Wirtschaftspolitik

Gini-Koeffizient

Der Gini-Koeffizient bzw. Gini-Index ist ein wichtiges Thema der Wirtschaftspolitik. Grundsätzlich ist er ein Maß für die Ungleichheit der Einkommensverteilung in einem Land oder in einer Region. Wie du den Gini-Koeffizient berechnen kannst und was du sonst noch alles dazu wissen solltest, lernst du hier!

Gini-Koeffizient Definition und Berechnung

Bevor wir uns dem Gini-Koeffizient zuwenden, schauen wir uns das Ziel einer gerechten Einkommens- und Vermögensverteilung genauer an, welches eines der Modalziele des magischen Sechsecks darstellt. Hierfür unterscheiden wir zunächst zwischen der funktionalen und personellen Einkommens- und Vermögensverteilung.

Die funktionale Einkommensverteilung

Bei der funktionalen Einkommensverteilung wird das in der gesamten Volkswirtschaft erwirtschaftete Einkommen gemessen, welches auf die Selbstständigen und abhängig Beschäftigten aufgeteilt wird. Dazu wird eine Lohnquote und eine Gewinnquote berechnet. Manchmal berechnet man statt der Bruttolohnquote auch die Nettolohnquote. Die Gewinnquote erhält man dann ganz einfach, indem man 100 die zuvor bestimmte Lohnquote abzieht.

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Lohn- und Gewinnquote berechnen

Die Lohnquote ist als Kennzahl jedoch nicht ganz unproblematisch, da mittlerweile viele Menschen Zusatzeinkünfte zum Beispiel aus Geldanlagen wie Aktien beziehen. Das wird von der Lohnquote aber nicht berücksichtigt.

Daher wird oft nicht die funktionale, sondern die personelle Einkommensverteilung betrachtet.

Personelle Einkommensverteilung und die Lorenzkurve

Um die personelle Verteilung und ihre Ungleichmäßigkeit darzustellen, wird die Lorenzkurve verwendet. Schauen wir uns zur Wiederholung nochmal kurz an wie man sie erhält: Als erstes sortiert man die Haushalte nach steigendem Einkommen in einem Schaubild. An der y-Achse wird der prozentuale Anteil am Bruttoeinkommen abgetragen und auf der x-Achse werden die Haushalte nach steigendem Einkommen in Prozent sortiert. Als nächstes trägt man in das Schaubild ein, wie viel Prozent vom Gesamteinkommen die untersten n Prozent der Haushalte erhalten und erhöht schrittweise diesen Parameter n. So ergibt sich die Lorenzkurve L. Die Fläche zwischen der Winkelhalbierenden und der Lorenzkurve wird auch Konzentrationsfläche genannt. Je stärker diese Kurve von der Winkelhalbierenden abweicht, desto ungleicher ist die Einkommensverteilung.

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Lorenzkurve

Bei einer absoluten Gleichverteilung sind die Pro-Kopf-Einkommen aller verfügbaren Einkommen der Bevölkerung gleich hoch. Davon zu unterscheiden ist das Äquivalenzeinkommen, welches dem Nettoeinkommen jedes Mitglieds eines Haushalts entspricht und ihnen somit gleiche Lebensstandards ermöglicht.

Gini-Koeffizient berechnen mithilfe der Lorenzkurve

Um die Ungleichheit der Verteilung genauer zu messen, wird der sogenannte Gini-Koeffizient bzw. Gini-Index herangezogen. Diesen berechnet man, indem man die Konzentrationsfläche zwischen der Winkelhalbierenden und der Lorenzkurve durch die maximal mögliche Konzentrationsfläche unter der Winkelhalbierenden teilt.

Der Gini-Koeffizient ist somit immer auf einen Wert zwischen 0 und 1 normiert. Dabei bedeutet der Wert 0, dass eine totale Gleichheit der Einkommensverteilung vorliegt und die Einkommensdisparität folglich niedrig ist. Der Wert 1 stellt folglich eine totale Ungleichheit der Einkommensverteilung dar, also eine maximale Einkommensdisparität.

G=\frac{Konzentrationsfl\"ache\ zwischen\ der\ Lorenzkurve\ und\ der\ Diagonalen}{Maximal\ m\"ogliche\ Konzentrationsfl\"ache}

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Gini Koeffizient berechnen

Allerdings ist auch der Gini-Koeffizient nicht ganz unproblematisch. Wenn man nämlich statt dem Einkommen das Vermögen betrachtet, wird die durch den Gini-Koeffizient bestimmte Verteilung ungleicher. Deswegen lässt also auch der Gini-Koeffizient nur bedingt Rückschlüsse auf die tatsächliche Einkommensverteilung zu.

Du hast nun gelernt, wie du den Gini-Koeffizient berechnen kannst und welche anderen Themen, wie zum Beispiel die Lorenzkurve, mit ihm zusammenhängen.

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