Ökologie
Ökosysteme
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In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie Sukzession in der Biologie im Wald und im See abläuft und welche Sukzessionsstadien es gibt. Außerdem haben wir eine Definition für dich vorbereitet. Du willst das Thema noch schneller und einfacher verstehen? Schau dir unser Lernvideo  dazu an!

Sukzession einfach erklärt

Wenn ein Ökosystem gestört wurde, dann bezeichnest du die natürliche Rückkehr der typischen Lebewesen (der Biozönose ), die dort aufgrund der vorherrschenden Umweltfaktoren leben, als Sukzession. Sie läuft schrittweise ab und durchläuft drei verschiedene Stadien.

Das erste Sukzessionstadium ist das Initialstadium. Jetzt siedeln sich verschiedene Pionierarten wieder an. Dazu zählst du Pilze, Bakterien und kleine Pflanzen, die unter diesen extremen Umweltbedingungen überleben können. Danach kommen immer mehr Pflanzen und Tiere hinzu, während andere wieder verschwinden (Folgestadien). Nach einiger Zeit erreicht das Ökosystem das Klimaxstadium (stabiles Endstadium). Hier kann sich das Ökosystem selbstständig aufrecht erhalten, solange die äußeren Einflüsse gleich bleiben.  

Nach einem Waldbrand kehren beispielsweise zunächst Bakterien und kleine Sträucher zurück und besiedeln den verbrannten Boden. Nach und nach kommen dann größere Pflanzen, Pilze und auch Tiere hinzu, verdrängen teilweise die kleinen Sträucher und es entwickelt sich ein neuer Wald.

Die Definition von Sukzession lautet:

Definition 

Sukzession (lateinisch successio = Nachfolge) beschreibt den schrittweisen Wiederaufbau der Lebewesen eines geschädigten Ökosystems. Dabei durchläuft es das Initialstadium und verschiedene Folgestadien, um das Klimaxstadium zu erreichen, in welchem es sich selbst aufrecht erhält. 

Arten von Sukzession

Bei der Sukzession regenerieren sich die Lebewesen eines Ökosystem schrittweise wieder. Die Ausgangssituation ist dabei ein gestörtes Ökosystem. Abhängig davon, wie stark zerstört das Gebiet ist, unterscheidest du zwischen der Primärsukzession und der Sekundärsukzession. 

Primärsukzession

Bei der Primärsukzession hast du eine komplett unbelebte Landschaft. Hierbei wird ein neuer Lebensraum vollkommen neu besiedelt (Erstbesiedlung). Das Ökosystem, das davor an dieser Stelle war, wurde durch zum Beispiel einen Vulkanausbruch zerstört, sodass kein Lebewesen überlebt hat. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich ein Gletscher zurückgezogen hat und ein neuer Landstrich zum Vorschein kommt. 

Sekundärsukzession 

Bei einer Sekundärsukzession wurde das bestehende Ökosystem geschädigt, aber nicht vollkommen zerstört. Somit haben einige Organismen überlebt. Hier betrachtest du also den Wiederherstellungsprozess der Tiere, Pflanzen und Pilze eines Ökosystems, nachdem die ursprüngliche Lebensgemeinschaft entweder durch natürliche Faktoren wie Feuer oder Überschwemmung oder durch menschliche Eingriffe, wie Kahlschlag oder Brandrodung, beeinträchtigt wurde.

Sukzessionsstadien  

Nachdem ein Ökosystem teilweise (Sekundärsukzession) oder vollständig (Primärsukzession) zerstört wurde, baut sich die Tier- und Pflanzenwelt Schritt für Schritt wieder auf. Dabei durchläuft es verschiedene Sukzessionsstadien, die wir dir jetzt genauer vorstellen möchten.

1. Initialstadium

Am Anfang steht das Initialstadium. In dieser Phase besiedeln Pionierarten das Gebiet. Sie können unter extremen Umweltbedingungen überleben. Zu ihnen zählst du verschiedene Pilze und Bakterien und kleinere robuste Pflanzen wie Brennnessel und Farne. Tiere siedeln sich noch kaum an.

Du kannst das Initialstadium durch folgende Merkmale charakterisieren:

  • Kaum Artenvielfalt
  • Hauptsächlich Produzenten (Photosynthese betreibende Organismen wie Pflanzen).
  • Wenig Biomasse (Masse aller Lebewesen).
  • Einfache Nahrungskette (Lebewesen ernähren sich von wenig verschiedenen Bestandteilen)

Alle Lebewesen, die sich im Initialstadium ansiedeln, bilden die Grundlage dafür, dass weiteres Leben entstehen kann. 

2. Folgestadien 

Als nächstes hast du verschiedene Folgestadien, in denen sich immer mehr verschiedene Lebewesen ansiedeln. Sie gehören hauptsächlich zu den r-Strategen. Das sind die Organismen, die viele Nachkommen haben und klein und kurzlebig sind, wie Ratten oder Moose. Somit nimmt die Artenvielfalt zu. Dadurch entsteht auch Konkurrenz zwischen den Tieren und Pflanzen, die sich dort verbreiten. Insgesamt nimmt der Einfluss der biotischen Umweltfaktoren  (Lebewesen, die miteinander wechselwirken) auf das Ökosystem immer weiter zu und die Bedeutung der abiotischen Faktoren (unbelebte Gegebenheiten des Lebensraumes) nimmt ab. Auch die Biomasse des Ökosystems nimmt zu.

3. Klimaxstadium

Wenn das Ökosystem das Klimaxstadium erreicht, ist es stabil und erhält sich bei konstanten äußeren Bedingungen selbst aufrecht. Auch die Zusammensetzung der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten ändert sich fast nicht mehr (Dauerhafte Biozönose; Klimaxgesellschaft). Sie sind untereinander in komplexen Beziehungen vernetzt. Du findest hier auch viele k-Strategen. Das sind Lebewesen mit wenig Nachwuchs, die aber eine hohe Überlebenschance haben und ein hohes Alter erreichen können (Beispiele: Buche oder Bären).

Du kannst dem Klimaxstadium diese Eigenschaften zuschreiben:

  • Hohe Artendiversität (Artenvielfalt)
  • Produzenten und Konsumenten (ernähren sich von Lebewesen)
  • Maximale Menge an Biomasse 
  • Komplexe Nahrungsnetze (Lebewesen haben viele Fressfeinde und viele Nahrungsmöglichkeiten)

Das Ökosystem befindet sich jetzt im sogenannten Fließgleichgewicht, indem sich Aufbauvorgänge und Abbauvorgänge der verschiedenen Komponenten des Ökosystems gegenseitig ausgleichen.

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Sukzessionsstadien

4. Zerfallphase

Nach dem Klimaxstadium wird manchmal noch die Zerfallphase ergänzt. Hier sterben die Bäume und Tiere langsam wieder ab. In einem ökologischen Gleichgewicht, indem sich die abiotischen und biotischen Umweltfaktoren nicht ändern, wird alles, was abstirbt, durch nachkommende Lebewesen ausgeglichen und die Zerfallphase tritt nur kurzfristig ein. 

Beispiele

Sukzession tritt in allen Ökosystemen auf, die geschädigt wurden. Welche Tiere und Pflanzen sich dort entwickeln, ist abhängig von den abiotischen Faktoren (Beispiele: Klima, Wasservorkommen, Licht), die dort vorherrschen.

Schauen wir uns jetzt an den Beispielen Wald und See an, wie die Sukzession ablaufen kann.  

Sukzession Wald

Ein Wald wurde zum Beispiel durch einen Waldbrand überwiegend zerstört.

Im Initialstadium siedeln sich in dem Gebiet Pionierpflanzen wie Moose, Farne, verschiedene Gräser und Brennnesseln an. Tiere gibt es hier kaum. Diese erste Phase dauert ca. zehn Jahre.

In den Folgestadien wachsen zuerst höherwüchsige und konkurrenzstärkere Pflanzen wie Holundersträucher und Brombeeren (Gebüschvegetation). Außerdem kommen immer mehr kleinere Tiere wie Mäuse oder Eichhörnchen hinzu. Schritt für Schritt entstehen auch die ersten Bäume wie Birken und Kiefern und das Kronendach schließt sich. Dadurch reduziert sich die Krautschicht, da sie immer weniger Sonnenlicht erwischen. Das Stadium der Sukzession erstreckt sich mindestens weitere zehn bis hundert Jahre.

Jetzt erreicht das Ökosystem das Klimaxstadium. Es gibt viele hohe Bäume wie Buche und Eiche und eine große Artenvielfalt an Tieren, wie Rehe, Hirsche und Füchse. Jetzt hast du ein stabiles Ökosystem, das sich selbst so erhält, wenn es nicht von äußeren Einflüssen gestört wird.

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Sukzession Wald

Sukzession See

Während der Sukzession eines Sees verschwindet der See im Laufe der Zeit. 

Während des ersten Stadiums verflacht das Seebecken. Es sammeln sich verschiedene organische und anorganische Stoffe (Beispiel: tote Lebewesen, abgefallenen Blätter, Sand und Steine) am Uferbereich und verteilen sich anschließend im See. 

Die nächste Stufe ist die Verlandung des Sees. Der See ist jetzt flacher als zuvor. Somit können sich verschiedene Wasserpflanzen jetzt auch in der Mitte des Sees ansiedeln. Außerdem beginnen verschieden Pflanzen den See vom Ufer aus zuzuwachsen. Dadurch entstehen große Mengen abgestorbene Pflanzen.

In der dritten Phase bildet sich ein Flachmoor. Es entwickeln sich verschiedene Gräser und Torf entsteht.

Die Sukzession erreicht ein vorläufiges Endstadium, wenn sich Weiden, Farne und Moose ansiedeln.  

Aus diesem ursprünglichen See-Gebiet kann jetzt ein neues Ökosystem, wie zum Beispiel ein Wald entstehen. 

Wenn du jetzt noch mehr über die Ökosysteme Wald und See erfahren möchtest, schau dir unsere Beiträge dazu an! 

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Sukzession See

Regressive Sukzession 

Die regressive Sukzession ist das Gegenteil der progressiven Sukzession, die wir uns bisher angeschaut haben. In diesem Fall gibt es eine Rückentwicklung von einer hochentwickelten Lebensgemeinschaft zu einer einfach Strukturierten. Wenn zum Beispiel nach einem Waldbrand das Ökosystem sehr stark beeinträchtig ist, dann kann es passieren, dass sich statt dem Wald eine einfache Felsheide entwickelt. 

Potentielle natürliche Vegetation 

Unter der potentiell natürlichen Vegetation verstehst du die Pflanzengesellschaft, die in einem bestimmten Gebiet ohne menschliche (anthropogene) Einflüsse, entsteht. Künstlich angelegte Wiesen, Weiden oder Forst verdrängen das Ökosystem, das sich ohne diese Einflüsse dort entwickelt hätte. 

Sukzessionsfläche

Als Sukzessionsfläche wird umgangssprachlich eine Fläche bezeichnet, die früher genutzt wurde, später aber sich selbst überlassen wurde. In diesem Zusammenhang kannst du Sukzession mit Verbuschung gleichsetzen.  

Mosaik-Zyklus-Konzept

Das Prinzip der Sukzession, nachdem ein Ökosystem einmal entsteht und dann im Klimaxstadium erhalten bleibt, wenn die äußeren Umstände gleich bleiben, ist sehr stark vereinfacht. Das Mosaik-Zyklus-Konzept versucht die Realität etwas genauer zu beschreiben. Es besagt, dass ein Ökosystem aus vielen mosaikartigen Teilflächen besteht. In einem Wald gibt es zum Beispiel Lichtungen und Gebiete, die sehr dicht bewachsen sind. Die einzelnen Bereiche befinden sich in unterschiedlichen Sukzessionsstadien. Wenn zum Beispiel einige Bäume vom Sturm umgerissen wurden, dann entsteht an diesen Stellen eine Lichtung. Dort beginnt dann die Sukzession, bis dort wieder große Bäume stehen. 

Zusammenfassung

  • Die Sukzession beschreibt in der Ökologie die natürliche Rückkehr von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten (Biozönose) in ein Ökosystem, nachdem es gestört wurde.
  • Wenn das Gebiet vollständig zerstört wurde, beginnt eine Primärsukzession. Falls nur Teile beeinträchtigt wurden, handelt es sich um eine Sekundärsukzession.
  • Während des Wiederaufbaus durchläuft es das Initialstadium und einige Folgestadien, bis sich das Klimaxstadium einstellt. 
  • Im Initialstadium gibt es nur wenige Lebewesen, die unter extremen Lebensbedingungen überleben können (Pionierarten).
  • Während der Folgestadien kommen immer mehr verschiedene Tiere und Pflanzen hinzu.
  • Im Klimaxstadium hat sich dann ein Zustand eingestellt, indem sich das Ökosystem selbstständig aufrechterhält, solange sich die äußeren Umstände nicht ändern. 

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