In diesem Beitrag und im Video erfährst du, was Soll und Haben sind und wie du damit richtig buchst.
Inhaltsübersicht
Soll und Haben — einfach erklärt
Ein Unternehmen führt für jeden Bereich (z. B. Kasse, Bank und Maschinen) sogenannte T-Konten, auf denen Wertveränderungen erfasst werden. Soll und Haben sind die zwei Seiten eines solchen T-Kontos.
- Soll ist immer die linke Seite
- Haben immer die rechte Seite
Auf welcher Seite du einen Betrag buchst, hängt von der Kontoart und der Art der Werteveränderung ab.
| Kontenart | Zugang | Abgang |
| Aktivkonto | Soll | Haben |
| Passivkonto | Haben | Soll |
| Aufwandskonto | Soll | Haben |
| Ertragskonto | Haben | Soll |
➡️Beispiel: Wenn sich das Konto Kasse (Aktivkonto) um 500 € erhöht (Zugang), erfasst du die 500 € auf der Sollseite des Kassenkontos.
Soll und Haben bestimmen — 3 Schritte
Um Soll und Haben richtig zu bestimmen gehst du in 3 Schritten vor:
Schritt 1: Konto identifizieren: Welches Konto ist betroffen?
Schritt 2: Kontoart bestimmen: Handelt es sich um ein Aktivkonto, Passivkonto, Aufwandskonto oder Ertragskonto?
Schritt 3: Buchungsseite festlegen: Handelt es sich um einen Zugang oder einen Abgang?
Die Bilanz muss immer im Gleichgewicht bleiben. Deshalb kannst du dir die Grundregel merken, dass jeder Geschäftsfall mindestens zwei T-Konten berührt: eines auf der Sollseite und eines auf der Habenseite. Dieses Zusammenspiel zeigt dir ein Buchungssatz. Der allgemeine Aufbau sieht immer so aus:
Soll an Haben [Betrag]
Wenn in unserem Beispiel aus dem Anfang das Geld also von dem Bankkonto kommt (Abgang), steht das Bankkonto (Passivkonto) im Haben. Der Buchungssatz lautet:
➡️ Kasse an Bankkonto 500 €
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Soll und Haben bei Bestandskonten
Bei Aktiv- und Passivkonten handelt es sich um Bestandskonten :
-
Aktivkonten erfassen, was das Unternehmen besitzt (z. B. Kasse, Bankkonto, Forderungen).
→ Zugänge buchst du im Soll, Abgänge im Haben -
Passivkonten erfassen, was das Unternehmen schuldet (z. B. Verbindlichkeiten, Darlehen).
→ Zugänge buchst du im Haben, Abgänge im Soll
➡️Beispiel 1: Barkauf eines Bürostuhls für 200 €
Du brauchst die Konten Betriebsausstattung und Kasse. Jetzt kannst du dich an der Buchungslogik aus der Übersicht orientieren:
- Betriebsausstattung: Aktivkonto → Zugang → Soll
- Kasse: Aktivkonto→ Abgang → Haben
Der Buchungssatz lautet also: Betriebsausstattung an Kasse 200 €
➡️Beispiel 2: Du nimmst ein Bankkredit von 20.000 € auf.
Du brauchst die Konten Bank und Verbindlichkeiten. Die Übersicht von oben zeigt:
- Bank: Aktivkonto → Zugang → Soll
- Verbindlichkeiten: Passivkonto → Zugang → Haben
Der Buchungssatz lautet also: Bank an Verbindlichkeiten 20.000 €
Soll und Haben bei Erfolgskonten
Aufwands- und Ertragskonten sind Erfolgskonten :
-
Aufwandskonten erfassen Kosten des Unternehmens (z. B. Mietaufwand, Lohnaufwand).
→ Zugänge buchst du im Soll, Abgänge im Haben -
Ertragskonten erfassen Einnahmen des Unternehmens (z. B. Umsatzerlöse, Zinserträge).
→ Abgänge buchst du im Soll, Zugänge im Haben
➡️Beispiel 3: Du zahlst 1.450 € Miete per Bank.
Du brauchst die Konten Mietaufwand und Bank. Aus der Grafik zur Buchungslogik kannst du herauslesen:
- Mietaufwand: Aufwandskonto → Zugang → Soll
- Bank: Aktivkonto → Abgang → Haben
Der Buchungssatz lautet also: Mietaufwand an Bank 1.450 €
➡️Beispiel 4: Zinsertrag von 350 € geht auf deinem Bankkonto ein.
Du brauchst die Konten Bank und Zinserträge. Die Übersicht zeigt:
- Bank: Aktivkonto → Zugang → Soll
- Zinserträge: Ertragskonto→ Zugang → Haben
Der Buchungssatz lautet also: Bank an Zinserträge 350 €
Wer muss „Soll an Haben“ buchen?
Das Prinzip „Soll an Haben“ ist in der doppelten Buchführung nur für ein paar Unternehmensformen verpflichtend:
- Kapitalgesellschaften wie GmbHs, AGs und KGs
- Eingetragene Kaufleute und
- Einzelunternehmer und Kleingewerbe, wenn ihr Jahresumsatz 800.000 € oder ihr Gewinn 80.000 € übersteigt.
Buchungssätze
Du kennst jetzt die Buchungsregeln für alle Kontenarten. In unserem Artikel zu Buchungssätzen zeigen wir dir, welche Regeln und Besonderheiten du beim Buchen noch beachten solltest!
