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Was ist eine SWOT-Analyse und wie wird sie durchgeführt? Das erfährst du hier und im Video!

Inhaltsübersicht

Was ist die SWOT-Analyse?

Die SWOT-Analyse ist ein Werkzeug, mit dem Unternehmen Strategien für die Zukunft ableiten können. Der Name setzt sich aus vier englischen Begriffen zusammen:

  • Strengths (Stärken),
  • Weaknesses (Schwächen),
  • Opportunities (Chancen) und
  • Threats (Risiken).

Die Analyse unterscheidet zwischen zwei Ebenen:

  1. Innen — Stärken und Schwächen: Faktoren, die ein Unternehmen selbst beeinflussen kann, z. B. Fachwissen, Finanzmittel oder interne Abläufe.
  2. Außen — Chancen und Risiken: Faktoren aus dem Marktumfeld, die ein Unternehmen meist nicht beeinflussen kann. Das wären beispielsweise Trends, Gesetze oder die Konkurrenz.

Der Nutzen der SWOT-Analyse liegt nun darin, das beeinflussbare Innen mit dem unbeeinflussbaren Außen zu verknüpfen. So können Unternehmen Strategien für die Zukunft ableiten — etwa indem sie Stärken nutzen, um Marktchancen zu ergreifen.

Wie führst du eine SWOT-Analyse durch?

Bei einer SWOT-Analyse gehst du immer in vier Schritten vor:

1. Unternehmensanalyse: Stärken und Schwächen herausarbeiten (Innen)
2. Umfeldanalyse: Chancen und Risiken herausarbeiten (Außen)
3. SWOT-Matrix erstellen: Unternehmen und Umfeld gegenüberstellen
4. SWOT-Matrix analysieren: Strategische Maßnahmen für die Zukunft ableiten

Deine fertige SWOT-Matrix sieht dann so aus:

Die Grafik zeigt eine SWOT-Matrix für eine strategische Analyse. Die Matrix gliedert sich in vier Quadranten: Oben links stehen die Stärken (Strengths) und oben rechts die Schwächen (Weaknesses) als Ergebnisse der internen Unternehmensanalyse. Unten links werden die Chancen (Opportunities) und unten rechts die Risiken (Threats) aus der externen Umfeldanalyse dargestellt.
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Beispielhafte SWOT-Matrix
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1. Unternehmensanalyse: Stärken und Schwächen

Die Unternehmensanalyse hilft dir, die Stärken und Schwächen zu identifizieren. Dabei schaust du auf interne Faktoren, wie Kernkompetenzen, Serviceleistungen, Know-how, Patente, Marken, Kundenbindung, Finanzen, Abläufe, Technologien und Produkte. 

Was sind Stärken in der SWOT-Analyse?

Die Stärken eines Unternehmens findest du, indem du folgende Fragen beantwortest:

Welches Know-how oder welche Technologien hat das Unternehmen?
Was war der Grund für die bisherigen Erfolge des Unternehmens?
Was kann das Unternehmen besser als seine Konkurrenten?

Beispiele für Stärken
  • hohe Kundenzufriedenheit
  • gute finanzielle Lage
  • innovatives Produktdesign
  • starke Marktpräsenz
  • engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter

Was sind Schwächen in der SWOT-Analyse?

Schwächen sind die Bereiche, in denen das Unternehmen sich verbessern muss. Hier sind einige Fragen, die dir helfen können, Schwächen zu erkennen:

Was fiel dem Unternehmen bisher schwer?
Welche Bereiche im Unternehmen sind ausbaufähig?
In welchen Bereichen sind Konkurrenten besser?

Beispiele für Schwächen
  • hohe Produktionskosten
  • ineffiziente Arbeitsprozesse
  • schwacher Kundenservice
  • begrenzte Marketingstrategie
  • schlechte Lieferketten

2. Umfeldanalyse: Chancen und Risiken

In der Umfeldanalyse beschäftigst du dich mit externen Faktoren wie technologischen Entwicklungen, Kundenanforderungen, gesellschaftlichen Trends, gesetzlichen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Entwicklungen. So kannst du die Chancen und Risiken für das Unternehmen bestimmen.

Was sind Chancen in der SWOT-Analyse?

Chancen sind äußere Möglichkeiten, die dein Unternehmen nutzen kann. Mit diesen Fragen kannst du die Chancen für das Unternehmen erkennen:

Welche Trends sind günstig für das Unternehmen?
Welche Lücken gibt es am Markt?
Welche Veränderungen gibt es in der Gesellschaft?

Beispiele für Chancen
  • wachsende Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten
  • technologische Fortschritte
  • neue gesetzliche Förderprogramme
  • Expansionsmöglichkeiten in neuen Märkten
  • Partnerschaften oder Kooperationen

Was sind Risiken in der SWOT-Analyse?

Risiken sind äußere Bedrohungen, die einem Unternehmen schaden könnten. Mithilfe dieser Fragen findest du mögliche Risiken heraus:

Wo lauern die Gefahren des Geschäftsmodells?
Welche Konkurrenten könnten aktuell und in Zukunft deine Kunden abwerben?
Welche Entwicklung des Unternehmensumfelds könnte sich nachteilig auf das Unternehmen auswirken?

Beispiele für Risiken
  • starker Wettbewerbsdruck
  • Änderungen in der Gesetzgebung oder Regulierung
  • wirtschaftliche Abschwächung
  • neue Technologien von Konkurrenten
  • Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten

3. SWOT-Matrix erstellen

Nachdem du alle Informationen gesammelt hast, trägst du die Ergebnisse in die SWOT-Matrix ein.

➡️ Beispiel: Damit du dir das besser vorstellen kannst, haben wir eine Matrix für das fiktive Unternehmen SunaVera Energy erstellt. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das umweltfreundliche Technologien wie Solaranlagen entwickelt.

Die Grafik zeigt ein konkretes Beispiel einer SWOT-Matrix für ein Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien. Unter der Unternehmensanalyse werden als Stärken (Strengths) innovative, langlebige Solaranlagen sowie starke Partnerschaften aufgeführt. Die Schwächen (Weaknesses) umfassen Schwierigkeiten bei der Vergrößerung und eine begrenzte internationale Präsenz. In der Umfeldanalyse stehen den Chancen (Opportunities) wie der steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien und staatlichen Förderprogrammen externe Risiken (Threats) gegenüber, darunter starker Wettbewerb im Markt sowie Kürzungen bei staatlichen Förderungen.
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SWOT-Matrix – Beispiel

Wichtig: Achte darauf, dass sich Schwächen und Risiken nicht vermischen. Ein häufiger Fehler bei einer SWOT-Analyse ist es, dasselbe Problem auf beiden Seiten einzutragen.

4. SWOT-Matrix analysieren

Jetzt kannst du Strategien ableiten. Dazu bringst du jede Stärke deines Unternehmens mit einer Chance oder einem Risiko deines Unternehmensumfeldes in Verbindung. Das Gleiche machst du mit den Schwächen. Daraus gegeben sich die folgenden vier Kombinationen mit den jeweiligen Strategien.

Die Grafik zeigt eine kombinierte SWOT-Matrix, die interne und externe Faktoren verknüpft, um Strategien abzuleiten: SO-Strategien zum Ausbau von Stärken und Chancen, WO-Strategien zum Aufholen von Schwächen, ST-Strategien zur Absicherung gegen Risiken und WT-Strategien zum Vermeiden von Bedrohungen.
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kombinierte SWOT-Matrix

SO — Ausbaustrategie

Verknüpfst du deine internen Stärken mit den Chancen der Außenwelt, schaffst du die Grundlage für Erweiterung und Innovation.

Reflexionsfragen für diesen Schritt sind:

Welche Marktchancen können wir aufgrund unserer Aufstellung am besten besetzen?
Wo treffen unsere Kernkompetenzen auf eine steigende Nachfrage?Wie lässt sich ein bestehender Vorteil nutzen, um ein neues Feld zu erschließen?

➡️ Beispiel: Bei SunaVera könnten die starken Partnerschaften und innovativen Solartechnologien genutzt werden, um von der steigenden Nachfrage und den staatlichen Förderprogrammen zu profitieren.

ST — Absicherungsstrategie

Hier steht der Risikoschutz im Mittelpunkt. Du verknüpfst deine Stärken mit externen Bedrohungen, um das Unternehmen krisenfest zu machen. 

Mögliche Denkimpulse dafür:

Welche unserer Stärken eignet sich am besten, um eine bestimmte Marktgefahr zu neutralisieren?
An welchen Stellen könnten externe Risiken unsere eigenen Vorteile ins Schwanken bringen?
Für welche Risiken fehlt uns aktuell eine passende Antwort — und wo müssen wir dringend vorsorgen?

➡️ Beispiel: Die Produkte bei SunaVera Energy sollten weiterhin eine hohe Qualität haben, um sich gegen den starken Wettbewerb zu behaupten und die Marktposition zu sichern.

WO — Aufholstrategie

Bei der Aufholstrategie schaust du dir deine Schwächen an und prüfst, welche davon behoben werden müssen, um Chancen im Außenumfeld überhaupt ergreifen zu können.

Dazu helfen folgende Leitfragen:

Welche internen Hürden blockieren uns aktuell dabei, von neuen Markttrends zu profitieren?
Wo hat die Konkurrenz die Nase vorn — und welche Möglichkeiten bieten sich, diesen Abstand zu verringern?
Wie schaffen wir es, eine Schwäche so umzugestalten, dass daraus ein künftiger Vorteil wird?

➡️ Beispiel: Wenn du beispielsweise die Skalierbarkeit und Verfügbarkeit von SunaVera verbessern würdest, könnte schneller von der wachsenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien profitiert werden.

WT — Vermeidungsstrategie

Bei der Vermeidungs-Strategie treffen interne Schwächen auf äußere Risiken. Das ist das sensibelste Feld der Matrix, denn hier geht es um Schadensbegrenzung und Vorbeugung.

Folgende Leitfragen führen dich durch die Analyse:

Wo treffen eigene Schwachstellen und Bedrohungen von außen direkt aufeinander?
Welche Angebote oder Prozesse drohen durch diese Kombination unrentabel zu werden?
Welche Notfallmaßnahmen oder Rückzugsstrategien müssen wir vorbereiten, um Schäden abzuwenden? 

➡️ Beispiel: SunaVera Energy sollte die internationale Expansion verbessern, damit das Risiko von Marktveränderungen besser abgefangen wird und das Unternehmen flexibler auf Wettbewerbseinflüsse reagiert.

SWOT-Analyse — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Wie funktioniert eine SWOT-Analyse?
    Eine SWOT-Analyse funktioniert, indem man interne Stärken und Schwächen sowie externe Chancen und Risiken sammelt und in einer SWOT-Matrix gegenüberstellt. Danach verknüpft man die Punkte, um daraus passende Strategien abzuleiten, zum Beispiel Stärken nutzen, um Chancen im Markt gezielt zu ergreifen.
  • Was ist der Unterschied zwischen Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken in der SWOT-Analyse?
    Stärken und Schwächen beschreiben interne Faktoren im Unternehmen, also Dinge, die man selbst beeinflussen kann, wie Know-how, Prozesse oder finanzielle Ressourcen. Chancen und Risiken beschreiben externe Faktoren im Umfeld, die von außen kommen, wie Markttrends, gesetzliche Änderungen oder wachsender Wettbewerbsdruck.
  • Wie macht man eine SWOT-Analyse?
    Eine SWOT-Analyse macht man, indem man zuerst Informationen über das Unternehmen und sein Umfeld sammelt und die Punkte dann in die vier Felder der SWOT-Matrix einordnet. Danach füllt man die Matrix aus, zum Beispiel innovative Solartechnologie als Stärke oder zunehmender Wettbewerb als Risiko.
  • Gibt es eine Vorlage für eine SWOT-Analyse?
    Eine Vorlage für eine SWOT-Analyse ist eine einfache 2×2-Matrix mit vier Feldern: Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Stärken und Schwächen stehen für interne Punkte, Chancen und Risiken für externe Punkte. Man trägt jeden Aspekt genau einmal in das passende Feld ein.

Unternehmensanalysen verstehen

Die SWOT-Analyse gehört zu den wichtigsten Unternehmensanalysen und zeigt die Lage eines Unternehmens im Markt. Wer sich mit Unternehmensanalysen beschäftigt, ordnet interne und externe Faktoren und vergleicht ihre Wirkung auf ein Unternehmen. So wird klar, wie Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zusammenhängen und welche Schlüsse sich daraus ziehen lassen. Im Wirtschaftsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.

Lernen lohnt sich! Entdecke hier deine Chancen.