Die Kostenrechnung wird häufig auch als Kosten- und Leistungsrechnung, Betriebsergebnisrechnung oder Kosten- und Erlösrechnung bezeichnet. Im folgenden Beitrag definieren wir den Begriff Kostenrechnung und zeigen dir was er alles erfasst.
Inhaltsübersicht
Kostenrechnung Definition
Die Kostenrechnung ist Teil des betrieblichen Rechnungswesens und kann dem internen Rechnungswesen zugeordnet werden. Sie ermittelt welche Kosten wo im Unternehmen angefallen sind und dient damit der Information, Planung und Kontrolle von Kosten und Erlösen. Der Begriff der Kostenrechnung bezieht sich in den meisten Fällen auf die Kosten- und Leistungsrechnung des internen Rechnungswesens.
Kostenrechnung BWL
Die Kostenrechnung beruht auf den Begriffen „Aufwand und Kosten“ und „Ertrag und Erlös“ . Diese müssen daher im Voraus definiert werden, um eine entsprechende Grundlage für die Kostenrechnung zu schaffen. Mithilfe der Kostenrechnung lassen sich die geplanten Kosten, also die Soll-Kosten und die tatsächlich angefallene Kosten – Ist-Kosten – miteinander vergleichen. Der Vergleich hilft Unternehmen und Unternehmern bei ihrer Entscheidungsfindung für einen optimalen Unternehmensplan.
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Kostenrechnung im engeren und im weiteren Sinne
Im Rahmen der Kostenrechnung unterscheiden wir zwischen der Kostenrechnung im engeren und im weiteren Sinne. Die Kostenrechnung im engeren Sinne meint eigentlich nur die Messung des bewerteten, betriebszweckbezogenen Güterverzehrs der Periode – also einfach die Erfassung der Kosten, die dir für dein Unternehmen entstanden sind. Hast du eine Autofirma und kaufst Mehl, um Kuchen zu backen, wäre das nicht betriebszweckbezogen, denn dein Betriebszweck ist es ja, Autos zu produzieren. Hättest du stattdessen eine Konditorei dann wäre es etwas anderes: Kuchen backen ist euer Betriebszweck – und somit müsstest du die Ausgabe für das Mehl bei der Kostenerfassung miteinbeziehen.
Die Kostenrechnung im weiteren Sinne wird auch oft Kosten- und Leistungsrechnung genannt. Davon hast du bestimmt schon einmal gehört. Unter Leistungsrechnung versteht man die Messung der bewerteten, betriebszweckbezogenen Güterentstehung der Periode. Du hast es wahrscheinlich schon erraten: Bei einer Autofirma wären das die Autos, die du produziert hast. Und in einer Konditorei – richtig, die leckeren Kuchen!
Kostenrechnung Grundlagen
Es gibt insgesamt sechs Bereiche, aus denen die Kosten- und Leistungsrechnung besteht:
Der erste Bereich der Kostenrechnung im weiteren Sinne ist die Finanzbuchhaltung: Wir erfassen dabei erstmal alle Geschäftsvorfälle eines Zeitabschnitts und notieren uns lückenlos die Werte. Kommt dir das vertraut vor? Genau, in der Buchhaltung wird das auch gemacht. Deshalb ist der erste Bereich auch die Schnittstelle zur externen Rechnungslegung. Die Kostenartenrechnung stellt den zweiten Bereich der Kosten- und Leistungsrechnung dar. Dabei nehmen wir alle Kosten, die wir im ersten Schritt notiert haben, und gliedern diese nach Kostenarten. Wir stellen uns also die Frage: Welche Kosten sind überhaupt angefallen?
Ein weiterer Zweig der Kostenrechnung ist die Kostenstellenrechnung. Im Rahmen der Kostenstellenrechnung werden die Gemeinkosten, die sich nicht sofort auf eine bestimmte Kostenträgereinheit – meistens Produkte – aufteilen lassen, zunächst auf die Kostenstellen verteilt. Wir fragen uns demnach: Wo sind die Kosten angefallen? Darüber hinaus gibt es noch die Kostenträgerrechnung. Dabei ermitteln wir die Kosten der Produkteinheit mithilfe von Kalkulationsverfahren, um zu erfahren: Wofür sind die Kosten angefallen?
Die Erlösrechnung stellt den fünften Bereich der Kostenrechnung dar. Hier müssen wir nur die Erlöse einer Kostenträgereinheit herausfinden. In der Theorie und Praxis wird dieser Schritt jedoch eher vernachlässigt. Das letzte Element der Kostenrechnung im weiteren Sinne ist die Ergebnisrechnung. Jetzt können wir endlich die Kosten und den Erfolg des Unternehmens als Ganzes berechnen! Die wichtigsten Bestandteile sind dabei Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung. Diese gehören nämlich zur Kostenrechnung im engeren Sinne. Am Schluss führen wir die Betriebsergebnisrechnung durch – wir verrechnen dabei also die Kosten und die Leistungen.
Kostenrechnung Aufgaben
Dann haben wir das Ergebnis. Du fragst dich jetzt, was uns das bringen soll? Unser Endziel ist es ja, herauszufinden, wie viel Kosten ein Produkt bzw. eine Dienstleistung verursacht. Das vergleichen wir dann mit den Erlösen, die uns dieses Produkt bzw. diese Dienstleistung bringt. Dann wissen wir, wie rentabel es ist und können wichtige Entscheidungen treffen: Zum Beispiel, ob wir ein spezielles Produkt weiter anbieten sollen oder ob es besser ist, es nicht mehr zu produzieren. Ihr seht, die Kosten- und Leistungsrechnung ist nicht unwichtig in einem Unternehmen!
Wir liefern mit der Kostenrechnung ein zahlenmäßiges Abbild von den Geschäftsvorfällen. Auf dieser Basis kann die Unternehmensführung dann die nächste Periode planen. Und nach jener Periode führen wir die Kostenrechnung noch einmal durch. So vergleichen wir, ob wir die Planung tatsächlich realisieren konnten. Wir führen also ein Soll-Ist-Vergleich durch. Diese Aufgaben nennt man auch Dokumentations-, Planungs- und Kontrollfunktion. Nun weißt du, dass die Kostenrechnung sehr umfangreich ist und sie viele verschiedene Bereiche umfasst, die jeweils ein anderes unternehmensrelevantes Ergebnis wiedergeben. Mit ein bisschen Übung kannst du diese bald ganz leicht unterscheiden.
Kostenrechnung Zusammenfassung
- Die Aufgaben der Kostenrechnung umfassen:
- Erfassung aller Kosten und Leistungen
- Bewertung von Kostenträgern
- Kontrolle der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens durch z.B. den Soll-Ist-Vergleich
- Bereitstellung von Informationen für betriebliche Entscheidungen
- Sie besteht aus drei Stufen: Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung
- Man spricht von der Kostenrechnung im engeren und im weiteren Sinn
- Bei der Kostenrechnung im weiteren Sinn, handelt es sich um die Kosten- und Leistungsrechnung des internen Rechnungswesens
- Die Kostenrechnung beruht auf den Begriffen „Aufwand und Kosten“ und „Ertrag und Erlös“
Kostenrechnung — häufigste Fragen
(ausklappen)
Kostenrechnung — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Was versteht man unter Kosten?Kosten sind der bewertete, betriebszweckbezogene Güterverzehr einer Periode, also Werte, die durch die eigentliche Leistungserstellung im Unternehmen verursacht werden. Nicht betriebszweckbezogene Ausgaben zählen dabei nicht als Kosten. Zum Beispiel wäre Mehl in einer Autofirma kein Kostenverbrauch, in einer Konditorei aber schon.
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Was ist eine Kostenstelle?Eine Kostenstelle ist ein abgegrenzter Bereich im Unternehmen, in dem Kosten anfallen, zum Beispiel Lager, Produktion oder Vertrieb. Kostenstellen helfen dabei, Gemeinkosten zuerst dorthin zuzuordnen, wo sie verursacht werden, damit man die Wirtschaftlichkeit einzelner Bereiche getrennt beurteilen kann.
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Was ist ein Kostenträger?Ein Kostenträger ist das Produkt oder die Dienstleistung, für die am Ende die Kosten ermittelt werden sollen. Ein Kostenträger beantwortet damit die Frage, wofür Kosten angefallen sind. Typische Kostenträger sind einzelne Produkteinheiten, Aufträge oder Dienstleistungen, deren Kosten man pro Einheit berechnen will.
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Wie mache ich eine Kostenrechnung?Eine Kostenrechnung macht man, indem man Kosten zuerst erfasst, dann ordnet und am Ende einem Ergebnis oder Produkt zuordnet. Zuerst sammelt man die angefallenen Werte eines Zeitabschnitts, dann gliedert man sie nach Kostenarten, verteilt sie auf Kostenstellen und rechnet sie auf Kostenträger weiter. Konkret: Material- und Lohnkosten gehen in die Kostenstelle Produktion und werden anschließend einem Produkt zugerechnet.
Rechnungswesen verstehen
Die Kostenrechnung gehört zum Rechnungswesen und ist ein wichtiger Teil der Steuerung im Unternehmen. Wer sich mit Rechnungswesen beschäftigt, ordnet Zahlen aus dem Betrieb und trennt internes und externes Rechnen. Dabei wird klar, wie Kosten, Erlöse und Ergebnisse zusammenhängen und wofür Unternehmen diese Werte nutzen. Im Wirtschaftsbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.