Ökologie

Bergmannsche Regel

Nach der Bergmannschen Regel sind Säugetiere in kälteren Regionen größer als die Vertreter nah verwandter Arten in wärmeren Regionen. Hier erklären wir dir, wie die Regel begründet wird und zeigen dir konkrete Beispiele.

Du willst die Bergmannsche Regel noch schneller verstehen? Schau dir unser Video zu dem Thema an!

Inhaltsübersicht

Bergmannsche Regel einfach erklärt 

Die Bergmannsche Regel besagt, dass gleichwarme Tiere in kälteren Regionen größer sind als ihre nah verwandten Arten in wärmeren Regionen.

Der Eisbär, der am Nordpol lebt, ist zum Beispiel größer und schwerer als der Grizzlybär, der sich in Kanada und in Alaska aufhält. Nochmal etwas kleiner ist der asiatische Schwarzbär / Kragenbär. Sein Lebensraum befindet sich nahe am Äquator in Südostasien. 

Zu den gleichwarmen Tieren gehören alle Vögel und Säugetiere. Ihre Körpertemperatur ist immer konstant / gleichbleibend warm – unabhängig von der Außentemperatur.

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Bergmannsche Regel Bären
Klimaregel / Ökographische Regel 

Die Bergmannsche Regel (auch Bergmann Regel) gehört zu den ökographischen Regeln / zu den Klimaregeln / zu den tiergeographischen Regeln. Sie beschreiben, dass sich nah verwandte Arten anhand unterschiedlicher Merkmale wie der Körpergröße oder der Farbe unterscheiden, wenn sie in verschiedenen geographischen Regionen leben. Die Ausprägung der einzelnen Merkmale ist abhängig vom Klima. Die Regel ist nach dem Biologen Carl Bergmann benannt.

Bergmannsche Regel Beispiel

Neben den Bären trifft die Bergmannsche Regel auch auf viele andere Säugetierarten zu. Sie gilt zum Beispiel bei verschiedenen Tigerarten und bei Pinguinarten. 

Tiger: 

Die Körpergröße verschiedener Tigerarten ist geringer, je näher sie an Äquator leben. Der sibirische Tiger lebt in Sibirien ganz im Norden. Er ist am größten. Der Sumatra Tiger ist die kleinste noch lebende Unterart der Tiger. Sein Lebensraum befindet sich im tropischen Regenwald auf der indonesischen Insel Sumatra. 

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Bergmannsche Regel Tiger

Pinguin

Der Kaiserpinguin ist die größte Art der Pinguine. Außerdem befindet sich sein Lebensraum ganz im Süden in der Antarktis. Sehr klein hingegen ist der Galápagos Pinguin. Ihn findest du auf den Galapagosinseln am Äquator.

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Bergmannsche Regel Pinguin
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Begründung

Begründet wird die Bergmannsche Regel mit physikalischen Prinzipien. Wenn sich die Körpergröße verdoppelt, dann verdoppelt sich die Körperoberfläche und es verdreifacht sich das Körpervolumen. 

  • Wie viel Wärme ein Körper verliert, ist abhängig von der Körperoberfläche: Je größer die Körperoberfläche, desto mehr Wärme verliert das Tier. 
  • Wie viel Wärme ein Körper herstellt, ist abhängig vom Körpervolumen. Je größer das Volumen, desto mehr Wärme kann das Tier herstellen. 

Das heißt also, dass doppelt so große Tiere mehr Wärme herstellen und im Verhältnis weniger Wärme verlieren: Sie haben im Verhältnis zum Körpervolumen weniger Körperoberfläche. Dadurch können sie in kälteren Regionen besser überleben.

Sind die Tiere zum Beispiel nur halb so groß, produzieren sie weniger Wärme (kleineres Köpervolumen) und verlieren aber auch mehr Wärme (größere Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen). Ihr Lebensraum befindet sich daher vorwiegend in heißen Regionen. 

Abweichungen von der Bergmannschen Regel

Wenn du dir alle gleichwarmen Tiere – also alle Säugetiere und Vögel – anschaust, stellst du fest, dass einige Tierarten von der Bergmannschen Regel abweichen. Auf den subarktischen Inseln – ganz in der Nähe der Antarktis, wo der große Kaiserpinguinen lebt – findest du zum Beispiel auch viele kleine Pinguin Arten. Auch das Wiesel, das in Mitteleuropa lebt, ist größer als das Wiesel, das du in Skandinavien findest. 

Ein Grund dafür kann zum Beispiel sein, dass dem Wiesel in Mitteleuropa mehr und größere Beutetiere zur Verfügung stehen. Damit sie diese auch besser jagen können, wurden sie im Laufe der Evolution größer. Außerdem hatten sie so mehr Nahrung. Auch das trägt dazu bei, dass Tiere größer werden. 

Bergmannsche und Allensche Regel 

Neben der Bergmannschen Regel ist auch die Allensche Regel eine verbreitete Klimaregel. Sie besagt, dass gleichwarme Tiere, die sich in kälteren Regionen aufhalten, kürzere Körperanhänge (Extremitäten, Schwanz, Ohren) als die nah verwandten Arten haben, die in wärmeren Gebieten leben. 

Du willst noch mehr über die Allensche Regel wissen? Wir haben dazu ein Video mit Beispielen und einer Begründung für dich vorbereitet. Schau es dir gleich an! 

Allensche Regel
Zum Video: Allensche Regel

Gleichwarme Tiere

Die Bergmannsche Regel bezieht sich nur auf gleichwarme Tiere. Du nennst sie auch homoiotherm. Ihre Körpertemperatur ist immer gleichbleibend warm unabhängig davon, wie warm oder kalt es draußen ist. Dadurch müssen sie sich also ständig warmhalten oder abkühlen. Um herauszufinden warum das so ist und wie es funktioniert musst du dir unser Video zu den gleichwarmen (homoiotherm) und den wechselwarmen (poikilotherm) Tieren anschauen. Bis gleich!

Homoiotherm, Poikilotherm
Zum Video: Homoiotherm und poikilotherm

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