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Hier und in unserem Video erfährst du, wie du einen AcI in Latein erkennst und ihn übersetzen kannst.

Inhaltsübersicht

AcI Latein — einfach erklärt

Der AcI (Akkusativ cum Infinitivo) ist im Lateinischen eine Infinitivkonstruktion. Du erkennst sie an der Zusammenstellung von Akkusativ und Infinitiv. Ins Deutsche kannst du einen AcI immer mit einem dass-Satz übersetzen.

  • Scio [Corneliam venire].
    → Ich weiß, [dass Cornelia kommt].

Wie erkennst du einen AcI?

Ein AcI besteht immer aus drei Teilen:

  • Nomen im Akkusativ
  • Verb im Infinitiv
  • übergeordnetes konjugiertes Verb
     
  • Marcus gaudet [Corneliam venire].
    → Marcus freut sich, [dass Cornelia kommt].

Das übergeordnete Verb kann dir helfen, einen AcI zu erkennen. Es ist nämlich immer ein Kopfverb. Das heißt, es beschreibt Tätigkeiten wie Sprechen, Denken oder Fühlen. Hier ist eine Liste mit häufigen Kopfverben, auf die du achten solltest:

  • Sprechendicere, nuntiare, respondere
  • Denkencogitare, scire, intellegere
  • Meinen: putare, iudicare, reri
  • Wahrnehmenaudire, videre, sentire
  • Fühlen: amare, gaudere, dolere

Siehst du im Übersetzungstext eines dieser Wörter, solltest du nach einem AcI Ausschau halten.

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Wie übersetzt du einen AcI?

In Latein ist der AcI eine satzwertige Konstruktion. Das bedeutet, dass du ihn im Deutschen meist als eigenen Nebensatz übersetzt. Dafür kannst du in jedem Fall einen dass-Satz verwenden.

Dabei wird der lateinische Akkusativ im Deutschen zum Nominativ des Nebensatzes. Der lateinische Infinitiv wird zu einem vollwertigen Verb mit Zeit und Person:

  • Marcus videt [Corneliam ad forum currere].
    → Marcus sieht, [dass Cornelia zum Forum läuft].
    → Marcus sieht [Cornelia zum Forum laufen].

In manchen Fällen kannst du statt eines Nebensatzes mit dass auch eine wörtliche Übersetzung verwenden. Akkusativ und Infinitiv bleiben dabei dann auch in der deutschen Übersetzung bestehen.

Tipp: Du kannst einen AcI Latein immer mit einem dass-Satz übersetzen.

Ergänzung des AcI Latein

Als satzwertige Konstruktion kann der AcI um Objekte, ergänzende Attribute oder Adverbiale erweitert werden. Beziehen sich die Erweiterungen auf den Subjektakkusativ, stehen sie ebenfalls im Akkusativ.

  • Marcus [Corneliam amicam a Gaio comitari] nescit.
    → Marcus weiß nicht, [dass seine Freundin Cornelia von Gaius begleitet wird].

Tipp: Alle Wörter zwischen Akkusativ und Infinitiv sind Teil des AcI. Um den Überblick zu behalten, kannst du den AcI im Übersetzungstext mit Klammern markieren.

Pronomen im AcI

Häufig ist der Subjektakkusativ im AcI ein Pronomen. Handelt es sich um ein Reflexivpronomen (me, te, se, nos, vos), ist das Subjekt des dass-Satzes das gleiche Subjekt wie im Hauptsatz:

  • Marcus [se Corneliam amare] putat.
    → Marcus glaubt, [dass er Cornelia liebt].

Bei diesem Beispiel musst du beachten, dass sowohl se als auch Corneliam im Akkusativ stehen. Dabei ist se der Subjektakkusativ und wird im Deutschen im Nominativ übersetzt. Corneliam ist hier dagegen ein Akkusativobjekt und bleibt auch im Deutschen im Akkusativ.

Achtung: In einem AcI können weitere Objekte im Akkusativ auftreten, die nicht der Subjektakkusativ sind.

Treten die Pronomen eum, eam, id, eos, eas oder ea im AcI auf, ist damit eine dritte Person gemeint. Anders als oben, ist es in diesem Beispiel also Gaius, der Cornelia liebt:

  • Gaius frater Marci est. Marcus [eum Corneliam amare] putat.
    → Gaius ist Markus‘ Bruder. Marcus glaubt, [dass er Cornelia liebe].

Tipp: Bei übergeordneten Verben wie glauben, sagen oder behaupten kannst du mit Konjunktiv übersetzen. So zeigst du, dass nicht sicher ist, ob der Inhalt des dass-Satzes wahr ist.

Zeitverhältnis im AcI

Bei der Übersetzung des AcI in Latein musst du auf das Tempus des Infinitivs achten. Je nachdem, ob er im Präsens, Perfekt oder Futur steht, passiert die Handlung des AcI gleichzeitig, vor oder nach der Handlung des Hauptsatzes:

Gleichzeitig — Infinitiv Präsens:

  • Cornelia nescivit [Marcum manere].
    → Cornelia wusste nicht, [dass Marcus wartete].

Vorzeitig — Infinitiv Perfekt:

  • Cornelia nescivit [Marcum desiduo mansisse].
    → Cornelia wusste nicht, [dass Marcus lange gewartet hatte].

Nachzeitig — Infinitiv Futur:

  • Cornelia nescivit [Marcum desiduo mansurum esse].
    → Cornelia wusste nicht, [dass Marcus lange warten würde].

Ablativus Absolutus

Neben dem AcI gibt es eine weitere satzwertige Konstruktion im Lateinischen, die du kennen solltest: den Ablativus Absolutus. Alles Wichtige dazu erfährst du hier.  

zum Video: Ablativus Absolutus
zum Video: Ablativus Absolutus

AcI Latein — häufigste Fragen

(ausklappen)
  • Was bedeutet „AcI“ auf Deutsch?
    „AcI“ bedeutet „Akkusativ cum Infinitivo“, auf Deutsch „Akkusativ mit Infinitiv“. Gemeint ist eine Infinitivkonstruktion, in der ein Wort im Akkusativ mit einem Infinitiv zusammen eine Aussage bildet, die man im Deutschen meist als „dass“-Satz wiedergibt.
  • Wie bildet man den AcI?
    Den AcI bildet man, indem zu einem übergeordneten konjugierten Verb (Kopfverb) ein Akkusativ und ein Infinitiv als zusammengehörige Einheit treten. Der Akkusativ nennt dabei die Person oder Sache, über die etwas ausgesagt wird, und der Infinitiv beschreibt die Handlung. Zum Beispiel: Marcus gaudet [Corneliam venire].
  • Wie erkennt man beim AcI, welcher Akkusativ das Subjekt ist?
    Welcher Akkusativ im AcI das Subjekt ist, erkennt man daran, wer die Handlung des Infinitivs ausführt und im Deutschen im „dass“-Satz zum Nominativ wird. Ein Reflexivpronomen wie „se“ bezieht sich dabei auf das Subjekt des Hauptsatzes. Zum Beispiel: Marcus [se Corneliam amare] putat.
  • Wie übersetzt man das Zeitverhältnis im AcI, wenn der Infinitiv im Präsens, Perfekt oder Futur steht?
    Das Zeitverhältnis im AcI übersetzt man über das Tempus des Infinitivs: Infinitiv Präsens bedeutet gleichzeitig, Infinitiv Perfekt vorzeitig und Infinitiv Futur nachzeitig zur Handlung des Hauptsatzes. Bildungsschema: Präsens-Infinitiv im Aktiv: Stamm + -re (z. B. venire), Perfekt-Infinitiv im Aktiv: Perfektstamm + -isse (z. B. venisse), Futur-Infinitiv wird periphrastisch mit dem Partizip Futur + esse gebildet (z. B. venturum esse). Zum Beispiel zeigt „Cornelia nescivit [Marcum desiduo mansisse]“ mit „mansisse“, dass Marcus vorher gewartet hatte. Im Deutschen passt man das Verb im „dass“-Satz entsprechend an.

Lateingrammatik verstehen

Der AcI ist ein wichtiger Teil der Lateingrammatik und gehört zu den typischen Satzkonstruktionen im Lateinunterricht. Wer sich mit Lateingrammatik beschäftigt, ordnet Satzteile, erkennt Verbformen und übersetzt satzwertige Konstruktionen ins Deutsche. So wird klar, wie lateinische Sätze aufgebaut sind und wie Form und Bedeutung zusammenhängen. Weitere Videos dazu findest du in unserem Fremdsprachenbereich.

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