Ökologie
Ökosysteme
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Pilze sind ‚Recycling-Experten‘. Was es damit auf sich hat, ob Pilze Tiere oder Pflanzen sind und weitere spannende Fakten über die Lebewesen, erfährst du in diesem Beitrag. Hier geht’s zum Video !

Was sind Pilze?

Pilze (auch Fungi oder Mycobionta) sind Lebewesen mit Zellkernen — sogenannte Eukaryoten . Mit über 100.000 Arten handelt es sich um eine sehr artenreiche Gruppe.

Sie unterscheiden sich in Aufbau und Größe — von den einzelligen Hefen über Schimmelpilze bis hin zu bekannten Speisepilzen, wie den Steinpilzen oder den Trüffeln

Aber nicht nur als leckere und gesunde Nahrungsquelle sind Pilze wichtig für uns. Sie sind auch für einen großen Teil der Abfallversorgung der Erde zuständig — und zwar indem sie organisches Material wie Holz oder Überreste toter Tiere zersetzen (Destruenten). 

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Pilze

Sind Pilze Pflanzen oder Tiere?

Zählst du Pilze eigentlich zu den Pflanzen oder zu den Tieren? Die Antwort lautet: Weder noch! Pilze bilden neben den Pflanzen und Tieren ein eigenes großes Reich der Eukaryoten. 

Noch bis ins 20. Jahrhundert ging man in der Biologie allerdings davon aus, dass Pilze Pflanzen sind. Dazu gehören sie aber definitiv nicht:

  • Pilze haben zum Bespiel keinen grünen Farbstoff — das sogenannte Chlorophyll . Deshalb sind sie auch nicht in der Lage, ihre Nährstoffe selbstständig aus Sonnenlicht und Wasser herzustellen — also Photosynthese zu betreiben.
  • Außerdem enthält die Zellwand der Pilze Chitin (Mehrfachzucker), das bei Pflanzen nicht vorkommt. 

Auch zu den Tieren zählen Pilze nicht, obwohl sie sich auf die gleiche Weise ernähren — nämlich heterotroph . Sie können also ihre Nährstoffe nicht selbst herstellen. Allerdings unterscheiden sie sich auch von den Tieren, und zwar vor allem darin, dass sie Zellwände und Vakuolen haben.

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Die drei großen Reiche der Eukaryoten

Pilze Aufbau

Schauen wir uns nun an, wie Pilze aufgebaut sind. 

Der Körper des Pilzes besteht aus vielen einzelnen Fäden — den Hyphen. Diese sind bei einigen Arten durch Trennwände — sogenannte Septen — unterteilt. Die Hyphen bilden ein riesiges Geflecht, das du Mycel nennst. 

Das Mycel kann pro Tag bis zu einen Kilometer wachsen! So kann der Pilz Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen und über eine sehr weite Strecke transportieren. All das findet unterirdisch statt. Bei einem Waldspaziergang in der Natur sehen wir allerdings oft nur die Arten, die auch einen Fruchtkörper haben. Darunter verstehst du den Teil des Pilzes, der als Fortpflanzungsstruktur dient. Auch er besteht aus Hyphen. In ihnen bildet der Pilz seine Sporen aus, die ähnlich wie die Samen bei Pflanzen für seine Vermehrung sorgen. 

Viele Arten, wie die Hefen, kannst du gar nicht mit deinem bloßen Auge erkennen, da es sich um sehr kleine Pilze handelt. Um sie genau zu erkennen, benötigst du ein Mikroskop.  

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Pilz Aufbau

Pilze Ernährung  

Pilze ernähren sich heterotroph — genauso wie wir Menschen und Tiere. Das bedeutet, dass sie organische Substanzen aus der Umgebung aufnehmen müssen und diese nicht selbst herstellen können. Die benötigten Stoffe entnehmen sie zum Beispiel abgestorbenen Teilen von Pflanzen und Tieren.

Pilzen gelingt dies durch Absorption. Darunter verstehst du das Ausscheiden von Verdauungsenzymen , die dann größere Nahrungspartikel in ihrer Umgebung abbauen. Die Abbauprodukte nehmen sie schließlich durch die Membran ihrer Zellen wieder auf.  Um mehr über die heterotrophe Ernährungsform zu erfahren, ist unser Video dazu genau das Richtige für dich!

Zum Video: Heterotroph
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Pilze – Wechselwirkung mit anderen Organismen  

Manche leben als Destruenten (Zersetzer) und nehmen die Nährstoffe toter organischer Substanzen, wie etwa abgestorbene Bäume, auf. Andere stehen in engem Kontakt mit anderen Organismen: So bekommen sie zum Beispiel ihre Nährstoffe als Parasit von anderen Lebewesen, wie zum Beispiel Pflanzen. Viele Pilzarten leben auch in Gemeinschaft (Symbiose) mit Pflanzen, Algen  oder Cyanobakterien. 

Pilze als Destruenten

Ohne Pilze wäre unsere Welt überhäuft von Überresten toter Organismen. Einige Pilze tragen nämlich zum Abbau organischer Stoffe wie Holz, Früchten, Blättern oder sogar Haaren und Hufen bei. Sie zählen neben den Bakterien zu den wichtigsten Zersetzern oder Destruenten auf der Erde. Die organischen Stoffe werden dabei zu anorganischen Stoffen, wie Kohlenstoffdioxid, Wasser und Mineralstoffen, abgebaut. Diese stehen dann anderen Organismen, wie den Pflanzen, zur Photosynthese zur Verfügung.

Dadurch helfen Pilze dabei, Stoffkreisläufe wie den Kohlenstoffkreislauf  aufrecht zu erhalten. 

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Pilze als Destruenten

Symbiose  

Manche Pilze bilden Gemeinschaften mit anderen Lebewesen aus — sogenannte Symbiosen . Das bedeutet, dass beide Partner von der Zusammenkunft profitieren. Hier gibt es für Pilze zwei Möglichkeiten: 

  • Flechten: Darunter versteht du Pilze, die mit Grünalgen und/oder Cyanobakterien Gemeinschaften bilden. 
  • Mykorrhiza: Das bedeutet, dass der Pilz mit einer Pflanze eine Symbiose eingeht — genauer sagt mit der Pflanzenwurzel. Beispiele für Mykorrhiza Pilze sind Birkenpilze, die mit der Birke eine Symbiose bilden. 

Bei beiden Gemeinschaften bekommt der Pilz wichtige organische Verbindungen, wie Zucker oder Eiweiße, von seinen Partnern. Im Gegenzug liefert er Wasser und Mineralstoffe, die wiederum seine Partner zum Überleben benötigen. 

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Flechten

Pilze Fortpflanzung 

Wie entstehen Pilze? Viele Pilzarten, wie die Schimmelpilze, vermehren sich überwiegend ungeschlechtlich (asexuell). Das kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Grundsätzlich kannst du aber sagen, dass kleine Sporen freigesetzt werden, sich verbreiten und neue Zellfäden (Mycelien) aus ihnen entstehen. 

Auch bei der geschlechtlichen (sexuellen) Fortpflanzung werden Sporen gebildet und freigesetzt. Hier kommt es aber vorher zu einer Verschmelzung von Hyphen eines unterschiedlichen Paarungstyps. Das verläuft je nach Pilzgruppe sehr unterschiedlich. 

Pilzgruppen 

Du kannst die ‚Echten Pilze‘ oder Eumycota in 5 Pilzgruppen einteilen: 

  • Tröpfchenpilze oder Chyridomycota: Sie sind mikroskopisch klein und überwiegend aquatisch.
  • Jochpilze oder Zygomycota: Sie haben meist keinen ‚fleischigen‘ Fruchtkörper. 
  • Arbuskuläre Mykorrhizapilze oder Glomeromycota: Sie bilden Mykorrhiza an Pflanzenwurzeln.
  • Schlauchpilze oder Ascomycota: Sie haben eine sackförmige Fortpflanzungsstruktur — den Ascus.
  • Ständerpilze oder Basidomycota: Ihre Fortpflanzungsstruktur nennst du Basidium.

Oft werden Pilze aber auch anhand ihrer äußeren Strukturen zusammengefasst, wie die Hutpilze. Ihr Fruchtkörper ist — wie ihr Name bereits verrät — in Hut und Stiel gegliedert. Hierzu zählst du bekannte Arten wie den Steinpilz oder den Butterpilz (Röhrenpilze). Aber auch der Fliegenpilz (Lamellenpilz) gehört zu den Hutpilzen. 

Bedeutung für den Menschen

Als Speisepilze bieten uns Pilze eine leckere und gesunde Nahrungsquelle. Beim Sammeln musst du aber unbedingt aufpassen, denn es gibt auch viele giftige Pilze — und nicht alle Giftpilze kannst du so leicht erkennen wie den Fliegenpilz.

Übrigens: Einer der giftigsten Pilze der Welt ist der Grüne Knollenblätterpilz, der auch in Deutschland vorkommt! Oft wird er mit dem Wiesenchampignon verwechselt. Essbare Pilze zu erkennen, sollte also gelernt sein.

Viele Pilze sind außerdem radioaktiv belastet — und das ganze 35 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl. Aber keine Sorge: Solange du Pilze in normalen Mengen verzehrst, ist das völlig unbedenklich. 

Nicht nur in der Küche, sondern auch in der Medizin haben Pilze einen Nutzen für uns. Das Antibiotikum Penicillin wird beispielsweise aus Pilzen hergestellt. 

Darüber hinaus helfen die einzelligen Hefepilze (Gattung Saccharomyces) beim Brauen vom Bier oder auch beim Backen. Sie betreiben nämlich die sogenannte alkoholische Gärung . Was es damit auf sich hat und wie sie funktioniert, erfährst du in unserem Video dazu!

Zum Video: Alkoholische Gärung
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