informationen zu den Konjunkturschwankungen abgelesen werden. Somit stellt das BIP den wichtigsten (aber nicht den einzigen!) Indikator dar, an dem die wirtschaftliche Lage eines Landes beobachtet werden kann.

Was ist Konjunktur? Die Bedeutung der Konjunktur

Doch welche Faktoren beeinflussen eigentlich diese Auf- und Abschwünge in der Wirtschaft? Sowohl interne als auch externe Gegebenheiten spielen bei den Konjunkturschwankungen eine Rolle. Die verursachenden Wirtschaftssubjekte sind private Haushalte, Unternehmen und der Staat. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen einzelnen Branchenkonjunkturen und der Gesamtkonjunktur. Im Folgenden schauen wir uns zur einfachen Veranschaulichung ein konkretes Beispiel einer Branchenkonjunktur an.

Betrachten wir doch einmal das Angebot und die Nachfrage rund um das Beispiel-Produkt Smartphone. Nehmen wir an, immer mehr Haushalte möchten Smartphones kaufen und es kommt zu einer verstärkten Nachfrage. Die Unternehmen möchten dieser Nachfrage natürlich nachkommen und fangen an, ihre Smartphone-Produktion zu erweitern. Es werden folglich mehr Mitarbeiter und Maschinen benötigt. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt aus diesem Grund und die Wirtschaft befindet sich in einem Aufschwung. Dadurch haben immer mehr Haushalte ein höheres Budget zur Verfügung, welches sie ausgeben können, und die Nachfrage nach Smartphones wächst weiterhin.
Durch die Kosten der weiteren Maschinen und Arbeitskräfte, die von den Unternehmen nun zusätzlich benötigt werden, steigen nach und nach die Preise je Mobilgerät. Aus diesem Grund kaufen weniger Haushalte das Produkt ein, da sich nicht mehr alle eins leisten können. Die Unternehmen können ihre Kapazitäten (Maschinen und Arbeitskräfte) aufgrund der reduzierten Nachfrage nun nicht mehr vollständig auslasten und es kommt unter anderem zur Entlassung von Mitarbeitern. Die Wirtschaft befindet sich folglich in einem Konjunkturabschwung.

In der Realität wird die Gesamtwirtschaft selbstverständlich nicht nur an einem Produkt, wie hier dem Smartphone, gemessen. Man würde die gesamte Konjunktur betrachten und die Schwankungen aller existierenden Branchen auf aggregieren.

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Konjunktur VWL

Um Situationen wie im genannten Beispiel nicht ausarten zu lassen, ist es im Interesse des Staats, extreme Veränderungen der Wirtschaftslage zu verhindern. Er ist in der Lage, die Wirtschaft durch bestimmte Mechanismen zu beeinflussen und zu steuern. Treten starke konjunkturelle Schwankungen auf, so ist es die Aufgabe des Staats, diesen Auf- oder Abschwüngen entgegenzuwirken und zu regulieren.

Liegt beispielsweise ein Boom vor, so kann er durch eine Erhöhung von Steuern und Verringerung der eigenen öffentlichen Staatsausgaben den Konjunkturhöhepunkt abschwächen. Die überschüssigen finanziellen Mittel, die dadurch generiert werden, kann er wiederum für schlechte Phasen anlegen. Befindet sich die Konjunktur hingegen in einer Abschwungphase, so kann der Staat durch eine Steuerminderung und erhöhte Staatsausgaben weiterhelfen.

Konjunkturindikatoren

Wie wir bereits gesehen haben, ist das BIP der wichtigste Indikator für Konjunkturschwankungen. Es gibt noch zahlreiche andere Größen, die du betrachten kannst. Merke dir, dass man zwischen unterschiedlichen Arten von Indikatoren unterscheidet:

  • Frühindikatoren
  • Gegenwartsindikatoren
  • Spätindikatoren

Die Frühindikatoren wie Auftragseingänge deuten bereits zeitig an, wie der Wirtschaftsverlauf sich verändern und verlaufen wird bzw. könnte. Gegenwartsindikatoren wie das BIP hingegen sind zeitgleich und geben Informationen zur aktuellen konjunkturellen Situation wieder. Dahingegen sind Spätindikatoren wie beispielsweise die Arbeitslosenrate verzögert und zeigen erst im Nachhinein die Änderung der wirtschaftlichen Lage.

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