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Was bedeutet Bilanzgewinn und wie berechnest du ihn? In unserem Beitrag und im Video erfährst du alles, was du zur Berechnung und Interpretation wissen musst! 

Inhaltsübersicht

Bilanzgewinn Definition

Der Bilanzgewinn ist der Gewinn einer Kapitalgesellschaft. Er ist der Betrag, der vom Jahresüberschuss übrig bleibt, nachdem Verluste ausgeglichen und Rücklagen gebildet wurden. Bilanzgewinn und Jahresüberschuss sind daher nicht gleichzusetzen.

Der Bilanzgewinn ist also der maximale Betrag, den ein Unternehmen am Ende eines Geschäftsjahres an seine Anteilseigner aufteilen kann. Falls aber ein negativer Gewinn vorliegt, sprichst du von einem Bilanzverlust

Bilanzgewinn berechnen

Bei der Ermittlung des Bilanzgewinns sind drei wichtige Posten zu beachten: der Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr, die Gewinnrücklagen und die Kapitalrücklagen.

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Berechnung des Bilanzgewinns

Den Bilanzgewinn berechnest du dabei in nur drei Schritten.

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Schritt 1

Ausgangspunkt ist der Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV ). Hast du als Unternehmen vom Vorjahr noch einen Gewinn- oder Verlustvortrag übrig, musst du ihn mit deinem diesjährigen Ergebnis verrechnen.

Übrigens: Bei dem Gewinnvortrag handelt es sich um einen Restgewinn, den du im letzten Jahr nicht verwendet hast. Der Verlustvortrag ist ein Verlust aus dem letzten Jahr, den du nicht ausgleichen konntest. 

Schritt 2 

Als Nächstes betrachtest du die Gewinnrücklagen. Mit der Bildung von Gewinnrücklagen kann ein Unternehmen etwas Geld beiseitelegen, um mögliche Verluste in Zukunft auszugleichen. Das Unternehmen kann aber auch Geld aus den Gewinnrücklagen entnehmen, um einen Verlust auszugleichen.

Gut zu wissen: Gewinnrücklagen können nur gebildet werden, wenn nach Abzug der Steuern noch Gewinn übrig bleibt. Wie viel Geld dabei zurückgelegt wird, ist in der Satzung eines Unternehmens festgelegt

Schritt 3

Zu guter Letzt kannst du als Unternehmen einen bestimmten Betrag aus deinen Kapitalrücklagen entnehmen. Kapitalrücklagen entstehen aus den Beträgen, die von außen in das Kapital des Unternehmens fließen.

Daher kann das Unternehmen Kapitalrücklagen nicht selbst bilden. Nachdem du Kapitalrücklagen entnommen und zum Jahresgewinn addiert hast, bleibt der Bilanzgewinn oder Bilanzverlust übrig.

Interpretation des Bilanzgewinns

Fällt der Bilanzgewinn niedriger aus als der Jahresüberschuss, wurde er zum Ausgleich von Verlusten und für die Bildung von Rücklagen verwendet. Ist er hingegen höher als der Bilanzgewinn, kann das an einem Gewinnvortrag aus dem letzten Jahr liegen oder weil Kapitalrücklagen entnommen wurden. Das bedeutet für die Anteilseigner, dass sie mehr Gewinn erhalten. 

Übrigens: Das Ergebnis deines Geschäftsjahres muss nicht immer ein Jahresüberschuss sein. Hat dein Unternehmen einen Verlust erwirtschaftet, sprichst du von einem Jahresfehlbetrag. Entweder kannst du den mit einem Restgewinn aus dem letzten Jahr ausgleichen oder musst ihn als Verlustvortrag mit in das nächste Geschäftsjahr nehmen.

Beispiel für die Berechnung des Bilanzgewinns

Damit du die Berechnung besser nachvollziehen kannst, schauen wir uns jetzt noch ein Beispiel dazu an.

Angenommen, eine GmbH hat einen Jahresüberschuss von 10 Millionen Euro erwirtschaftet. Jedoch hat das Unternehmen noch einen Verlustvortrag aus dem letzten Jahr in Höhe von 5 Millionen Euro auszugleichen.

Damit die Anteilseigner davon nichts mitbekommen, soll durch die Entnahme aus Kapitalrücklagen der Bilanzgewinn etwas beschönigt werden. Auf der Gesellschafterversammlung wird daher festgelegt, dass der Verlustvortrag mit 3 Millionen Euro aus den Gewinnrücklagen und 2 Millionen Euro aus den Kapitalrücklagen gedeckt werden soll.

Daraus ergibt sich folgende Berechnung:

  Jahresüberschuss 10 Mio. €
–  Verlustvortrag 5 Mio. €
Entnahme Gewinnrücklage 3 Mio. €
Entnahme Kapitalrücklage 2 Mio. €
= Bilanzgewinn 10 Mio. €

Durch den Ausgleich des Verlustvortrags mit den Rücklagen entspricht der Bilanzgewinn dem Jahresüberschuss. Dieser kann nun komplett oder nur teilweise an die Anteilseigner des Unternehmens ausgezahlt werden.

An diesem Beispiel kannst du sehen, dass du dich nicht vom Bilanzgewinn täuschen lassen solltest, da die Summe entsprechend aufgewertet werden kann. Der Bilanzgewinn sollte deshalb nicht für die Bewertung der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens verwendet werden.

Bilanzverlust

Der Bilanzverlust ist das Gegenteil vom Bilanzgewinn. Meistens ist hier ein Jahresfehlbetrag der Ausgangspunkt der Berechnung. Manchmal kann auch trotz eines Jahresüberschuss ein Bilanzverlust entstehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Verlustvortrag aus dem Vorjahr größer ist als der erwirtschaftete Jahresüberschuss.

Bei einem Bilanzverlust kann deshalb auch kein Gewinn an die Anteilseigner ausgezahlt werden. Der Betrag wird stattdessen als Verlustvortrag mit in das nächste Geschäftsjahr genommen.

Bilanzverlust und -gewinn in der Bilanz

Den Bilanzgewinn kannst du auch aus der Bilanz ablesen. Er wird nach § 268 Abs. 1 auf der Passiv-Seite der Bilanz angegeben. Auch wenn es sich um einen Bilanzverlust handelt, wird dieser auf der Passiv-Seite angegeben. Wichtig dabei ist, dass du dann ein Minus als Vorzeichen setzt.

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Bilanz nach teilweiser Gewinnverwendung

Den Bilanzverlust oder -gewinn gibst du aber nur an, wenn die Bilanz nach der teilweisen Gewinnverwendung erstellt wurde.

Gewinnverwendungsrechnung

Perfekt! Jetzt weißt du, wie du durch teilweise Gewinnverwendung den Bilanzgewinn berechnest. Für die vollständige Gewinnverwendung wendest du die Gewinnverwendungsrechnung an. Wie genau das funktioniert, erfährst du in unserem Video

Zum Video: Gewinnverwendungsrechnung
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Bilanzgewinn — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was versteht man unter dem Jahresüberschuss?
    Der Jahresüberschuss ist der in der GuV ausgewiesene Gewinn eines Geschäftsjahres, nachdem alle Aufwendungen einschließlich Steuern von den Erträgen abgezogen wurden. Er zeigt, wie viel Gewinn das Unternehmen im Jahr erwirtschaftet hat, bevor über die Verwendung des Ergebnisses entschieden wird.
  • Ist der Jahresüberschuss vor oder nach Steuern?
    Der Jahresüberschuss ist nach Steuern. In der GuV wird er erst ausgewiesen, nachdem der Steueraufwand des Geschäftsjahres berücksichtigt ist. Man kann ihn deshalb als Nettoergebnis des Jahres verstehen und als Ausgangspunkt für den Bilanzgewinn nutzen.
  • Was ist der Unterschied zwischen Jahresgewinn und Bilanzgewinn?
    Der Jahresgewinn ist der Jahresüberschuss aus der GuV und beschreibt das Ergebnis des Geschäftsjahres. Der Bilanzgewinn ist der Betrag, der nach Verrechnung von Gewinn-/Verlustvortrag und nach Entnahmen oder Einstellungen in Rücklagen übrig bleibt. Der Bilanzgewinn kann daher größer oder kleiner als der Jahresgewinn sein.
  • Ist der Bilanzgewinn gleich dem Eigenkapital?
    Der Bilanzgewinn ist nicht gleich dem Eigenkapital. In der Bilanz steht der Bilanzgewinn auf der Passivseite innerhalb des Eigenkapitals, aber er ist nur eine einzelne Ergebnisgröße. Zum Eigenkapital gehören zusätzlich andere Posten wie gezeichnetes Kapital und Rücklagen.

Jahresabschluss verstehen

Der Bilanzgewinn gehört zum Jahresabschluss einer Kapitalgesellschaft und zeigt den Gewinn nach der Verwendung. Du ordnest im Jahresabschluss Bilanz, GuV und Rücklagen ein und vergleichst verschiedene Gewinnbegriffe. So erkennst du, wie ein Unternehmen sein Ergebnis darstellt und was das für Anteilseigner bedeutet. Im Wirtschaftsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.

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