Internes Rechnungswesen

Kostenarten

Die Kostenarten spielen für das interne Rechnungswesen eine zentrale Rolle. Hier erhältst du einen Überblick über die unterschiedlichen Arten und lernst sie anhand von Beispielen besser kennen.

Du lernst lieber durch Zuhören und Zuschauen? Kein Problem, denn wir haben ein passendes Video  für dich!

Inhaltsübersicht

Kostenarten einfach erklärt

Bei den Kostenarten handelt es sich um einzelne Kategorien der Gesamtkosten eines Unternehmens. Sie werden auf dem sogenannten Kostenartenplan erfasst und gegliedert. Durch die Unterteilung soll ein Überblick darüber geschaffen werden, welche Kosten in welcher Höhe überhaupt anfallen. Kostenarten dienen also der besseren Analyse der Vorgänge und des Werteverzehrs in einem Betrieb. Die Kategorisierung kann dabei nach unterschiedlichen Kriterien ablaufen, die wir uns später genauer ansehen. 

Kostenartenplan und Aufteilungskriterien
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Kostenartenplan und Aufteilungskriterien

Es gibt zwei verschiedene Typen von Kostenarten: Primärkosten und Sekundärkosten . Primäre Kostenarten werden extern vom Markt bezogen, wie beispielsweise Arbeitskosten oder Materialkosten. Die sekundären Kostenarten sind Ausgaben für Güter und Dienstleistungen, die von einem Unternehmen selbst zum Eigengebrauch produziert werden. Ein Beispiel hierfür ist der Strom eines unternehmenseigenen Kraftwerks.

Wir befinden uns bei den Kostenarten im Bereich des internen Rechnungswesens. Die Kostenartenrechnung – also die Erfassung und Einteilung der Kosten und Leistungen einer Periode – bildet gemeinsam mit der Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung den Grundaufbau der betrieblichen Kosten- und Leistungsrechnung bzw. Betriebsergebnisrechnung. Hier ist es wichtig die Begriffe Kosten von Aufwand , sowie Leistung/Erlös von Ertrag zu trennen. Im Gegensatz zur Buchführung im externen Rechnungswesen, werden bei der Kosten- und Erlösrechnung nur die betriebsbezogenen Kosten und Leistungen berücksichtigt, nicht aber Aufwendungen und Erträge.

Kostenarten Übersicht und Beispiele

Es gibt insgesamt 5 Einteilungskriterien, in die die Kostenarten gegliedert werden können. Je nach Unternehmen und Branche kann sich ein anderes Kriterium eher lohnen. Meistens orientieren sich die Betriebe jedoch an den Konten der Buchhaltung.

Übersicht

Es gibt 5 Kriterien, nach denen die Kosten aufgeteilt werden können

  • Aufteilung nach Produktionsfaktoren (z.B. Personal- und Werkstoffkosten)
  • Aufteilung nach dem Funktionsbereich (z.B. Beschaffungs- und Verwaltungskosten)
  • Aufteilung nach der Art der Verrechnung (Einzel- und Gemeinkosten)
  • Aufteilung nach der Art der Kostenerfassung (aufwandsgleiche und kalkulatorische Kosten)
  • Aufteilung nach dem Verhalten bei Beschäftigungsschwankungen (fixe und variable Kosten)

Aufteilung nach Produktionsfaktoren

Die erste Möglichkeit ist es, die angefallenen Kosten den Produktionsfaktoren zuzuordnen. Die Kostenarten wären hier folgendermaßen definiert:

  • Betriebsmittelkosten
  • Werkstoffkosten
  • Kapitalkosten
  • Personalkosten

Unter Betriebsmittelkosten fallen Ausgaben für Produktionsmittel, die nicht selbst in das hergestellte Produkt eingehen. Hierzu gehören Maschinen, Werkzeuge, Büroutensilien oder sogar Patente und Lizenzen. Stell dir vor du wärst Produzent für Tiefkühlpizzen. In diesem Fall wären Ausgaben für Fließbänder, Gefrierkammern oder Hygienemasken mögliche Beispiele für Beriebsmittelkosten. Davon zu unterscheiden sind die Werkstoffkosten. Werkstoffe sind Ressourcen und Materialien, die Bestandteile des finale Produkts sind. Für eine Pizza Margherita wären das zum Beispiel Mehl, Eier, Salz, Mozzarella und Tomatensoße. Hast du ein Darlehen für eine neue Maschine beantragt und muss Zinsen an das Kreditinstitut (Fremdkapitalgeber ) zahlen, so gehören diese zu den Kapitalkosten. Bei ihnen handelt es sich nämlich um alle Zahlungen an Eigen- bzw. Fremdkapitalgeber. Dazu gehört beispielsweise auch die Ausschüttung von Dividenden an Aktionäre (Eigenkapitalgeber ). Personalkosten werden durch den Einsatz von Arbeitskräften verursacht, wie zum Beispiel durch Löhne, Gehälter oder Fort-/Weiterbildungen.

Aufteilung nach dem Funktionsbereich

Die zweite Möglichkeit, ist die Aufteilung der Gesamtkosten nach Funktionsbereichen. Dabei ergeben sich folgende Kostenarten:

  • Beschaffungskosten
  • Lagerhaltungskosten
  • Fertigungs-/Materialkosten
  • Verwaltungskosten
  • Vertriebskosten

Zu den Beschaffungskosten gehören alle Ausgaben, die beim Einkauf von Produktionsmitteln anfallen. Beim Kauf einer neuen Maschine sind das beispielsweise der Preis, sowie Nebenkosten für Transport und Installation. Die Lagerhaltungskosten umfassen alle Kosten, die für eine ausreichenden Lagerkapazität anfallen. Dabei handelt es sich sowohl um die realen Lagerkosten wie Miete, Versicherungen  oder Instandhaltungskosten, als auch um die Opportunitätskosten, die wegen der Kapitalbindung entstehen. Die Fertigungs- und Materialkosten beinhalten alle Ausgaben, die für die Herstellung anfallen. Bei der Produktion von Tiefkühlpizzen wären das die Zutaten, aber auch Energien wie Strom und Wasser. Die Verwaltungskosten entstehen im administrativen Bereich (z.B. Prüfungskosten, Miete für Verwaltungsgebäude oder Unternehmerlohn) . Analog dazu fallen Vertriebskosten in der Vertriebsabteilung an (z.B. Ausgaben für Marktforschung, Verpackung oder Zoll).

Aufteilung nach der Art der Verrechnung

Die nächste Möglichkeit ist die Zuordnung nach der Art der Verrechnung. Hier gibt es nur zwei Alternativen:

  • Einzelkosten
  • Gemeinkosten

Einzelkosten sind Kosten, die einem konkreten Produkt (Kostenträger%Verweis) zugewiesen werden können. Im Gegensatz dazu stehen die Gemeinkosten . Sie fallen für mehrere Erzeugnisse auf einmal an, weshalb sie den einzelnen Kostenträgern nicht direkt zugeordnet werden können. Stattdessen werden sie vorerst nach Kostenstellen aufgeteilt. Stell dir vor, du bietest zwei verschiedene Pizzen, Margherita und Diavolo, an. Ein Beispiel für Einzelkosten wären hier die Ausgaben für Peperoni. Diese kommen nur auf die Pizza Diavolo und können somit direkt dem Kostenträger zugerechnet werden. Zu den Gemeinkosten gehören hier beispielsweise die Ausgaben für den Teig, der ja für beide Pizzen benötigt wird.

Aufteilung nach der Art der Kostenerfassung

Man kann die Kosten auch nach der Art ihrer Erfassung ordnen. Es ergeben sich so folgende Kostenarten:

Entsprechen die Kosten im internen Rechnungswesen dem Aufwand im externen Rechnungswesen, so spricht man von aufwandsgleichen Kosten. Das Gegenteil hierzu sind Kalkulatorische Kosten, die in Anders- und Zusatzkosten aufgeteilt werden können. Kaufst du von deinem Eigenkapital beispielsweise eine Maschine, kannst du die kalkulatorischen Zinsen (Opportunitätskosten), die in der Buchführung nicht angesetzt werden dürfen, als Zusatzkosten erfassen. Mit der Zeit verliert die Maschine an Wert, weshalb sie abgeschrieben werden muss. Da sich die Abschreibungen im internen und externen Rechnungswesen unterscheiden, wird sie den Anderskosten zugewiesen.

Aufteilung nach dem Verhalten bei Beschäftigungsschwankungen

Die letzte Option ist die Aufteilung der Kosten nach ihrem Verhalten bei Beschäftigungsschwankungen. Auch hier wird nur zwischen zwei Arten unterschieden:

  • Fixe Kosten
  • Variable Kosten

Bei Schwankungen einer Bezugsgröße (z.B. Beschäftigung) bleiben Fixkosten immer konstant, während variable Kosten variieren. Beispiele für fixe Kosten sind Mieten, Gehälter oder Zinsen. Zu den variablen Kosten gehören beispielsweise Fertigungslöhne, sowie Ausgaben für Material Strom und Wasser.

Vergleich zu Kostenstellen und Kostenträger

Um den Unterschied zwischen Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträgern  zu verdeutlichen, betrachten wir folgendes:

Merke
  • Kostenarten: Nach bestimmten Kriterien (z.B. produktionsfaktoren) aufgeteilte Kostenkategorien
  • Kostenstellen: Ort der Kostenentstehung (meist eine Unternehmensabteilung)
  • Kostenträger: konkretes Produkt, für welches Kosten anfallen

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Kostenarten und Kostenstellen ist, dass das auf dem Kostenartenplan nur primäre Kostenarten erfasst werden. Sekundärkosten werden erst auf dem Kostenstellenplan wahrgenommen.


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