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Du fragst dich, was eine Deflation ist und welche Folgen sie hat? Hier und in unserem Video erklären wir dir alles, was du dazu wissen musst.

Inhaltsübersicht

Deflation Definition

Deflation beschreibt einen wirtschaftlichen Zustand, bei dem die Preise von Waren und Dienstleistungen gesamtwirtschaftlich sinken, und gleichzeitig der Wert des Geldes steigt.

Obwohl das kurzfristig positive Auswirkungen haben kann, wird eine Deflation die Wirtschaft auf lange Sicht negativ beeinflussen. Denn sinkende Preise und ein steigender Wert des Geldes führen dazu, dass Konsumenten lieber sparen und Unternehmen Investitionen verzögern. Beide warten auf noch niedrigere Preise.

Auf diese Weise kann Deflation beispielsweise die Nachfrage nach bestimmten Produkten verringern. Dadurch verkleinert sich der Gewinn und das Unternehmen muss Mitarbeiter entlassen. Eine hohe Arbeitslosenquote kann die Folge sein.

Beispiel Deflation

Die Zentralbank eines kleinen Landes in Mittelamerika beschließt, die Geldmenge, die sie zur Verfügung stellen möchte, zu reduzieren. Statt 10 Mrd. Pesos sollen nur noch 8 Mrd. Pesos zur Verfügung stehen. Ein Bürger des Landes musste früher für 8 Eier 10 Pesos bezahlen.

Durch die Zentralbank hat sich nun die Geldmenge verringert. Gleichzeitig stehen jedoch genauso viele Eier zur Verfügung stehen wie vorher. Der Bürger muss daher nur noch 8 Pesos für die 8 Eier bezahlen. Er hofft auf noch weiter sinkende Preise und spart sein Geld lieber.

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Inflation und Deflation

Die Begriffe Inflation und Deflation beschreiben beide wirtschaftliche Zustände. Sie befassen sich mit der Veränderung der Preise und dem Wert des Geldes:

wirtschaftlicher Zustand Preisveränderung  Wert des Geldes Ursachen
Deflation Preis sinkt  steigt Nachfrage sinkt oder Produktivität steigt
Inflation Preis steigt  sinkt Nachfrage steigt oder Produktivität sinkt

Arten von Deflation

Deflation lässt sich allgemein in zwei Arten einteilen. Die Preisdeflation und die Geldmengendeflation. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in dem Erkennungsmerkmal, aber haben aber auch Unterschiede in der Ursache und den Folgen.  

  • Geldmengendeflation: 
    Hier zeichnet sich die Deflation durch eine sinkende Geldmenge aus. Meistens liegt das daran, dass die Zentralbanken weniger Geld in Umlauf bringen. Eine Geldmengendeflation kann der Wirtschaft durchaus Probleme machen, denn sie wird nicht ausreichend mit Geld versorgt. Dadurch haben auch die einzelnen Konsumenten weniger Geld zur Verfügung und geben weniger aus. Die Nachfrage nach Gütern sinkt.

  • Preisdeflation:
    Hier erkennst du die Deflation daran, dass die Preise der Waren und Dienstleistungen längerfristig fallen. Bei der Preisdeflation ist die niedrige Nachfrage keine Folge, sondern meist die Ursache. Die Konsumenten erwarten, dass die Preise immer weiter sinken und geben ihr Geld noch nicht aus. Dadurch verringert sich die Geldmenge im Wirtschaftskreislauf.

Ursachen der Deflation

Die Ursachen von Deflation können sehr vielfältig sein, auch wenn die Deflation im Vergleich zur Inflation eher selten vorkommt: 

  • Sinkende Nachfrage: Hier geben die Konsumenten aus verschiedenen Gründen weniger Geld für Waren und Dienstleistungen aus. Das bedeutet, die Nachfrage sinkt. Deshalb müssen Unternehmen ihre Preise senken, damit sie ihre Produkte weiter verkaufen können.

  • Hohes Angebot: Die Deflation entsteht, weil es einen Überschuss an Produkten gibt (= Angebotsüberschuss). Die Unternehmen stellen also mehr her, als sie zu diesem Preis verkaufen können. Deshalb müssen sie die Preise ihrer Produkte senken.

  • Lohndeflation: Durch die sinkende Nachfrage machen Unternehmen weniger Umsatz. Deswegen müssen sie die Löhne ihrer Arbeiter kürzen. Das ist aber auch der Grund, weshalb sich die Arbeiter weniger Waren leisten können. Die Nachfrage fällt also noch weiter. Auch eine hohe Arbeitslosigkeit kann in schlimmen Fällen auftreten, wenn nicht nur Löhne gekürzt, sondern auch Kündigungen ausgesprochen werden.

  • Kreditdeflation: Natürlich steigt mit dem Geldwert auch die Schuldenmenge der Konsumenten. Um eine Überschuldung zu verhindern, vergeben die Banken weniger Kredite. Dadurch wird die umlaufende Geldmenge immer kleiner. Als Folge können die Verbraucher weniger Geld ausgeben und die Notlage verstärkt sich weiter.

  • Politische Ursachen: Die Ursachen liegen entweder auf der Seite des Staates oder der Zentralbanken.
    • Der Staat kann durch enorme Sparmaßnahmen weniger in die Wirtschaft investieren und beeinflusst so die Nachfrage der Verbraucher.
    • Aber auch, wenn die Zentralbank ihren Leitzins erhöht, kann eine Deflation begünstigt werden. Kredite werden dadurch teurer. Ohne Kredite kann aber weniger Geld im Markt investiert werden. 

Folgen der Deflation

Wenn eine Deflation nicht aufgehalten wird, können die Folgen der Deflation verheerend sein:

Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit beschleunigt die Verringerung der Geldmenge noch weiter. Es werden nicht nur viele Menschen arbeitslos, sondern auch keine neuen Mitarbeiter mehr eingestellt. Die Unternehmen machen weniger Umsatz und müssen nicht nur ihre Lohnkosten, sondern auch ihre Investitionen in den eigenen Fortschritt senken. Dadurch erhält auch der Staat weniger Steuereinnahmen und kann seine Schulden nicht mehr begleichen.

So kann aus dem einfachen Geldmangel eine Depression oder sogar eine Wirtschaftskrise werden. Depression ist eine Phase der üblichen Konjunkturschwankungen und bezeichnet allgemein eine schwächer werdende Wirtschaft.

Maßnahmen gegen eine Deflation

Um eine große Wirtschaftskrise zu verhindern, können folgende Maßnahmen ergriffen werden: 

  • Damit es nicht aufgrund der Zentralbanken zu einer Notlage kommt, führen sie seit Langem eine Niedrigzinspolitik. Durch den niedrigen Leitzins wird die Nachfrage nach Krediten für Investitionen gefördert. 

  • Aber auch eine Schaffung von Arbeitsplätzen kann vor allem bei der steigenden Arbeitslosenquote helfen. Umgesetzt wird das oft in Form neuer Bauprojekte. Aufträge werden vergeben und neue Mitarbeiter eingestellt. 

  • Auch der Staat kann eine gesteigerte Kaufkraft begünstigen. Er muss die Steuern senken und so Konsumenten von ihrer Steuerlast befreien. Die Bevölkerung hat somit wieder mehr Geld zur Verfügung und steigert den Konsum.

  • Zuletzt gibt es noch die Möglichkeit einer Devisenkontrolle. Der Staat bestimmt hier, dass Fremdwährungen (Devisen) gegen die eigene Währung getauscht werden. So vermehrt sich die Geldmenge, die im Umlauf ist und die Deflation wird abgeschwächt.

Arbeitslosigkeit 

Super! Jetzt weißt du alles Wichtige zum Thema Deflation. Willst du mehr zu einer ihrer Folgen, der Arbeitslosigkeit, erfahren? Dann schau in unser Video zu den Arten der Arbeitslosigkeit rein!

Zum Video: Arten der Arbeitslosigkeit
Zum Video: Arten der Arbeitslosigkeit

Deflation — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Wie entsteht Deflation?
    Deflation entsteht, wenn die Preise in einer ganzen Wirtschaft über längere Zeit sinken und Geld dadurch an Wert gewinnt. Häufig passiert das, weil die Nachfrage zurückgeht oder weil zu viele Waren angeboten werden. Deflation kann auch entstehen, wenn die Zentralbank weniger Geld in Umlauf bringt und dadurch die Geldmenge sinkt.
  • Warum kann Deflation zu mehr Arbeitslosigkeit führen?
    Deflation kann zu mehr Arbeitslosigkeit führen, weil sinkende Preise oft dazu führen, dass viele mit Käufen warten und dadurch die Nachfrage weiter fällt. Unternehmen setzen dann die Preise herunter und machen weniger Umsatz. Dadurch sinken Gewinne, Investitionen werden verschoben und Firmen sparen bei den Lohnkosten, was Entlassungen auslösen kann.
  • Wer profitiert von Deflation?
    Von Deflation profitieren vor allem Menschen oder Institutionen, die Geldvermögen halten oder feste Geldforderungen haben, zum Beispiel Sparer oder Gläubiger. Der Grund ist, dass bei fallenden Preisen die Kaufkraft des Geldes steigt und man sich mit derselben Geldsumme später mehr leisten kann.
  • Warum kann Deflation problematischer sein als Inflation?
    Deflation kann problematischer sein als Inflation, weil fallende Preise eine Abwärtsspirale auslösen können, in der Konsum und Investitionen immer weiter zurückgehen. Dadurch geraten Unternehmen unter Druck, stellen weniger ein oder entlassen Beschäftigte und der Staat nimmt weniger Steuern ein. So kann aus Deflation eine Depression oder sogar eine Wirtschaftskrise werden.

Wirtschaftskrisen verstehen

Deflation ist ein wirtschaftlicher Zustand und gehört zum Themenfeld Wirtschaftskrisen. Du vergleichst in diesem Themenfeld Preise, Nachfrage, Arbeitslosigkeit und das Handeln von Staat und Zentralbank. So erkennst du, wie sich Probleme in der Wirtschaft gegenseitig verstärken und ganze Länder treffen können. Weitere Videos dazu findest du in unserem Wirtschaftsbereich.

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