Funktionenfolgen: Gleichmäßige Konvergenz
Du hast Probleme die gleichmäßige Konvergenz zu verstehen? Dann bist du hier genau richtig. Wir erklären dir die gleichmäßige Konvergenz von Funktionenfolgen an einfachen Beispielen.
Inhaltsübersicht
Gleichmäßige Konvergenz von Funktionenfolgen: Definition
Voraussetzung für die gleichmäßige Konvergenz ist die punktweise Konvergenz. Du hast also eine Funktionenfolge
, die auf dem Intervall
punktweise mit der Grenzfunktion
konvergiert. Zusätzlich hast du eine Nullfolge
, so dass gilt:
für alle
und 
Dann heißt die Funktionenfolge
gleichmäßig konvergent auf
.
Gleichmäßige Konvergenz: Aufgaben und Lösungen
Schauen wir uns nun ein Beispiel dazu an. Die Funktionenfolge
:
![Rendered by QuickLaTeX.com f_n\left(x\right)=x^n,\ \ I=[0;\ 0,9]](https://blog.assets.studyflix.de/wp-content/ql-cache/quicklatex.com-56872e22d82198da4e330cfe64277352_l3.png)
auf dem Intervall
hat die Grenzfunktion:

Nun wollen wir die gleichmäßige Konvergenz zeigen und schauen uns dazu – entsprechend der Definition von gleichmäßiger Konvergenz – die Differenz von Funktionenfolge und Grenzfunktion an:
Wir setzen für
die Funktionenfolge
ein und für
die Grenzfunktion Null. Es bleibt
. Die Betragsstriche können wir weglassen, da alle
positiv sind. Um
nach oben abzuschätzen, können wir den Maximalwert 0,9 für
einsetzen und erhalten die Folge
. Das ist eine Nullfolge. Somit haben wir gezeigt, dass
auf dem Intervall
gleichmäßig konvergent ist.
Jetzt wollen wir das Intervall für
zu
ändern. Um die Folge jetzt nach oben abzuschätzen, musst du wieder den maximalen Wert für x einsetzen. Das ist in diesem Fall die 1.
ergibt 1 und 1 ist keine Nullfolge. Somit ist die Funktionenfolge auf dem Intervall
nicht gleichmäßig konvergent.
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Funktionenfolgen: Gleichmäßige Konvergenz — häufigste Fragen
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Funktionenfolgen: Gleichmäßige Konvergenz — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was ist gleichmäßige Konvergenz bei einer Funktionenfolge in einfachen Worten?Gleichmäßige Konvergenz bedeutet, dass
auf einem Intervall
überall gleichzeitig gegen
konvergiert. Konkret gibt es eine Nullfolge
mit
für alle
. Daher hängt die „Fehlerschranke“ nur von
ab und nicht von
.
-
Woran erkenne ich den Unterschied zwischen punktweiser Konvergenz und gleichmäßiger Konvergenz?Punktweise Konvergenz heißt: Für jedes feste
wird
irgendwann nah an
, aber das „irgendwann“ darf von
abhängen. Gleichmäßige Konvergenz erkennst du daran, dass dieselbe Schranke für alle
gilt, zum Beispiel
.
-
Wie zeige ich gleichmäßige Konvergenz mit einer Nullfolge die nicht mehr von x abhängt?Gleichmäßige Konvergenz zeigst du, indem du
so nach oben abschätzt, dass rechts kein
mehr steht. Nimm dafür auf
einen gemeinsamen Maximalwert: Auf
gilt bei
die Abschätzung
. Da
, ist die Konvergenz gleichmäßig.
-
Warum ist die Funktionenfolge x hoch n auf null bis null Komma neun gleichmäßig konvergent aber auf null bis eins nicht?Die Folge
ist auf
gleichmäßig konvergent, weil du für alle
die Schranke
bekommst und
eine Nullfolge ist. Auf
ist der größte Wert aber
, also ist
und diese Schranke wird nicht klein.
-
Wann darf ich bei gleichmäßiger Konvergenz den Grenzwert mit dem Integral vertauschen?Grenzwert und Integral darfst du vertauschen, wenn
auf
gleichmäßig gegen
konvergiert und alle
auf
integrierbar sind. Dann ist auch
integrierbar und es gilt
.
Gleichmäßige Konvergenz zeigen – zweites Beispiel
Damit du das Abschätzen nach oben noch einmal siehst, hier ein weiteres Beispiel:

auf dem Intervall
. Die Grenzfunktion ergibt sich zu Sinus x:

Denn wenn du
gegen Unendlich laufen lässt, ist der Kosinus im Nenner sehr klein gegenüber dem
und kann vernachlässigt werden. Dann kürzt sich
raus und es bleibt der Sinus stehen.
Nun bestimmst du die Differenz von Funktionenfolge und Grenzfunktion und darfst natürlich nicht vergessen den Betrag zu nehmen.
Du bringst das Ganze auf den gleichen Nenner, kannst es in einem einzigen Bruch schreiben und siehst, dass
sich genau aufhebt. Somit bleibt der Bruch
übrig. Diesen wollen wir jetzt nach oben abschätzen. Ein Bruch wird maximal, wenn sein Nenner minimal ist. Das passiert im Fall Cosinus x ist gleich -1, also setzen wir Cosinus x auf -1. Der Bruch wird ebenso maximal, wenn der Zähler maximal ist. Sinus mal Cosinus ist maximal 1 und der Zähler wird daher auf 1 gesetzt. Diese nach oben abgeschätzte Folge
definierst du als
. Es ist eine Nullfolge, so dass du gleichmäßige Konvergenz bewiesen hast.