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Arbitrage beschreibt die gezielte Ausnutzung von Preisunterschieden an verschiedenen Märkten. Welche Formen es gibt und wie sie in der Praxis funktionieren, erfährst du in diesem Beitrag und im Video.

Inhaltsübersicht

Was ist Arbitrage?

Arbitrage bedeutet, dass du Preisunterschiede für dasselbe Produkt an verschiedenen Märkten gezielt nutzt, um Gewinne zu machen. Du kaufst ein Produkt dort, wo es günstiger ist und verkaufst es gleichzeitig dort, wo es teurer gehandelt wird. So entsteht ein Gewinn allein durch den Preisunterschied.

Ein Diagramm, das den Arbitragehandel mit einer Aktie veranschaulicht. Es zeigt den Kauf einer Aktie für 100 Euro an der Börse Stuttgart und den sofortigen Verkauf derselben Aktie für 104 Euro an der Börse London, was zu einem Arbitragegewinn von 4 Euro führt.
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Aktien-Arbitrage zwischen zwei Börsenplätzen

➡️ Beispiel

Stell dir vor, eine Aktie kostet an der Börse in Stuttgart 100 Euro.
Zur selben Zeit wird sie in London für 104 Euro gehandelt.
Kaufst du die Aktie in Stuttgart und verkaufst sie direkt in London, machst du 4 Euro Gewinn — ohne, dass sich der Wert der Aktie verändert hat.

Welche Arten der Arbitrage gibt es?

Es gibt verschiedene Formen der Arbitrage. Zu den häufigsten zählen die

  • räumliche Arbitrage,
  • zeitliche Arbitrage,
  • quantitative Arbitrage.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich

Zeitliche Arbitrage

Bei der zeitlichen Arbitrage nutzt du Preisunterschiede, die zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb desselben Marktes auftreten. Du kaufst ein Gut, wenn der Preis niedrig ist, und verkaufst es zu einem späteren Zeitpunkt teurer. Das funktioniert allerdings nur, wenn du die Preisentwicklung zuverlässig einschätzen kannst.

➡️ Beispiel

Gasmarkt: Wenn du erwartest, dass die Preise im Winter steigen, kannst du Gas im Sommer günstig einkaufen und es Monate später mit Gewinn weiterverkaufen. Die Voraussetzung: Du musst das Gas zwischenspeichern können und das ist nicht bei allen Produkten möglich.

Räumliche Arbitrage

Bei der räumlichen Arbitrage nutzt du Preisunterschiede zwischen geografisch getrennten Märkten. Du kaufst ein Gut dort ein, wo es günstiger ist, und verkaufst es in einem anderen Land oder an einem anderen Handelsplatz zu einem höheren Preis.

➡️ Beispiel

Rohstoffhandel: Der Preis für Aluminium liegt an der London Metal Exchange niedriger als an der Börse in Shanghai. Ein Händler kann Aluminium in London einkaufen, es nach China exportieren und dort mit Gewinn weiterverkaufen — sofern die Transportkosten und Zölle den Preisunterschied nicht vollständig auffressen.

Quantitative (statistische) Arbitrage

Quantitative Arbitrage — auch statistische Arbitrage genannt — ist eine rechnergestützte Form der Arbitrage. Preisunterschiede werden hier mithilfe von Modellen, Algorithmen und historischen Daten aufgespürt. Du triffst Entscheidungen auf Basis statistischer Wahrscheinlichkeiten, nicht einzelner Beobachtungen. Du brauchst also entweder ein gutes Verständnis für Datenanalyse, oder Zugriff auf leistungsfähige Handelssysteme.

➡️ Beispiel

Energiemarkt: Strom wird am Energiemarkt in Viertelstundenblöcken und Stundenprodukten gehandelt. Wenn der Preis für vier einzelne Viertelstunden bei 46 Euro liegt, das Stundenprodukt aber für 50 Euro verkauft wird, ergibt sich eine Differenz. Du kaufst die vier Viertelstunden, bündelst sie und verkaufst sie als Stundenprodukt — mit Gewinn.

Zur quantitativen Arbitrage zählen auch Sonderformen wie:

  • Substitutionsarbitrage: Austauschbare Produkte werden gegeneinander gehandelt, z. B. Heizöl und Gas.
  • Dreiecksarbitrage: Du nutzt Kursabweichungen zwischen drei Währungen gleichzeitig.
  • Zinsarbitrage: Du profitierst von Zinsunterschieden zwischen Märkten oder Laufzeiten.
  • Konvertibilitätsarbitrage: Du nutzt Unterschiede bei der Umtauschbarkeit oder Liquidität von Finanzprodukten.

Wie Arbitrage in der Praxis umgesetzt werden

Damit Arbitrage überhaupt möglich ist, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein:

  • verfügbar und weitgehend identisch sein.
  • verbunden und vergleichbar sein.
  • Markttransparenz: Händler müssen wissen, wo welches Produkt zu welchem Preis gehandelt wird.

Allerdings sind Arbitrage in der Praxis selten so einfach wie in der Theorie. Selbst kleinste Preisunterschiede bestehen oft nur für Sekunden und verschwinden schnell durch automatisierten Handel. Wer Arbitrage erfolgreich betreiben will, braucht daher schnellen Zugang zu Daten und Systeme, die blitzschnell reagieren können.

Effizienzmarkthypothese

Ob Arbitrage überhaupt möglich ist, hängt davon ab, wie effizient ein Markt wirklich ist. Was hinter der Effizienzmarkthypothese steckt und welche Formen sie unterscheidet, erfährst du in diesem Beitrag.

Zum Video: Effizienzmarkthypothese
Zum Video: Effizienzmarkthypothese

Arbitrage — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was ist ein Beispiel für Arbitragehandel?
    Ein Beispiel für Arbitragehandel ist der Kauf einer Aktie an einem Börsenplatz mit niedrigem Preis und der gleichzeitige Verkauf derselben Aktie an einem anderen Börsenplatz mit höherem Preis. Konkret: Kostet die Aktie in Stuttgart 100 € und in London 104 €, ergibt sich ein Arbitragegewinn von 4 €.
  • Ist Arbitrage legal oder illegal?
    Arbitrage ist in der Regel legal, weil man dabei öffentlich verfügbare Preisunterschiede zwischen Märkten ausnutzt. Illegal wird es erst, wenn dabei Regeln verletzt werden, zum Beispiel durch Insiderhandel (Handel mit geheimen Infos) oder Marktmanipulation (künstliches Beeinflussen von Preisen).
  • Warum ist Arbitrage in der Praxis oft nur für Sekunden möglich?
    Arbitrage ist in der Praxis oft nur für Sekunden möglich, weil viele Händler dieselben Preisunterschiede gleichzeitig sehen und sofort ausnutzen. Dadurch gleichen sich die Preise schnell an. Besonders automatisierter Handel (Computerhandel) reagiert in Millisekunden und lässt solche Lücken fast sofort verschwinden.
  • Was hat Arbitrage mit der Effizienzmarkthypothese zu tun?
    Arbitrage hängt mit der Effizienzmarkthypothese (Theorie effizienter Märkte) zusammen, weil effiziente Märkte Preisunterschiede für identische Güter kaum zulassen. Wenn trotzdem ein Unterschied auftaucht, sorgt Arbitrage dafür, dass er schnell verschwindet, weil Käufe den niedrigen Preis steigen lassen und Verkäufe den hohen Preis drücken.

Finanzmärkte verstehen

Arbitrage gehört zu den Finanzmärkten und zeigt, wie Preise an verschiedenen Handelsplätzen voneinander abweichen können. Du vergleichst in diesem Themenfeld Preise, Zinsen, Kurse und Handelsformen an Börsen und anderen Märkten. So erkennst du, warum Preisunterschiede oft nur kurz bestehen und wie Angebot, Nachfrage und schnelle Informationen die Märkte beeinflussen. Weitere Videos dazu findest du in unserem Wirtschaftsbereich.

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