Der Franck Hertz Versuch leistete einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Quantenmechanik. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie der Franck Hertz Versuch aufgebaut ist, wie du den Versuch durchführst und erklären ausführlich die Beobachtungen, welche der Versuch liefert. Zusätzlich lernst du, wie du mit diesem Versuch die Wellenlänge eine Photons bestimmen kannst.
Der Text ist dir zu lang, aber du möchtest trotzdem alles Relevante zum Franck Hertz Versuch erfahren? Dann schau unser Video dazu an, in welchem wir dir den Versuch vorstellen und alles Wichtige dazu erklären!
Inhaltsübersicht
Franck Hertz Versuch einfach erklärt
Der Franck Hertz Versuch wurde von James Franck und Gustav Hertz zwischen 1911 und 1914 durchgeführt. Da dieser Versuch einen entscheidenden Beitrag zur Quantenmechanik leistet, bekamen die beiden 1925 dafür den Nobel Preis verliehen.
Dabei fand man heraus, dass Atome nur in diskreten Energiepaketen Energie aufnehmen beziehungsweise abgeben können.
Franck Hertz Versuch Aufbau und Durchführung
Der Franck Hertz Versuch besteht aus einer mit Gas (Neon oder Quecksilber) gefüllten Röhre. Diese muss mit einem Ofen auf eine bestimmte Temperatur gebracht werden, sodass die Wahrscheinlichkeit der Stöße zwischen Elektronen und Atomen einen nicht zu hohen aber auch nicht einen zu geringen Wert annimmt. Bei zu niedriger Temperatur treten hauptsächlich unelastische Stöße auf und bei zu hoher Temperatur hauptsächlich elastische Stöße . Im ersten Fall verlieren dadurch die Elektronen zu selten Energie und im zweiten Fall kommt es zu einer zu starken Streuung der Elektronen.
Hat man die Röhre auf eine geeignete Temperatur gebracht, dann erhöht man die Spannung zwischen dem Gitter und der Glühkathode, welche Elektronen emittiert. Dadurch werden die Elektronen in Richtung Gitter beschleunigt. Mit der regulierbaren Beschleunigungsspannung kann man so die kinetische Energie der Elektronen kontrollieren. Durch die Gegenspannung zwischen dem Gitter und der Anode werden die Elektronen jedoch abgebremst. Nur Elektronen mit genügend hoher kinetischer Energie erreichen die Anode und tragen so zum Strom bei, welcher zwischen Kathode und Anode fließt. Diesen Strom zwischen Kathode und Anode misst man dann in Abhängigkeit der Beschleunigungsspannung.
Studyflix vernetzt: Hier ein Video aus einem anderen Bereich
Nach Beantwortung speichern wir deine Antwort, um Studyflix zu verbessern. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
Franck Hertz Versuch Beobachtung
Erhöht man nun langsam die Beschleunigungsspannung zwischen der Kathode und dem Gitter und misst dabei den Strom zwischen Kathode und Anode und trägt diesen graphisch auf, dann erhält man dadurch eine Messkurve.
Du kannst dann sehr gut erkennen, dass der Strom nicht kontinuierlich mit zunehmender Beschleunigungsspannung ansteigt , sondern das Diagramm in fast äquidistanten Abständen Peaks beziehungsweise Maxima zeigt. Beim Erhöhen der Beschleunigungsspannung steigt zunächst auch der Strom an. Erreicht man jedoch einen bestimmten Spannungswert
, dann nimmt der Strom wieder ab und steigt dann wieder an. Bei ungefähr der doppelten Spannung
fällt der Strom wieder zuerst ab und nimmt dann wieder zu. Dieser Vorgang wiederholt sich periodisch. Dabei nimmt die Stromstärke beim Erhöhen einen immer größeren Wert an.
Franck Hertz Versuch Erklärung
Im Folgenden wollen wir den Verlauf des Strom-Spannungs-Diagramms erklären, welchen man beim Franck Hertz Versuch beobachtet.
-
Bereich 1):
Erhöht man zunächst die Beschleunigungsspannung, so erhöht sich auch die kinetische Energie der Elektronen. Zunächst treten jedoch nur elastischen Stöße zwischen den Elektronen und den Atomen auf. Es kommt also zu keiner Energieabgabe des Elektrons. Dadurch besitzen immer mehr Elektronen eine genügend große kinetische Energie, um die Gegenspannung zwischen Gitter und Anode zu überwinden. Infolgedessen steigt der Strom an. -
Bereich 2):
Obwohl man die Spannung weiterhin erhöht, nimmt der Strom zunächst ab. Dies bedeutet, dass weniger Elektronen die Anode erreichen. Dieses Verhalten kann dadurch erklärt werden, dass mehrere Elektronen nun weniger elastische Stöße ausführen und vermehrt unelastische Stöße auftreten. Dabei geben manche Elektronen ihre gesamte Energie an das Atom ab, wodurch es auf einen höheren energetischen Zustand gehoben wird. Diese unelastischen Stöße treten relativ nah am Gitter auf. -
Bereich 3):
Erhöht man weiterhin die Beschleunigungsspannung, so verschiebt sich die Zone, in welcher die unelastischen Stöße stattfinden, in Richtung Anode. Analog zu Bereich 1), steigt dadurch die kinetische Energie der Elektronen weiter an. Somit haben immer mehr Elektronen auch nach einem unelastischen Stoß mit einem Atom noch genügend Energie, um die Anode zu erreichen. Die kinetische Energie reicht jedoch für einen weiteren unelastischen Stoß nicht aus, sodass nur wieder elastische Stöße ausgeführt werden können. Der Strom nimmt deshalb zu. -
Bereich 4):
In diesem Bereich nimmt der Strom wieder ab. Analog zu Bereich 2) besitzen nun die Elektronen genügend kinetische Energie, um zwei unelastische Stöße mit Atomen auszuführen. Nach zwei unelastischen Stößen besitzt das Elektron jedoch nicht mehr genügend Energie, um die Anode zu erreichen. - Dieser Vorgang wiederholt sich nun periodisch. Je höher die Beschleunigungsspannung, desto weiter verschiebt sich die Zone der unelastischen Stöße in Richtung Anode.
Bedeutung in der Quantenmechanik
Der Franck Hertz Versuch demonstriert auf einfache Weise und doch sehr eindrucksvoll, dass Atome nicht kontinuierlich Energie aufnehmen beziehungsweise abgeben, sondern in diskreten Energiepaketen. Dies bestätigt die Überlegungen zum Bohrschen Atommodell. Das Bohrsche Atommodell besagt, dass sich Elektronen auf diskreten Energieniveaus befinden. Um ein Elektron auf das nächst höhere Energieniveau anzuregen, muss die Anregungsenergie gerade der Differenz der beiden Energieniveaus entsprechen. Der Franck Hertz Versuch leistete so einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Quantenmechanik.
Franck Hertz Versuch Aufgaben
In diesem Abschnitt schauen wir uns an, wie man mit dem Franck Hertz Versuch unter Verwendung des Strom-Spannungs-Diagramms die Wellenlänge des emittierten Lichtes in der Röhre bestimmen kann. Wie schon beschrieben, werden die Atome des Gases aufgrund eines unelastischen Stoßes mit den beschleunigten Elektronen angeregt. Dadurch gelangen Elektronen des Atoms auf ein höheres Energieniveau. Das Atom befindet sich aber dann in einem energetisch ungünstigen Zustand, weshalb das Elektron kurze Zeit später wieder auf das niedrigere Energieniveau wechselt und dadurch ein Photon emittiert.
Mit dem Franck Hertz Versuch kann man auf einfache Weise die Wellenlänge beziehungsweise die Frequenz des emittierten Photons bestimmen. Aufgrund der Energieerhaltung
muss die Energie des Photons gerade der Energiedifferenz zweier Energieniveaus entsprechen. Diese Energiedifferenz
kann man dabei aus der Spannungsdifferenz
zweier aufeinanderfolgender Peaks beziehungsweise Maxima bestimmen

Die Elektronen benötigen also diese Energie
, um auf das nächste Energieniveau zu wechseln.
Wie schon erwähnt muss das Photon, welches das Elektron beim Wechseln auf ein niedrigeres Energieniveau emittiert, aufgrund der Energieerhaltung dieselbe Energie
besitzen. Die Energie eines Photons mit der Frequenz
kann man mit dem Planckschen Wirkungsquantum
ermitteln

Durch Gleichsetzen der beiden Energien und anschließendes umformen, erhält man die Frequenz beziehungweise Wellenlänge des Photons



Dabei repräsentiert
die Lichtgeschwindigkeit.
Franck-Hertz-Versuch Neon
Führt man den Franck Hertz Versuch mit Neon durch, dann erhält man aus dem Strom-Spannungs-Diagramm eine Spannungsdifferenz zwischen zwei Maxima von
Damit beträgt die Energie also

Setzt man dies nun in die obere Formel ein, dann liefert dies die Frequenz des Photons

Daraus lässt sich mit der Lichtgeschwindigkeit
auch die Wellenlänge des emittierten Photons
bestimmen

Franck Hertz Versuch — häufigste Fragen
(ausklappen)
Franck Hertz Versuch — häufigste Fragen
(ausklappen)-
Warum muss man die Franck-Hertz-Röhre auf eine bestimmte Temperatur erhitzen?Die Temperatur der Franck-Hertz-Röhre wird so eingestellt, dass die Stoßwahrscheinlichkeit zwischen Elektronen und Gasatomen weder zu klein noch zu groß ist. Bei zu niedriger Temperatur passieren zu wenige Stöße, bei zu hoher Temperatur werden die Elektronen stark gestreut und das Strom-Spannungs-Diagramm wird unscharf.
-
Wozu braucht man die Gegenspannung zwischen Gitter und Anode?Die Gegenspannung zwischen Gitter und Anode sorgt dafür, dass nur Elektronen mit genügend kinetischer Energie die Anode erreichen und zum gemessenen Strom beitragen. Nach einem unelastischen Stoß fehlt vielen Elektronen diese Energie, sodass sie die Gegenspannung nicht mehr überwinden und der Strom messbar abfällt.
-
Warum verwendet man im Franck-Hertz-Versuch Neon oder Quecksilber?Im Franck-Hertz-Versuch verwendet man Neon oder Quecksilber, weil diese Gase gut definierte Anregungsenergien besitzen und dadurch ein regelmäßiges Muster aus Maxima und Minima entsteht. Außerdem emittieren angeregte Neon- oder Quecksilberatome beim Zurückfallen Licht, das man über die Peak-Abstände energetisch zuordnen kann.
-
Warum sind die Abstände zwischen den Maxima im Strom-Spannungs-Diagramm fast gleich groß?Die Abstände zwischen den Maxima im Strom-Spannungs-Diagramm sind fast gleich groß, weil die Atome Energie nur in festen Portionen aufnehmen. Immer wenn die Elektronen gerade genug Energie für dieselbe Anregung haben, geben sie diese bei einem unelastischen Stoß ab und der Strom fällt. Für die nächste Anregung braucht es wieder denselben zusätzlichen Spannungsbetrag.
Atomphysik verstehen
Der Franck-Hertz-Versuch gehört zur Atomphysik und ist ein wichtiges Experiment für das Verständnis von Energieniveaus in Atomen. Wer sich mit Atomphysik beschäftigt, betrachtet den Aufbau von Atomen, den Austausch von Energie und die Rolle von Elektronen und Photonen. So wird klar, warum Atome Energie nicht beliebig, sondern nur in festen Beträgen aufnehmen oder abgeben. Im Ingenieurwissenschaftenbereich findest du passende Videos zu diesem und verwandten Themen.