Ökologie

Intraspezifische und Interspezifische Konkurrenz

In diesem Beitrag zeigen wir dir anhand von Beispielen, was die intraspezifische und die interspezifische Konkurrenz voneinander unterscheidet und um welche Ressourcen Lebewesen in der Biologie konkurrieren.

Du lernst lieber audio-visuell? Kein Problem! Wir haben auch ein Video für dich vorbereitet!

Inhaltsübersicht

Was ist intraspezifische und interspezifische Konkurrenz?

In der Biologie konkurrieren Lebewesen um verschiedene Ressourcen. Das tun sie, weil es nicht ausreichend Ressourcen für alle gibt. Es steht zum Beispiel zu wenig Nahrung oder nicht genug Lebensraum für alle zur Verfügung. Die Lebewesen stehen also in Konkurrenz zueinander. 

Wenn die Tiere und Pflanzen derselben Art miteinander konkurrieren, dann sprichst du von intraspezifischer Konkurrenz. Kämpfen zwei unterschiedliche Arten um dieselbe Ressource, dann stehen sie in interspezifischer Konkurrenz.

Die Stockenten in einem Teich stehen zum Beispiel untereinander in intraspezifischer Konkurrenz um Nahrung und Fortpflanzungspartner. Sie konkurrieren darüber hinaus aber auch noch interspezifisch mit Schwänen um Lebensraum und Nahrung.

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Intra- & Interspezifische Konkurrenz
Definition intraspezifische und interspezifische Konkurrenz

Lebewesen stehen in Konkurrenz zueinander, wenn sie die gleichen begrenzten Ressourcen nutzen. Ressourcen sind zum Beispiel Nahrung, Licht oder Lebensraum, die nicht ausreichend für alle verfügbar sind.

Die intraspezifische (auch innerartliche) Konkurrenz bezeichnet den Wettbewerb zwischen mehreren Individuen einer Art um Ressourcen.

Die interspezifische (auch zwischenartliche) Konkurrenz bezeichnet den Wettbewerb zwischen Individuen verschiedener Arten um Ressourcen. Dabei kommt es häufig zu einer Verdrängung der schwächeren Art (=Konkurrenzausschlussprinzip).

Konkurrenz als biotischer Faktor

Die Konkurrenz ist einer der wichtigsten biotischen Faktoren. Die biotischen Faktoren beschreiben die Beziehungen zwischen Lebewesen, die in einem Ökosystem leben. Das Ökosystem setzt sich aus dem Biotop (Lebensraum) und der Biozönose (Lebensgemeinschaft von Tieren, Pflanzen und Pilzen) zusammen.

In diesem Video erfährst du mehr zu den biotischen Faktoren!

Bei den biotischen Faktoren betrachtest du zum einen die Beziehungen zwischen Lebewesen der gleichen Art (intraspezifische Beziehungen). Zum anderen schaust du dir auch die Beziehungen zwischen Lebewesen von verschiedenen Arten an (interspezifische Beziehungen).

Die Konkurrenz ist also ein Beispiel für einen biotischen Faktor. Auf dem Bild siehst du, um welche Ressourcen Lebewesen konkurrieren.

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Konkurrenz um Ressourcen
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Intraspezifische Konkurrenz

Individuen einer Art haben alle einen ähnlichen Bedarf an Ressourcen. Sie benötigen denselben Lebensraum und dieselbe Nahrung, um zu überleben und zu wachsen. Sie brauchen auch einen passenden Fortpflanzungspartner aus ihrer Art.

Ein Karpfen frisst zum Beispiel Hechte. Wenn aber ganz viele Karpfen in einem See sind, gibt es irgendwann nicht mehr genug Hechte für alle.

Die Ressource Nahrung ist also nicht ausreichend verfügbar. Dadurch stehen die Karpfen in Konkurrenz zueinander. Du bezeichnest das als intraspezifische Konkurrenz, weil es um Individuen innerhalb einer Art, also nur um Karpfen geht. Deshalb kannst du diesen Wettbewerb auch als innerartliche Konkurrenz bezeichnen.

Einige der Karpfen werden also benachteiligt, weil die anderen schon alle Hechte weggefressen haben. Manche Tiere sterben dann und es gibt weniger Karpfen. Dann ist wieder genug Nahrung für alle da und die Zahl der Karpfen steigt erneut an.

Das Konkurrenzverhalten bei der intraspezifischen Konkurrenz reguliert also eine Population. Wenn du mehr über die Räuber-Beute-Beziehung wissen willst, dann schau dir unseren Beitrag dazu an!

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Regulierung einer Population

Interspezifische Konkurrenz

In der Biologie können auch Lebewesen von verschiedenen Arten um dieselben Ressourcen in Konkurrenz stehen. Eichhörnchen leben zum Beispiel im Ökosystem Wald und fressen Nüsse. Das gilt auch für Eichelhäher (Vogel).

Die Eichelhäher haben ähnliche Lebensansprüche wie die Eichhörnchen. Sie bewohnen also eine ähnliche ökologische Nische und konkurrieren miteinander um dieselben Faktoren (außer Fortpflanzungspartner).

Weil die Arten unterschiedlich sind, sprichst du hier von einer interspezifischen Konkurrenz. Du kannst diesen Wettbewerb auch als zwischenartliche Konkurrenz bezeichnen.

Konkurrenzausschlussprinzip und Konkurrenzvermeidung

Bei der interspezifischen Konkurrenz ist meistens eine Art stärker als die andere. Stell dir bildlich einen Schwan und eine Ente nebeneinander vor. An der Größe erkennst du bereits, dass der Schwan der Ente überlegen ist und sich ihr gegenüber behaupten kann.

Das ist das Konkurrenzausschlussprinzip. Es führt dazu, dass die schwächere Art, also die Ente, ausweichen muss. Das nennst du dann Konkurrenzvermeidung. Es ist wichtig zu wissen, dass beide Prinzipien nur bei der interspezifischen Konkurrenz auftreten!

Schau auch gerne bei unserem eigenen Video zum Konkurrenzausschlussprinzip vorbei!

Zum Video: Konkurrenzausschlussprinzip
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Im Zuge der Konkurrenzvermeidung entwickelt sich die schwächere Art häufig weiter (Evolution). Sie ändert etwa ihre Nahrungsgewohnheiten oder wählt andere Orte (Biotope) für die Nahrungssuche. Diesen Vorgang nennst du in der Ökologie auch Einnischung

Bei der Ente und dem Schwan sucht zum Beispiel die Ente ihre Nahrung näher am Ufer, wo der Seeboden nicht so tief ist (ca. 50cm). Der größere Schwan sucht sein Futter dagegen an einer tieferen Stelle im See (ca. 70-90cm). 

Dadurch stehen die beiden Arten nicht mehr in direkter Konkurrenz um ihre Nahrung, weil sie nicht mehr im gleichen Lebensraum danach suchen.

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Beispiel Konkurrenzschlussprinzip

Weitere Konkurrenzstrategien

Neben dem Konkurrenzausschlussprinzip und der Konkurrenzvermeidung gibt es noch weitere Konkurrenzstrategien . 

Arten können etwa auch friedlich miteinander leben. Das nennst du in der Ökologie Koexistenz. Sperber und Uhus jagen beispielsweise dieselbe Nahrung. Sie beeinträchtigen sich aber nicht, weil Sperber am Tag und Uhus in der Nacht jagen.

Manche Arten gehen auch eine innerartliche Kooperation ein. Dabei arbeiten sie zusammen als Gruppe, anstatt zu konkurrieren. Zum Beispiel bilden Gazellen und Zebras eine gemeinsame Herde. Dadurch können sie sich besser vor Raubtieren schützen.

Wenn eine Beziehung zwischen zwei Lebewesen für beide nützlich ist, nennst du das Symbiose.

Schau dir jetzt unser Video zur Symbiose an, um noch mehr darüber zu erfahren!

Zum Video: Symbiose
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Zusammenfassung

  • Konkurrenz ist einer der wichtigsten biotischen Faktoren
  • Lebewesen konkurrieren miteinander um Ressourcen wie Nahrung, Lebensraum oder Nistplätze
  • Wenn Individuen einer Art miteinander konkurrieren, nennst du das intraspezifische Konkurrenz
  • Wenn Individuen verschiedener Arten miteinander konkurrieren, nennst du das interspezifische Konkurrenz
  • Bei der interspezifischen Konkurrenz kann sich die stärkere der beiden Arten gegen die schwächere durchsetzen (=Konkurrenzausschlussprinzip )
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