Ökologie

Biotische Faktoren

In diesem Beitrag zeigen wir dir anhand von Beispielen, welche verschiedenen biotischen Faktoren es gibt. Außerdem haben wir eine Definition für dich vorbereitet. %Du willst das Thema noch schneller verstehen? Schau dir jetzt unser Lernvideo dazu an! 

Inhaltsübersicht

Biotische Faktoren einfach erklärt

Zu den biotischen Faktoren zählst du alle belebten Bestandteile eines Ökosystems %Verweis (wie Tiere und Pflanzen), die miteinander wechselwirken und interagieren. So entstehen verschiedene Beziehungen zwischen den Lebewesen. Die Verbindungen sind entweder zwischen Arten (Interspezifische Beziehung) wie eine Symbiose oder eine Räuber Beute Beziehung oder zwischen Individuen einer Art (Intraspezifische Beziehung) wie soziale Verbände oder Sexualpartner. Das Verhältnis zwischen den Lebewesen kann sowohl positiv oder negativ für einen oder für beide Organismen sein. 

Definition Biotische Faktoren

Die biotischen Faktoren (auch biotische Umweltfaktoren oder biotische Ökofaktoren; Herkunft: griech. bios = Leben)  sind alle belebten Elemente eines Ökosystems, die in Wechselwirkung und Interaktion stehen. 

Abgrenzung biotische Umweltfaktoren und abiotische Umweltfaktoren 

Umweltfaktoren sind alle Bestandteile der Umwelt, die mit einem anderen Teil wechselwirken.  

Die biotischen Umweltfaktoren sind alle belebten Elemente (hauptsächlich Tiere und Pflanzen) eines Ökosystems, die auf verschiedene Weisen miteinander in Wechselwirkung und Interaktion stehen (Beispiel für biotische Faktoren: Konkurrenz, Symbiose). Die Lebewesen bilden gemeinsam die Biozönose %Verweis (=Lebensgemeinschaft) in einem Ökosystem

Zu den abiotischen Umweltfaktoren %Verweis zählst du alle unbelebten Komponenten der Natur, wie zum Beispiel Wasservorkommen, die Temperatur, Luftdruck, Wind und Bodenbeschaffenheit. Zusammen formen sie das Biotop%Verweis (=Lebensraum) im Ökosystem. 

Biotische Faktoren und abiotische Faktoren interagieren im Ökosystem miteinander. 

Übersicht: Biotische Faktoren 

Die biotischen Faktoren schließen alle Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Lebewesen mit ein. Du betrachtest dabei sowohl Beziehungen zwischen einzelnen Organismen der gleichen Art (intraspezifische Beziehung) als auch Beziehungen zwischen Angehörigen verschiedener Tier- und Pflanzenarten (interspezifische Beziehung).

Die Interaktionen und Wechselwirkungen zwischen den Lebewesen können sowohl negativ als auch positiv für eine Art sein. 

In der folgenden Tabelle siehst du verschiedene biotische Faktoren und, ob es sich dabei um zwischenartliche oder innerartliche Beziehungen handelt: 

Biotische Faktoren Interspezifische Beziehung  Intraspezifische Beziehung 
Konkurrenz X X
Symbiose X  
Parasitismus X  
Räuber Beute Beziehungen  X  
Nahrungsbeziehungen X  
Amensalismus X  
Parabiose X  
Krankheitserreger X  
Soziale Verbände   X
Sexualpartner    X

Im Folgenden stellen wir dir verschiedene biotische Faktoren genauer vor.

Konkurrenz 

Ein wichtiger biotischer Faktor ist die Konkurrenz. Sie tritt innerhalb der Organismen einer Art auf (intraspezifische Konkurrenz) und auch zwischen verschiedenen Arten, die ähnliche Lebensansprüche haben (interspezifische Konkurrenz). 

Lebewesen, die ähnliche Lebensansprüche an zum Beispiel Nahrung, Revier oder Nistplätze haben, bewohnen eine ähnliche ökologische Nische %Verweis. Dadurch stehen sie in direkter Konkurrenz zueinander (Konkurrenzausschlussprinzip %Verweis ). Die unterlegene Art versucht, die Konkurrenz zu meiden und ihre Lebensansprüche anzupassen (Einmischung in andere ökologische Nische) . 

Dieses Konkurrenzverhalten wirkt sich auf beide Parteien negativ aus. Bei einer asymmetrischen Konkurrenz ist das unterlegene Lebewesen stärker benachteiligt. 

Individuen der gleiche Art (Intraspezifische Konkurrenz) konkurrieren um fast alle Ressourcen, die die Art zum überleben und ausbreiten benötige, wie Nahrung, Nistplätze oder Sexualpartner. 

In der folgenden Tabelle siehst du, um welche Faktoren die Lebewesen konkurrieren:

Konkurrenz um:  Interspezifische Konkurrenz  Intraspezifische Konkurrenz 
Nahrung / Beute X X
Licht (v. a. Pflanzen)  X X
Wasser X X
Nistplätze  X X
Reviere / Lebensraum X X
Nährstoffe X X
Sexualpartner   X

Symbiose

Die Symbiose ist das Zusammenleben zweier Arten, aus dem beide einen Vorteil ziehen. 

Ein Beispiel ist der Madenhacker, der mit größeren Wildtieren in der Savanne oder in Wüsten eine Putzsymbiose eingeht. Der Vogel befreit dabei Tiere wie den Elefanten von schädigenden Parasiten und ernährt sich dadurch gleichzeitig von ihnen.

%Abbildung Symbiose, so ähnlich wie bei Symbiose Video; <img class="alignnone  wp-image-78988" src="https://blog.studyflix.de/wp-content/uploads/2020/11/Symbiose-Beispiel-Madenhacker-WP-1024x576-1-300x169.png" alt="" width="387" height="218" />Bildunterschrift: Symbiose; Alt-Text: Symbiose, biotischer Faktor, interspezifische Beziehung, Zusammenleben, Vorteil für beide Arten, Elefant, Madenhacker, Putzsymbiose

Parasitismus 

Auch der Parasitismus zählt du den biotischen Faktoren  %Verweis. Parasiten ernähren sich von ihren Wirten. Die Beziehung schadet dem Wirt oder tötet ihn sogar. der Parasit allein zieht einen Vorteil aus dieser Beziehung. 

Zecken, die das Blut ihrer Beute trinken, sind ein Beispiel für den Parasiten. Auch der Kuckuck, der seine Eier im Wald in fremde Nester legt, zählt dazu. 

%Abbildung Parasitismus, von der Idee her ähnlich wie Symbiose mir Zecken Beispiel dargestellt; Bildunterschrift: Parasitismus; Alt-Text: Parasit, Wirt, interspezifische Beziehung, biotischer Faktor, Zecken

Räuber Beute Beziehungen

Tiere, die sich von anderen Lebewesen (Beute) ernähren, sind die Räuber. Diese Beziehung ist natürlich für die Räuber vorteilhaft und für die Beute negativ. Beschrieben wird die Wechselwirkung der beiden Arten durch die Räuber Beute Beziehung  %Verweis, ein weiterer biotischer Faktor. 

Abhängig davon, wie viele Räuber es im Verhältnis zur Beute gibt, schwankt auch die Populationsdichte der jeweils anderen Art. Diesen Zusammenhang beschreiben die Lotka Volterra Regeln %Verweis. Wenn es viele Räuber gibt, verringern diese die Anzahl der Beute. Falls es nur wenige Räuber gibt, kann sich die Beute besser vermehren. Viele Beutetiere führen aber auch wieder dazu, dass sich die Räuber schneller ausbreiten, weil sie keine Schwierigkeiten haben Nahrung zu finden.

Verschiedene Beutetiere haben ihr Aussehen angepasst, um sich vor Fressfeinden zu schützen (Schutztrachten). Einige Lebewesen haben auffällige, intensive Farben, um ihre Fressfeinde zu warnen (Warntracht) oder um vorzugeben, dass sie ein gefährliches Tier sind (Mimikry). Andere Organismen haben ihre Farbe (Tarntracht) oder ihre Gestalt und Haltung (Mimese) an ihre Umwelt angepasst, um sich zu tarnen. 

%Iwie Mischung aus sowas darstellen, einmal in auffälliger Warnfarbe (Warnung) und einmal "unsichtbar" (Tarnung) ;) <img class="alignnone size-full wp-image-79000" src="https://blog.studyflix.de/wp-content/uploads/2020/11/Unknown-1-1.jpeg" alt="" width="256" height="197" /> <img class="alignnone size-medium wp-image-79001" src="https://blog.studyflix.de/wp-content/uploads/2020/11/Unknown-2.jpeg" alt="" width="300" height="168" />; Bildunterschrift: Schutz der Beute vor Räubern; Alt-Text: Miese, Mimikry, Tarnung, Warnung, Fressfeinde, Opfer, Räuber Beute Beziehung, biotischer Faktor

Nahrungsbeziehungen

Nahrungsbeziehungen wie Nahrungsketten %Verweis, Nahrungsnetze%Verweis und Nahrungspyramiden %Verweis ordnen einem Lebewesen Fressfeinde und Nahrung zu. Sie beschreiben also wer was frisst und von wem er gefressen wird. Dazu teilst du sie in Trophieebenen %Verweis (Produzent, Konsument, Destruent) ein. Mit Hilfe der Nahrungsbeziehungen kannst du somit erkennen, in welcher Verbindung unterschiedlich Arten zueinander haben. 

Ein Hase (Pflanzenfressender Konsument) ernährt sich zum Beispiel von pflanzlicher Nahrung wie Gras oder Blättern (Produzenten). Gefressen wird er von Füchsen oder Greifvögeln (fleischfressende Konsumenten). Wenn eines der Tiere oder Pflanzen stirbt, wird es von den Destruenten, wie Pilzen, Bakterien und Regenwürmern, zersetzt. 

% Beispiel so ähnlich wie Nahrungsnetz darstellen;<img class="alignnone  wp-image-79016" src="https://blog.studyflix.de/wp-content/uploads/2020/11/Bildschirmfoto-2020-11-12-um-09.29.23-300x181.png" alt="" width="394" height="238" /> also das Bild gerne mit Bildern ergänzen; Bildunterschrift: Nahrungsbeziehungen; Alt-Text: Nahrungskette, Nahrungsnetz, Produzenten, Konsumenten, Destruenten, Trophieebenen, biotische Faktoren

Amensalismus

Ein Amensalismus wirkt sich auf eine Art negativ aus, das zweite Lebewesen bleibt davon unbeeinflusst. 

Wenn zum Beispiel größere Säugetiere den Boden zertrampeln, dann haben sie weder einen Vorteil oder einen Nachteil davon. Sie zerstören damit aber auch kleine Pflanzen oder zertreten Insekten, die dadurch geschwächt oder getötet werden. 

%Abbildung: Wenn möglich, auch so ähnlich wie bei Symbiose Beispiel darstellen, Bildunterschrift: Amensalismus; Alt-Text: Biotischer Faktor, Interspezifische Beziehung, zwei Arten, Interaktion, Wechselwirkung

Parabiose

Unter einer Parabiose kannst du dir eine Beziehung zwischen Lebewesen vorstellen, aus der beide einen Vorteil ziehen, ohne, dass sich die Individuen gegenseitig beeinflussen. 

Vögel siedeln sich zum Beispiel in der Nähe von größeren Tieren, die Wiesen abfressen, an. Die größeren Tiere wie Kühe ziehen Insekten an, die die Vögel als Nahrung verwenden. Der Vorteil der größeren Tiere ist, dass sie von weniger Insekten gestört werden (Parökie). 

%Abbildung: Wenn möglich, auch so ähnlich wie bei Symbiose Beispiel darstellen, Bildunterschrift: Parabiose; Alt-Text: Biotischer Faktor, Interspezifische Beziehung, zwei Arten, Interaktion, Wechselwirkung, Vorteile

Krankheitserreger

Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren schaden den Lebewesen, die sie befallen. Im  sogenannten Erregerreservoir sammeln und vermehren sich Krankheitserreger. Von ihnen gehen dann auch neue Infektionen aus. Zu diesem Erregerreservoir gehören je nach Krankheitserreger der Mensch, Tiere, Pflanzen oder ganze Biotope.

Soziale Verbände (intraspezifische Beziehung) 

Individuen einer Art schließen sich teilweise zu sozialen Verbänden zusammen, um sich so vor Fressfeinden zu schützen. Auch diese Gruppenbildung zählt zu den biotischen Faktoren. 

Fische bilden zum Beispiel oft Schwärme, damit sie größer und somit bedrohlicher wirken. Außerdem überlebt bei einem Angriff von zum Beispiel einem Hai, mit höherer Wahrscheinlichkeit mehr Individuen. 

%Abbildung: Wenn möglich, auch so ähnlich wie bei Symbiose Beispiel darstellen, <img class="alignnone  wp-image-79025" src="https://blog.studyflix.de/wp-content/uploads/2020/11/Unknown-2-1.jpeg" alt="" width="291" height="291" />Bildunterschrift: Soziale Verbände; Alt-Text: Biotischer Faktor, Intraspezifische Beziehung, Gruppenbildung, Interaktion, Wechselwirkung

Sexualpartner (intraspezifische Beziehung) 

Einzelne Individuen wählen ihre Sexualpartner nach bestimmten Merkmalen wie einer besonderen Färbung oder einem speziellen Verhalten aus. Besonders große, kräftige und auffallende Männchen werden in der Tierwelt häufig von Weibchen bevorzugt (Sexualdimorphismus). 

Einige Paradiesvögel führen zum Beispiel einen Balztanz auf, um den Weibchen mit ihrem Federkleid zu imponiere. 

Biotische Selektionsfaktoren 

%Sollte man zu Selektionsfaktoren ein eigenes Video machen? Volumen 1100, Konkurrenz eher schlecht

Biotische Selektionsfaktoren sind Wechselwirkungen eines Lebewesens mit einem anderen Organismus, die sich auf die Populationsentwicklung auswirken. 

Ein Selektionsfaktor beeinflusst damit den Fortpflanzungserfolg (Fitness) und die evolutionäre Entwicklung und die Ausbreitung von Arten. 

Du unterscheidest wie folgt:

  • Intraspezifische Selektion (innerartlich): Beispielsweise Auswahl des Sexualpartners, Konkurrenz um Nahrung
  • Interspezifische Selektion (zwischenartlich): Beispielsweise Tiere, die sich durch die Nachahmung der Umgebung (Mimese) oder einer anderen Art (Mimikry) besser tarnen und somit ihren Fressfeinden nicht zum Opfer fallen. 
Zusammenfassung 
  • Die biotischen Faktoren beschreiben die Wechselwirkung und Interaktion von Lebewesen in einem Ökosystem. 
  • Es entstehen intraspezifische und interspezifische Beziehungen, die Vorteile und Nachteile für die einzelnen Individuen mit sich bringen können. 
  • Beispiele für biotische Faktoren sind Konkurrenz, Symbiose, Parasitismus, Räuber Beute Beziehungen, soziale Verbände und Sexualpartner. 

 

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